Das soziale Miteinander - Grundlagen der Interaktion und des verbalen Austausches


Seminararbeit, 2009

28 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Das soziale Miteinander - Grundlagen der Interaktion und des verbalen Austausches

2. Wahrnehmung und Wahrnehmungsfehler
2.1. Wahrnehmung
2.2. Wahrnehmungsfehler
2.2.1. Der Primäreffekt - oder der erste Eindruck zählt
2.2.2. Der Haloeffekt - oder Verallgemeinerungen
2.2.3. Logische Fehler - oder wie wir falsch assoziieren
2.2.4. Der soziale Zusammenhang - Kleider machen Leute
2.2.5. Ähnlichkeitsfehler - wie du mir, so ich dir

3. Grundlagen für verbale Kommunikation
3.1. Die Abbildtheorie - wie Worte uns steuern
3.2. Die Bedeutung unserer Sprachkenntnisse
3.2.1. Die Gestalt der Sprache
3.2.2. Die Grammatik der Sprache
3.2.3. Das Konzept

4. Zusammenfassung

Anhangsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1:Goldkammer

Abbildung 2: Dagobert Duck

Abbildung 3: Logo der HMI - Organisation

Abbildung 4:Microsoft - Gründer Bill Gates

Abbildung 5: Die Elefantenrunde

Abbildung 6: Gerhard Schröder und Saddam Hussein ver dem Rücktritt

Das soziale Miteinander - Grundlagen der Interaktion und des verbalen Austausches

„ Es ist so einfach! Warum sollten Sie es nicht schaffen?“.

„Sie haben diesen Weg bloß noch nicht für sich entdeckt, aber ich helfe Ihnen auf den Weg zum Erfolg!“

„ Wollen Sie derjenige sein, der den Güterzug mit Gold einfach an sich vorbeirasen sieht, während andere sich bedienen?“

„Greifen Sie zu, wir helfen Ihnen gern dabei!“

Abbildung 1:Goldkammer[1] Abbildung 2: Dagobert Abbildung 3: Logo der

Duck[2] HMI - Organisation[3]

Diese Sätze hörte ich während eines Seminares für die HMI - Organisation. Und auf den ersten Blick erscheint es wirklich ganz einfach. Ein Seminar über drei Tage, motivierte Redner und eine Gebrauchsanweisung zum Verkauf von Produkten wonach nichts schief gehen kann. Zu schön um wahr zu sein? Zu schön um wahr zu sein!

Meine Seminararbeit behandelt das Thema der Einflussfaktoren für Sprache. Ich werde hierbei herausarbeiten wie Sprache auf uns wirkt, wie sie funktioniert und wie wir uns durch sie lenken lassen.

Beginnen werde ich hierbei mit einem etwas unorthodoxen Einstieg zum Thema der Wahrnehmung, welche Grundlage ist für einen verbalen Austausch. Denn ohne Gegenüber den ich sehe, gibt es keinen Austausch.

Hauptthemen werden Wahrnehmungsfehler sein die im Kontext mit Sprache und des sozialen Miteinanders entstehen, die Wirkung und Wichtigkeit des gesellschaftlichen Umfeldes und der Erfahrungen in welchem eine Aussage getätigt wird und im zweiten Teil der Arbeit Grundlagen für Sprache, hierbei jedoch nicht die biologischen Grundlagen sondern die Grundlagen für die Steuerung durch Sprache. Zum Schluss werde ich meine Gedanken zusammenfassen und ein Resümee ziehen.

1. Wahrnehmung und Wahrnehmungsfehler

1.1. Wahrnehmung

Das soziale Miteinander entsteht durch das gegenseitige Wahrnehmen und die Körpersprache. Im Anhang steht Ihnen ein Dokument zur Verfügung, welches dieses noch einmal verdeutlicht (Anhang 1). Beim Wahrnehmen meines Gegenübers kann es allerdings zu Wahrnehmungsfehlern und falschen Schlüssen kommen die unsere gesamte Interaktion von vornherein beeinflussen.

1.2. Wahrnehmungsfehler

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4:Microsoft - Gründer Bill Gates[4]

Würden Sie dieser Person zutrauen eine Revolution im Fortschritt der Menschheitsgeschichte herbeigeführt zu haben? Die Haare liegen auf halb acht und sind eher schlecht als recht gekämmt, zudem sind sie zu lang und wachsen über die Ohren. Das kindliche Gesicht geprägt von einer zu großen Brille, durch die das Gesicht noch schmaler wirkt. Der nicht vorhandene Bartwuchs und die nicht erkennbaren maskulinen Merkmale wie breites Kinn, ein Dreitagebart und gesäuberte, gerade Zähne lassen diese Gestalt doch eher wie einen Zeitungsjungen anmuten, als einen der Führer eines der wichtigsten Wirtschaftsunternehmen in der Computerbranche.

Merkmale die einen Jäger auszeichnen vertritt er jedenfalls nicht und so kann nur die logische Schlussfolgerung sein, dass es wohl ein Zeitungsjunge sein wird.

Doch genau dieser „Zeitungsjunge“ ist heuer der reichste Mensch der Welt. Es handelt sich um Microsoftgründer und - inhaber Bill Gates. Unsere Eindrücke von Menschen werden durch Äußerlichkeiten und durch Schubladendenken gelenkt und vereinfacht. Jedoch können dabei verschiedene Wahrnehmungsfehler auftreten die uns eine Person als positiv oder negativ einordnen lassen und die beeinflussen wie stark wir unser Bild bei einem Irrtum revidieren. Im Folgenden werde ich auf den Primäreffekt eingehen, den Halo - Effekt, logische Fehler, den sozialen Zusammenhang und den Ähnlichkeitsfehler

1.2.1. Der Primäreffekt - oder der erste Eindruck zählt

Ob uns ein Mensch sympathisch, oder unsympathisch erscheint, entscheidet sich mit dem ersten Eindruck. Dabei spielt weniger die Rasse, oder die Religion eine Rolle, als vielmehr das persönliche Bauchgefühl, welches durch Assoziationen zu Ähnlichkeiten mit vorher geschlossenen Bekanntschaften entsteht. Hat man mit einem bieder gekleideten Menschen zu tun, welcher sich sonst sehr verschlossen gibt und wenig spricht, so wird man eine spätere Bekanntschaft mit ähnlichen Attributen dementsprechend einordnen und sich auch danach verhalten. Mit einem offenen und herzlichen Menschen welcher viel lacht und eine lockere Art hat, wird man sich auf Anhieb verstehen und diese Eigenschaften ebenfalls auf einen ähnlich aussehenden Typus anwenden. Dies jedoch birgt die Gefahr, die Person zu verkennen. Die neue bieder gekleidete Bekanntschaft ist vielleicht nachsichtig und weniger streng als Chef, als der locker gekleidete Manager.

Ein Fauxpas des freundschaftlichen Scherzens mit Typ Zwei kann als Distanzlosigkeit gewertet werden und als Mangel an Respekt.

Dies prägt auch die Zukunft der weiteren Arbeitsbeziehung, deswegen ist es notwendig den ersten Eindruck stets zu überprüfen und zu hinterfragen.[5] Streckenweise nutzen Manipulatoren eben diesen ersten Eindruck gezielt um sich positiv und vertrauenswürdig zu präsentieren und sind dabei doch bloß der Wolf im Schafspelz Rainer Neumann und Alexander Ross schreiben hierzu in ihrem Buch „Der Macht - Code, Spielregeln der Manipulation“:

„ Die zuerst wahrgenommenen Kriterien sind das Alter, das Geschlecht und die Attraktivität. Vor allem werden hier die Mimik, der Gang, der Geruch und die Stimme beachtet. Lachen wird als Freundlichkeit interpretiert, ein fester Blickkontakt als Selbstsicherheit. Für die Klugheit ist die Sprechweise ein wichtiger Indikator, besonders flüssige und saubere Formulierungen unterstützen diesen Eindruck. Lautes Sprechen wird als Anzeichen für Geselligkeit und Selbstsicherheit gedeutet, ruhige Bewegungen als weiteres Merkmal für Selbstsicherheit und ausladende Bewegungen für Geselligkeit.“[6]

1.2.2. Der Haloeffekt - oder Verallgemeinerungen

Eine Person die einem Aggressor ins Gesicht grinst, wird als cool und souverän eingeordnet, eine Person die in einer Tagung permanent in motorischer Unruhe ist, als fahrig, zappelig und unkonzentriert.

Neben dem ersten Eindruck spielen also auch situationsabhängige Charakteristika der einzelnen Personen eine Rolle um ein Rollenbild zuordnen zu können.

Doch kann das Grinsen gegenüber dem Aggressor auch Unsicherheit bedeuten und die motorische Unruhe lediglich darauf hindeuten, dass die Person möglicherweise auf Toilette muss, aber den Zeit- und Planungsablauf nicht durch Verlassen des Raumes unterbrechen möchte.

Welche Auswirkungen hat aber diese Einordnung?

Kompetenz wird den Ruhigen, den Durchdachten und den Konformen zugesprochen. Der Inhalt einer wichtigen Aussage kann untergehen sobald man zum Beispiel im Seminarraum eine Rede hält und dabei permanent Zettel sortieren muss. Dies hat zur Folge, dass der Eindruck entsteht man sei unorganisiert. Nun ließe sich dieser Eindruck durch Ordnung der Zettel leicht revidieren und eine sehr gut vorgetragene Rede, doch unser alter Ego sucht sich Punkte in denen er ein bereits entworfenes Bild bestätigt sieht und nicht der Herausforderung einer Neukreation gegenübersteht. Dabei reicht es, wenn im obig angesprochenen Vortrag durch eine unbedachte Handbewegung ein Zettel verrutscht.

Das bereits entstandene Bild, lässt uns Urteile über die Intelligenz die wir einer Person zuschreiben entwerfen und wirkt sich darauf aus inwiefern eine Person als ehrgeizig betrachtet wird. Die Körpersprache spielt hierbei ebenfalls eine wichtige manipulative Rolle, denn aus diesen teilweise unbewussten Bewegungen sind Ableitungen möglich, welche uns Schlüsse ziehen lassen in wie weit unser Gegenüber kongruent ist. Ist ein Verkäufer vertraut mit dem „Beschönigen“ von Dingen kann er sich dennoch durch seine Körpersprache verraten und so einen Haloeffekt erzeugen, durch den alles geweckt wird, außer ein Kaufinteresse.

[...]


[1] http://meistermochi.de/wp-content/uploads/2008/09/the-gold.jpg

[2] http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26868/26868_2.jpg

[3] http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/c/ce/Hmi_logo.jpg

[4] http://pix.sueddeutsche.de/computer/810/428565/image_fmbg_0_0.jpg

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Primäreffekt

[6] „Der Macht - Code; Spielregeln der Manipulation“; 2007; Carl Hanser Verlag München, Zweite Auflage; S. 85Z.6 ff.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Das soziale Miteinander - Grundlagen der Interaktion und des verbalen Austausches
Hochschule
Duale Hochschule Gera-Eisenach (ehem. Berufsakademie Thürigen in Gera)
Note
1,4
Autor
Jahr
2009
Seiten
28
Katalognummer
V160573
ISBN (eBook)
9783640738878
ISBN (Buch)
9783640739011
Dateigröße
933 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kommunikation, Interaktion, Verbale Kommunikation
Arbeit zitieren
Dave Pauli (Autor), 2009, Das soziale Miteinander - Grundlagen der Interaktion und des verbalen Austausches, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160573

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