Nachhaltige Geldanlagen. Investments im Zeichen der Clean Technology


Diplomarbeit, 2010
118 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Auf dem Weg in das regenerative Zeitalter- die Clean Technology
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2 Grundlegendes zu Nachhaltigen Geldanlagen
2.1 Begriffserklärung
2.2 Historie
2.3 Die Auswirkungen nachhaltiger Geldanlagen

3 Gegenwärtige Marktanalyse und Akteure
3.1 Entwicklung und Marktanteile nachhaltiger Geldanlagen
3.1.1 Weltweit
3.1.2 USA
3.1.3 Europa
3.1.4 Deutschland
3.1.5 Weitere EU-Länder
3.1.6 Emerging Markets
3.2 Investoren und Zielgruppen nachhaltiger Investments
3.2.1 Private Investoren
3.2.2 Institutionelle Investoren
3.3 Anbieter nachhaltiger Geldanlagen

4 Strategien nachhaltigen Investierens
4.1 Aktiver Ansatz
4.2 Passiver Ansatz
4.2.1 Negative Selektion
4.2.2 Positive Selektion
4.2.3 Best-in-class-Ansatz

5 Nachhaltige Anlageprodukte
5.1 Direkte nachhaltige Investments
5.1.1 Nachhaltige Aktien
5.1.2 Nachhaltige Anleihen
5.1.3 Nachhaltige geschlossene Fonds
5.1.3.1 Windkraftfonds
5.1.3.2 Solar- bzw. Photovoltaikfonds
5.1.3.3 Waldfonds
5.1.4 Nachhaltige Immobilien
5.2 Indirekte nachhaltige Investments
5.2.1 Nachhaltige Bankeinlagen
5.2.2 Nachhaltige Investmentfonds
5.2.2.1 Nachhaltige Aktienfonds
5.2.2.2 Nachhaltige Rentenfonds
5.2.2.3 Nachhaltige Indexfonds
5.2.3 Nachhaltige Zertifikate
5.2.4 Nachhaltige Altersvorsorge

6. Defizite und Risiken nachhaltiger Geldanlagen
6.1 Missbrauch des Terminus Nachhaltigkeit und mangelnde Transparenz
6.2 Schwachstellen innerhalb der Nachhaltigkeitsansätze
6.3 Erhöhtes Klumpenrisiko

7. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: ‚Die Konjunkturzyklen nach Nikolai Kondratjew’

Abb. 2: ‚Begriffsabgrenzungen Nachhaltige Geldanlagen’

Abb. 3: ‚Vom Magischen Dreieck zum Magischen Viereck’

Abb. 4: ‚Volumen des nachhaltig investierten Kapitals in Regionen’

Abb. 5: ‚Entwicklung des Socially Responsible Investing in den USA 1995 - 2009’

Abb. 6: ‚Entwicklung Anzahl und Volumen nachhaltiger Publikumsfonds in Europa 1999 - 2009’

Abb. 7: ‚Verteilung des Gesamtvolumens nachhaltiger Investments in Europa (Stand 01.01.2008)’

Abb. 8: ‚Investoren nachhaltiger Geldanlagen’

Abb. 9: ‚Übersicht über Konzepte nachhaltigen Investierens’

Abb. 10: ‚Beispiel für Herkunft und Systematik von Negativkriterien ’

Abb. 11: ‚Klassifizierung nachhaltiger Anlageformen’

Abb. 12: ‚Mittelverwendung bei der Kreditvergabe der GLS Bank’

Abb. 13: ‚Vergleich der Wertentwicklung grüner Aktienfonds mit normalen Aktienfonds innerhalb der letzten 5 Jahre’

Abb. 14: ‚Verteilung der Anlagethemen sowie Verteilung der nachhaltigen Anlagezertifikate nach Zertifikatarten’

Abb. 15: ‚Europäisches Transparenzlogo für nachhaltige Publikumsfonds’

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: ‚Charakteristika privater und institutioneller Investoren‘

Tab. 2: ‚Umwelt- und Ethikbanken in Deutschland im Überblick’

Tab. 3: ‚Zehn nachhaltige Aktien im Überblick’

Tab. 4: ‚Übersicht fünf populärer nachhaltiger Aktienfonds’

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vorwort

Die Idee für die vorliegende Arbeit entstand aus meinem persönlichen Interesse und der Begeisterung für Finanz- und Kapitalmärkte. Verstärkt durch die aktuellen Fehlentwicklungen an den internationalen Finanzmärkten und durch meine Mitarbeit im studentischen Netzwerk für Wirtschaftsethik habe ich mich bereits seit einiger Zeit mit alternativen Kapitalanlageoptionen befasst. Als ich das Marktsegment der ‚Nachhaltigen Geldanlagen’ entdeckte, setzte ich mich eingehender mit dieser Thematik auseinander. Das große Potential in diesem noch jungen und unausgereiften Markt, bestärkte mich in meinem Entschluss, meine Diplomarbeit dieser besonderen Thematik zu widmen.

Mit der Erstellung dieses Manuskriptes möchte ich dazu beitragen, das Bewusstsein über den Einsatz von Kapital, insbesondere bei Geldanlagen, zu wecken und zu schärfen. Geldanlagen dienen nicht nur dem Kapitalerhalt und der -vermehrung, sondern besitzen noch eine weitere bisweilen kaum beachtete Funktion: Die Mittelverwendung. Dessen eingedenk hat jeder Mensch die Möglichkeit, sein Geld nicht nur arbeiten zu lassen, sondern konkret etwas damit zu bewirken.

Bedanken möchte ich mich bei meiner Familie für die Korrektur und der Hilfestellung bei schwierigen Fragen. Besonders gilt dieser Dank meinen Eltern Iris und Karl-Heinz, die mich während meiner bisherigen schulischen und studentischen Ausbildung immer voll unterstützt haben.

Bedanken möchte ich mich auch bei meinem Kommilitonen Andreas Wagner, der mir besonders bei der technischen Umsetzung dieser Arbeit zur Seite stand.

Darüber hinaus gilt mein besonderer Dank Herrn Prof. Dr. Franz-Josef Eichhorn. Durch diverse Vorlesungen im Grund- und Hauptstudium hat er mein Interesse für die Chancen und Möglichkeiten auf den Finanz- und Kapitalmärkten geschärft und meine Kenntnisse weiterentwickelt. Bei der Konzeption dieser Arbeit und den damit verbundenen Fragestellungen stand er mir mit hohem persönlichem Engagement zur Seite. Des Weiteren gilt mein Dank Prof. Dr. Wieland Weiss für die Zweitkorrektur dieser Arbeit.

1 Einleitung

1.1 Auf dem Weg in das regenerative Zeitalter- die Clean Technology

Die W ü sten der Erde empfangen in sechs Stunden mehr Energie von der Sonne, als die Menschheit in einem ganzen Jahr verbraucht.“[1] (Gerhard Knies, Aufsichtsratsvorsitzender DESERTEC)

Schmelzende Pole und Gletscher, steigende Meeresspiegel, zunehmende Wetterextreme mit Jahrhundertfluten und monatelangen Dürreperioden. Die Folgen des Klimawandels sind im Jahr 2010 bereits unverkennbar. Schafft es die Menschheit nicht, die oft nur nationalen Bestrebungen einiger Länder zu bündeln und möglichst rasch in global verpflichtende Abkommen umzusetzen, sehen die Prognosen für die Zukunft düster aus: Bis zum Jahr 2100 dürfte die Erdtemperatur um bis zu 4 Grad Celsius steigen, was ein vollständiges Verschwinden der Gletscher und Eismeere zur Folge hätte. Der Meeresspiegel würde um sechs Meter steigen, viele Küstenregionen auf der ganzen Welt wären dann nicht mehr bewohnbar.[2]

Mittlerweile lassen viele Regierungen ihren jahrelangen Ankündigungen endlich konkrete Taten folgen, allen voran die dt. Bundesregierung: Energie aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie soll bis 2020 deutschlandweit ungefähr die Hälfte des allgemeinen Strombedarfs decken und somit das prägende Element der künftigen Stromversorgung bilden. Prognosen zur Entwicklung der Zahl der Arbeitsplätze in diesem Bereich erwarten eine Steigerung von aktuell 300.000 auf bis zu einer halben Million.[3] Auch andere große Nationen haben den Trend im Bereich der Erneuerbaren Energien (EE) längst erkannt: Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 150 Mrd. Euro in alternative Energien in den kommenden zehn Jahren zeigt der ‚Obama-Effekt‘[4] in den USA allmählich Wirkung. Auch China holt auf und fördert nachhaltige Projekte mit aktuell ca. 40% seines rund 580 Mrd. USD schweren Konjunkturprogramms in. Länder wie Japan, Brasilien oder Südkorea- um nur einige zu nennen- befinden sich auf dem Vormarsch und fördern bereits in großem Stil umweltschonende Verfahren zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und im Bereich Wasserwirtschaft.[5] Experten der Internationalen Energieagentur taxieren das weltweite Investitionsvolumen in den nächsten 20 Jahren im Bereich der EE auf fast 5.000 Mrd. Euro.[6]

Das enorme Potential im Segment der nachhaltigen Technologien haben die großen Konzerne längst erkannt und richten ihre Geschäftsmodelle konsequent auf den Mega-Trend aus. „Hier tun sich gigantische Wachstumschancen für grüne Technologien auf“,[7] verteidigte Siemens-CEO Peter Löscher kürzlich die Milliarden-Investitionen des Konzerns in umweltfreundliche Zukunfts- technologien.

Wissenschaftler und Zukunftsforscher sehen in den Innovationen und der Entwicklung der Clean Technology die Kernelemente des nächsten Kondratjew-Zyklus. Die sog. Theorie der langen Wellen, vom russischen Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kondratjew zu Beginn des 20. Jhdt. konzipiert, beschreibt regelmäßige Konjunkturbewegungen, die sich im Abstand von 40 bis 60 Jahren durch tiefgreifende Reorganisationsprozesse und Basisinnovationen vollziehen und erneuern.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: ‚Die Konjunkturzyklen nach Nikolai Kondratjew’[9]

Der sechste Kondratjew-Zyklus, der kurz nach der Jahrtausendwende begann, steht neben dem Aufschwung der asiatischen Länder unter dem Stern der Biotechnologie, Gesundheit, Ressourcenproduktivität und wirtschaftlichen Ökologisierung.[10] Der Überbegriff Clean Technology subsumiert all jene Produkte, Herstellungsverfahren und Serviceleistungen, die keine oder nur geringe Mengen nichterneuerbarer Energien verbrauchen und gleichzeitig die verstärkte Nutzung EE bzw. den nachhaltigen Umgang mit erneuerbaren Rohstoffen fördern.[11]

Die Implementierung des Mega-Trends Nachhaltigkeit in den Finanzsektor ist bereits in vollem Gange. Seit Jahren steigen Angebot und Nachfrage von Geldanlagen, die soziale, ethische oder ökologische Kriterien berücksichtigen. Die Krise an den Finanzmärkten der vergangenen zweieinhalb Jahre, die vielerorts zu einem radikalen Umdenken und zu einer Abkehr von reiner Gewinnmaximierung geführt hat, beschleunigt den Wachstumsprozess in diesem Markt. Der Ruf nach sinnvollen alternativen Kapitalanlagen wird nicht nur bei Großinvestoren, die häufig unter massiven öffentlichen Druck stehen, sondern auch bei immer mehr Privatanlegern laut.

Kritiker prophezeien dem Boom der nachhaltigen Investments allerdings ein ebenso rasches Ende wie einst der Dotcom-Blase der Internetfirmen zu Beginn des Jahrtausends. Dass der Markt der nachhaltigen Investments eine ähnliche Entwicklung wie der der sog. New Economy hinlegt, glauben viele Experten jedoch nicht. Das benötigte Kapital in der Cleantech-Branche ist um ein Vielfaches höher, die Zeit bis zum tatsächlichen Erfolg eines Geschäftes wesentlich länger und das Marktpotential weitaus größer.[12] Und schließlich- und das sei lt. Investorenlegende John Doerr, der einst Unternehmen wie Amazon und Google finanzierte und sich nun in Unternehmen aus dem Umweltschutzbereich engagiert, das Wichtigste- gehe es bei diesem Investment nicht um Bits und Pixel, sondern „um das Überleben der Menschheit.“[13]

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Oberste Zielsetzung bei der Konzeption der vorliegenden Arbeit ist es, einem uninformierten interessierten Leser einen allgemeinen Überblick über den Teilmarkt der nachhaltigen Geldanlagen zu verschaffen. Spezielle Kenntnisse über den Finanzmarkt und über Kapitalanlagen werden dabei nicht vorausgesetzt. Bewusst hat sich der Autor dabei auf keine spezielle Anlageform konzentriert, um dem Ziel einer ganzheitlichen Abbildung möglichst nahe zu kommen. Dass dabei die eine oder andere Information an der Oberfläche bleibt und nicht jedes Anlagevehikel bis in kleinste Details analysiert werden konnte, schuldet dieser Intention. Dem Autor erschien es jedoch reizvoller, den Markt in seiner Gesamtheit darzustellen, anstelle der Fokussierung auf einzelne Aspekte wie Produkte, Ratingprozesse u.a.[14]

Die Struktur der Arbeit gliedert sich analog der Kapitelaufteilung in fünf große Themenbereiche: Nach der Einleitung geht es im zweiten Kapitel (2) um grundlegende Aspekte wie den Versuch einer Begriffsdefinition, die geschichtliche Entwicklung und die Auswirkungen von nachhaltigen Geldanlagen. Im anschließenden Abschnitt (3) wird die Entwicklung dieses Marktes und der nationale sowie globale Markt analysiert. Zudem gibt das Kapitel Aufschluss über Marktakteure- zum einen die Anbieter, zum anderen die Investoren nachhaltiger Investments. Wie man soziale, ethische oder ökologische Kriterien in eine Geldanlage implementieren kann, zeigt der nächste Abschnitt (4), der sich mit den unterschiedlichen Strategien beschäftigt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem fünften Kapitel (5), in dem es um die konkreten nachhaltigen Anlageformen geht. Zu guter letzt werden im letzten Abschnitt (6) Defizite und Nachteile der nachhaltigen Geldanlagen thematisiert. Abschließend folgen ein kurzes Fazit und ein Ausblick für die kommenden Jahre.

Um den Anspruch einer praxisorientierten Arbeit gerecht zu werden, hat sich der Autor um die Einbringung aktueller Bezüge und Produktbeispiele bemüht. Einzelne Produktabbildungen stellen dabei keinesfalls Empfehlungen seitens des Autors dar, sondern dienen lediglich der besseren Veranschaulichung. Mit aktuellen Informationen aus Fach- und Tagespresse versucht der Autor den gegenwärtigen Stand der Dinge wiederzugeben, wohlwissend, dass der Schnelllebigkeit im Finanzsektor kaum Rechnung getragen werden kann. So sind Zahlen von gestern i.d.R. heute schon wieder veraltet. Aufgrund des Mangels zeitgemäßer Literatur auf dem Gebiet der nachhaltigen Geldanlagen wurde bei der Datenerhebung zu großen Teilen auf Studien und Publikationen einzelner Institutionen sowie auf Finanzportale im Internet zurückgegriffen.

2 Grundlegendes zu Nachhaltigen Geldanlagen

Socially Responsible Investments, Grünes Geld, ethisch-ökologische Geldanlagen, Sustainability Investments, Öko-Aktien, Ethik-Fonds, Corporate Citizenship- im Zusammenhang mit der Bezeichnung ‚Nachhaltige Geldanlagen’ kursiert im deutschen sowie im angloamerikanischen Raum eine große Anzahl unterschiedlichster Begrifflichkeiten.[15] Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die verschiedenen Begriffe und Produkte:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: ‚Begriffsabgrenzungen Nachhaltige Geldanlagen’[16]

Im Folgenden wird zunächst erläutert, was der Begriff Nachhaltige Geldanlagen bedeutet und ob es überhaupt eine eindeutige Definition dafür gibt. Des Weiteren wird der geschichtliche Hintergrund und der eigentliche Sinn und Zweck von nachhaltigen Geldanlagen thematisiert und näher beleuchtet.

2.1 Begriffserklärung

Der Terminus ‚Nachhaltige Geldanlage’ setzt sich zusammen aus den Wörtern Nachhaltigkeit und Geldanlage. Nachhaltigkeit beschreibt im Allgemeinen eine Entwicklung, „die den gegenwärtigen Bedarf zu decken vermag, ohne gleichzeitig späteren Generationen die Möglichkeit zur Deckung des ihren zu verbauen.“[17] In der Forstwirtschaft schon seit über 200 Jahren bekannt („Schlage nur so viel Holz ein, wie der Wald verkraften kann!“[18]) taucht der Begriff im wirtschaftspolitischen Diskurs erstmals richtig 1987 auf, als die World Commission of Environment and Development[19] der Vereinten Nationen ein Konzept zur Nachhaltigkeit erstellte.[20] Auf dieser Basis entwickelten die Vereinten Nationen fünf Jahre später das sog. ‚Drei-Säulen-Modell’. Nachhaltige Entwicklung soll demnach auf Basis von Ökologie, Gesellschaft und Sozialem sowie Ökonomie stattfinden. Wichtig dabei ist, dass alle drei Säulen als gleichrangig erachtet werden. Ökonomische, ökologische und soziale Interessen werden also gleichermaßen berücksichtigt.[21] Allerdings können dabei schnell Zielkonflikte innerhalb der einzelnen Säulen entstehen. So kollidiert beispielsweise Ökologie mit Sozialem, wenn der Staat auf Grundlage wirtschaftlicher Vorgaben einen Haushalt erstellt, der mit sozialen Kürzungen verbunden ist. Daran zeigt sich, dass der Wunsch nach Gleichrangigkeit der einzelnen Säulen in der Praxis oftmals nur schwer durchsetzbar ist, was eine große Schwäche im Modell der drei Säulen offenbart.[22] Als weitere Meilensteine für die internationalen Bemühungen, den weit gefassten Begriff Nachhaltigkeit in konkrete, verpflichtende Rahmenvorgaben zu zwängen, können die Klimakonferenz in Kyoto 1997 und der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg 2002 betrachtet werden.[23] Während in Kyoto sich nicht alle teilnehmenden Staaten auf allgemein-verbindliche Ziele verständigen konnten, wurde in Johannesburg zumindest ein politisches Commitment zum Thema Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung[24] erkennbar, wenn auch hier die Ergebnisse vielerorts als zu unkonkret kritisiert wurden.[25]

Im Zuge wachsenden Umweltbewusstseins und der zunehmenden Sensibilisierung der Gesellschaft gegenüber ökologischen Themen ist das Wort Nachhaltigkeit in den letzten Jahren zu einem Mode-Begriff geworden. Nahezu jedes Unternehmen schmückt sich damit, nachhaltig zu wirtschaften und Wert auf eine nachhaltige Entwicklung zu legen. Um das Wort Nachhaltigkeit hat sich ein Hype gebildet, der jedoch anstelle wissenschaftlicher Fundierung mehr und mehr politische und gesellschaftliche Interessenslagen akzentuiert.[26] Hier besteht leicht die Gefahr, von dem ursprünglichen Verständnis von Nachhaltigkeit, nämlich beim wirtschaftlichen Handeln immer auch die Vision von ökologischer Tragfähigkeit und sozialer Gerechtigkeit mit einzubeziehen, abzurücken. Ein so weit gefasster Begriff wie Nachhaltigkeit hängt in seiner Ausformung und konkreten Umsetzung immer von den einzelnen Interessen und Zielvorstellungen der jeweiligen Akteure ab.[27]

Unter einer Geldanlage, präziser gesagt einer Kapitalanlage, versteht man die Investition von Geldbeträgen in ein Finanzprodukt mit dem Ziel, einen Wertzuwachs bzw. einen Ertrag zu erwirtschaften. Neben dem Ertragsziel, der Rentabilität, kennzeichnet sich eine Geldanlage auch noch durch die Ziele Sicherheit und Liquidität.[28]

Während die Rentabilität an dem finanziellen Erfolg einer Geld- und Vermögensanlage gemessen wird, richtet sich die Sicherheit nach den Risiken, denen sie unterworfen ist. Das können z.B. Zinsänderungs- und Kursrisiken, ebenso wie Geldwert- und Währungsrisiken sowie das Rückzahlungsrisiko an sich sein. Liquidität richtet sich nach der Möglichkeit, eine Anlage in Bargeld umzuwandeln, also der Verfügbarkeit des Geldes.

Mit dem ‚Magischen Dreieck der Kapitalanlage’ wurde ein entsprechendes Model geschaffen, das die wechselseitigen Interaktionen der unterschiedlichen Ziele anspricht. Ein Kapitalanleger muss sich also immer fragen: ’Wie viel Ertrag möchte ich erwirtschaften, welches Risiko will ich dabei eingehen und wie lange kann ich u.U. auf mein Geld verzichten.’[29] Zwischen den einzelnen Zielen einer Geldanlage besteht ein gewisses Spannungsverhältnis, d.h. der Anleger muss eine Art Kompromiss eingehen. So sind höhere Renditen beispielsweise zwangsläufig mit einem größeren Risiko verbunden, genauso wie eine kurzfristige Anlage i.d.R. weniger Ertrag bringt als eine langfristige.[30]

Für den Begriff ‚Nachhaltige Geldanlagen’ existiert in der Literatur keine allgemein anerkannte Standarddefinition. Trotz zahlreicher Annäherungen bleibt der Begriff vielfach eine leere Worthülse, hinter dem sich keine eindeutigen Kriterien festmachen lassen.[31] Das Spektrum der Interpretationen ist groß und reicht von Umwelt- bzw. Klimaschutz über EE bis hin zum Thema gesellschaftliche Verantwortung und dem fairen Handel.[32] Die jeweilige Auslegung hängt immer auch vom Standpunkt des Betrachters ab. Aufgrund der unterschiedlichen Ausprägungen und der Vielzahl synonym verwendeter Begriffe sah sich im Jahr 2004 eine interdisziplinär zusammengesetzte Expertengruppe veranlasst, zentrale Themen und Standards rund um das Thema nachhaltige Geldanlagen zu benennen und zu präzisieren.[33] Die Projektgruppe Ethisch-Ökologisches Rating und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie haben auf Basis des Drei-Säulen-Modells eine Art Kriterienkatalog erstellt und somit die klassische Finanzanalyse um das Thema Nachhaltigkeit erweitert.[34] Demnach erfordern nachhaltige Geldanlagen gemäß der Darmstädter[35] Definition:[36]

In ökonomischer Sicht, dass

- Gewinne auf Basis langfristiger Produktions- und Investitionsstrategien statt in kurzfristiger Gewinnmaximierung erwirtschaftet werden,
- Erträge aus Finanzanlagen in vertretbarer Relation zu den Erträgen der realen Wertschöpfung stehen,
- die Erfüllung elementarer Bedürfnisse nicht gefährdet wird,
- Gewinne nicht auf Korruption beruhen.

In ökologischer Sicht soll die Gewinnerzielung im Einklang stehen mit

- der der Steigerung der Ressourcenproduktivität,
- der Investition in erneuerbare Ressourcen,
- der Wiedergewinnung und Wiederverwendung verbrauchter Stoffe,
- der Funktionsfähigkeit globaler und lokaler Ökosysteme.

In sozialer und kultureller Sicht soll die Gewinnerzielung im Einklang stehen mit

- der Entwicklung des Humankapitals (z.B. Verantwortung für Arbeitsplätze, Aus- und Weiterbildung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie usw.),
- der Entwicklung des Sozialkapitals (z.B. Schaffung von Erwerbschancen, Ausgewogenheit zwischen den Generationen, diskriminierungsfreier Umgang mit Minderheiten, Förderung zivilgesellschaftlichen Handelns),
- der Entwicklung des Kulturkapitals (z.B. Respekt vor kultureller Vielfalt unter Wahrung persönlicher Freiheitsrechte und gesellschaftlicher Integrität, Mobilisierung der Potenziale kultureller Vielfalt).

Somit bietet die Darmstädter Definition Nachhaltiger Geldanlagen ein recht umfassendes und differenziertes Verzeichnis von Anforderungen, das eine nachhaltige Geldanlage erfüllen soll. Oberstes Ziel der Initiatoren der Projektgruppe war es, „…dem Begriff und Verständnis von Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Verwaltung mehr Klarheit und Stringenz zu verschaffen. So kann in der Öffentlichkeit und ganz besonders bei Investoren das Bewusstsein gestärkt werden, dass nachhaltige Geldanlagen ein Schlüssel für die Förderung einer zukunftsfähigen Wirtschaft sind.“[37] Die ‚Darmstädter Definition Nachhaltiger Geldanlagen’ ist der bisweilen einzige Versuch, offiziell anerkannte Maßstäbe zu etablieren, um eine nachhaltige Geldanlage als solche klar zu definieren.[38] Allerdings verursacht die genaue Zuordnung einzelner Vermögenswerte hinsichtlich der Kriterien Ökologie und Soziales/ Kulturelles oftmals Schwierigkeiten, da sich die exakte Wirkung nicht immer genau und präzise messen lässt.[39]

Eine andere Methodik, nachhaltige Geldanlagen zu definieren bzw. eine eindeutige Abgrenzung zu konventionellen Geldanlagen herzustellen, zeigt sich am Zielsystem einer Geldanlage. Das bereits erwähnte ‚Magische Dreieck der Geldanlage’ - bestehend aus den Zielen Rentabilität, Sicherheit und Liquidität- wird für den nachhaltig interessierten Investor zum ‚Magischen Viereck’.[40] Den Anleger interessiert neben den genannten drei Kriterien zusätzlich, was mit seinem Geld passiert bzw. was die Bank mit seinem Geld macht:[41] Die Mittelverwendung, der Verwendungszweck der Kapitaleinlage rücken ins Blickfeld.[42] Durch die Integration nachhaltiger Konzepte erreicht die Geldanlage eine neue vierte Ebene, wie die folgende Abbildung zeigt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: ‚Vom Magischen Dreieck zum Magischen Viereck’[43]

Somit kann der Anleger seine persönlichen Zielvorstellungen von sozialen und ökologischen Themen mit in die Anlageentscheidung integrieren. Die ökonomische Komponente, die der Begriff Nachhaltigkeit ebenfalls enthält, steckt in diesem Fall bereits in der Rentabilität.[44] Die Konflikte innerhalb der einzelnen Felder bleiben allerdings bestehen, d.h. der Anleger muss sich nach wie vor Gedanken um die Gewichtung zwischen den einzelnen Zielen machen. Gemäß seinen persönlichen Präferenzen muss er eine Entscheidung treffen und abwägen, welcher Zielsetzung er Vor- bzw. Nachrang einräumt. Denn nachhaltige Investments sind in der Regel längerfristige Anlagen, was beispielsweise mit dem Ziel kurzfristiger Liquidität kollidiert.

Anhand der Herleitung der Begriffe Nachhaltigkeit und Geldanlage wird deutlich, was nachhaltige Investments charakterisiert: Neben den Kernzielen einer Kapitalanlage- Ertrag, Sicherheit und Verfügbarkeit- fließen in größerem oder kleinerem Maße, je nach individueller Neigung des Anlegers, auch immer sozial-gesellschaftliche, unternehmens-ethische und ökologische Perspektiven in die Investmententscheidung mit ein. Es existiert keine allgemeingültige Definition, welche durch verbindliche Standards nachhaltige Investments qua definitionem als solche abgrenzt, es dreht sich jedoch alles um den zusätzlichen vierten Aspekt: Die Berücksichtigung von außerökonomischen Wertemaßstäben bei der Beurteilung einer Geldanlage.[45] Dabei reicht zumindest das theoretische Vorhandensein einer Chance auf nicht-finanziellen Erfolg (egal ob ethisch, ökologischer oder sozialer Art) schon aus. Eine nachhaltige Geldanlage kann als solche rückblickend nicht entwertet werden, sollte sich herausstellen, dass die außerökonomischen Zielsetzungen nicht erreicht wurden.[46]

Aus der Fülle unzähliger Fachausdrücke, die inhaltlich das Gleiche implizieren, hat sich der Autor für die vorliegende Arbeit für die Terminologie ‚Nachhaltige Geldanlagen’ entschieden. Diese ist die in Deutschland am meisten verwendete Begrifflichkeit und besitzt zudem die größte Objektivität. Im amerikanischen Raum spricht man in der Regel von ‚Socially Responsible Investments’, während man sich im angelsächsischen Raum meist dem Begriff ‚Ethical Investments’ bedient.[47]

2.2 Historie

Wer glaubt, nachhaltige Geldanlagen seien erst in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten entstanden, der irrt. Die Ursprünge reichen zurück bis in die griechische Antike, in der bereits der Philosoph Aristoteles die Untrennbarkeit von Wirtschaft und Ethik erkannte und gemeinsam mit der Politik die Grundlagen der praktischen Philosophie entwickelte.[48] Weitere Ansätze sozialen bzw. ethischen Handelns sind darüber hinaus zu Beginn unserer Zeitrechnung vor mehr als 2000 Jahren erkennbar:[49] „Du sollst ihm weder dein Geld noch deine Nahrung gegen Zins und Wucher geben.“[50] Im 18.Jhdt. zogen sich die Quäker[51] aus religiösen Motiven aus dem Geschäft mit dem Sklavenhandel zurück, da sie jede Betätigung in diesem Bereich für unvereinbar mit ihren Glaubensprinzipien hielten.[52] Mit dem ‚Pioneer Fund’ wurde 1928 von der Glaubensgemeinschaft der Methodisten in den USA der erste Ethikfonds aufgelegt. Ziel war der Ausschluss sämtlicher sog. ‚Sin Stocks’, also Aktien von Unternehmen, die ihr Geld mit Tabak, Alkohol oder Glücksspiel verdienten.[53] Die nächste Etappe in der Geschichte nachhaltiger Geldanlagen sind die 60er Jahre des letzten Jhdts., insbesondere die Zeit des Vietnam- Krieges. Im Zuge der an Gewicht gewinnenden ökologischen und pazifistischen Bewegungen versuchten Tausende von Kleinaktionären, Einfluss auf die Geschäftspolitik des US-Chemie-Konzerns Dow Chemical zu nehmen, da dieser Napalm für den Vietnam-Krieg produzierte. Durch Massendemonstrationen und dem Aufruf zum internationalen Boykott verlor der Konzern rasch an öffentlichem Ansehen. Viele Anleger verkauften im Zuge dessen ihre Anteile und der Aktienkurs fiel merklich.[54] Als Folge des Vietnam- Krieges wurde 1971 der ‚World Pax Fund’ aufgelegt, dessen Vermögen nur in Unternehmen investiert wurde, die nicht in der Waffen- und Rüstungsindustrie aktiv waren.[55] Ein anderes Beispiel für die Wirksamkeit von gesellschaftspolitischem Engagement, das das Interesse ethischer Investoren auf sich zog, war die Anti-Apartheid-Bewegung in Südafrika in den späten 1970ern. Mit Hilfe der sog. ‚Shareholder-Advocacy’[56] kauften vor allem US- Banken Aktien von Unternehmen, die geschäftliche Beziehungen zum südafrikanischen Regime unterhielten. Durch Ausübung der erworbenen Aktienstimmrechte auf den Hauptversammlungen konnte man medienwirksam öffentlichen Protest gegen das Apartheid-Regime erheben.[57] Durch den damit verbundenen dramatischen Abfluss von Geldern aus Südafrika und die marode wirtschaftliche Situation hat diese Form von Aktivismus in großem Ausmaß zum Ende der Apartheid beigetragen und 1994 konnten erstmals demokratische Wahlen in Südafrika stattfinden.[58] Seit diesen gemeinsamen gesellschaftspolitischen Unterfangen sind Prinzipien ethischen Investierens in den USA nicht mehr wegzudenken. 1982 wurde das American Social Investment Forum gegründet, eine Art professionelle Beratungs- und Informationsstelle für jeden nachhaltig interessierten Investor.[59] Auch in Europa fand seit den1970ern ein allmählicher Prozess des Umdenkens statt, der vom gesteigerten ökologischen Bewusstsein der Gesellschaft getragen wurde.[60] Die breite Öffentlichkeit zeigte zunehmend Interesse an ethischen und ökologischen Fragestellungen bei der Geldanlage. 1974 wurde die erste ethisch-ökologische Bank Europas gegründet- die GLS Gemeinschaftsbank eG in Bochum.[61] Der richtige Durchbruch und der damit verbundene Einzug in die Produktpaletten der Kreditinstitute gelangen den nachhaltigen Geldanlagen jedoch erst in den letzten 20 Jahren. Waren es anfangs noch die traditionellen Sparformen, die überwiegend von den grünen Geldhäusern (siehe dazu später Kap.3.3 Anbieter nachhaltiger Geldanlagen) angeboten wurden, etablierten sich nun immer mehr ethisch und ökologisch orientierte Fonds auf dem Markt, zuerst in Großbritannien, kurze Zeit später dann auch in Deutschland.[62] Weitere Meilensteine in der Geschichte nachhaltiger Investments war die Gründung namhafter Indices wie 1997 der Naturaktienindex (NAI) und 1999 der Dow Jones Sustainability Index (DJSI).[63] In jeder Produktsparte- ob Lebensversicherung, Fondssparplan oder Zertifikat- konnte der nachhaltig orientierte Investor nun fündig werden. Einen regelrechten Boom, der sich besonders deutlich in der Gewinnung von Marktanteilen niederschlägt (siehe dazu Kapitel 3.1 Entwicklung und Marktanteile) erlebten die Geldanlagen in den letzten fünf Jahren. Steigende Energiepreise, zunehmende Umweltkatastrophen und nicht zuletzt die immer noch andauernde Finanz- und Wirtschaftskrise haben zu einem folgenreichen Umdenken sowohl bei institutionellen als auch bei privaten Anlegern gesorgt. Diesem Trend sind nahezu alle Anbieter gefolgt und haben nachhaltige Investoren als eigene, ertragreiche Zielkundengruppe erkannt.

Die eigentliche Motivation nachhaltigen Investierens hat sich im Laufe der Zeit verändert und weiterentwickelt. Waren nachhaltige Geldanlagen zu Beginn des letzten Jahrhunderts noch eine Domäne religiös geprägter Glaubensgruppen, haben sie in den letzten Jahrzehnten eine erstaunliche Entwicklung hingelegt und sind vom Nischenprodukt zur ernst zu nehmenden Anlagealternative gereift. Unterstützt durch ökologische Strömungen und politischen Aktivismus begann der Aufwärtstrend in den 1960er in den USA und schwappte wenig später zuerst nach Großbritannien und dann auch nach Deutschland über. EE, globale Erderwärmung, der Handel mit Emissionszertifikaten, Mikro- finanzierungen usw. sind alles Themen, die auch künftig dafür sorgen werden, dass Nachhaltigkeit weiter im Fokus des öffentlichen und politischen Interesses stehen wird.[64] Demzufolge wird auch der Markt der nachhaltigen Investments weiter kontinuierlich anwachsen und neue Nachfrager finden.

2.3 Die Auswirkungen nachhaltiger Geldanlagen

„Geldanlagen sind nie neutral, sie fördern oder behindern in der einen oder anderen Weise immer die aktuelle und zukünftige Entwicklung der Welt und der Gesellschaften.“[65]

Kann ein ethisch bzw. sozial orientierter Anleger mit seinem Investment wirklich nachhaltig für Veränderung sorgen oder bleibt sein Investment in Anbetracht der Billionen von Euro, die auf den Finanzmärkten gehandelt werden, nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein? Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit den Auswirkungen einer nachhaltigen Geldanlage auf soziale und ökologische Bereiche sowie den damit verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten eines Anlegers.

Der bereits in den beiden vorherigen Abschnitten angedeutete Paradigmenwechsel im Hinblick auf Kapitalanlagen wird von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus durch den Begriff ‚Karma- Kapitalismus’ auf den Punkt gebracht. Nicht mehr der eigene wirtschaftliche Vorteil auf Kosten anderer steht im Vordergrund, sondern ein für alle vorteilhaftes Konzept. Der Wert, den man erhält, ist hier die entscheidende Größe und nicht mehr der Preis, den man zahlt.[66] Bezogen auf eine Kapitalanlage bedeutet das für den Anleger, sich darüber bewusst zu werden, was er durch sein Investment letztendlich bewirken und welche einzelnen Maßnahmen er fördern will.

So unterschiedlich die Möglichkeiten für einen Anleger für ein nachhaltiges Investment sind, so differierend sind die jeweiligen Folgen und Einflussfaktoren, abhängig vom jeweiligen Produkt: Den größten und wichtigsten Effekt erzielt ein Anleger bei direkten Beteiligungen, also beim Kauf einer Aktie, einer Anleihe oder häufig auch einer Beteiligung in Form von finanziellem Engagement.[67] Hierbei werden Unternehmen oder Projekte durch finanzielle Mittel unterstützt, die ansonsten außerhalb ihres finanzpolitischen Handlungsraums gelegen hätten. Mittlerweile fest etablierte Firmen wie die Solarworld AG oder die Energiekontor AG konnten ihre kapitalintensiven Projekte der regenerativen Energieerzeugung nur durch die Emission von Aktien bzw. Kapitalerhöhungen sicherstellen.[68] Oft spielen nachhaltige Investoren durch derartige direkte finanzielle Engagements die entscheidende Rolle, wenn grüne oder soziale Projekte ins Stocken geraten. Zudem ist der Finanzierungseffekt bei direkten Anlagen relativ hoch, da die investierten Beträge nach Abzug von Vertriebs- und Provisionskosten direkt beim Empfänger landen. Allerdings fließt das Geld nur bei neu emittierten Aktien dem Unternehmen zu. Befindet sich eine Aktie bereits im freien Handel, trägt der Käufer auf diese Weise zwar zur Handelbarkeit der Aktie bei, die direkte Finanzierungswirkung jedoch bleibt aus.[69] Weitere Einflussnahme auf die Geschäftspolitik eines Unternehmens durch den Erwerb von Aktien oder auch geschlossenen Fonds besteht in der Ausübung des Stimmrechts auf den jährlich stattfindenden Versammlungen.[70]

Entscheidet sich ein Anleger für ein konservatives Investment wie beispielsweise eine Sparanlage, so kann er- zumindest bei einigen Spezialanbietern- selbständig entscheiden, welche Projekte er durch seine Sparanlagen fördern möchte.[71] Nach Abzug der Pflichteinlage bei der EZB und der gesetzlich vorgeschriebenen Liquiditätsreserve gelangen so immerhin noch rund 2/3 der getätigten Einlage als Kredit zum finanzierenden Projekt.[72] Wesentlich geringer sind die Einflussnahmemöglichkeiten bei den Publikumsfonds[73]. Zwar verzeichnet diese Produktklasse die größten Mittelzuflüsse bei nachhaltigen Investments, jedoch sind die Chancen für den Anleger zur Mitgestaltung sehr beschränkt.[74] Die Auswahl der in den Fonds aufgenommenen Unternehmen wird vom Fonds-Management vorgenommen, Mitsprache- bzw. Stimmrechte hat der Investor bei dieser Form folglich keine. Lediglich durch die Auswahl des Fonds kann der Anleger in Hinblick auf spezielle Themen Schwerpunkte setzen.

Nicht zu unterschätzen sind auch die Auswirkungen durch die Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit. Je mehr mediale Aufmerksamkeit der Sache gewidmet wird, desto sensibler werden Unternehmen für ökologische und ethische Fragestellungen.[75] Genauso können private und vor allem institutionelle Anleger Druck über den Markt ausüben, indem sie verstärkt in nachhaltige Geldanlagen investieren. Die Nachfrage nach ökologisch-ethischen Produkten beeinflusst die Geschäftspolitik vieler Unternehmen und kann zu einem Umdenken beitragen.[76]

Die konkreten Auswirkungen nachhaltiger Geldanlagen auf die Natur lassen sich nur schwer bestimmen und sind mit den vorhandenen Instrumenten kaum messbar.[77] Natürlich trägt jeder einzeln investierte Euro in ein Windkraftpark oder in ein Unternehmen, das beispielsweise Photovoltaik-Anlagen produziert, zur einer Verbesserung der ökologischen Gesamtsituation bei, allerdings kann man die unmittelbare Wirkung einer Investition kaum kalkulieren. Nachhaltige Geldanlagen sind häufig langfristige Geldanlagen und der erzielte Effekt reicht noch weit über die getätigte Anlagedauer hinaus, was eine Berechnung erschwert. Es finden sich daher auch kaum verlässliche und solide Prognosen, was diese Thematik anbelangt.

Trotz der schlechten Messbarkeit einzelner Kapitalinvestitionen bleibt für den nachhaltigen Investor die Gewissheit, aktiven Einfluss nehmen und zu einer positiven ökologischen und sozialen Entwicklung beitragen zu können. In Abhängigkeit von seiner individuellen Gesinnung kann er dabei durch die Wahl unterschiedlicher Produkte seine persönlichen Wünsche und Vorstellungen umsetzen.

3 Gegenwärtige Marktanalyse und Akteure

Das bereits in Kapitel 2.2 erwähnte dynamische Wachstum nachhaltiger Geldanlagen wird im folgenden Kapitel näher untersucht und die rasante Entwicklung nachhaltiger Geldanlagen in verschiedenen Regionen mit Zahlen unterlegt. Darüber hinaus wird ein Überblick über die am Markt auftretenden Akteure gegeben. Untersuchungsgegenstand sind hier auf der einen Seite die Anbieter, also Kreditinstitute und Finanzdienstleister, sowie auf der anderen Seite die Investoren, die Nachfrager für nachhaltige Geldanlagen.

3.1 Entwicklung und Marktanteile nachhaltiger Geldanlagen

Aufgrund des enormen Wachstums nachhaltiger Geldanlagen und des damit verbundenen Interesses existieren mittlerweile zahlreiche Erhebungen über den Markt nachhaltiger Investments.[78] Trotz des vielfältigen Angebots bleibt die Schwierigkeit, aktuelle und verlässliche Zahlen zu finden.[79] Die kursierenden Zahlen weisen teilweise erhebliche Differenzen auf, die meist auf den unterschiedlichen Umfang der einbezogenen Produktkategorien sowie die unklare Zuordnung der Investitionsvolumen einzelner Länder zurückzuführen sind.[80] Dennoch lassen sich klare Tendenzen und Aufteilungen hinsichtlich der einzelnen Märkte und Marktkategorien ableiten, wie die folgenden Ausführungen und Abbildungen zeigen werden.

3.1.1 Weltweit

Da die verschiedenen internationalen Dachverbände nachhaltiger Geldanlagen unabhängig voneinander agieren und bisweilen noch keine gemeinsame Koordination stattfand, beziehen sich die folgenden Zahlen auf unterschiedliche Zeitpunkte und Grundgesamtheiten.[81]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: ‚Volumen des nachhaltig investierten Kapitals in Regionen’[82]

Schätzungen zufolge sind demnach global ca. 5.000 Milliarden Euro (oder 7%) des Gesamtvolumens an Kapitalanlagen unter Berücksichtigung von sozialen und/ oder ökologischen Gesichtspunkten investiert. Allerdings unterscheiden sich die Marktanteile in den einzelnen Ländern teilweise signifikant.

3.1.2 USA

„Nearly one out of every nine dollars under professional management in the United States today (…) is involved in socially responsible investing.“[83] Die Vereinigten Staaten von Amerika nehmen seit dem frühen Bestehen die Vorreiterrolle bei nachhaltigen Investments ein. Diese Entwicklung wird deutlich, wenn man sich die Zuwächse des gesamten investierten Kapitals in Socially Responsible Investments in den letzten 15 Jahren vor Augen führt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: ‚Entwicklung des Socially Responsible Investing in den USA 1995 - 2009’[84]

Die kurzzeitigen Rückgänge von 2001 auf 2003 und von 2007 auf 2009 sind auf die jeweiligen Krisen an den Börsen zurückzuführen. Von Bedeutung bei der Analyse der Entwicklung ist die Tatsache, dass in den USA teilweise andere Methoden bei der Berechnung des gesamten nachhaltig investierten Kapitals zugrunde liegen. Demnach zählen drei Bereiche zum Spektrum nachhaltigen Investierens:[85]

Zum einen die konventionelle Anlageform (‚Social Screening’) mittels Positiv- bzw. Negativ-Selektion (siehe dazu auch Kapitel 4.2.1 und 4.2.2 Aktiver und passiver Ansatz) wie z.B. Fonds, die sowohl institutionelle wie auch private Anleger nutzen. Diese Klasse macht mit knapp 2 Billionen Dollar ca. 73,5% des gesamten Kapitals aus, wobei der Großteil auf institutionelle Investoren und auf sog. ‚high-net-worth individual clients’, also sehr vermögende Privatkunden und Familien, zurückzuführen ist.

Die zweite Kategorie, die unter den Begriff Socially Responsible Investment fällt, ist die des ‚Shareholder Advocacy’, das aktive Aktionärstum, das bereits im Kapitel 2.2 erwähnt wurde. Die Anteilseigner amerikanischer Firmen versuchen durch aktive Wahrnehmung ihres Mitspracherechtes Ausdruck Einfluss auf die Geschäftspolitik des Unternehmens zu nehmen und das Management zu verantwortlicher und ökologischer Unternehmensführung zu bringen. Die numerischen Auswirkungen sind nicht exakt zu beziffern, machen laut Studie aber ca. 26% des Gesamtanteils aus.

Die dritte Klasse, die im europäischen Raum bislang kaum in Erscheinung getreten ist, nennt sich ‚Community Investing’. Hierbei werden einzelne Kommunen von interessierten Investoren finanziell unterstützt und dabei von professionellen Finanzinstituten überwacht. Mit dem zur Verfügung gestellten Geld können einzelne Projekte gefördert werden, für die normalerweise kein Geld vorhanden wäre. Ähnlich dem System von Mikrokrediten wird somit der Start von kleinen Geschäftsideen oder lokalen wirtschaftlichen Organisationen ermöglicht und der Kredit über deren erwirtschaftete Erträge zurückgeführt. Diese Form des nachhaltigen Investierens macht lediglich knapp 1% des Gesamtanteils aus, ist jedoch der Bereich mit den größten Zuwachsraten im Segment der Socially Responsible Investments (SRI). Waren 2005 gerade einmal 4 Milliarden USD in Communities investiert, stiegen diese bis Ende 2007 schon auf 25,8 Mrd. USD.[86]

Trotz des kürzlich ökonomischen Abschwungs nachhaltiger Geldanlagen in den USA ebenso wie in anderen Teilen der Erde, hervorgerufen durch die Finanzmarktkrise, bleiben nachhaltige Finanzprodukte mit ca. 10% weiterhin ein fester Bestandteil des gesamten Anlagemarktes in den Vereinigten Staaten. Der positive Trend der letzten Jahre wird Prognosen zufolge auch künftig anhalten, unterstützt durch einen gesteigertes öffentliches und mediales Interesse an Umweltfragen und einem jetzt schon boomenden Markt für EE.

3.1.3 Europa

Während sich nachhaltige Investments in den USA bereits großer Popularität erfreuen und auf kontinuierliche Wachstumsraten zurückblicken können, stellt sich die Lage in Europa differenzierter dar. Obwohl der Euro-Raum gerne als einheitlicher und nach dem US-Markt als zweitgrößter Finanzraum weltweit betrachtet wird, ergeben sich innerhalb der einzelnen Länder große Divergenzen, was Marktanteile und Wachstumsraten betrifft. Werfen wir zunächst einen Blick auf die Entwicklung der nachhaltigen Publikumsfonds[87] in Gesamteuropa:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: ‚Entwicklung Anzahl und Volumen nachhaltiger Publikumsfonds in Europa 1999 - 2009’[88]

Wie die Abbildung deutlich macht, weist auch Europa konstante Wachstumsraten auf, die ähnlich wie in den USA nur durch die Börsencrashs von 2003 und 2008 kurzzeitige Rückschläge erleiden mussten. Mit 683 zugelassenen Fonds und einem Volumen von über 53 Mrd. Euro wurden am 30.06.2009 wieder neue historische Höchststände erreicht.[89] Die obige Abbildung spiegelt jedoch nur die Nachfrage der privaten Investoren, der sog. Retail SRI Investors, wider. Diese sind EU-weit jedoch nur für knapp 6% der gesamten SRI-Gelder verantwortlich, den Hauptanteil machen nach wie vor die institutionellen Anleger aus (94%).[90] Bezieht man neben den privaten auch noch die institutionellen Investoren mit ein, so ergibt sich zum 01.01.2008[91] ein Gesamtvolumen der in nachhaltigen Anlagen investierten Gelder von 2.665 Mrd. Euro. Diese Summe entspricht einem Marktanteil von 17,6%. Mehr als jeder sechste Euro bezogen auf das Gesamtanlagekapital in der EU ist also in nachhaltigen Geldern investiert.[92] Die Entwicklung der gesamten (privat und institutionell) auf Nachhaltigkeitsziele ausgerichteten Gelder verlief in etwa parallel zu der der Publikumsfonds. Von diesen 17,6% waren knapp über 3% im engeren Sinne nachhaltig investiert, was die Anwendung strenger Ansätze wie z.B. Best-in-class-Ratings (siehe dazu Kap. 4.2.3 Best-in-class-Ansatz) zur Bedingung macht.[93] Die übrigen etwa 14% arbeiteten mit einfacheren Ansätzen wie Ausschlusskriterien und berücksichtigten Nachhaltigkeit im erweiterten Kontext.

Von den 2.665 Mrd. Euro waren ca. 50% in der Anlageklasse ‚Equity’ investiert, also Beteiligungen, aber auch Aktien. Knapp 40% fiel unter die Kategorie ‚Bonds’,- festverzinsliche Wertpapiere, sowohl von Staaten wie auch von einzelnen Unternehmen emittiert. Die restlichen 10% sind ‚Other Assets’ zuzuordnen, wie z.B. Immobilien aber auch Lebensversicherungen oder alternativen Produkten wie Mikrofinanzierungen usw.[94]

3.1.4 Deutschland

Betrachtet man nun konkret einzelne Regionen, stellt man im Kontext zum europäischen Raum erstaunliche Unterschiede fest. Obwohl Deutschland weltweit eine der Vorreiterrollen im Bereich Umwelt- und Klimaschutztechnologien einnimmt, belief sich das Volumen der nachhaltig angelegten Gelder zur Jahresende 2009 auf lediglich 30,08 Mrd. Euro (zu Jahresmitte 2009 betrug das Volumen 22,5 Mrd. Euro, Ende 2008 18,26 Mrd. Euro und Ende 2007 28,2 Mrd. Euro). Dies entspricht nur knapp 1% des Gesamtanlagekapitals.[95]

[...]


[1] Sander/Fath/Leiner (2010), S.87.

[2] Vgl. Sander/Fath/Leiner (2010), S.416.

[3] Vgl. BMU (2010) und Sander/Fath/Leiner (2010), S.8.

[4] Mit dem sog. ‚Obama-Effekt‘ verbinden viele Amerikaner die Wunschvorstellung eines Um- denkens in der amerikanischen Politik durch die Wahl des Präsidenten Barack Obama, besonders auf den Gebieten des Umweltschutzes, der Außenpolitik und der Sozialpolitik.

[5] Vgl. Sander/Fath/Leiner (2010), S.408-409.

[6] Vgl. BMU (2010).

[7] Sander/Fath/Leiner (2010), S.85.

[8] Vgl. Hopfenbeck (2002), S.105-106.

[9] Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Sander/Fath/Leiner (2010), S.242.

[10] Vgl. SPN (2009).

[11] Vgl. Sander/Fath/Leiner (2010), S.423 und Upgang (2009), S.62.

[12] Vgl. Upgang (2009), S.64.

[13] Upgang (2009), S.63.

[14] Trotz des Bestrebens des Autors, einen vollständigen Querschnitt des Marktsegments nach- haltiger Geldanlagen abzubilden, musste aus Platzgründen auf wenige Themen wie bei- spielsweise Mikrofinanzierungen verzichtet werden. Im Kap. 5.1.3 Nachhaltige unternehme- rische Beteiligungen/ Geschlossene Fonds beschränkt sich die Lektüre auf die Bereiche Windkraft, Sonnenenergie und Biomasse/Holz. Eine Einbeziehung weiterer EE wie z.B. Was- ser oder Geothermie war aus Platzgründen ebenfalls nicht möglich. Für nähere Informationen zu anderen Gebieten der EE empfiehlt der Autor die Lektüre von Sander/Fath/Leiner (2010).

[15] Vgl. Werner (2009), S.6.

[16] Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Werner (2009), S.21.

[17] Gabriel (2007), S.24.

[18] Schuler (2006), S.21.

[19] Die damalige Kommission stand unter Vorsitz der norwegischen Politikerin Gro Harlem Brundtland, weswegen die Vereinigung im Folgenden nur noch als ‚Brundtland Kommission’ bzw. das Konzept als ‚Brundtland-Bericht‘ bezeichnet wurde.

[20] Vgl. Upgang (2009), S.60.

[21] Vgl. Upgang (2009), S.61.

[22] Vgl. Gabriel (2007), S.33-34.

[23] Vgl. Pinner (2008), S.19-20.

[24] Die beide Begriffe ‚Nachhaltigkeit’ und ‚nachhaltige Entwicklung’ werden in der Literatur meist synonym verwendet.

[25] Vgl. Gabriel (2007), S.27-28.

[26] Vgl. Delbeck (2008), S.9.

[27] Vgl. Gabriel (2007), S.28.

[28] Vgl. Grill/Perczynski (2003), S.162-164.

[29] Vgl. Deml et al. (1996), S.13-18.

[30] Vgl. Pinner (2003), S.28.

[31] Vgl. Hartwieg (2009), S.B9.

[32] Vgl. Kremer (2010), S.112 und Financial Times Deutschland (2009a).

[33] Vgl. Gabriel (2007), S.84.

[34] Vgl. Faust/Scholz (2008), S.137 und Delbeck (2008), S.11.

[35] Der Name ‚Darmstädter Definition’ leitet sich vom Tagungsort der Konferenz, Darmstadt, ab.

[36] Vgl. Hoffmann/Scherhorn/Busch (2004), S.6-7.

[37] Hoffmann/Scherhorn/Busch (2004), S.2

[38] Das European Social Investments Forum (EUROSIF) hat für den Bereich der Nachhaltigkeits- und Publikumsfonds Transparenzrichtlinien erlassen, deren sich Unternehmen freiwillig unterziehen können und dann ein Gütesiegel bekommen. Mehr dazu im Kap. 6.2.

[39] Vgl. Faust/Scholz (2008), S.139.

[40] Vgl. Pinner (2008), S.57 und DAS INVESTMENT (2009)

[41] Vgl. Deml et al. (1996), S.18-21.

[42] Pinner (2003) und Upgang (2009) bezeichnen die vierte Dimension nicht als Mittelverwen- dung, sondern als ethische bzw. nachhaltige Verantwortbarkeit.

[43] Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Pinner (2008), S.58 und Finette (2007), S.23-25.

[44] Vgl. Pinner (2003), S.28.

[45] Vgl. Faust/Scholz (2008), S.141 und Werner (2009), S.31.

[46] Vgl. Werner (2009), S.31.

[47] Bezeichnungen wie ökologische Investments oder auch ethische Geldanlagen implizieren schon allein durch ihren Namen immer einen speziellen Schwerpunkt, während der Begriff nachhaltig das ganze Spektrum von ökologisch, gesellschaftlich-verantwortlich bis unterneh- mens-ethisch und sozial mit einschließt.

[48] Vgl. Werner (2009), S.27.

[49] Vgl. Osthoff (2008), S.10.

[50] Aus der heiligen Schrift (1981), S.166 nach Levitikus 25, 36-37.

[51] Bei den ‚Quäkern’ handelt es sich um eine im 17. Jhdt. in England gegründete evangelisch- puritanische Glaubensgemeinschaft, vgl. Wahrig (2006), S.1184-1185.

[52] Vgl. Broadhurst/Watson/Marshall (2003), S.XII.

[53] Vgl. Rotthaus (2009), S.40 und Schneider (2006), S.120-121.

[54] Vgl. Weber (2001), S.12 und Werner (2009), S.28.

[55] Vgl. Rotthaus (2009), S.41.

[56] Das Instrumentarium des Protest-Engagements hat sich gehalten und findet unter der Be- zeichnung ‚Kritische Aktionäre’ bis heute in den USA und Europa Anwendung.

[57] Vgl. Gabriel (2007), S.91-92.

[58] Vgl. Osthoff (2008), S.14-15.

[59] Es dauerte knapp zehn Jahre, bis das europäische Pendant gegründet wurde: das UK Social Investment Forum 1991, vgl. Broadhurst/Watson/Marshall (2003), S.XIII.

[60] Vgl. Gabriel (2007), S.92.

[61] Vgl. Rotthaus (2009), S.41.

[62] Vgl. Schneider (2006), S.120, Pinner (2008), S.69 und Gabriel (2007), S.92.

[63] Vgl. Rotthaus (2009), S.41-42 und Schneider (2006), S.120.

[64] Vgl. Osthoff (2008), S.18.

[65] Von Guttenberg (2007), S.154.

[66] Vgl. Klepper (2009), S.24.

[67] Vgl. Rotthaus (2009), S.22.

[68] Vgl. Rotthaus (2009), S.22-23.

[69] Vgl. Rotthaus (2009), S.24.

[70] Vgl. Upgang (2009), S.68.

[71] So bietet beispielsweise die GLS Bank dem Anleger die Wahl, das in Tagesgeld oder Spar- konten angelegte Geld in Projekte zur Förderung von beispielsweise Bio-Läden bzw. Bio- Bauernhöfen sowie Wasserkraftwerke oder Solarenergie zu investieren, vgl. dazu Bankspie- gel (2009), S.23.

[72] Vgl. Rotthaus (2009), S.23.

[73] Publikumsfonds sind Investmentfonds, die grundsätzlich jedem Anleger offen stehen; das Gegenteil dazu sind Spezialfonds, die nur von institutionellen Anlegern erworben werden dürfen, vgl. dazu Grill/Perczynski (2003), S.250.

[74] Vgl. Upgang (2009), S.68.

[75] Vgl. Rotthaus (2009), S.24.

[76] Vgl. DAS INVESTMENT (2009).

[77] Vgl. Weber (2001), S.34.

[78] Vgl. Faust/Scholz (2008), S.153.

[79] Die meisten Zahlen basieren auf den Studien zweier großer Institutionen: dem Forum EUROSIF und der Ratingagentur oekom research AG; während die Zahlen von oekom gerade aktuell erschienen sind (Stand 2010), beruhen die Fakten aus der EUROSIF-Studie auf dem 01.01.2008, da diese Zahlen nur im zwei-jährigen Turnus erneuert werden (nächste Veröffentlichung: Herbst 2010); für die vorliegende Arbeit bedeutet dies, dass ein- zelne Angaben auf dem Stand 2007 bzw. 2008 basieren, in den jeweiligen Fällen wird dies aber immer mit angegeben.

[80] Vgl. Faust/Scholz (2008), S.153.

[81] Vgl. oekom research AG (2010), S.12.

[82] Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an oekom research AG (2010), S.12.

[83] Social Investment Forum (2007), S.ii.

[84] Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Social Investment Forum (2007), S.iii und oekom research AG (2010), S.12. Die Zahlen 1995-2007 entstammen dem SIF-Report von 2007, die Zahl aus 2009 der Studie von oekom research. Die von oekom in Euro angegebene Zahl wurde mit einem in 2009 mittleren Euro-/Dollar-Kurs von ca. 1,40 in Dollar umgerechnet, um die Abbildung zu vereinheitlichen.

[85] Vgl. Social Investment Forum (2007), S.ii-iv.

[86] Vgl. Social Investment Forum (2007), S.iv.

[87] Publikumsfonds sind die Asset-Klasse mit den größten Investitionsvolumen bei nachhaltigen Geldanlagen, daher eignet sich dieses Produktkategorie als Barometer für die allgemeine Entwicklung.

[88] Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an oekom research AG (2010), S.10.

[89] Vgl. oekom research AG (2010), S.10.

[90] Vgl. Böttcher/Röder/Klasen (2009), S.899.

[91] Die aktuellen Zahlen zum 01.01.2010 durch die neueste EUROSIF-Studie werden wie bereits erwähnt erst zum Herbst 2010 erwartet.

[92] Vgl. oekom research AG (2010), S.10.

[93] Vgl. Hartwieg (2009), S.B9.

[94] Vgl. EUROSIF (2008), S.15-16.

[95] Vgl. Heumann (2010), S.33 und oekom research AG (2010), S.8.

Ende der Leseprobe aus 118 Seiten

Details

Titel
Nachhaltige Geldanlagen. Investments im Zeichen der Clean Technology
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
118
Katalognummer
V160595
ISBN (eBook)
9783640742462
ISBN (Buch)
9783640742790
Dateigröße
991 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Oberste Zielsetzung bei der Konzeption der (...) Arbeit ist es, einem uninformierten interessierten Leser einen allgemeinen Überblick über den Teilmarkt der nachhaltigen Geldanlagen zu verschaffen. Bewusst hat sich der Autor dabei auf keine spezielle Anlageform konzentriert, um dem Ziel einer ganzheitlichen Abbildung möglichst nahe zu kommen. (...) Dem Autor erschien es reizvoller, den Markt in seiner Gesamtheit darzustellen, anstelle der Fokussierung auf einzelne Aspekte wie Produkte, Ratingprozesse.
Schlagworte
Geldanlagen, Investment, Grüne Geldanlage, Clean Technology, Sustainable Investment, Socially Responsible Investment, nachhaltige Geldanlagen;, Nachhaltigkeit;, ökologische Investments, ökologische Geldanlagen, Umweltaktien, Umweltfonds, Green Investments
Arbeit zitieren
Mario Rothenbücher (Autor), 2010, Nachhaltige Geldanlagen. Investments im Zeichen der Clean Technology, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160595

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Nachhaltige Geldanlagen. Investments im Zeichen der Clean Technology


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden