Kaum ein politisches Thema wurde und wird in Deutschland so emotional, aber auch so unsachlich diskutiert wie das der Zuwanderung bzw. der Zuwanderungspolitik. Um dieses aktuelle Thema aus sachlich- fachlicher Perspektive zu beleuchten, habe ich mir die Aufsätze von Reiner Münz und Karl- Heinz Meier- Braun zu Hilfe genommen.
Ich werde zuerst unter den Punkten II. und III. die Modelle der genannten Autoren beschreiben und die wesentlichen Inhalte darstellen. Dabei werde ich auf Wiederholungen beim Text von Meier- Braun, so weit dies geht, verzichten, so dass Punkt III schneller abgehandelt werden kann. Wichtig bei der Texterschließung von Meier- Braun ist, die politischen Dimensionen bei dieser Thematik zu erkennen.
Darüber hinaus werde ich unter Punkt IV anhand von ausgesuchten Beispielen darstellen, ob die seitens der Politiker eingesetzten Mittel zu den gewünschten Resultaten geführt haben und wenn nicht- weshalb.
Zum Schluss werde ich ein kurzes Fazit über das bearbeitete Aufgabenfeld ziehen. Im Mittelpunkt meiner Schlussüberlegungen soll die Frage stehen, welche Lehren wir aus der bisherigen Ausländerpolitik gezogen haben bzw. was wir daraus für die zukünftige Ausländerpolitik gelernt haben (sollten).
Einen direkten Vergleich beider Texte halte ich an dieser Stelle für nicht sinnvoll, weil sich der Text von Meier- Braun speziell mit der Ausländerpolitik beschäftigt, während sich der Aufsatz von Münz mehr mit dem historischen Kontext und den statistischen Erhebungen aus verschiedenen Jahrzehnten in Deutschland beschäftigt. Diese beiden zu Grunde liegenden Texte ergänzen sich vielmehr.
Inhaltsangabe
I. Vorwort (S. 3)
II. Phasen der Zuwanderung nach Reiner Münz
II.I Perioden der Zuwanderung nach Deutschland seit dem II. Weltkrieg (S. 4)
II.II Migration und Bevölkerung von 1954 bis 1999 (S. 5)
II.III Deutschland im internationalen Vergleich (S. 6)
II.IV Inländer und Ausländer, Zugewanderte und hier geborene (S. 7)
II.V Staatsbürgerschaft und Einbürgerungen (S. 8+9)
III. Phasen der Zuwanderung nach Karl- Heinz Meier- Braun
III.I 1. Phase von 1952 bis 1973) (S. 10)
III.II 2. Phase von 1973 bis 1979 (S. 11)
III-III 3. Phase von 1979 bis 1980 (S.12)
III.IV 4. Phase von 1981 bis 1990 (S. 13+14)
IV. Wie erfolgreich war die Ausländerpolitik in der BRD ? (S. 15+16)
V. Schlusswort und Ausblick ins 21. Jahrhundert (S. 17+18)
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Arbeitsmigration und Ausländerpolitik in Deutschland bis zum Jahr 1998, analysiert verschiedene Migrationsmodelle und bewertet kritisch die Erfolge und Misserfolge politischer Maßnahmen.
- Historische Periodisierung der Zuwanderung in Deutschland seit 1945.
- Analyse der demografischen Veränderungen durch Migration.
- Vergleich der Migrationsmodelle von Reiner Münz und Karl-Heinz Meier-Braun.
- Kritische Evaluation der Wirksamkeit vergangener Ausländerpolitik.
Auszug aus dem Buch
IV. Wie erfolgreich war die Ausländerpolitik in der ehemaligen BRD ?
Da man diese Frage nicht pauschal beantworten kann, will ich in der folgenden Ausführung anhand von ausgesuchten Beispielen verdeutlichen, dass Licht und Schatten den Erfolg der deutschen Ausländerpolitik bestimmen, wobei die Misserfolge offensichtlich überwiegen.
Beispiel 1:
Die Geschichte der deutschen Ausländerpolitik beginnt mit einer Fehleinschätzung: man hatte seitens der Politik die Vorstellung, dass die Gastarbeiter auf sehr begrenzte Zeit hier leben und arbeiten sollten. Als Notnagel für nicht verfügbare heimische Arbeitskräfte als Folge des II. Weltkriegs waren sie gerade zu akzeptieren, aber eben nicht mehr. Das auf Seite 10 aufgeführte Zitat des schweizer Schriftstellers Max Frisch bringt dieses Problem auf den Punkt. Man hatte seitens der Politik nicht daran gedacht, dass diese Menschen, wenn sie schon mithalfen, eine fremde Wirtschaft aufzubauen, nicht nur das Recht auf Arbeit, sondern auch das Recht auf Familie hatten. Als man dies seitens der Politik bemerkte, hatte man nicht die Courage, Mitte der 60-er Jahre eine stärkere Rückführung der Gastarbeiter mit samt Anhang in ihre Heimatländer zu betreiben. Dies mag (spekulativ) auch mit daran gelegen haben, dass sich mancher Politiker nicht eine ausländerkritische Gesinnung nachsagen lassen wollte.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Vorwort (S. 3): Der Autor erläutert seine Herangehensweise und die Wahl der Quellen zur sachlichen Beleuchtung der emotionalen Zuwanderungsthematik.
II. Phasen der Zuwanderung nach Reiner Münz: Dieses Kapitel stellt die sieben Phasen der Migration in Deutschland seit 1945 sowie demografische und rechtliche Aspekte dar.
III. Phasen der Zuwanderung nach Karl- Heinz Meier- Braun: Hier werden die Migrationsphasen von 1952 bis 1990 unter Berücksichtigung der politischen Hintergründe und Problemlösungsversuche detailliert analysiert.
IV. Wie erfolgreich war die Ausländerpolitik in der BRD ?: Anhand von fünf Beispielen wird eine kritische Bilanz der bisherigen Ausländerpolitik und der politischen Versäumnisse gezogen.
V. Schlusswort und Ausblick ins 21. Jahrhundert (S. 17+18): Der Autor fasst die Problematik zusammen und diskutiert mögliche zukünftige Ansätze sowie Forderungen an die Politik.
Schlüsselwörter
Arbeitsmigration, Ausländerpolitik, Zuwanderung, Gastarbeiter, BRD, Integration, Staatsbürgerschaft, Einbürgerung, Demografie, Generationenvertrag, Migrationsphasen, Asylpolitik, Fachkräfte, Arbeitsmarkt, Bevölkerungsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Überblick über die Entwicklung der Arbeitsmigration und die damit verbundene Ausländerpolitik in Deutschland von der Nachkriegszeit bis 1998.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die zeitliche Einordnung der Zuwanderung, demografische Daten, Einbürgerungsregeln sowie die Analyse politischer Maßnahmen und deren Auswirkungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine sachlich-fachliche Auseinandersetzung mit der Migrationsgeschichte, um aufzuzeigen, wie erfolgreich oder ineffektiv politische Steuerungsversuche in der Vergangenheit waren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literatur- und Modellanalyse der Experten Reiner Münz und Karl-Heinz Meier-Braun, ergänzt durch eine eigene kritische Würdigung der historischen Ereignisse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene Phasen der Zuwanderung analysiert, die Bevölkerungsentwicklung betrachtet und die Erfolgslosigkeit bzw. Widersprüchlichkeit politischer Entscheidungen anhand von Beispielen aufgearbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Arbeitsmigration, Ausländerpolitik, Integration, Staatsbürgerschaft und den historischen Kontext der Bundesrepublik geprägt.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Anwerbestopps von 1973?
Der Autor bewertet den Anwerbestopp als mittelfristigen Misserfolg, da er den Zuzug nicht stoppte, sondern durch die Angst vor Wiedereinreiseverboten den Familiennachzug eher beschleunigte.
Welche Bedeutung misst der Autor dem Erlernen der Sprache bei?
Der Autor sieht das Erlernen der deutschen Sprache als die entscheidende Schlüsselqualifikation für eine erfolgreiche Integration an.
- Quote paper
- Georg Thielmann (Author), 2003, Arbeitsmigration und Ausländerpolitik bis 1998, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16047