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Lebensweltorientierte Soziale Arbeit in der Sozialpsychiatrie

Zur Rolle der Alltagsstrukturierung im Spannungsfeld von Stabilisierung und Selbstbestimmung

Titel: Lebensweltorientierte Soziale Arbeit in der Sozialpsychiatrie

Hausarbeit , 2025 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Janin Rosenberger (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Für meine Hausarbeit habe ich den Titel „Lebensweltorientierte Soziale Arbeit in der Sozialpsychiatrie – Zur Rolle der Alltagsstrukturierung im Spannungsfeld von Stabilisierung und Selbstbestimmung“ gewählt. Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil ich in meiner beruflichen Praxis in einer besonderen Wohnform mit psychisch erkrankten Erwachsenen täglich mit der Herausforderung konfrontiert bin, lebensweltorientiert zu arbeiten – insbesondere im Bereich der Alltagsstrukturierung. Dabei beobachte ich immer wieder ein Spannungsfeld: Auf der einen Seite ermöglicht eine verlässliche Tagesstruktur Stabilität und Orientierung. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass zu viel Struktur zu Fremdbestimmung führt und die Selbstbestimmung der Bewohner:innen eingeschränkt wird. Im Zentrum meiner Arbeit steht die lebensweltorientierte Soziale Arbeit nach Hans Thiersch, deren Struktur- und Handlungsmaximen sich m.E. im Konzept meiner Einrichtung wiederfinden. Ergänzend führe ich dann die lebensweltorientierte Sicht von Alltag nach Thiersch als Grundlage zum besseren Verständnis der theoretischen Überlegungen auf. Auch wenn der Fokus dieser Arbeit auf dem Konzept von Thiersch liegt, ist es meiner Meinung nach dringend notwendig die erweiterten Belastungslagen der Bewohner:innen ebenfalls zu berücksichtigen. Eine Erkrankung an einer Schizophrenie beinhaltet eine Vulnerabilität und eine verminderte Belastungsfähigkeit. In diesem Zusammenhang ist das Konzept der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch relevant, da es die Wechselwirkung zwischen strukturellen gesellschaftlichen Anforderungen und individuellen psychosozialen Ressourcen in den Blick nimmt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

2.1. Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch

2.2. Lebenswelt und Alltag

2.3. Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch

3. Das Praxisfeld Sozialpsychiatrie

3.1. Was ist eine besondere Wohnform?

3.2. Praxisfeld Sozialpsychiatrie

4. Stabilisierung vs. Selbstbestimmung im Alltag

5. Fazit

6. Prüfungsleistung I

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen notwendiger Alltagsstrukturierung zur Stabilisierung und dem Anspruch auf Selbstbestimmung von Menschen mit chronischer Schizophrenie in einer besonderen Wohnform der Sozialpsychiatrie. Ziel ist es, unter Anwendung der Konzepte der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch und der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch, Möglichkeiten einer reflektierten Unterstützungspraxis aufzuzeigen, die individuelle Autonomie und institutionelle Rahmenbedingungen in Einklang bringt.

  • Lebensweltorientierte Soziale Arbeit nach Hans Thiersch
  • Alltagsgestaltung als Stabilisierungs- und Stigmatisierungsfaktor
  • Konzept der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch
  • Praxisrelevanz der Alltagsstrukturierung in besonderen Wohnformen
  • Interdependenz von persönlicher Freiheit und institutioneller Tagesstruktur

Auszug aus dem Buch

3.2. Praxisfeld Sozialpsychiatrie

Im Fokus meiner Tätigkeit in der besonderen Wohnform steht die lebensweltorientierte Gestaltung von Alltagsstrukturierung für zwölf Menschen mit chronischer Schizophrenie. Die Einrichtung ist in Trägerschaft einer kirchlichen Organisation und verfolgt ein sozialpsychiatrisches Konzept, das auf Stabilisierung, Verselbstständigung und dem Aufhalten einer fortschreitenden Chronifizierung der Erkrankung ausgerichtet ist. Viele Bewohner:innen entscheiden sich nach belastenden Lebensereignissen oder langen Kliniksaufenthalten für einen Einzug in diese Wohnform, weil sie aufgrund ihrer Erkrankung sowie multipler psychosozialer Belastungslagen (z. B. Isolation, Armut, Schulden) nur über eingeschränkte Möglichkeiten der selbstständigen Alltagsbewältigung verfügen. Die Hälfte der Bewohner:innen ist seit über 20 Jahren erkrankt und befindet sich genauso lange in den Strukturen der sozialpsychiatrischen Versorgung. Die Tagesstruktur in der Wohneinrichtung beginnt um 9:15 Uhr mit einer Morgenrunde. Diese dient zur gemeinsamen Besprechung und Gestaltung des Tages. Wer noch schläft, wird von den Fachkräften geweckt und gebeten seinen Tag zu beginnen. Besprochen wird bspw., wer einen außerhäuslichen Termin hat und ob die Person Begleitung benötigt oder Bedarf nach einem Einzelgespräch hat. Da das diagnostizierte Störungsbild Schizophrenie die Einnahme von Neuroleptika erfordert, leiden viele der Bewohner*innen unter den Nebenwirkungen und es entstehen Folgeerkrankungen wie Adipositas, Diabetes (Typ II), Kardio-Vaskuläre Erkrankungen, aufgrund dessen sich häufig Negativverläufe entwickeln, die die Salutogenese des Bewohner maßgeblich beeinflussen.

Eine Besonderheit im Alltag stellt die Planung des täglichen Mittagessens dar, das reihum von einem/einer Bewohner:in für alle gekocht wird. Die Wohneinrichtung ist als sogenanntes „Selbstversorger-Haus“ konzipiert. Das bedeutet, dass keine hauswirtschaftliche Hilfskraft eingesetzt wird. Stattdessen übernehmen die Bewohner:innen – je nach individueller Fähigkeit und mit entsprechender Unterstützung – die alltäglichen Haushaltsaufgaben wie Zimmerreinigung, Wäschepflege, Lebensmitteleinkauf und Küchendienste. Diese Form der Alltagsgestaltung dient nicht nur der Versorgung, sondern auch der sozialen Integration, dem Aufbau lebenspraktischer Kompetenzen und der Stärkung der Selbstwirksamkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Themenwahl aus der beruflichen Praxis und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des Spannungsfeldes von Alltagsstrukturierung und Selbstbestimmung.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Konzepte der Lebensweltorientierung nach Thiersch und der Lebensbewältigung nach Böhnisch als theoretisches Fundament der Arbeit.

3. Das Praxisfeld Sozialpsychiatrie: Hier wird das Setting der besonderen Wohnform definiert und die konkrete Ausgestaltung der sozialpsychiatrischen Arbeit in einer Wohneinrichtung beschrieben.

4. Stabilisierung vs. Selbstbestimmung im Alltag: Das Kapitel analysiert anhand von Praxisbeispielen das Dilemma zwischen der Notwendigkeit therapeutischer Strukturvorgaben und der Wahrung individueller Autonomie.

5. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung von Reflexivität in der sozialarbeiterischen Praxis.

6. Prüfungsleistung I: Dieser Abschnitt reflektiert die Inhalte vergangener Forumsdiskussionen und setzt sie in Bezug zum eigenen beruflichen Handeln.

Schlüsselwörter

Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Sozialpsychiatrie, Alltagsstrukturierung, Selbstbestimmung, Stabilisierung, Lebensbewältigung, Schizophrenie, Besondere Wohnform, Teilhabe, professionelles Handeln, psychosoziale Belastung, Selbstwirksamkeit, Wohneinrichtung, Autonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, Menschen mit psychischen Erkrankungen in einer Wohnform so zu unterstützen, dass ein gelingender Alltag ermöglicht wird, ohne dabei deren Selbstbestimmung zu untergraben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind das Konzept der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch, die Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch, die Gestaltung von Alltag in stationären Strukturen sowie die professionelle Begleitung von Menschen mit Schizophrenie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, inwieweit konzeptionelle Alltagsstrukturierung Spannungen im Rollenverständnis erzeugt und wie diese das tägliche Gleichgewicht zwischen Selbstbestimmung und Stabilisierung der Bewohner beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlichen Konzepten, die durch die Reflexion von Praxiserfahrungen und Fallbeispielen aus dem sozialpsychiatrischen Alltag gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Beschreibung der Besonderen Wohnform und eine fallbezogene Analyse des Spannungsfeldes zwischen therapeutischer Notwendigkeit und individuellen Bedürfnissen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Lebensweltorientierung, Selbstbestimmung, Alltagsstrukturierung, Sozialpsychiatrie und Lebensbewältigung definiert.

Wie gehen Fachkräfte mit dem moralischen Dilemma um, wenn ein Bewohner die Tagesstruktur verweigert?

Das Team muss individuell abwägen, ob eine Intervention (z. B. Wecken) der Stabilisierung dient oder die Autonomie des Bewohners unzulässig einschränkt, was hohe empathische und fachliche Kompetenz erfordert.

Warum spielt das Konzept der Lebensbewältigung nach Böhnisch eine ergänzende Rolle?

Während Thiersch den Fokus auf den Alltag und die Lebenswelt legt, ergänzt Böhnisch die Sichtweise um die psychosoziale Bewältigungsleistung bei chronischer Krankheit und reduziertem Selbstwertgefühl.

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Details

Titel
Lebensweltorientierte Soziale Arbeit in der Sozialpsychiatrie
Untertitel
Zur Rolle der Alltagsstrukturierung im Spannungsfeld von Stabilisierung und Selbstbestimmung
Hochschule
Hochschule Fulda  (Sozialwesen)
Veranstaltung
Grundlagentheoretische Bezüge Sozialer Arbeit
Note
1,0
Autor
Janin Rosenberger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2025
Seiten
17
Katalognummer
V1606421
ISBN (eBook)
9783389151372
ISBN (Buch)
9783389151389
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lebensweltorientierung Sozialpsychiatrie Soziale Arbeit Selbstbestimmung Fremdbestimmung Alltagsstruktur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janin Rosenberger (Autor:in), 2025, Lebensweltorientierte Soziale Arbeit in der Sozialpsychiatrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1606421
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Leseprobe aus  17  Seiten
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