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Doping im Spiegel aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen und Interventionsmaßnahmen

Title: Doping im Spiegel aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen und Interventionsmaßnahmen

Examination Thesis , 2010 , 88 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Oliver Snelinski (Author)

Sport - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

[...] Das Thema der Arbeit ergibt sich aus der Tatsache, dass Doping über den Sport hinaus bereits in anderen gesellschaftlichen Teilbereichen zu finden ist. Gleichzeitig beeinflussen einige dieser Teilbereiche das Dopingverhalten im Sport.

[...] zu Beginn der Arbeit (werden) die Prinzipien des Leistungssports herausgearbeitet, um zu überprüfen, welche Einflussfaktoren auf diesen Teilbereich des Sports wirken. Damit soll herausgefunden werden, ob die systemischen Grundvoraussetzungen des Leistungssports und eventuelle Umfeldakteure Einfluss auf die Dopingneigung der Athleten haben.

[...] Anschließend erfolgt die Darstellung der aktuellen Entwicklungen von Doping im sportlichen und nichtsportlichen Kontext. Wie hat sich das Dopingproblem im Leistungs- und Breitensport entwickelt und welche Phänomene treten im nichtsportlichen beziehungsweise gesellschaftlichen Bereich auf, die einem Doping nahe kommen?

Eine umfassende Analyse haben sieben Wissenschaftler mit einem Memorandum vorgelegt, weshalb sie hier Erwähnung finden. Hirndoping und Enhancement sind dabei die zu nennenden Schlagworte.

Welche Möglichkeiten und gleichzeitig auch Schwierigkeiten die medizinischen Fortschritte im Bezug auf das Dopingproblem haben, zeigen die aktuellen Entwicklungen im Bereich der molekularbiologischen und genetischen Forschung. Diese Forschungsergebnisse finden unter dem Begriff Gendoping Eingang in den Sport. Neben den medizinischen Hintergründen wird in diesem Kapitel auch auf die Ansatzpunkte für Gendoping sowie auf
eventuelle Nachweismethoden eingegangen. Hierbei soll untersucht werden, inwieweit die momentanen Mittel und Maßnahmen im Anti-Doping-Kampf auf diese aktuellen Entwicklungen eingestellt sind.

Wenn Doping nach 50 Jahren Anti-Doping-Politik immer noch hochaktuell ist, stellt sich die Frage, wie die institutionellen und organisatorischen Entwicklungen in diesen Jahren verlaufen sind. Dies ist Inhalt des fünften Kapitels. An dieser Stelle bleibt zu prüfen, ob die Institutionen den Herausforderungen des Dopingproblems gerecht werden können. [...]

Aufgrund der Tatsache, dass immer wieder Dopingvergehen an die Öffentlichkeit gelangen, soll im sechsten Kapitel herausgefunden werden, ob die momentanen Maßnahmen und Regelungen in der Anti-Doping-Politik zielführend sind. Alternative Vorschläge,
die das aktuelle Vorgehen ergänzen oder das System gänzlich reformieren würden [...] Zusätzlich wird auch eine mögliche Dopingfreigabe als sinnvoller Lösungsansatz geprüft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leistungssport und beeinflussende Faktoren

2.1 Prinzipien des Leistungssports

2.2 Der Leistungssport und seine Umfeldakteure

2.3 Nutzenverschränkungen

3. Doping in Sport und Gesellschaft

3.1 Doping im Leistungssport

3.2 Doping im Breitensport

3.3 Doping in der Gesellschaft bzw. im nicht-sportlichen Kontext

4. Exkurs: Gendoping

4.1 Medizinische Hintergründe

4.2 Ansatzpunkte für Gendoping

4.3 Nachweisbarkeit des Gendopings

5. Die Entwicklung der internationalen Anti-Doping-Politik

5.1 Die Ursprünge der Anti-Doping-Politik in den Jahren 1960-1980

5.2 Die internationale Harmonisierung der Anti-Doping-Politik

5.3 Die Anti-Doping-Politik seit Einführung der World Anti-Doping Agency (WADA)

6. Interventionsmaßnahmen

6.1 Aktuelle Maßnahmen und deren Mängel

6.2 Alternative Anti-Doping-Maßnahmen

6.3 Die Freigabe von Doping

6.4 Schlussfolgerungen

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen Doping vor dem Hintergrund der strukturellen Bedingungen des modernen Leistungssports sowie aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen, mit dem Ziel, die Effektivität bisheriger Anti-Doping-Politik zu hinterfragen und alternative Lösungsansätze zu evaluieren.

  • Strukturelle Rahmenbedingungen und interne Logik des Leistungssports (Siegescode)
  • Wechselwirkungen zwischen Sport, Wirtschaft, Medien und Politik
  • Ausbreitung von Doping im Breitensport und Phänomene des "Neuro-Enhancement" in der Gesellschaft
  • Medizinische Hintergründe und Missbrauchspotenziale durch Gendoping
  • Analyse und Bewertung alternativer Interventionsstrategien, einschließlich einer möglichen Dopingfreigabe

Auszug aus dem Buch

Das Doping-Dilemma im Leistungssport

Um das Dopingproblem im Leistungssport zu analysieren, bietet sich die Spieltheorie an. Diese beschäftigt sich mit der Untersuchung von Handlungsstrategien (Konflikt und Kooperation) in Systemen mit vorgegebenen Regeln. Ausgangspunkt sind hierbei zwei Hochleistungssportler (zum leichteren Verständnis nennen wir Sportler A –Anton; und Sportler B – Bernd) aus derselben Disziplin, mit gleichen Siegchancen, denen ein gemeinsamer Wettkampf bevorsteht.

Ausgehend davon, dass beide den Sieg anstreben, ergeben sich im Bezug auf das Doping jeweils zwei Handlungsalternativen. Jeder von beiden, kann sich entweder dopen, um die eigenen Siegchancen zu erhöhen oder darauf verzichten. Daraus ergeben sich vier mögliche Resultate des Konkurrenzspiels: 1. Beide dopen sich; 2. Anton dopt, Bernd nicht; 3. Anton dopt nicht, Bernd dopt; 4. Beide verzichten auf das Doping.

Für Anton stellt sich das Ergebnis, dass er selbst dopt, Bernd hingegen darauf verzichtet, als das Beste dar (siehe Abb. 1). Anton wird zudem unterstellt, dass er nur siegen will, moralische Bedenken dabei in den Hintergrund treten, und dass er sich seines Sieges nicht sicher ist. Wenn beide Unterstellungen zuträfen, ergäbe sich für Anton folgende Kosten-Nutzen-Kalkulation. Auf der Nutzenseite stehen verbesserte Siegchancen und eventuelle Folgeerscheinungen (Siegprämien, Sponsorenverträge). Auf der Kostenseite finden sich vor allem negative Sanktionen, falls man des Dopings überführt wird (Wettkampfsperre, Ausfall von finanzieller Unterstützung), aber auch gesundheitliche Risiken, die jedoch als nachrangig betrachtet werden können. Solange das Risiko, entdeckt zu werden, im Vergleich zur Verbesserung der eigenen Siegchancen als gering eingeschätzt wird, wird Anton aufgrund der positiven Kosten-Nutzen-Bilanz zum Doping tendieren, wobei ihm am liebsten wäre, dass Bernd nicht dopt. Das schlechteste Ergebnis besteht für Anton hingegen, wenn er selbst nicht dopt, aber Bernd zu unerlaubten leistungssteigernden Mitteln greift. Das gleiche Szenario trifft für Bernd zu. Bei den beiden anderen Möglichkeiten (beide dopen oder nicht) kann von einer Chancengleichheit ausgegangen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Dopings als allgegenwärtiges Problem und Darstellung der sportimmanenten Werte sowie der daraus resultierenden moralischen Konflikte.

2. Leistungssport und beeinflussende Faktoren: Analyse der systemischen Prinzipien des Leistungssports, insbesondere des Siegescodes, sowie der externen Abhängigkeiten von Medien, Wirtschaft und Politik.

3. Doping in Sport und Gesellschaft: Historischer Rückblick auf Doping im Leistungssport, aktuelle Trends im Breitensport sowie der Übergang von Doping zu gesellschaftlichem "Neuro-Enhancement".

4. Exkurs: Gendoping: Wissenschaftliche Betrachtung der medizinischen Hintergründe, der Methoden der Gentherapie und deren Missbrauchspotenzial für Leistungssteigerungen im Sport.

5. Die Entwicklung der internationalen Anti-Doping-Politik: Darstellung der historischen Entwicklung institutioneller Maßnahmen, von zaghaften Anfängen bis zur Gründung und Arbeitsweise der WADA.

6. Interventionsmaßnahmen: Kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Maßnahmen sowie Prüfung alternativer Ansätze, einschließlich der kontroversen Debatte um eine mögliche Dopingfreigabe.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit der bisherigen Anti-Doping-Politik und Plädoyer für einen offeneren, liberaleren Umgang mit dem Phänomen Doping.

Schlüsselwörter

Doping, Leistungssport, Anti-Doping-Politik, WADA, Siegescode, Gendoping, Neuro-Enhancement, Breitensport, Spieltheorie, Gefangenen-Dilemma, Leistungssteigerung, Dopingkontrolle, Ethik, Sportmedizin, Leistungsdruck.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen Doping und die Wirksamkeit der bisherigen internationalen Anti-Doping-Politik unter Einbeziehung soziologischer und ökonomischer Perspektiven.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Systemlogik des Leistungssports, der Druck durch externe Akteure (Medien, Wirtschaft, Politik), die Entwicklung des Gendopings sowie die Diskussion über Reformen des Kontrollsystems.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Es wird untersucht, ob der seit fünf Jahrzehnten geführte Kampf gegen Doping in die richtige Richtung führt oder ob das System einer grundlegenden Reform bedarf.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine systematische Literaturanalyse sowie spieltheoretische Modelle (wie das Gefangenen-Dilemma), um Dopingentscheidungen und strukturelle Abhängigkeiten zu erklären.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Behandelt werden die Prinzipien des Leistungssports, die Ausweitung des Dopingproblems auf den Breiten- und gesellschaftlichen Bereich sowie eine detaillierte Analyse der Anti-Doping-Strategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die wichtigsten Begriffe sind Doping, Leistungssport, WADA, Gendoping, Neuro-Enhancement und Gefangenen-Dilemma.

Warum wird das "Gefangenen-Dilemma" zur Dopingproblematik angeführt?

Es dient dazu, die logische Zwickmühle der Sportler zu erklären: Auch wenn Nicht-Dopen kollektiv rational wäre, entscheiden sich Individuen aus Misstrauen vor der Konkurrenz für das Doping, was zu einer kollektiven Selbstschädigung führt.

Wie bewertet der Autor die Idee der "Dopingfreigabe"?

Der Autor hinterfragt das bisherige, oft ineffektive Verbotssystem und diskutiert die Freigabe als einen Weg, medizinische Forschung unter ärztlicher Aufsicht zu stellen, anstatt sie in die Illegalität zu drängen.

Was ist unter "Neuro-Enhancement" in diesem Kontext zu verstehen?

Es beschreibt den Trend, bei gesunden Menschen Medikamente zur Steigerung der kognitiven Fähigkeiten oder der Stimmung einzusetzen, was der Autor als eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung ähnlich dem Doping im Sport analysiert.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Rolle der Verbände?

Er kritisiert eine "brauchbare Illegalität", bei der Verbände einerseits nach außen hart gegen Doping auftreten, andererseits aber aus wirtschaftlichem Eigeninteresse und Sorge um die Vermarktung Doping oft nur symbolisch bekämpfen.

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Details

Title
Doping im Spiegel aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen und Interventionsmaßnahmen
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sportwissenschaft)
Grade
1,7
Author
Oliver Snelinski (Author)
Publication Year
2010
Pages
88
Catalog Number
V160491
ISBN (eBook)
9783640745562
ISBN (Book)
9783640745654
Language
German
Tags
Gendoping Neuroenhancement Enhancement Dopingfreigabe WADA Leistungssport Olympia
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Snelinski (Author), 2010, Doping im Spiegel aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen und Interventionsmaßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160491
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