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Das gesellschaftliche Funktionssystem Kunst bei Luhmann

Titre: Das gesellschaftliche Funktionssystem Kunst bei Luhmann

Dossier / Travail , 2005 , 31 Pages , Note: gut bis sehr gut

Autor:in: M.A. Monica Blümle (Auteur)

Philosophie - Philosophie du XXe siècle
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Für seine Theorie sozialer Systeme erhebt Niklas Luhmann „Universalitätsansprüche.“ Folgerichtig ist daher seine „Annahme, dass eine auf Universalität abzielende Gesell-schaftstheorie nicht ignorieren kann, dass es Kunst gibt.“

Während die Gesellschaft in früheren Epochen hierarchisch strukturiert war, findet sich in der Moderne eine funktional differenzierte Gesellschaft vor: An die Stelle einer Glie-derung in Stände oder Schichten ist die Ausbildung unterschiedlicher Funktionssyste-me getreten. Diese Funktionssysteme konstituieren sich durch eine je eigene Ausprä-gung bestimmter Parameter ; sie bestehen „nicht nur im Theoriekonzept, sondern auch in der sozialen Wirklichkeit“ . Eines der von Luhmann eingehend beschriebenen ge-sellschaftlichen Teilsysteme ist die Kunst.

Obwohl Luhmann selbst bisweilen auch von der „Gesellschaft und ihre(n) Subsyste-me(n)“ spricht, sollen in der Folge die Begriffe des Teilsystems und insbesondere des gesellschaftlichen Funktionssystems durchgehalten werden, um unerwünschte Implika-tionen i.S.e. traditionellen Differenzierung von Teil und Ganzem, die Luhmann aus-drücklich zurückweist , zu vermeiden. Dass die funktionale Differenzierung sich durch-gesetzt hat, zeigt sich für ihn nämlich daran, dass sie sich „nicht mehr mit einer Ganz-heitsidee übergreifen“ lässt.

In der vorliegenden Arbeit soll – nach schwerpunktmäßigen Ausführungen zu Luh-manns Betrachtung von Kunst auf der Werkebene – zunächst das gesellschaftliche Teilsystem Kunst vorgestellt werden. Dabei sollen die Besonderheiten der systemtheo-retischen Sicht auf die Kunst deutlich gemacht werden. Auf der Grundlage dieser Dar-stellung soll dann untersucht werden, worin die interne Rationalität des gesellschaftli-chen Funktionssystems Kunst konkret bestehen könnte. Dabei wird zu prüfen sein, welche Weiterungen sich aus einem solchen Präzisierungsversuch für die Rezeption der Luhmannschen Theorie ergeben könnten.

Angemerkt sei, dass, sofern es erforderlich ist, in gebotener Knappheit Beispiele he-ranzuziehen, diese auf den Bereich der Bildenden Kunst – und hier insbesondere auf die Malerei – beschränkt bleiben sollen. Der neuen Rechtschreibung angepasste Schreibweisen in Zitaten wurden (da hier inhaltlich unproblematisch) ‚neu’ belassen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das gesellschaftliche Funktionssystem Kunst

2.1 Kunst als Kunstwerk

2.2 Kunst als gesellschaftliches Funktionssystem

2.3 Zu Luhmanns Auffassung der Kunst als gesellschaftlichem Funktionssystem

3 Systemrationalität des gesellschaftlichen Funktionssystems Kunst

3.1 Rationalität sozialer Systeme

3.2 Die Rationalität des gesellschaftlichen Funktionssystems Kunst

3.3 Zu Luhmanns Auffassung von der internen Rationalität des gesellschaftlichen Funktionssystems Kunst

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das gesellschaftliche Funktionssystem Kunst aus systemtheoretischer Perspektive, insbesondere unter dem Aspekt der internen Rationalität nach Niklas Luhmann, um zu prüfen, inwieweit sich dieses Konzept präzisieren lässt und welche Erkenntnisse sich daraus für die Systemtheorie ergeben.

  • Systemtheoretische Grundlagen nach Niklas Luhmann
  • Die Kunst als autonomes gesellschaftliches Teilsystem
  • Systemrationalität: Problemlösungskapazität und Selbsterhaltung
  • Die Rolle der Kommunikation und Codierung im Kunstsystem
  • Die interne Rationalität der Kunst und ihre Abgrenzung

Auszug aus dem Buch

2.1 Kunst als Kunstwerk

Ein Kunstwerk ist ein Artefakt: „Während die gängigen Objekte einfach als das, was sie sind, beobachtet werden (können), werden die als Kunstobjekte beobachteten Objekte als artifizielle Objekte wahrgenommen, die von jemandem hergestellt worden sind, und mit Bezug auf die Beobachtung dessen, der sie hergestellt hat, beobachtet werden müssen.“14 Kunstwerke lassen sich als „wahrgenommenes oder imaginiertes Objekt … von anderen Dingen unterscheiden. Dieser Unterscheid ist konstitutiv für die Kunst und … setzt einen Beobachter voraus, der diese (und keine andere) Unterscheidung verwendet.“15 Die Materialität der Kunstwerke ist für deren Status als Kunst nicht entscheidend, sondern die Art und Weise, in der sie Beobachtung ermöglichen. Von gewöhnlichen Dingen unterscheiden sie sich durch ihre „eigentümliche Nichtalltäglichkeit“16, ihr „Nutzen ist nicht unmittelbar zu sehen.“17 Als eigens ‚Gemachtes’ provoziert das Kunstwerk die Suche nach seinem Sinn, indem es die Wahrnehmung so anspricht, dass das Bewusstsein auf die Frage ‚wozu’ gelenkt wird. „Alles ‚künstlich’ hergestellte provoziert den, der es wahrnimmt, zu der Frage: wozu?“18 Ausgehend von der Wahrnehmung lenkt also das Werk das Interesse auf die Suche nach einer Information, die den Charakter einer Mitteilung hat. Luhmann fasst den Prozess der Rezeption eines einzelnen Werks daher wie folgt: „Soll Wahrnehmen des Objektes als Verstehen einer Kommunikation, also als Verstehen der Differenz von Information und Mitteilung gelingen, ist dazu ein Wahrnehmen des Wahrnehmens erforderlich.“19

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in Niklas Luhmanns systemtheoretische Perspektive ein und erläutert die Zielsetzung, die interne Rationalität des Funktionssystems Kunst zu untersuchen.

2 Das gesellschaftliche Funktionssystem Kunst: In diesem Kapitel wird das Kunstsystem als autonomes Teilsystem der modernen, funktional differenzierten Gesellschaft vorgestellt, wobei insbesondere die Werkebene und die kommunikative Funktionsweise beleuchtet werden.

3 Systemrationalität des gesellschaftlichen Funktionssystems Kunst: Das Kapitel analysiert den Luhmannschen Begriff der Systemrationalität und erprobt diesen konkret an der internen Rationalität des Kunstsystems, unter Berücksichtigung von Systemzweck, Code und Leistung.

4 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung kritisiert die Unbestimmtheit in Luhmanns Theorie sowie die fließenden Übergänge zwischen deskriptiven und normativen Aussagen und reflektiert über die Grenzen des systemtheoretischen Ansatzes.

Schlüsselwörter

Niklas Luhmann, Systemtheorie, Kunstsystem, Systemrationalität, Autopoiesis, Kommunikation, Code, funktionale Differenzierung, Beobachtung zweiter Ordnung, Werkebene, Weltkunst, Komplexitätsreduktion, Autonomie, Kunstwerk, Funktionssystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der systemtheoretischen Analyse des Funktionssystems Kunst nach Niklas Luhmann, insbesondere mit dessen interner Rationalität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Bestimmung der Kunst als autonomes soziales System, die Rolle der Kommunikation durch Kunstwerke sowie das Verständnis von Systemrationalität als Problemlösungsfähigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die interne Rationalität des gesellschaftlichen Funktionssystems Kunst zu untersuchen und zu prüfen, inwieweit diese im Rahmen der Luhmannschen Theorie präzisiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die Methode der funktionalen Systemtheorie nach Niklas Luhmann angewendet, um die Struktur und Rationalität sozialer Teilsysteme zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das Funktionssystem Kunst auf Werk- und Systemebene dargestellt und anschließend der Begriff der Systemrationalität erprobt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Systemtheorie, Autopoiesis, Systemrationalität, Kommunikation und funktionale Differenzierung charakterisiert.

Wie definiert Luhmann die „Funktion“ der Kunst?

Luhmann versteht die Funktion der Kunst als Verlagerung von Kommunikation in das Wahrnehmbare sowie als Möglichkeit, Welt in der Welt durch Beobachtung zweiter Ordnung erscheinen zu lassen.

Warum bleibt die interne Rationalität laut der Autorin „unbestimmt“?

Die Autorin argumentiert, dass Luhmanns Analysen trotz umfänglicher Bemühungen keine verbindliche, detaillierte Auskunft darüber geben, mit welcher binären Codierung oder durch welche Programme das Kunstsystem „eigentlich“ gesteuert wird.

Welche Rolle spielt die „Beobachtung zweiter Ordnung“?

Sie ermöglicht es der Kunst, ihre eigene Operationsweise zu reflektieren und die Beobachtung von Welt bzw. des „Unsichtbaren“ innerhalb der Welt zu leisten.

Was bedeutet der Begriff „re-entry“ im Kontext der Systemrationalität?

Der „re-entry“ bezeichnet die Wiedereinführung der Differenz zwischen System und Umwelt in das System selbst, was dem System ermöglicht, die Auswirkungen seiner Operationen auf die Umwelt zu steuern.

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Résumé des informations

Titre
Das gesellschaftliche Funktionssystem Kunst bei Luhmann
Université
University of Hagen
Note
gut bis sehr gut
Auteur
M.A. Monica Blümle (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
31
N° de catalogue
V160776
ISBN (ebook)
9783640770083
ISBN (Livre)
9783640770151
Langue
allemand
mots-clé
Funktionssystem Kunst Luhmann
Sécurité des produits
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Citation du texte
M.A. Monica Blümle (Auteur), 2005, Das gesellschaftliche Funktionssystem Kunst bei Luhmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160776
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Extrait de  31  pages
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