Die hier vorliegende Arbeit hat das Ziel zu beweisen, dass in der gelenkten Demokratie der Russländischen Förderation in den Präsidialamtszeiten Putins und Medwedjews die russischen Medien einerseits gelenkt wurden/werden und andererseits der Lenkung dien/t/en. Dazu werden im ersten Kapitel zunächst die grundlegenden Arbeitsbegriffe erklärt, nachfolgend im zweiten Kapitel Lenkung und Gelenkt-werden der Medien unter Putin (und Medwedjew) an ausgewählten Beispielen beschrieben und analysiert. Zur Erarbeitung dieser Ausführungen sind L. Trautmanns „Die Medien im russischen Transformationsprozess – Akteur oder Instrument staatlicher Politik? Funktions- und Strukturwandel der russischen Medien 1991-2001.“, M. Mommsens und A. Nußbergers Werk „Das System Putin. Gelenkte Demokratie und politische Justiz in Russland“, verschiedene Russlandanalysen der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen und der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde sowie Veröffentlichungen der deutschen Printmedien (auch im Internet) und der Gesellschaft für Menschenrechte von besonderer Bedeutung. Im dritten Kapitel sollen ein Fazit gezogen und ein Ausblick gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Arbeitsbegriffe „gelenkte Demokratie“ und „gelenkte Medien“ in der Russischen Förderation/ Russland
2.1. Gelenkte Demokratie
2.2 Gelenkte Medien
3. Lenkung und Gelenkt-werden der Medien im Russland unser Zeit
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen staatlicher Lenkung und der Rolle der Massenmedien in der Russischen Föderation während der Amtszeiten von Wladimir Putin und Dmitri Medwedew. Dabei wird analysiert, inwieweit russische Medien sowohl Ziel der staatlichen Einflussnahme waren als auch aktiv dazu dienten, das politische System der "gelenkten Demokratie" zu festigen und zu legitimieren.
- Analyse des Begriffs „gelenkte Demokratie“ im russischen Kontext
- Untersuchung der staatlichen Einflussnahme auf Fernsehsender und Printmedien
- Die Rolle des Internets und von Blogs als alternative Informationsräume
- Mediale Inszenierung von Politik und Wahlkampfbeeinflussung
- Gefährdung der Pressefreiheit und Situation russischer Journalisten
Auszug aus dem Buch
3. Lenkung und Gelenkt-werden der Medien im Russland unser Zeit
„Die Kraft des Staates liegt in seinen intakten Institutionen. Die Stärke der Gesellschaft dagegen in der Selbstständigkeit der gesellschaftlichen Institutionen, zu denen auch die Medien gehören. Die Medien sollten zum Gleichgewicht zwischen Staat und Gesellschaft beitragen, […]. Zu einer konsolidierten Zivilgesellschaft, die staatliches Handeln demokratisch zurückbindet, gehören normativ betrachtet, informierte und partizipationsbereite Bürger. Unabhängige Medien, die eine demokratische Meinungs und Willensbildung ermöglichen, sind somit ein wichtiger Bestandteil der Zivilgesellschaft, die staatliche Entwicklungen beeinflussen und kontrollieren will“18.
Wie sieht es nun mit Unabhängigkeit vs. Abhängigkeit sowie Lenkung vs. Gelenkt-werden der Medien im Russland unter Putin (und Medwedjew) aus? Dies sollen die nachfolgenden Beispiele und Überlegungen zeigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Medienlenkung unter Putin und Medwedew anhand theoretischer Begriffe und praktischer Beispiele aufzuzeigen.
2. Die Arbeitsbegriffe „gelenkte Demokratie“ und „gelenkte Medien“ in der Russischen Förderation/ Russland: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen und Konzepte, wie "gelenkte Demokratie" und "gelenkte Medien", um den politischen Transformationsprozess in Russland wissenschaftlich einzuordnen.
3. Lenkung und Gelenkt-werden der Medien im Russland unser Zeit: Der Hauptteil analysiert konkret die staatliche Kontrolle über verschiedene Medienbereiche (TV, Print, Internet) und deren Auswirkungen auf die Meinungsbildung und den politischen Wettbewerb.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die enge Verflechtung von Medien, Politik und Wirtschaft, die eine Transformation der Medien zu einer unabhängigen "vierten Gewalt" unter der derzeitigen Machtkonstellation unwahrscheinlich macht.
Schlüsselwörter
Russland, Gelenkte Demokratie, Medien, Pressefreiheit, Wladimir Putin, Dmitri Medwedew, Zensur, Propaganda, Transformation, Zivilgesellschaft, Journalismus, Politiktechnologie, Oligarchen, Internet, Medienkontrolle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen der politischen Führung in Russland und den Massenmedien und beleuchtet dabei, wie Medien zur Stützung des Systems der "gelenkten Demokratie" eingesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind staatliche Medienlenkung, die Einschränkung der Pressefreiheit, die Rolle von Oligarchen sowie die mediale Inszenierung politischer Macht in Wahlkampfzeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, nachzuweisen, dass russische Medien während der Ära Putin/Medwedew einerseits staatlich gelenkt wurden und andererseits aktiv zur Lenkung der öffentlichen Meinung und Legitimation des Regimes beitrugen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse politikwissenschaftlicher Transformationsforschung sowie der Auswertung aktueller Medienberichte, Russlandanalysen und statistischer Daten zur Mediennutzung.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Instrumentalisierung von Fernsehen und Presse, die Verdrängung kritischer Medienbesitzer, das Aufkommen des Internets als begrenzter Rückzugsort für Kritik sowie die Auswirkungen auf Journalisten.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?
Wichtige Begriffe sind insbesondere gelenkte Demokratie, Staatsmonopol, Medienfreiheit, politische Justiz und Vertikale der Macht.
Welche Rolle spielt das Fernsehen für das russische politische System?
Das Fernsehen wird als integraler Bestandteil der „Vertikale der Macht“ beschrieben, da es die Hauptinformationsquelle der Bevölkerung ist und intensiv zur positiven Selbstdarstellung des Präsidenten genutzt wird.
Inwiefern unterscheidet sich das Internet von den klassischen Medien in Russland?
Das Internet fungiert als eine Art Rückzugsort für oppositionelle Stimmen und zivilgesellschaftliches Engagement, da es sich teilweise der direkten staatlichen Kontrolle entziehen kann, wenngleich auch hier der staatliche Einfluss zunimmt.
Wie gehen die russischen Behörden gegen regierungskritische Journalisten vor?
Die Arbeit zeigt auf, dass Journalisten durch rechtliche Sanktionen, den Aufkauf ihrer Medienhäuser durch staatsnahe Konzerne oder in extremen Fällen durch physische Übergriffe und Repressionen unter Druck gesetzt werden.
- Arbeit zitieren
- Philipp Berner (Autor:in), 2009, Russlands Präsident und "seine" Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160615