Welche Rollen und damit verbundenen Erwartungen gibt es in unserer Gesellschaft? In welcher Situation befinden sich andere Studenten, mit welchen Rollenkonflikten habe sie zu kämpfen und was tun sie, um diese zu bewältigen? Diese und weitere Fragen werde ich anhand von soziologischen und psychologischen Theorien erörtern. Zunächst gehe ich auf die Rollentheorien ein, die die Grundlage für das Verständnis der verschiedenen Funktionen des Individuums in der Gesellschaft und den gesellschaftlichen Normen und Erwartungen bietet. Anschließend setze ich mich mit den Kompetenzansprüchen im Fernstudium auseinander und ziehe Daten einer Studie zu Lernstrategien im Fernstudium dazu. Danach werde ich auf verschiedene Theorien der Volition, Willenspsychologie eingehen und diese im Hinblick auf die Anwendung im Fernstudium erörtern. Der Fokus meiner Arbeit liegt auf der Frage: „Wie motivieren sich die Studenten im Fernstudium, um die verschiedenen Rollen / Identitäten in ihrem Leben zu vereinbaren?“ Dazu werde ich 5 narrative Interviews Studenten mit verschiedenen Lebensläufen auswerten.
Zum Abschluss meiner Arbeit fasse ich die Forschungsergebnisse zusammen, gehe im Fazit auf meine persönliche Situation ein, wäge den Ertrag der Ergebnisse für meinen individuellen Lebenslauf ab und gebe einen Vorschlag zu Lernstrategien ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Danksagung
3. Rollendifferenzierung und Rollenidentität
3.1.Grundlagen der Rollentheorie und soziologische Aspekte von „Rolle“
3.2.Kompetenzansprüche an die „Rolle“ im Fernstudium
4. Volition
4.1.Kognitive und volitionale Mechanismen der intentionalen Handlungssteuerung – Anwendung im Fernstudium
4.2.Formen der Selbststeuerung – Anwendung im Fernstudium
4.3.Selbstgesteuertes Lernen im Fernstudium – Ergebnisse einer Studie an den AKAD Privathochschulen
5. Forschungsarbeit
5.1.Datenerhebung
5.2.Stichprobe
5.3.Ergebnisse aus den Willentests
5.4.Interviewergebnisse
6. Auswertung der Interviews
6.1.Rollentheoretische Auswertung der Ergebnisse
6.2.Auswertung der Lerntypen, Lernstrategien und Kompetenzen innerhalb des Fernstudiums
6.3.Auswertung der Ergebnisse anhand volitionaler Handlungstheorien
6.4.Abschließendes Gesamtergebnis
7. Fazit
8. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang mit Rollenkonflikten im Kontext des Fernstudiums. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Studierende ihre verschiedenen Identitäten und Rollen – wie Beruf, Familie und Studium – motiviert miteinander vereinbaren können.
- Soziologische Rollentheorien und das Verständnis von Rollenidentität.
- Kognitive und volitionale Mechanismen der Handlungssteuerung.
- Analyse von Lernstrategien und Kompetenzanforderungen im Fernstudium.
- Empirische Untersuchung mittels narrativer Interviews zur Bewältigung von Konfliktsituationen.
Auszug aus dem Buch
3.1. Grundlagen der Rollentheorie und soziologische Aspekte von „Rolle“
Was bedeutet der Begriff „Rolle“? Es gibt dafür in der Soziologie unterschiedliche Definitionen. Dahrendorf definiert die sozialen Rollen als „… Bündel von Erwartungen, die sich in einer gegebenen Gesellschaft an das Verhalten der Träger von Positionen knüpfen.“ (Weißhaupt 2008, S31)
Der Begriff Rolle bezeichnet nach Ralph Linton die „Gesamtheit der kulturellen Muster, die mit einer Position verbunden sind und die unabhängig von einem konkreten einzelnen gelten.“ (Abels 2007, S.101). Das System ist abhängig von den einzelnen Positionen innerhalb der Gesellschaft, wer diese Positionen einnimmt, das ist wandelbar und für das Fortbestehen des Systems nicht ausschlaggebend. Die Rolle ist dann die Summe aller Positionen, die ein Individuum innerhalb der Gesellschaft innehat.
Eine Rolle ist immer an Eigen- und Fremderwartungen geknüpft. Dabei sind die individuellen Wünsche der Person in der Rolle nicht immer konform zu den gesellschaftlichen Rollenerwartungen. Durch Diskrepanzen zwischen dem Individuum und seiner Umwelt kann es zu Konflikten innerhalb der Rolle kommen, die die Handlungen beeinflussen. Denn immer wenn bestimmte Erwartungen an jemanden in einer Position / Rolle gestellt werden, wird gleichzeitig automatisch von gewissen Handlungen ausgegangen, die das Individuum zur Erfüllung der Rolle auf eine bestimmte Art und Weise ausführen sollte. Diese Handlungen werden positiv oder negativ sanktioniert. Eine positive Sanktion ist für das Individuum eine Befriedigung, da es Bestätigung und Anerkennung für sein Tun erntet. Die Handlung hat also den Zweck, Befriedigung für das Individuum zu schaffen. Parsons geht (neben anderen Soziologen) davon aus, dass das Individuum eine Handlung dann als glückbringend und befriedigend empfindet, wenn es eine positive Sanktion seitens der Gesellschaft erfährt. Demnach ist also eine Handlung, die das Wohl und die Befriedigung der Gesellschaft als Ziel hat, auch positiv für das Individuum.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die persönliche Motivation der Autorin und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie vor.
3. Rollendifferenzierung und Rollenidentität: In diesem Kapitel werden grundlegende soziologische Theorien erörtert, um die verschiedenen Rollenfunktionen des Individuums zu verstehen.
4. Volition: Dieses Kapitel behandelt die Willenspsychologie und die Mechanismen der Selbststeuerung, die für die Bewältigung eines Fernstudiums notwendig sind.
5. Forschungsarbeit: Hier wird die Methodik der empirischen Datenerhebung durch narrative Interviews und die Auswahl der Stichprobe detailliert beschrieben.
6. Auswertung der Interviews: Das Kapitel analysiert die empirischen Daten hinsichtlich rollentheoretischer Aspekte, Lernstrategien und volitionaler Handlungstheorien.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, reflektiert die persönliche Situation der Autorin und gibt Empfehlungen für Lernstrategien.
8. Ausblick: Der Ausblick gibt Ratschläge für Studierende, um sich auf das Wesentliche im Studium zu fokussieren und erfolgreich zu bleiben.
Schlüsselwörter
Fernstudium, Rollenkonflikte, Rollenidentität, Volition, Selbststeuerung, Handlungsplanung, Willenspsychologie, Lernstrategien, Motivation, Soziologie, Kompetenzentwicklung, Empirische Untersuchung, Interview, Arbeitswelt, Vereinbarkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Rollenkonflikten, die bei der Absolvierung eines Fernstudiums neben beruflichen und familiären Verpflichtungen auftreten können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die soziologische Rollentheorie, die Willenspsychologie (Volition) sowie die Analyse von Lernstrategien und Kompetenzen im Fernstudium.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, wie Fernstudierende ihre verschiedenen Rollen und Identitäten motiviert in ihrem Leben in Einklang bringen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine qualitative Forschungsarbeit, die auf narrativen Interviews mit Studierenden basiert, ergänzt durch psychologische Tests zur Volition.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Rollen- und Volitionstheorien), eine empirische Untersuchung der Situation von Fernstudierenden sowie eine detaillierte Auswertung der Interviewergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Fernstudium, Rollenkonflikte, Volition, Selbststeuerung, Handlungsplanung und Lernstrategien.
Wie gehen die Befragten mit Zeitdruck um?
Die meisten Studierenden setzen Prioritäten, planen ihren Alltag aktiv und versuchen, ihre verschiedenen Rollen durch Prioritätenlisten oder Zeitpläne zu strukturieren.
Welche Rolle spielt die soziale Unterstützung im Fernstudium?
Soziale Kontakte zu Familie und Freunden sowie der Austausch mit Kommilitonen werden als entscheidende Faktoren für die Motivation und das erfolgreiche Absolvieren des Studiums hervorgehoben.
- Quote paper
- Natalie Sajons (Author), 2010, Der Umgang mit Rollenkonflikten im Fernstudium, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160646