Die Arbeit beschäftigt sich mit der sprachlichen Differenzierung des politisch-sozialen Wortschatzes im 19 Jahrhundert. Genauer untersucht wir hierbei der Begriff "Arbeiter" und dessen Verwendung und Deutung
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Politik und Sprache
2.1. Funktionen der „Sprache in der Politik“
2.2. Politischer Wortgebrauch in der Meinungssprache
2.3. Probleme des Wortinhalts
3. Wörter und ihre Differenzierung am Beispiel des Wortes „Arbeiter“
4. „Arbeiter“ im Kontext
4.1. „Arbeiter“ im Programm der SPD von 1891
4.2. „Arbeiter“ in einer Rede Hitlers von 1932
4.3. „Arbeiter“ in einer Rede Ulbrichts von 1961
4.4. „Arbeiter“ im Vergleich
5. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen Sprache und Politik, indem sie die historische Entwicklung und Differenzierung des Begriffs „Arbeiter“ anhand ausgewählter politischer Dokumente seit dem 19. Jahrhundert analysiert.
- Theoretische Grundlagen zum Verhältnis von Sprache und Politik.
- Semantische Analyse des Begriffs „Arbeiter“ im historischen Wandel.
- Untersuchung von Schlüsselwort-Verwendungen in SPD-, NSDAP- und DDR-Texten.
- Vergleichende Analyse der ideologischen Instrumentalisierung des Arbeiterbegriffs.
- Deutung der Bedeutungskomponenten mittels Komponentenanalyse.
Auszug aus dem Buch
4.1. „Arbeiter“ im Programm der SPD von 1891
Der erste Text, der auf seine Verwendung des Wortes „Arbeiter“ untersucht werden soll, ist der erste Teil des auf dem Erfurter Parteitag 1891 beschlossenen Programms der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Dieser Parteitag fand circa ein Jahr nach dem Fall des Sozialistengesetzes statt und diente zur Vorlage des neuen Programms, das von Karl Kautsky und Eduard Bernstein verfasst wurde. Der erste Teil stellt das Bekenntnis zur „wissenschaftlichen“ Grundlage der Partei und zu ihrem „Endziel“ dar, denn immerhin sind einzelne Darstellungsteile Marx’ „Kapital“ entnommen. Der zweite Teil enthält eher die Gegenwartsforderungen. Ich werde mich nur mit dem ersten Teil auseinandersetzen, da dieser für meine Zwecke interessanter und geeigneter ist.
Der für diese Arbeit relevante Ausschnitt handelt im wesentlichen von der ökonomischen Entwicklung in Deutschland, die zum Untergang des Kleinbetriebs und damit des Arbeiters und zum Monopol der Kapitalisten an Produktionsmitteln führt. Die Industrialisierung, deren Vorteile vom Kapital monopolisiert werden, treibt die Arbeiter in immer größeres Elend. Aufgrund dieser Vorgänge verstärkt sich der Gegensatz zwischen Arbeiter und Kapitalist. Außerdem werden die Vorstellungen, Pläne und Aufgaben der SPD erwähnt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Thema sowie die Zielsetzung und begründet die methodische Auswahl der zu untersuchenden politischen Texte.
2. Politik und Sprache: Erörtert die theoretischen Grundlagen des politischen Sprachgebrauchs und definiert zentrale Begriffe wie Schlagwort und Schlüsselwort.
3. Wörter und ihre Differenzierung am Beispiel des Wortes „Arbeiter“: Beleuchtet die etymologischen Wurzeln und die historische Entwicklung des Arbeiterbegriffs bis zur Industrialisierung.
4. „Arbeiter“ im Kontext: Analysiert detailliert die Verwendung des Begriffs in Texten der SPD, Hitlers und Ulbrichts sowie einen abschließenden Vergleich.
5. Schluss: Fasst die Ergebnisse zusammen und prognostiziert die mögliche Bedeutungslosigkeit des Begriffs „Arbeiter“ in der Zukunft.
Schlüsselwörter
Arbeiter, Politik, Sprache, politische Kommunikation, Arbeiterbewegung, SPD, Nationalsozialismus, DDR, Arbeiterklasse, Schlüsselwort, Schlagwort, Ideologie, Semantik, Begriffsgeschichte, Klassenkampf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den engen, untrennbaren Zusammenhang zwischen Sprache und Politik und wie dieser sich konkret in der Differenzierung und Verwendung des Wortes „Arbeiter“ widerspiegelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die „Sprache der Politik“, die historische und soziale Bedeutung des Arbeiterbegriffs sowie dessen ideologische Umdeutung in verschiedenen politischen Systemen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie politische Ideologien den Begriff „Arbeiter“ instrumentalisierten, um eigene Ziele zu legitimieren und ein kollektives Bewusstsein oder Feindbilder zu erzeugen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer theoretischen Einführung und historischen Analyse kommt eine Komponentenanalyse zum Einsatz, um die denotativen und konnotativen Bedeutungskomponenten in den verschiedenen Textbeispielen tabellarisch vergleichbar zu machen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Texte, darunter das SPD-Programm von 1891, eine Rede Hitlers von 1932 und eine Rede Walter Ulbrichts von 1961, um die unterschiedliche Aufladung des Arbeiterbegriffs aufzuzeigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind neben „Arbeiter“ vor allem Begriffe wie „ideologische Polysemie“, „Klassenkampf“, „Volksgemeinschaft“ und „Schlüsselwort“ im politisch-sozialen Kontext.
Warum ist die Rede von Walter Ulbricht von 1961 für die Untersuchung besonders relevant?
Die Rede verdeutlicht, wie in der DDR der Arbeiterbegriff in den Dienst des offiziellen „Arbeiter-und-Bauern-Staates“ gestellt wurde, um den Mauerbau ideologisch zu rechtfertigen und ein Wir-Gefühl gegen den westdeutschen Kapitalismus zu stärken.
Wie veränderte sich der Gebrauch des Begriffs „Arbeiter“ laut der Autorin im 20. Jahrhundert?
Die Autorin stellt fest, dass der Begriff aufgrund der modernen Arbeitswelt und der Zunahme von Dienstleistungsberufen an Präsenz verlor und zunehmend durch euphemistische Bezeichnungen wie „Arbeitnehmer“ ersetzt wurde.
- Citar trabajo
- Constanze Mey (Autor), 2003, Differenzierung des politisch-sozialen Wortschatzes seit dem 19. Jahrhundert anhand des Beispiels "Arbeiter", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16059