Soll man Tiere moralisch berücksichtigen oder nur Menschen und was bildet, falls man Tiere berücksichtigen sollen, die Grundlage dafür? Kann es überhaupt eine Norm dafür geben?
Ursula Wolf beschäftigt sich in ihrem Werk „Das Tier in der Moral“1 mit diesem Thema und versucht eine Moralkonzeption aufzubauen, in der sie Menschen wie Tiere berücksichtigt.
Doch ist die Konzeption als Norm zu verstehen oder eher als eine Grundeinstellung, von der es wünschenswert ist, dass sie jeder einhält?
Im ersten Teil dieser Hausarbeit wird die Argumentation Wolfs zusammengefasst. Es wird der Argumentationsgang Ursula Wolfs bis zu Ihrer Konzeption des generalisierten Mitleids und dessen Grundlage, der Leidensfähigkeit, geklärt.
Der zweite Teil der Hausarbeit besteht aus der kritischen Auseinandersetzung mit den im ersten Teil geschilderten Argumentationen Wolfs.
Einleitend werden zunächst einige wenige Textstellen und Thesen beleuchtet und genauer erläutert, hinterfragt oder gestützt.
Danach erfolgt die Auseinandersetzung mit der Kernfrage der Hausarbeit.
Ist es möglich auf Grundlage der Leidensfähigkeit, die Ursula Wolf als wichtige Eigenschaft einstuft, eine Norm weiter zu entwickeln, die Menschen und Tiere gleichermaßen berücksichtigt?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Erster Teil - Argumentationswiedergabe
- Eine metaphysische Konzeption liberaler Moral
- Der Standpunkt des generalisierten Mitleids
- Probleme und Grenzen der Mitleidsmoral
- Zweiter Teil – Kritische Auseinandersetzung
- Schopenhauers Beispiel der Übervorteilung einer Staatskasse
- Das Einbeziehen der Tiere in die Moralkonzeption
- Der Fötus und die Leidensfähigkeit
- Versuch der Aufstellung einer Norm auf Grundlage der Leidensfähigkeit
- Die Erkennbarkeit der Leidensfähigkeit und ihre Grenzen
- Die Schutzbedürftigkeit
- Entwicklung einer Norm aus dem „Kern einer Einstellung“
- Schlusswort
- Literaturverzeichnis
- Eidesstattliche Versicherung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit analysiert Ursula Wolfs Ethik des generalisierten Mitleids, wie sie in ihrem Werk „Das Tier in der Moral“ dargestellt wird. Dabei wird insbesondere untersucht, ob Wolfs Konzeption eine Norm etablieren kann, die Menschen und Tiere gleichermaßen moralisch berücksichtigt.
- Metaphysische Konzeption liberaler Moral
- Generalisiertes Mitleid als Grundlage der Moral
- Leidensfähigkeit als gemeinsame Eigenschaft von Mensch und Tier
- Kritik an der Einengung des Personenbegriffs
- Entwicklung einer Norm aus dem „Kern einer Einstellung“
Zusammenfassung der Kapitel
Die Hausarbeit beginnt mit einer Zusammenfassung der Argumentation von Ursula Wolf in ihrem Werk „Das Tier in der Moral“. Dabei wird dargestellt, wie Wolf zu ihrer Konzeption des generalisierten Mitleids gelangt und welche Rolle die Leidensfähigkeit in diesem Zusammenhang spielt.
Im zweiten Teil der Hausarbeit wird Wolfs Argumentation kritisch beleuchtet. Es wird insbesondere hinterfragt, ob es möglich ist, auf Grundlage der Leidensfähigkeit eine Norm zu entwickeln, die Menschen und Tiere gleichermaßen berücksichtigt.
Die Kapitel befassen sich mit verschiedenen Aspekten von Wolfs Theorie, darunter die Kritik an der Einengung des Personenbegriffs, die Frage, ob Tiere moralisch berücksichtigt werden sollten, sowie die Problematik der Leidensfähigkeit bei ungeborenen Kindern.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den zentralen Themen der Tierethik und der Moralphilosophie. Zu den zentralen Schlüsselbegriffen gehören generalisiertes Mitleid, Leidensfähigkeit, liberale Moral, Personenbegriff und moralische Norm.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Kernkonzept von Ursula Wolfs Ethik?
Es handelt sich um eine Ethik des generalisierten Mitleids, die sowohl Menschen als auch Tiere in die moralische Berücksichtigung einbezieht.
Warum ist die Leidensfähigkeit für Ursula Wolf so wichtig?
Die Leidensfähigkeit dient als fundamentale Grundlage und gemeinsame Eigenschaft, um eine moralische Norm für alle empfindungsfähigen Wesen aufzustellen.
Ist Wolfs Theorie eine verbindliche Norm oder eine Grundeinstellung?
Die Hausarbeit untersucht kritisch, ob sich aus dem „Kern einer Einstellung“ eine allgemeingültige Norm entwickeln lässt, die Tiere und Menschen gleichermaßen schützt.
Wie kritisiert Ursula Wolf den klassischen Personenbegriff?
Sie hinterfragt die Einengung des Personenbegriffs, die oft dazu führt, dass Wesen ohne rationale Autonomie (wie Tiere oder Föten) moralisch vernachlässigt werden.
Welche Rolle spielt Schopenhauer in dieser Hausarbeit?
Schopenhauers Beispiel der Übervorteilung der Staatskasse wird herangezogen, um die Grenzen und Probleme einer reinen Mitleidsmoral zu diskutieren.
Welche Probleme sieht die Arbeit in der Mitleidsmoral?
Es werden die Grenzen der Erkennbarkeit von Leiden sowie die Schwierigkeit, eine konsistente Schutzbedürftigkeit für alle Wesen zu definieren, analysiert.
- Arbeit zitieren
- Ing. Roberto Grebarsche (Autor:in), 2010, Ursula Wolfs Ethik des generalisierten Mitleids, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160796