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Vom Gymnasiastenwortwitz zum Gossenhumor. Humorunterschiede im Hamburger und Berliner Rap

Merkmale und Ursachen

Title: Vom Gymnasiastenwortwitz zum Gossenhumor. Humorunterschiede im Hamburger und Berliner Rap

Diploma Thesis , 2008 , 77 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Julia Manzke (Author)

Cultural Studies - Empiric Cultural Studies
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Ein Rapper ist natürlich kein Comedian und HipHop gehört nicht zur Humorindustrie. Aber Komik ist oft ein wichtiges Element bei Rapkünstlern, die relevant und erfolgreich geworden sind. Die Begriffe Clownrap, Gymnasiastenhumor, Wortwitz, Ironie befinden sich oft im Vokabular von Journalisten, die deutsche Rapplatten beurteilen. Und auf die Indizierung ihrer Alben reagieren viele Berliner mit dem Argument: "Das war doch nur lustig gemeint."

Rapper aus Hamburg, von denen vor allem Ende der 1990er bis zur Jahrtausendwende viele aktiv waren und ein großes Publikum fanden, hatten teilweise den Ruf mit "Gymnasiastenhumor" zu arbeiten. Einige der Künstler wurden in die Kategorie "HipHop-Clowns" gesteckt. Künstlern aus Berlin hingegen, die vor allem seit dem Durchbruch von Sido im Jahre 2004 ihren Weg in die Öffentlichkeit schaffen, wird nachgesagt einen etwas derberen Humor und somit auch die Tradition der "Berliner Schnauze" zu pflegen. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien konnte oft keinen Humor mehr in den Texten Berliner Rapper erkennen. Fünfzehn Rap Alben wurden zwischen 2004 und 2006 indiziert, die meisten davon stammen aus Berlin.
Ein Hamburger Rapalbum wurde bisher noch nicht indiziert.

Die These dieser Arbeit ist, dass sich eine Strömung "Hamburger Rap" von "Berliner Rap" abgrenzen lässt. Beide Strömungen haben Charakteristika bezüglich Stil, Vokabular, Inhalt und Themen. Sie haben unterschiedliche Hochzeiten, Zyklen und Mechanismen. Und besonders unterscheiden sie sich in ihrem Humorverständnis

Bedeutungen und somit das komische Element von Raptexten können nur im Kontext verstanden werden. In dieser Forschungsarbeit wird mithilfe von Humorforschung und Kontextanalyse die humoristische Komponente der Raptexte herausgearbeitet und die Unterschiede dargestellt. Diese Arbeit befasst sich nicht nur mit Humoranalyse. Wichtige Schwerpunkte sind die Hintergründe, die diese Humorunterschiede ausgelöst haben könnten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DEUTSCHER HIPHOP - KULTUR UND PRAKTIKEN

2.1. GESCHICHTE UND PROTAGONISTEN VON HAMBURGER RAP

2.2. GESCHICHTE UND PROTAGONISTEN VON BERLINER RAP

3. RAP UND HUMOR

3.1. HUMORFORSCHUNG

3.1.1. HUMORANALYSE

3.2. HAMBURGER RAP UND SEIN HUMOR

3.3. BERLINER RAP UND SEIN HUMOR

3.4. GEGENÜBERSTELLUNG DER UNTERSCHIEDE

4. ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR UNTERSCHIEDE UND ENTWICKLUNG

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die intrakulturellen Unterschiede im deutschen HipHop, mit einem spezifischen Fokus auf die humoristischen Ausprägungen des Hamburger und Berliner Raps. Das zentrale Ziel ist es, die Gründe für den Wandel in der Rapkultur zu analysieren und zu erklären, warum sich der Hamburger Stil, der für Wortwitz und subtilen Humor bekannt war, zugunsten eines derberen, konfrontativeren Berliner Stils veränderte.

  • Historische Entwicklung der HipHop-Szenen in Hamburg und Berlin
  • Wissenschaftliche Analyse von Humorformen (Satire, Ironie, Sarkasmus) in Raptexten
  • Vergleich der thematischen und stilistischen Humorstrategien beider Städte
  • Soziologische Erklärungsansätze für den Wandel und die unterschiedlichen "Humor-Identitäten"
  • Einfluss der Musikindustrie und der Protagonisten auf die mediale Wahrnehmung

Auszug aus dem Buch

3.2. HAMBURGER RAP UND SEIN HUMOR

Wie bereits erwähnt, werden dem Hamburger Hip Hop die Attribute „Wortwitz“, „Gymnasiasten-Party“, oder „HipHop-Clowns“ zugeschrieben.

Hamburger HipHop betreibt Battle Rap und Storytelling. Im Battle Rap werden vor allem andere Rapper angegriffen und gedisst, also ein „Disrespect“ ihnen gegenüber ausgesprochen. Gründe für den Nichtrespekt sind vor allem Talentlosigkeit und die Pop Elemente, mit denen die Gegner arbeiten um in die Charts zu kommen. Außerdem werden die anderen Crews nicht als „echte“ HipHopper anerkannt. Gedisst werden die fiktiven Gegner - nur in Ausnahmefällen werden explizit Namen genannt - mit Vergleichen und Metaphern aus verschiedenen Bereichen, z.B. allgemeinen Sprichwörtern:

Samy Deluxe:

„Das Problem: Whack MC! ich geh dem sofort auf den Grund

Du hast nichts drauf also nehm ich Dir das Wort aus dem Mund“

(Samy Deluxe auf Wort Drauf/Eins Zwo/ Gefährliches Halbwissen)

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Autorin identifiziert eine Forschungslücke bezüglich des Humors im deutschen HipHop und stellt die These auf, dass sich „Hamburger Rap“ und „Berliner Rap“ humoristisch voneinander abgrenzen lassen.

2. DEUTSCHER HIPHOP - KULTUR UND PRAKTIKEN: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historischen Eckpunkte des deutschen HipHops und beleuchtet die spezifischen Entwicklungen und Protagonisten der Rapszenen in Hamburg und Berlin.

3. RAP UND HUMOR: Es wird der theoretische Rahmen zur Humorforschung erarbeitet, wobei verschiedene wissenschaftliche Disziplinen und Methoden wie die Humoranalyse auf die spezifische Ausdrucksform des Raps angewendet werden.

4. ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR UNTERSCHIEDE UND ENTWICKLUNG: Das Kapitel analysiert die Ursachen für den Wandel im deutschen Rap, insbesondere den Einfluss sozialer Hintergründe der Protagonisten und die veränderten Anforderungen der Musikindustrie.

5. FAZIT: Die Arbeit fasst zusammen, dass Hamburger Rap einen subtileren, auf Wortspielen basierenden Humor pflegt, während Berliner Rap stärker auf Tabubruch, Gewaltmetaphern und Persönlichkeit fokussiert.

Schlüsselwörter

Hamburger Rap, Berliner Rap, HipHop, Humor, Wortwitz, Battle Rap, Storytelling, Tabubruch, Ironie, Satire, Eimsbush, Aggro Berlin, Popkultur, Identitätsbildung, Musikindustrie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die humoristischen Unterschiede zwischen der Hamburger und der Berliner HipHop-Szene, um die spezifischen Merkmale beider Strömungen sowie die Ursachen für ihren Wandel und ihre jeweilige Relevanz zu identifizieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind Humorverständnis im Rap, die Abgrenzung von Battle Rap und Storytelling sowie die Bedeutung von sozialen Hintergründen und Marketingstrategien für den Erfolg der jeweiligen Rap-Stile.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Forschungslücke über „Humor im Rap“ zu schließen und zu begründen, warum sich der Hamburger Rap-Stil, der lange dominierte, gegenüber dem Berliner Stil, der auf Provokation und Schockeffekte setzt, gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt Ansätze aus den Cultural Studies, um Popkultur als Ausdruck gelebter Erfahrung zu begreifen, kombiniert mit einer Humoranalyse und Kontextanalyse von Raptexten sowie Experteninterviews.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Entstehungsgeschichten beider Szenen dargestellt, Humortheorien wissenschaftlich aufgearbeitet und durch die Analyse spezifischer Songtexte und Videos der beiden Städte veranschaulicht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie "Hamburger Rap", "Berliner Rap", "Humor", "Popkultur", "Identitätsbildung" und "Tabubruch" beschreiben.

Wie unterscheiden sich Hamburger und Berliner Rap in Bezug auf ihren Humor?

Der Hamburger Rap gilt als subtiler, humanistischer und setzt auf Wortwitz, während Berliner Rap durch stärkere Gewaltmetaphern, sexuelle Provokationen und Tabubrüche sowie eine düstere Grundstimmung gekennzeichnet ist.

Welche Rolle spielen die untersuchten Labels für die Analyse?

Die Labels dienen als Fixpunkte für die jeweilige Szene: Eimsbush repräsentiert den Hamburger "Gymnasiastenhumor", während Labels wie Aggro Berlin oder Royal Bunker für den "Berliner Schmuddelrap" und die neue Härte stehen.

Wie bewertet die Autorin die zukünftige Entwicklung des Rap-Humors?

Die Autorin vermutet, dass auch der Berliner Raphumor, sobald er zum Standard wird und die Schockwirkung verliert, ähnlich wie der Hamburger Humor als "abgestanden" empfunden werden könnte.

Warum ist das Ergebnis für den Bereich der Kulturarbeit relevant?

Das Ergebnis bietet kulturarbeitenden Fachkräften bessere Werkzeuge für den Umgang mit Rap-Strömungen und ermöglicht eine fundierte Einordnung popkultureller Phänomene in den gesellschaftlichen Kontext.

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Details

Title
Vom Gymnasiastenwortwitz zum Gossenhumor. Humorunterschiede im Hamburger und Berliner Rap
Subtitle
Merkmale und Ursachen
College
University of Applied Sciences Potsdam
Grade
1,7
Author
Julia Manzke (Author)
Publication Year
2008
Pages
77
Catalog Number
V160819
ISBN (eBook)
9783668697539
Language
German
Tags
gymnasiastenwortwitz gossenhumor humorunterschiede hamburger berliner merkmale ursachen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Manzke (Author), 2008, Vom Gymnasiastenwortwitz zum Gossenhumor. Humorunterschiede im Hamburger und Berliner Rap, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160819
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