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Mancur Olsons Theorie kollektiven Handelns und Anwendung auf das Umweltproblem

Title: Mancur Olsons Theorie kollektiven Handelns und Anwendung auf das Umweltproblem

Term Paper , 2010 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Richard Prußas (Author)

Sociology - Basics and General
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Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem empirischen Befund, welchen jeder sicherlich unschwer der Alltagsbeobachtung entnehmen kann, nämlich das obwohl alle beteiligten Akteure ein Interesse daran haben, ein bestimmtes kollektives Gut nicht, oder nur suboptimal hergestellt wird. Unser Beispiel wird dabei größtenteils die Umwelt, wobei in diesem Kontext von der Naturumwelt als solcher gesprochen wird, sein. Als empirischer Indikator diente uns hierbei die Broschüre des Bundesamtes für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) zum Umweltbewusstsein in Deutschland von 2008.

Darüber hinaus denken wir das gerade heute, da kollektives Handeln einen noch größeren, nämlich einen globalen Bezugsrahmen bekommen hat wichtiger ist denn je. Auch hierfür lassen sich empirische Indikatoren festmachen wie beispielsweise die vermehrten globalen Treffen der einzelnen Staaten seit den 90er Jahren, wie etwa die Weltklimakonferenzen.

Im folgenden wollen wir auf den vielleicht bedeutsamsten soziologischen Ansatz zur Erklärung des Phänomens des sozialen Dilemmas und des kollektiven Handelns eingehen. Die Rede ist von Mancur Olsons Theorie kollektiven Handelns, dargelegt in seinen beiden Hauptwerken „Aufstieg und Niedergang von Nationen“ von 1982 und der „ Logik des kollektiven Handelns“, welches er 1968 veröffentlichte. Wir wollen dabei versuchen herauszufinden, inwieweit die darin formulierten Hypothesen geeignet sind das globale Umweltproblem zu erklären und natürlich auf Basis dieser Erklärung, auch zu lösen. Um dies zu bewerkstelligen, werden wir im ersten Teil unserer Arbeit die Theorie in ihren einzelnen Gesichtspunkten darstellen, sowie die ihnen inhärente Logik erörtern. Dies ist Grundlage für die dann folgende Anwendung auf das Problem der Herstellung des Kollektivgutes Umweltschutz. Im weiteren Verlauf der Arbeit stellen wir dann eine kurz gefasste Theoriediskussion an, suchen nach Kritikpunkten und eruieren mögliche Gegenpositionen sowie Ergänzungen. Dabei sind wir immer eingedenk der Frage, inwiefern Olsons Hypothesen geeignet sind auf den erwähnten Gegenstand des Umweltschutzes erklärend und lösend angewendet zu werden. Hierbei werden wir auch in einigen Punkten mit der Rational-Choice-Theorie in Berührung kommen, die uns eigens genau zu erläutern im Rahmen des angemessenen Umfanges nicht möglich ist.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theoretische Grundlagen zu Olsons Theorie

1.1 Allgemeine Annahmen

1.2 Selektive Anreize

1.3 Der Faktor der Gruppengröße

2. Die Anwendbarkeit der Olson’schen Theorie auf das Umweltproblem

3. Kritikpunkte

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der Theorie kollektiven Handelns von Mancur Olson auf das globale Umweltproblem. Ziel ist es, auf Basis der theoretischen Hypothesen von Olson zu analysieren, inwiefern diese geeignet sind, das soziale Dilemma des Umweltschutzes zu erklären und Lösungsansätze für die kollektive Bereitstellung dieses Gutes aufzuzeigen.

  • Grundlagen der Theorie des kollektiven Handelns nach Mancur Olson
  • Analyse des sozialen Dilemmas und des Trittbrettfahrerproblems im Kontext von Umweltgütern
  • Bedeutung selektiver Anreize zur Überwindung kollektiver Handlungsprobleme
  • Einfluss der Gruppengröße auf die Bereitstellung kollektiver Güter
  • Diskussion kritischer Perspektiven und Gegenpositionen zur Theorie Olsons

Auszug aus dem Buch

1.2 Selektive Anreize

Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt sind „selektive Anreize“ (Olson 1991: 25). Betrachtet man eine Gruppe, die nicht davon betroffen ist, ob jemand aus ihr einen Beitrag zur Erstellung eines Gutes beiträgt oder nicht, wird klar, dass auch niemand einen Grund hat, auf das Problem zu reagieren (Olson 2004: 50). Olson nennt diese Gruppen „latent“, da sie die Möglichkeit haben, kollektive Güter zu erstellen, diese aber, deswegen „latent“, nur über Anreize erstellt werden und die Akteure also nur durch diese Handeln. Da niemand reagieren wird, wenn keiner einen Beitrag leistet, so fehlt dem einzelnen Individuum wiederum ein Anreiz, und er hat keine Veranlassung, auch einen Beitrag zu leisten.

Es gibt allerdings bestimmte Umstände, die ein Mitglied mit homo-oeconomicus-Präferenzen dazu bewegen, gruppenorientiert zu handeln. Dies geschieht über Anreize, die „selektiv sein müssen“ (Olson 2004: 51). „Selektiv“ impliziert hier, dass der Anreiz nicht wie z.B. wirtschaftliche Anreize auf die ganze Gruppe wirken, sondern speziell auch einen einzelnen Akteur berühren (Olson 2004: 51). Es existieren sowohl positive, als auch negative selektive Anreize. Sie üben also entweder einen Zwang aus, indem sie unkooperative Mitglieder sanktionieren, oder sie sind positiver Art und bieten Belohnungen für Kooperierende.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema des kollektiven Handelns am Beispiel der Umweltproblematik sowie Darlegung der Forschungsabsicht.

1. Theoretische Grundlagen zu Olsons Theorie: Erläuterung der zentralen Thesen Olsons zur Ineffizienz großer Gruppen und der Logik sozialer Dilemmata.

1.1 Allgemeine Annahmen: Mathematische und logische Herleitung des sozialen Dilemmas bei der Bereitstellung kollektiver Güter.

1.2 Selektive Anreize: Erklärung der Notwendigkeit spezieller Anreize, um Individuen zur Mitwirkung in großen Gruppen zu bewegen.

1.3 Der Faktor der Gruppengröße: Analyse der Bedeutung der Gruppengröße für Verhandlungskosten und die Erfolgswahrscheinlichkeit kollektiver Güterbereitstellung.

2. Die Anwendbarkeit der Olson’schen Theorie auf das Umweltproblem: Anwendung der theoretischen Konzepte auf den konkreten Bereich des Umweltschutzes.

3. Kritikpunkte: Auseinandersetzung mit theoretischen Einwänden, insbesondere hinsichtlich der Rolle sozialer Netzwerke und Produktionstechnologien.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Robustheit und Fruchtbarkeit der Olson’schen Theorie für die Analyse des Umweltschutzes.

Schlüsselwörter

Kollektives Handeln, Mancur Olson, Soziales Dilemma, Umweltschutz, Kollektivgut, Selektive Anreize, Gruppengröße, Rational-Choice-Theorie, Trittbrettfahrerproblem, Soziale Netzwerke, Institutionen, Kooperation, Defektion, Theorie, Umweltsoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das soziale Dilemma, dass kollektive Güter trotz eines allgemeinen Interesses oft suboptimal bereitgestellt werden, unter Anwendung der soziologischen Theorie von Mancur Olson.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind kollektives Handeln, die Logik von Gruppenentscheidungen, soziale Dilemmata, die Rolle von Anreizsystemen sowie die Anwendung dieser soziologischen Konzepte auf den Umweltschutz.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu prüfen, inwieweit die Hypothesen von Mancur Olson geeignet sind, das globale Umweltproblem als Kollektivgutproblem zu erklären und mögliche Lösungswege aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der die Konzepte von Mancur Olson dargestellt und anhand soziologischer Fachliteratur auf die Umweltproblematik angewendet sowie kritisch diskutiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen Olsons (Annahmen, selektive Anreize, Gruppengröße) erläutert, anschließend auf den Umweltschutz appliziert und schließlich durch eine Diskussion der Kritikpunkte ergänzt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie "Kollektives Handeln", "Soziales Dilemma", "Kollektivgut" und "Selektive Anreize" charakterisieren.

Warum spielt die Gruppengröße für die Bereitstellung eines Kollektivguts eine entscheidende Rolle?

Laut Olson sinkt in großen Gruppen die Bedeutung des Einzelbeitrags und steigen die Verhandlungskosten, was die kollektive Selbstorganisation ohne externe Anreize erschwert.

Inwieweit lässt sich das Umweltproblem als n-Personen-Gefangenendilemma verstehen?

Das Umweltproblem spiegelt das Gefangenendilemma wider, da ein Akteur trotz eines generellen Interesses an einer sauberen Umwelt einen Anreiz hat, nicht selbst zur Lastenminderung beizutragen, wenn er die Kosten trägt, aber vom Ergebnis profitiert (Trittbrettfahrer).

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Details

Title
Mancur Olsons Theorie kollektiven Handelns und Anwendung auf das Umweltproblem
College
University of Leipzig  (Institut für Soziologie)
Grade
1,7
Author
Richard Prußas (Author)
Publication Year
2010
Pages
13
Catalog Number
V160720
ISBN (eBook)
9783668330870
ISBN (Book)
9783668330887
Language
German
Tags
Olson korrektes Handeln Umweltproblem kollektives Gut Umwelt Naturschutz Umweltbewusstsein Reaktorsicherheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Richard Prußas (Author), 2010, Mancur Olsons Theorie kollektiven Handelns und Anwendung auf das Umweltproblem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160720
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