Die Ergebnisse der Europawahl des vergangenen Jahres verdeutlichen den wachsenden Einfluss rechter Parteien und zeigt uns, dass das Thema Rechtsextremismus aktueller denn je ist. „Die Gefahr von rechts steigt“ (Braun et al. 2010). Zur detaillierten Erörterung einzelner Sprachtechniken wirkt unter anderem Gloria Becks Monographie "Verbotene Rhetorik. Die Kunst der skrupellosen Manipulation" unterstützend.
Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Bachelorarbeit den gezielten Einsatz manipulativer Sprachtechniken in rechten Spektren. Ziel ist es aufzuzeigen, inwiefern rhetorische und sprachliche Methoden als demagogisches Instrument zum Zweck der Manipulation in der politischen Rede fungieren. Hierfür unterstützend wirkt die analytische Gegenüberstellung politischer Reden von Joseph Goebbels, Björn Höcke und Marine Le Pens die Ordnung, Logik und Vorstellungen rechts orientierter Bewegungen nachvollziehen zu können und eröffnet ebenso die Frage nach der Wirkung und Konsequenz besagter Inszenierungen. Diese interdisziplinäre Herangehensweise ermöglicht eine differenzierte Betrachtung der Redetexte über eine rein linguistische Untersuchung hinaus. „Weltanschauung und politische Programmatik wollen im Nationalsozialismus als Glaube begriffen werden, der Berge versetzt, als Höchstes und Heiligstes, für das es sich lohnt zu sterben, als Dogma, das als unbeirrbare Wahrheit gelehrt werden muss“ (Grieswelle 2019). Die Passage soll nochmals exemplarisch ins Gedächtnis rufen, warum sich diese Bachelorarbeit mit Lektüren und Redetexten des Nationalsozialismus und der Neuen Rechten befasst: Sie möchte diese bis zu einem gewissen Grad „verstehen“ und hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein der Wirkung des manipulativen Sprachgebrauchs zu schärfen und in denen Muster aufzuzeigen. Historiker Per Leo beschreibt es mit den Worten: „Bevor wir klären, wie wir mit den Rechten reden wollen, müssen wir […] begreifen, dass sie schon seit Jahren mit uns reden. Vor allem müssen wir begreifen, wie sie es tun“ (Leo et al. 2017). Der knappen Ausarbeitung steht das Ausmaß dieser Thematik gegenüber, weshalb ich die folgenden Theoreme auf wesentliche Aspekte eingrenze.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Exposé
- 2. Sprache, Rhetorik und Manipulation
- 2.1 Definition und Bedeutungsmuster
- 2.2 Sprache und Rhetorik im Nationalsozialismus
- 2.3 Machtpotential und Wirkmechanismen manipulativer Sprache
- 3. Sprache und Rhetorik im Nationalsozialismus: Die Sportpalastrede
- 4. Politische Reden im Detail
- 4.1 Björn Höcke
- 4.2 Marine Le Pen
- 5. Nationalsozialismus und Neue Rechte im Vergleich
- 5.1 Vokabular und Metaphorik
- 5.2 Soziale Netzwerke und politische Kommunikation
- 5.3 Sprache und Inhalt
- 6. Fazit und Ausblick
- Literaturverzeichnis
- Anhang: Transkript
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den gezielten Einsatz manipulativer Sprachtechniken in rechten politischen Spektren. Ihr primäres Ziel ist es, aufzuzeigen, inwiefern rhetorische und sprachliche Methoden als demagogische Instrumente zur Manipulation in der politischen Rede fungieren, und die Auswirkungen solcher Inszenierungen auf die öffentliche Meinungsbildung zu analysieren.
- Analyse manipulativer Sprachtechniken in rechten politischen Spektren.
- Die Rolle von Rhetorik und Sprache als demagogisches Instrument der Manipulation.
- Vergleichende Analyse von politischen Reden aus dem Nationalsozialismus (Joseph Goebbels) und der Neuen Rechten (Björn Höcke, Marine Le Pen).
- Untersuchung von Vokabular, Metaphorik und der Nutzung manipulativer Sprache in sozialen Medien.
- Anwendung von Diskursanalyse, rhetorischer und stilistischer Analyse zur differenzierten Betrachtung der Redetexte.
- Hervorhebung der Gefahren manipulativer Sprache für die demokratische Gesellschaft und Notwendigkeit eines kritischen Bewusstseins.
Auszug aus dem Buch
Le peuple français a été pillé.
Il a d'abord été pillé par ses élites, celles qui se partagent le pouvoir depuis des années. Pillé par des élites qui n'ont jamais eu que faire de l'intérêt des Français, et qui ont toujours travaillé pour d'autres intérêts... en général, les leurs. Le peuple français a été pillé d'abord de sa souveraineté.
Le peuple français a été volé de sa liberté au profit d'une technostructure européenne, inféodée aux marchés financiers, totalement coupée des peuples. Car les transferts de compétence à l'Union européenne correspondent dans les faits à l'effacement sans condition d'un gouvernement français désormais aux ordres d'agences bruxelloises et sous domination de la seule puissance européenne qui parvienne à se faire entendre, l'Allemagne.
Aujourd'hui plus que jamais, l'ordre marchand fait sa loi en Europe contre la volonté des peuples, il démet les dirigeants et place aux postes de responsabilité leurs employés de banques en Grèce, en Italie... Dans quel but ? si ce n'est d'imposer partout en Europe aux peuples exténués de nouveaux sacrifices destinés à sauver le dogme sacré de nos élites européistes, le veau d'or de l'euro et à enrichir toujours plus... l'ordre marchant. On n'est jamais mieux servi que par soi-même, me direz-vous ?
Pillé, je vous le disais, peut être plus encore que vous ne l'imaginez, nous avons 1700 milliards d'euros de dettes, et la France a versé depuis 1973, 1400 milliards d'intérêts aux marchés. Travailler exclusivement pour nos créanciers, leur verser toute la richesse que nous créons. Ils ont rétabli de fait l'esclavage pour dette supprimé par Solon en 500 avant JC. Mais si les Français veulent vivre en esclave, ce n'est pas un Président de la République dont ils ont besoin mais d'un geôlier.
Voilà pourquoi je veux reprendre les rênes, en permettant à nouveau à la Banque de France de prêter au trésor sans intérêt, casser ce monopole d'usuriers, supprimer cette funeste loi de 1973 qui a précipité notre surendettement au plus grand bénéfice, jusqu'à présent, de nos créanciers. Pillé aussi le peuple français par la corruption de ses élites. La multiplication effrayante des affaires, des scandales, est loin de se limiter à de sordides histoires de mœurs, l'affaire du Carlton démontre notamment l'existence d'un véritable pacte de corruption alliant des responsables politiques, dont un candidat à la présidentielle, des membres de la haute administration et des salariés de grands groupes du CAC 40. Combien d'autres affaires attendent-elles d'être dévoilées ?
Dans le même temps, cette hyperclasse use de toutes les ficelles pour prendre au petit peuple, aux plus faibles, à ceux qui ne peuvent guère se faire entendre ou protester, le peu qu'il leur reste. Avec 27 taxes crées depuis 2007, la fiscalité est aujourd'hui écrasante et menace les classes moyennes...
Zusammenfassung der Kapitel
1. Exposé: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Arbeit ein und beleuchtet den wachsenden Einfluss rechter Parteien, um die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit manipulativer Sprache zu begründen.
2. Sprache, Rhetorik und Manipulation: Hier werden grundlegende Begriffe wie Sprache, Rhetorik und Manipulation definiert, ihre Funktion in der NS-Propaganda untersucht und ihr Machtpotential sowie ihre Wirkmechanismen erläutert.
3. Sprache und Rhetorik im Nationalsozialismus: Die Sportpalastrede: Das Kapitel analysiert Joseph Goebbels' Sportpalastrede von 1943 als exemplarische totalitäre Propaganda, die durch Emotionalisierung und Feindbildkonstruktion die Massen mobilisierte.
4. Politische Reden im Detail: Dieses Kapitel widmet sich der detaillierten Analyse politischer Reden von Björn Höcke und Marine Le Pen, wobei ihre spezifischen rhetorischen Strategien und manipulativen Techniken untersucht werden.
5. Nationalsozialismus und Neue Rechte im Vergleich: In diesem Abschnitt werden die sprachlichen und stilistischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Rhetorik des Nationalsozialismus und der Neuen Rechten herausgearbeitet, inklusive der Rolle sozialer Netzwerke.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen, betont die Kontinuität manipulativer Sprachstrategien und diskutiert die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit politischer Rhetorik in der Gegenwart.
Schlüsselwörter
Rhetorik, Manipulation, Politische Reden, Nationalsozialismus, Neue Rechte, Joseph Goebbels, Björn Höcke, Marine Le Pen, Sprachanalyse, Propaganda, Feindbilder, Soziale Medien, Diskursanalyse, Emotionalisierung, Demagogie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den gezielten Einsatz manipulativer Sprachtechniken in politischen Reden rechter Akteure, von der nationalsozialistischen Propaganda bis zur Neuen Rechten, und analysiert deren demagogische Funktion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Definition von Sprache, Rhetorik und Manipulation, die Analyse historischer und aktueller rechter politischer Reden sowie der Vergleich von Strategien des Nationalsozialismus und der Neuen Rechten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, inwiefern rhetorische und sprachliche Methoden als demagogisches Instrument zum Zweck der Manipulation in der politischen Rede fungieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Methodisch stützt sich die Untersuchung auf eine Kombination aus Diskursanalyse, rhetorischer und stilistischer Analyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Analyse der Sportpalastrede von Joseph Goebbels sowie der Reden von Björn Höcke und Marine Le Pen, gefolgt von einem vergleichenden Abschnitt zu Vokabular, Metaphorik und der Nutzung sozialer Netzwerke.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Rhetorik, Manipulation, Politische Reden, Nationalsozialismus, Neue Rechte, Propaganda, Feindbilder und Soziale Medien.
Wie unterscheidet sich die Rhetorik der Neuen Rechten von der nationalsozialistischen Propaganda?
Die Rhetorik der Neuen Rechten adaptiert nationalistische Strategien an zeitgenössische Diskurse, nutzt oft eine vage Sprache und verschiebt den Fokus von explizit biologistischen zu kulturalistischen Argumentationen, um nicht mit extremistischen Positionen assoziiert zu werden, während Goebbels' Rhetorik direkter und eliminatorischer war.
Welche Rolle spielen soziale Netzwerke bei der Verbreitung rechtspopulistischer Rhetorik?
Soziale Netzwerke dienen als bevorzugtes Propagandainstrument des modernen Rechtsextremismus, indem sie durch algorithmische Strukturen und schnelle Informationsverbreitung manipulative Sprachstrategien nutzen, um politische Themen zu emotionalisieren und Feindbilder zu schaffen.
Wie wird Manipulation in dieser Arbeit definiert?
Manipulation wird als die Vermittlung oder Übertragung vorgeformter Denkmodelle, Anschauungen, Weltbilder und Interpretationen definiert, die vor allem in Massengesellschaften über Medien als "Erfahrungen aus zweiter Hand" übermittelt werden und auf eine gezielte Einflussnahme abzielen.
Welche spezifischen Reden werden in der Arbeit detailliert analysiert?
Die Arbeit analysiert detailliert Joseph Goebbels' Sportpalastrede von 1943, Björn Höckes Rede auf dem Kyffhäuser Treffen 2019 und seine Rede in Dresden 2017, sowie Marine Le Pens Präsidentschaftsrede "Présentation du projet présidentiel" von 2011 und ihre Rede in Metz.
- Arbeit zitieren
- Janis Alina Hindelang (Autor:in), 2025, Wie Rechte sprechen – damals und heute. Sprache und Rhetorik in politischen Reden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1607719