Die Ausstellung „Good Bye Bayern – Grüß Gott America“ (2004 – 2006). Ein Instrument der bayerischen Innen- und Außenpolitik?


Examensarbeit, 2007

107 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Der Veranstalter: Das Haus der Bayerischen Geschichte

3. Die relevanten Quellen
3.1. Die Fotosammlungen
3.2. Der Ausstellungskatalog
3.2.1. Der einleitende Teil des Katalogbuchs
3.2.2. Die restlichen Kapitel des Katalogbuchs
3.3. Der Kurzführer
3.4. Die Lehrerhandreichungen
3.4.1. Kapitel 2: Das Thema in der Schule
3.4.2. Die restlichen Kapitel der Lehrerhandreichung
3.5. Der begleitende Internetauftritt
3.5.1. Der Pfad ‚Ausstellung’
3.5.2. Die restlichen Pfade
3.6. Die Eröffnungsreden
3.6.1. Die Eröffnungsrede in Nördlingen von Staatsminister Goppel
3.6.2. Die Eröffnungsrede in Rosenheim von Staatsministerin Stewens
3.6.3. Die Eröffnungsrede in Aschaffenburg von Staatsminister Goppel
3.6.4. Die Eröffnungsrede in Aschaffenburg von Oberbürgermeister Herzog
3.7. Interview mit den Veranstaltungsverantwortlichen
3.8. Printmedienrecherche: der Pressespiegel zur Ausstellung
3.8.1. Die Presse im Vorfeld der Ausstellung
3.8.2. Die Presse zur Ausstellung in Nördlingen
3.8.3. Die Presse zur Ausstellung in Rosenheim
3.8.4. Die Presse zur Ausstellung in Aschaffenburg
3.9. Die Besucherreaktionen aus den Besucherbüchern
3.10. Die Besucherbefragung
3.11. Ein interner Ergebnisbericht

4. Das Instrumentarium
4.1. Die Kategorien zur Prüfung der Ausstellungshintergründe
4.1.1. Hinweise auf den Anlass und Gegenwartsbezug der Ausstellung
4.1.2. Hinweise auf die Planung
4.1.3. Hinweise auf die Motive, die Funktionen und die Ziele
4.1.4. Hinweise auf das Verhältnis zwischen dem Thema, den Inhalten und den Exponaten
4.1.5. Hinweise auf die Auswahl des Veranstaltungsortes
4.1.6. Hinweise auf die Größe und den Umfang der Ausstellung
4.1.7. Hinweise auf die Wirkung der Ausstellung

5. Die Analyse der Ausstellungshintergründe
5.1. Der Anlass und der Gegenwartsbezug der Ausstellung
5.1.1. Hinweise auf den Anlass im Ausstellungskatalog
5.1.2. Hinweise auf den Anlass in der Lehrerhandreichung
5.1.3. Hinweise auf den Anlass in den Eröffnungsreden
5.1.4. Hinweise auf den Anlass im Interview mit den Veranstaltern
5.1.5. Hinweise auf den Anlass in der Presse
5.1.6. Fazit zu den Hinweisen über den Anlass und die Gegenwartsbezüge
5.2. Die Planungsphase der Ausstellung
5.2.1. Hinweise auf die Planungsphase im Ausstellungskatalog
5.2.2. Hinweise auf die Planungsphase im Interview mit den Veranstaltern
5.2.3. Hinweise auf die Planungsphase in der Presse
5.2.4. Fazit zu den Hinweisen auf die Planungsphase
5.3. Die Zielbereiche der Ausstellung
5.3.1. Hinweise auf die Ziele der Ausstellung im Ausstellungskatalog
5.3.2. Hinweise auf die Ziele der Ausstellung in der Lehrerhandreichung
5.3.3. Hinweise auf die Ziele der Ausstellung in den Eröffnungsreden
5.3.4. Hinweise auf die Ziele der Ausstellung im Interview mit den Veranstaltern
5.3.5. Hinweise auf die Ziele der Ausstellung in der Presse
5.3.6. Fazit zu den Hinweisen über die Zielbereiche der Ausstellung
5.4. Das Verhältnis zwischen dem Thema, den Inhalten und den Exponaten
5.4.1. Hinweise auf das Verhältnis zwischen Thema, Inhalt und Exponaten in den Fotosammlungen
5.4.2. Hinweise auf das Verhältnis zwischen Thema, Inhalt und Exponaten im Katalog
5.4.3. Hinweise auf das Verhältnis zwischen Thema, Inhalt und Exponaten im Interview mit den Veranstaltern
5.4.4. Fazit zu den Hinweisen über das Verhältnis zwischen Thema, Inhalt und Exponaten
5.5. Die Ausstellungsorte
5.5.1. Hinweise über die Ausstellungsorte im Katalog
5.5.2. Hinweise über die Ausstellungsorte in den Eröffnungsreden
5.5.3. Hinweise über die Ausstellungsorte im Interview mit den Veranstaltern
5.5.4. Hinweise über die Ausstellungsorte in der Presse
5.5.4. Fazit zu den Hinweisen über die Ausstellungsorte
5.6. Die Größe und der Umfang der Ausstellung
5.6.1. Hinweise über Größe und Umfang im Katalog
5.6.2. Hinweise über Größe und Umfang im Interview mit den Veranstaltern
5.6.3. Hinweise über Größe und Umfang in der Presse
5.6.4. Hinweise über Größe und Umfang im internen Ergebnisbericht
5.6.5. Fazit zu den Hinweisen über Größe und Umfang der Ausstellung
5.7. Die Wirkung der Ausstellung
5.7.1. Hinweise über die Wirkung der Ausstellung in den Eröffnungsreden
5.7.2. Hinweise über die Wirkung der Ausstellung im Interview
5.7.3. Hinweise über die Wirkung der Ausstellung in der Presse
5.7.4. Hinweise über die Wirkung der Ausstellung in den Besucherbüchern
5.7.5. Hinweise über die Wirkung der Ausstellung in der Besucherbefragung
5.7.6. Hinweise über die Wirkung der Ausstellung im Ergebnisbericht
5.7.7. Fazit zu den Hinweisen über die Wirkung der Ausstellung

6. Die Prüfung der Hypothese
6.1. Die Argumente für die Hypothese
6.2. Die Argumente gegen die Hypothese
6.3. Das Urteil
6.4. Die Interpretation der Ausstellungshintergründe

7. Zusammenfassung

8. Quellenund Literaturverzeichnis
8.1. Quellen
8.1.1. Klassische Quellen
8.1.2. PDF-Dateien und Word-Documents
8.1.3. Onlinequellen
8.2. Sekundärliteratur

9. Anhang
9.1. Abbildung 1: Die Deutsch Amerikanische Freundschaft
9.2. Abbildung 2: Die Ausstellungskoje
9.3. Abbildung 3, 4 und 5: Unterschiedliche Kombination
9.4. Abbildung 6 und 7: Beispiele zur Beleuchtung

1. Einleitung

Die Untersuchung der Institution Museum erbringt den Beweis, daß die Geschichte dem gehört, der sich der Institution, ihrer Interpretation und Vermittelung bemächtigt, wobei die Methoden und Formen der Bemächtigung äußerst differenziert und indirekt sein können[1]. (Fazit des Kulturwissenschaftlers Martin Roth 1990)

Bei der Wanderausstellung „ Good Bye Bayern – Grüß Gott America. Auswanderung aus Bayern nach Amerika seit 1683 “ (2004-2006) vom Haus der Bayerischen Geschichte (HdBG) stand die gemeinsame Kulturgeschichte Bayerns und der USA im Zentrum. Bayern bekannte sich in positiver Weise zu seiner bis 1683 zurückreichenden Migrationsgeschichte und erinnerte gleichzeitig aktiv an den heute noch laufenden Prozess der Amerikamigration.

Wer davon ausgeht, dass Ausstellungen nicht zufällig stattfinden, der wird sich fragen, warum diese Ausstellung gerade im Zeitraum von 2004 bis 2006 vom HdBG veranstaltet wurde. Zumal das damalige außenpolitische Verhältnis zwischen der Bundesregierung und den USA durch bemerkenswerte Verstimmungen gekennzeichnet wurde und die innerdeutsche Gesellschaftstendenz zu dem tendierte, was in der Fachliteratur „Antiamerikanismus“[2] genannt wird. Denn durch die Alleingangpolitik des amerikanischen Präsidenten Georg W. Bush, v.a. vor dem Hintergrund des Irakfeldzugs, hat amerikanische Außenpolitik in der deutschen Gesellschaft und Politik deutlich an Zustimmung verloren. Als Beginn der außenpolitischen Verstimmung zwischen den Staaten gilt allgemein der Zeitpunkt der Weigerung der Bundesregierung die USA in ihrem Feldzug bedingungslos zu unterstützen[3]: „ Für Abenteuer stehen wir nicht zur Verfügung[4] (Bundeskanzler Gerhard Schröder am 03.08.2002). US-amerikanische Schlagworte wie etwa das „ alte Europa[5], die „ Koalition der Willigen[6], die „ Achse des Bösen[7] usw. sorgte für Empörung innerhalb der deutschen Bevölkerung und der Bundesregierung. Die Verstimmungen wurden derart massiv, dass Condoleezza Rice die Stimmung in Deutschland als „ vergiftet[8] bezeichnete, die amerikanische Botschaft in Deutschland auf ihrer Internetseite dazu Stellung nahm[9] und die Bundeszentrale für politische Bildung 2003 eine Informationsbroschüre über die aktuellen „ Deutschamerikanischen Beziehungen[10] herausgab. Hier wurden also innenpolitische Bemühungen erkennbar, die vermittelnd und beschwichtigend auf die gesellschaftlichen Tendenzen des Antiamerikanismus wirken sollten, der mittlerweile in ganz Deutschland in Demonstrationen[11], Medienstimmen[12] und Umfragen (siehe Abbildung 1 im Anhang) einen neuen Höhepunkt erreichte. Doch zeigen die noch heute präsenten Ressentiments, dass es kein Leichtes war die Eigendynamik der Bevölkerungsmeinung dahingehend zu beeinflussen, obwohl nicht nur in der Politik klar gewesen sein dürfte, von welch enormer Bedeutung eine Wiederannäherung bzw. ein Neuanfang der deutschamerikanischen Beziehungen war. Derartige gesellschaftliche Tendenzen belasteten die wirtschaftlichen Beziehungen und den empfindlichen Aktienmarkt erheblich und die USA gelten schließlich als „ Motor der Weltwirtschaft[13]. So stellte auch der Bundesindustriepräsident Michael Rogowski 2004 fest „ wir müssen näher zusammenrücken “ und hoffte „ auf eine Besserung im transatlantischen Verhältnis[14]. Der bayerische Ministerpräsident Stoiber bekundete 2002 „ Deutschland und Amerika verbindet eine tiefe Freundschaft und eine erfolgreiche Partnerschaft, deren Ursprung nicht zuletzt in unseren gemeinsamen historischen und kulturellen Wurzeln gründet “ und nannte die „ transatlantische Brücke “ eine „ sichere Investition in eine bessere Zukunft[15].

Die vorliegende Arbeit geht von diesem Rahmen aus und fragt, ob die zu untersuchende Ausstellung einerseits als innenpolitisches Instrument gegen den gesellschaftsimmanenten Antiamerikanismus und andererseits als außenpolitische Annäherungsbemühung an die USA gelten kann. Ausgangspunkt ist also die Hypothese: „ Die Ausstellung ‚Good Bye Bayern – Grüß Gott America’ (2004 – 2006) ist ein Instrument der bayerischen Innenund Außenpolitik vor dem Hintergrund der deutschamerikanischen Verstimmung dieser Zeit “.

Um dies zu überprüfen, durchsucht die vorliegende Arbeit alle verfügbaren Quellen nach Indizien für diese These. Nach der Vorstellung der veranstaltenden Institution werden dazu zunächst alle zugänglichen Quellen über die Ausstellung phänomenologisch abgehandelt.

Das im Folgenden erstellte Analyseinstrumentarium ist dem Analyseteil vorgeschaltet und rekrutiert sich aus dem weiten Spektrum der Forschung zur Ausstellungsanalyse. Dieses Instrumentarium stellt das nötige Werkzeug für den Analyseteil dar, in dem die Indizien für und gegen die eingangs gestellte Hypothese gesammelt werden. So können dann im letzen Teil der Arbeit die Pround Contra-Argumente gegeneinander abgewogen, ein Urteil über die Hypothese gefällt und eine Interpretation der Ausstellung gegeben werden. Da die vorliegende Arbeit primär die eingangs gestellte Hypothese prüfen will, darf sie nicht als umfassende Ausstellungsanalyse verstanden werden, denn sie blendet andere Gesichtspunkte der Ausstellung – wie etwa die ästhetische Seite – bewusst aus.

Die Quellen, die in der vorliegenden Arbeit einer Prüfung auf Indizien bezüglich der Hypothese unterzogen werden, sind alle denkbaren und für den Verfasser zugänglichen Hinweisträger: Die veranstaltungsbegleitenden Medien (Ausstellungskatalog, Kurzführer, Lehrerhandreichung, Internetauftritt), ein Interview mit den Veranstaltern, zwei Fotosammlungen zur Ausstellung, vier exemplarisch ausgewählte Eröffnungsund Grußreden, die umfassende Printmedienpublizistik, die offiziellen Besucherbücher, eine inoffizielle Besucherbefragung und ein interner Ergebnisbericht des HdBG. Je nach ihrer Ergiebigkeit für die Fragestellung finden die Quellen quantitativ unterschiedliche Berücksichtigung.

Begleitende Sekundärliteratur wird hauptsächlich in dem Teil der Arbeit miteinbezogen, der sich mit der Erstellung des Analyseinstrumentariums beschäftigt. Sie rekrutiert sich aus dem weiten Spannungsfeld der verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit dem Ausstellungswesen bzw. dem sog. „museologischen Diskurs“[16] beschäftigen. Dabei dienten dem Verfasser zentrale Aufsätze von Michler, Treml, Wirtz als Einstieg[17] und Beiträge von Rüsen, Schneider, Pandel und von Borries zur spezialisierten Vertiefung[18]. Das dargestellte Instrumentarium stellt eine Synthese aus der verwendeten Forschungsliteratur dar, denn ein praktisch handhabbares Analyseraster für die Zwecke der vorliegenden Arbeit war auch nach gründlicher Literaturrecherche nicht auffindbar. Obwohl deshalb keiner der verwendeten Titel als Leitwerk gelten kann, existieren dennoch Abhandlungen mit zentralen Impulsen für diese Arbeit. Zur Erstellung und Ausarbeitung der sieben Leitfragen bzw. Analysekategorien des Instrumentariums sind vorrangig Kaiser, Kniescheck, Mai und Schober dankend zu erwähnen[19]. Generell sind vor allem exemplarische Ausstellungsanalysen hilfreich und nützlich gewesen, wie sie in den Monografien von Kniescheck und Kaiser stattfinden.

2. Der Veranstalter: Das Haus der Bayerischen Geschichte

„Das Haus der Bayerischen Geschichte in Augsburg ist heute eine etablierte und in ganz Bayern wirksame Vermittlungsinstanz für historische Bildung“[20]. Bereits zu Anfang der 1960er Jahre wurde die Idee zu einem Haus der Geschichte im bayerischen Landtag diskutiert[21] und fügte sich gut in die Museumsdiskussion „Lernort contra Museumstempel“[22] der 1970er. Dieses Haus sollte nämlich eine Alternative zu den zunehmend als altväterlichpädagogisierend wahrgenommenen Museen bieten und keinesfalls museal sein. Mit modernen und flexiblen Präsentationsweisen sollte die Geschichte der bayerischen Staatlichkeit demonstriert und visualisiert werden. Nach der Einrichtung der „ Arbeitsgruppe Haus der Bayerischen Geschichte “ 1974 zur Vorbereitung von Landesausstellungen, einer kontroversen Entstehungsgeschichte 1978/83 und der formellen Gründung des HdBG 1983 als „ Behörde der Staatskanzlei[23], wurde 1985 die Verordnung mit seinen Aufgaben festgeschrieben:

„Das Haus der Bayerischen Geschichte hat die Aufgabe,

- die geschichtliche und kulturelle Vielfalt Bayerns allen Bevölkerungsschichten, vor allem der jungen Generation, in allen Landesteilen zugänglich zu machen,
- die Gesamtstaatlichkeit Bayerns und die Entwicklung von Staat und Gesellschaft bis zur Gegenwart im historischpolitischkulturellen Rahmen darzustellen,
- das Geschichtsbewusstsein zu fördern und zu pflegen und dadurch das geschichtliche Erbe für die Zukunft des Freistaats Bayern im deutschen und europäischen Rahmen fruchtbar zu machen.“[24]

(Auszug aus der Verordnung über das Haus der Bayerischen Geschichte 11.5.1985 (§ 2))

Diese Aufgaben werden vor allem durch Ausstellungen - durch die jährlich stattfindenden Bayerischen Landesausstellungen und Wanderausstellungen in allen Landesteilen - sowie durch Veröffentlichungen, Vorträge, Tagungen, Medienangebote, Zeitzeugenprojekte und den Aufbau eines Bildarchivs zur bayerischen Geschichte erfüllt.[25] (Homepage des HdBG, 2006)

Das HdBG gilt heute als Ausstellungsund Publikationszentrale des bayerischen Staats und kann auf über 20 Jahre abwechslungsreiches Ausstellungsprogramm zurückblicken[26]. 1993 wurde es von seinem Sitz in der Staatskanzlei München[27] nach Augsburg in ein neutrales Bürogebäude nahe dem Bahnhof verlegt, um die seit der Gründungszeit begleitende Öffentlichkeitsund Oppositionskritik zu entschärfen – die Vorwürfe betrafen die umstrittene Verknüpfung von Geschichte und Politik in einer staatlichen Institution[28]. So bezeichnete beispielsweise der SPD-Abgeordnete Schmockle das HdBG als Selbstbeweihräucherungsinstitut der Staatskanzlei und kritisierte die direkte Nähe zwischen Kanzlei und HdBG heftig:

„[Die] räumliche Nähe zwischen der unionsgeführten Staatsregierung und der Geschichtsbehörde suggeriere sozusagen die Identität von bayerischer Geschichte und bayerischer Gegenwart im Zeichen der Staatspartei CSU, affirmiere damit die bestehenden Parteiverhältnisse und lasse auch eine inhaltliche Kongruenz befürchten.“ (Schmockle zitiert in Kaiser: Inszenierung, S. 356.)

Seit 1998 ist das HdBG in die Abteilung XII des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (StmWFK) eingegliedert. Dem derzeitigen Direktor des HdBG, Prof. Dr. Claus Grimm, unterstehen die Referate für (1) „ Presseund Öffentlichkeitsarbeit “, (2) „ Bildarchiv, Zeitzeugen “, (3) „ Veröffentlichungen, Neue Medien, Internet “ und (4) „ Verwaltung[29]. Die Konzeption der Ausstellung „ Good Bye Bayern – Grüß Gott America. Auswanderung aus Amerika seit 1683 “ (2004-2006) übernahmen Dr. X. und der Stellvertreter des Direktors Dr. Y.aus dem „ Referat 1: Presseund Öffentlichkeitsarbeit “; Dr. X. war die Projektleiterin.

3. Die relevanten Quellen

Die Ausstellung zeigt die Auswanderungsbewegungen vom 18.Jahrhundert an bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Zentrum stehen die Schicksale der Menschen: Welche Gründe hatten sie, ihre Heimat zu verlassen? Welche Reisewege wählten sie? Wie erging es ihnen im neuen Land? Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Leben der Auswanderer in Amerika. Wie integrierten sich die Einwanderer aus Bayern? Bewahrten sie bestimmte Eigenheiten, gibt es spezifisch ‚bayerische’ Spuren in der amerikanischen Kultur? Ein eigenes Kapitel ist der jüdischen Auswanderung im 19. und 20. Jahrhundert gewidmet.“ (Good Bye Bayern – Grüss Gott America. Auswanderung aus Bayern nach Nordamerika. In: Haus der Bayerischen Geschichte (Hg.): Jahresbericht 2002 – 04, Augsburg 2004, S. 15)

Mit der Sonderbzw. Wanderausstellung „ Good Bye Bayern – Grüß Gott America “ des HdBG im Jahre 2004 bis 2006 behandelte erstmals eine Ausstellung speziell die Geschichte der bayerischen Auswanderung nach Amerika: „ Eine Geschichte, die mindestens zwei Millionen Menschen betraf[30]. Die behandelte Migrationsgeschichte spezialisiert sich also territorial auf Bayern, synonym mit dem heutigen Gebiet des Freistaats einschließlich der bis 1946 zugehörigen Pfalz, und Amerika, synonym mit den heutigen Vereinigen Staaten. Der zeitliche Beobachtungsrahmen setzt mit dem Beginn der Migrationsbeziehungen der beiden Territorien im Jahre 1683[31] ein und muss nach oben offen bleiben, da bayerische Auswanderung in die USA bis in die Gegenwart ein aktuelles Phänomen geblieben ist: „ Jedes Jahr wandern auch heute noch etwa 3000 Menschen aus Bayern in die Vereinigten Staaten aus[32].

Inhaltlich gliederten die Veranstalter den Themenbereich in 13 Ausstellungsabteilungen, deren Inhalte auf der Homepage des HdBG durch eine offizielle Kurzcharakteristik beschrieben werden:

[1] ‚ Von Bayern nach Amerika’

In allen Epochen der europäischen Geschichte waren Menschen gezwungen ihre Heimat zu verlassen. Im 17. und 18. Jahrhundert waren die Länder Ostund Südosteuropas die hauptsächlichen Ziele der deutschen Auswanderer. Durch die Kolonisierung Nordamerikas bot sich ein neuer, unerschlossener Raum für Siedler aus Europa an.

[2] Motive zur Auswanderung

Eine Auswanderung konnte religiöse Gründe haben, aus ökonomischen Erwägungen erfolgen, wegen politischer Bedrängnisse und Verfolgung stattfinden. In den allermeisten Fällen waren mehrere dieser push-Faktoren dafür verantwortlich, dass der Wunsch zur Auswanderung auch in die Tat umgesetzt wurde. Dazu kamen die pull-Faktoren, Vorstellungen vom Land Amerika, in dem vieles, das im eigenen Umfeld fehlte, vorhanden sei: Arbeit und Raum für jeden, landwirtschaftlich nutzbare Flächen, politische Freiheiten und Rechte, die Möglichkeit, zu tun und zu lassen, was man wollte; viele aber träumten einfach nur vom sich satt essen können.

Vorbereitungen zur Auswanderung

Ratgeberliteratur und Briefe

Die Auswanderer taten und tun bis heute gut daran, sich vor der Reise über ihre neue Heimat zu informieren. Unzählige Reiseberichte und Auswandererratgeber wurden verfasst. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine eigene Auswandererliteratur. Der erste in Bayern veröffentlichte Auswandererratgeber erschien 1840: Traugott Brommes "Handund Reisebuch für Auswanderer". Als besonders glaubwürdige Quelle galten Briefe von bereits ausgewanderten Freunden, Verwandten und Bekannten. Sie zeichneten häufig ein detailreiches Bild vom täglichen Leben in der Neuen Welt.

[3] Der Behördenweg

Das Recht auf Freizügigkeit und Auswanderung bestand in Bayern erst seit 1868. Bis dahin musste bei den Behörden ein Antrag auf Auswanderung gestellt werden. Um einen Reisepass zu erhalten waren verschiedene Papiere nötig: Geburtsund Taufzeugnis, Vermögensnachweis, Leumundszeugnis, eventuell ein Pockenschutzzeugnis oder für Männer ein Militärentlassschein. Mit der Auswanderung legte man bis 1854 die bayerische Staatsbürgerschaft ab.

Auswanderungsagenten

Die Auswanderungswelle des 19. Jahrhunderts schuf einen eigenen Berufszweig: den Auswanderungsagenten. Dies waren Männer, die hauptoder nebenberuflich im Auftrag der großen Reedereien handelten und Schiffspassagen oder sonstige Reisedokumente an die Auswanderungswilligen vermittelten; in etwa eine Vorform der heutigen Reisebüros.

[4] Abschied

Im 18. und 19. Jahrhundert bedeutete der Abschied von zuhause in den allermeisten Fällen einen Abschied für immer, da die Reise teuer, beschwerlich und gefährlich war. In den Abschiedsliedern drücken sich oft Enttäuschung und Zorn auf die sozialen und politischen Verhältnisse zuhause aus, die zur Auswanderung zwingen. Gleichzeitig wird die Hoffnung auf ein besseres Leben in Amerika deutlich: "Dann kommen wir nach Baltimoor, da strecken wir die Händ empor und rufen laut Viktoria, jetzt sind wir in Amerika. Dann gehen wir in an Gasthof nein und trinken eine Flasche Wein und lassen s'Deutschland s'Deutschland sein!", so drückt dies unser Amerika-Lied aus.

[5] Reise

Die Auswanderung erfolgte gewöhnlich in drei Etappen: Zunächst musste der Weg vom Heimatort zum Hafen bewältigt werden. Für Bayern waren das Le Havre, Rotterdam, Bremerhaven und Hamburg. Von dort aus traten die Auswanderer die Überfahrt nach Amerika an. Dort angekommen schloss sich der letzte Teil der Reise an, die Fahrt ins Landesinnere an den Zielort der neuen Heimat. Der Ausbau des Eisenbahnnetzes ab 1850 und die immer kostengünstiger werdenden Dampfschiffverbindungen zwischen Deutschland und Amerika erleichterten die Reise sehr.

[6] Ankunft

Wer nach Amerika auswanderte, landete meist in einem Hafen an der Ostküste, seit den 1830er Jahren am häufigsten in New York. Die wichtigste Aufnahmestation für Einwanderer war zunächst Castle Garden, an der Südspitze von Manhattan gelegen. Bis 1890 kamen dort 8,2 Millionen Immigranten aus aller Herren Länder an. Ab 1892 wurde Ellis Island, auf einer Insel vor New York gelegen, das wichtigste Tor in die Vereinigten Staaten. Als Ellis Island 1954 geschlossen wurde, hatten 17 Millionen Menschen diese Station passiert.

[7] New York

In New York ließen sich die Neuankömmlinge zumeist in "Kleindeutschland" auf der bayerischen East Side nieder, der größten deutschen Gemeinde außerhalb Deutschlands. Mit den Einwandererzahlen wuchs New York in rasantem Tempo mit: 1750 zählte es 16 000 Einwohner, um 1800 waren es 60 000 und 1860 lebten 800 000 Menschen in New York, unter ihnen ca. 120 000 Deutsche.

[8] Westwärts

Mit dem Vorrücken der Einwanderer nach Westen ging die Kultivierung der Wildnis einher, verbunden mit einer zumeist gewaltsamen Verdrängung und Unterwerfung der indianischen Bevölkerung. Der erfolgreiche Weg nach Westen, den die Einwanderer nahmen, ist auch dem technischen Fortschritt zuzuschreiben; besonders im Transportwesen. Am 10. Mai 1869 trafen die von der Ostund Westküste vorangetriebenen Strecken der Union Pacific und der Central Pacific Railroad in Utah zusammen.

[9] Niederlassungen

Deutsche Niederlassungen mit bayerischen Quartieren fanden sich vermehrt an der Ostküste in Pennsylvania, im Gebiet um die Großen Seen, in Wisconsin, Iowa, Ohio, aber auch in Missouri und in Texas. New York, Chicago, Milwaukee, Cincinnati und St. Louis beherbergten große deutsche Gemeinden. Oft blieben Leute aus einer Gegend auch in Amerika zusammen. So versammelten sich zum Beispiel die Einwanderer aus dem Bayerischen Wald in Oshkosh, die Arzberger im heutigen South Bend.

[10] Arbeiter und Unternehmer

Die Auswanderung in die USA wurde auch für viele Bayern zu einer Erfolgsstory. Manche stiegen vom mittellosen Einwanderer zum Großunternehmer auf, andere konnten auf einem schon vorhandenen Kapital aufbauend riesige Vermögen erwerben. Mehr noch aber entstanden mittelständische Existenzen. Von den zahlreichen Einwanderern, die im Elend untergingen, gibt es kaum Zeugnisse.

[11] Kulturelles Leben

Die deutschen Einwanderer brachten wichtige Elemente ihrer Hochund Alltagskultur mit ins Land und befruchteten damit auch die amerikanische Kultur. Sie pflegten z.B. die deutsche Sprache, die Vereinskultur mit Turnern, Chören und Musikkapellen oder brachten traditionsreiche Handwerke wie die Glasmalerei mit.

[12] Verbindungen

In Zeiten ohne Telefon und Internet waren Briefe das einzige Mittel, um den Kontakt mit der Familie und Freunden und Bekannten aufrecht zu halten. Ersatz für die persönliche Begegnung waren Fotografien. Schließlich hielten gegenseitige Geschenke hinüber und herüber die Verbindung aufrecht.

[13] Auswandererschicksale/Biografien

20 bayerische Einzelschicksale stehen für die Vielzahl der Auswanderer. Ihre Biografien bieten die Möglichkeit, alle Themen, denen man in der Ausstellung begegnete, noch einmal anhand eines Lebenslaufes näher zu betrachten und zu vertiefen.“

(http://www.hdbg.de/basis/04_00_index_extern_presse.php?url=http%3A//www.hdbg.de/basis/04_content_presse/content/archiv_27_2004-06-24.htm, letzter Zugriff 17.01.2007)

Da es dem Verfasser nicht möglich war die Wanderausstellung während ihrer Laufzeit selbst zu besuchen, muss sich die vorliegende Arbeit darauf beschränken, im Folgenden alle relevanten und verfügbaren Quellen über die vergangene Ausstellung zu prüfen. Dieser Teil der Arbeit ist also als Sichtung der Quellen nach ihrer Ergiebigkeit für die Fragestellung zu verstehen.

Zunächst werden zwei Fotosammlungen zu den Ausstellungen einen einführenden, plastischen Einblick schaffen. Die daran anschließende Analyse der veranstaltungsbegleitenden Medien (der Ausstellungskatalog, der zweisprachige Kurzführer, die Lehrerhandreichungen, der offizielle Internetauftritt und die Eröffnungsreden) ergänzen den Fotorundgang und beleuchten gleichzeitig die Hintergründe der Veranstaltung. Die offiziellen Eröffnungsreden transportieren ebenfalls wertvolle Informationen für die Analyse. Das vom Verfasser geführte Interview mit den Veranstaltungsverantwortlichen und ein interner Ergebnisbericht des HdBG ermöglichen Einblicke auf Ausstellungsvorbereitung, -verlauf und -ergebnis aus der Perspektive der Veranstalter. Eine umfassende Medienrecherche, die beiden offiziellen Besucherbücher der Ausstellung, eine vom HdBG inoffiziell durchgeführte Besucherbefragung und ein interner Ergebnisbericht geben schließlich Einsicht auf die Rezeption und Reaktionen der Besucher.

3.1. Die Fotosammlungen

Zur im Zentrum des Erkenntnisinteresses stehenden Beantwortung der Frage nach der politischen Instrumentalisierung der Ausstellung werden die Fotosammlungen keine wesentliche Rolle spielen, da sie lediglich die hierbei zu vernachlässigende ästhetische Umsetzung der Ausstellung wieder geben. Dennoch kann ein plastischer Einblick auf den Untersuchungsgegenstand nicht schaden.

Die Wanderausstellung hatte insgesamt drei Ausstellungsorte: die alte Schranne in Nördlingen, den Lokschuppen in Rosenheim und das Schloss Johannisburg in Aschaffenburg. Das HdBG dokumentierte die die Ausstellungsgestaltung an allen drei Orten fotografisch und konnte dem Verfasser jeweils eine digitale Fotosammlung zu den Ausstellungsorten Rosenheim und Aschaffenburg aufgrund ihrer problemlosen Reproduzierbarkeit zukommen lassen. Da die Fotosammlung zur Ausstellung in Nördlingen dem HdBG nur einmalig in Form von Diapositiven vorliegt und deshalb für den Verfasser nur schwer zugänglich ist, wird sich die vorliegende Arbeit auf die beiden erwähnten Fotosammlungen zu Rosenheim und Aschaffenburg beschränken. Diese Fotos wurden von Mitarbeitern des HdBG zu internen Zwecken an einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt während der Laufzeit der Ausstellung mit einer handelsüblichen Digitalkamera aufgenommen und haben keinerlei offiziellen Charakter. Für Rosenheim liegen 118 Aufnahmen vor, die gemäß den 13 Ausstellungsabteilungen chronologisch gegliedert und entsprechend betitelt sind, was die Fotosammlung zu einer Art Rundgang macht. Die Fotosammlung für Aschaffenburg beinhaltet lediglich 32 Bilder, die einer beschreibenden Beschriftung entbehren und keine chronologische Reihenfolge aufweisen[33].

Der Vergleich beider Fotosammlungen lässt bezüglich der Präsentation der Exponate zwischen Rosenheim und Aschaffenburg gesamtkonzeptionell keine wesentlichen Unterschiede erkennen. An beiden Orten wurden dieselben ästhetischen Grundelemente verwendet: Ausstellungskojen aus unbehandeltem Holz, an denen die Exponate mit Hilfe von Rahmen und Vitrinen angebracht waren. Auffällig ist, dass das Holz dieser rahmenden Kojenelemente direkt mit der gliedernden Überschrift, Erläuterungen und z.T auch mit reproduzierten Bildern bedruckt und mediale Unterstützungselemente, wie z.B. Kopfhörer und ihr dazugehöriges Bedienungselement, ebenfalls direkt in die Koje integriert wurden (siehe Abbildung 2 im Anhang). Diese Kojen hatten offensichtlich den pragmatischen Effekt, dass sie durch ihr palettenartiges Bodenelement problemlos mit einem Gabelstapler transportiert und wie ein messetypisches Bausatzelement an jedem beliebigen Ort aufund abgebaut werden konnten. Aber auch auf der sinnlich-ästhetischen Ebene hatte dieses Bausatzsystem den Vorteil, dass das ästhetische Gesamtbild der Ausstellung relativ unabhängig von den speziellen räumlichen Beschaffenheiten der jeweiligen Ausstellungslokalität umgesetzt werden konnte. Die Kojen selbst erinnern selbstverständlich an Schiffskojen und somit sollten vermutlich die beengten Verhältnisse der Schiffsreise über den Atlantik – so zu sagen als emotionale Hauptkulisse – räumlich vermittelt werden.

Die einzelnen Kojenbausatzelemente finden sich unverändert in beiden Fotoreihen wieder, jedoch mit dem Unterschied, dass sie teilweise anders miteinander zusammengesetzt bzw. kombiniert wurden. Ein verdeutlichendes Beispiel im Anhang (siehe Abbildung 3, 4 und 5 im Anhang) zeigt, dass die Koje mit der ausgestellten Flinte „ Spencer-Karabiner “ in Rosenheim genauso und unverändert auch in Aschaffenburg präsentiert wurde – lediglich anders kombiniert: Das Fotobeispiel zeigt in Rosenheim eine Koje mit dem Gemälde „ Übergabe der Festung Yorktown 1781 “ links neben der Koje mit der Flinte und rechts daneben eine Koje mit dem Gemälde „ Josef Arnold (1842 – 1897) zur Zeit des Bürgerkrieges “. In Aschaffenburg dagegen war die Koje mit dem Yorktown-Gemälde rechts von der Flintenkoje angeordnet, während links nun anstatt des Kojenelements mit dem Arnold-Gemälde eine Vitrine mit dem Klappstuhl, der Hängematte und der Decke der Familie Kolb stand. Vermutlich wurden diese Variationen durch die unterschiedlichen räumlichen Gegebenheiten veranlasst. Es gibt in den Fotosammlungen nämlich auch zahlreiche Beispiele für identische Kombinationen.

Die Beleuchtung scheint auf den meisten Bildern einem düsteren, schummrigem und gedrungenem Grundkonzept zu folgen, wobei aber auch einige wenige, scheinbar gezielt erhellte Ensembles herausstechen: Exemplarisch dafür ist ein Vergleich der Ensembles zu „ Reise“ und zu „ New York “ (siehe Abbildung 6 und 7 im Anhang). Die dunkle Beleuchtung vermittelt ebenfalls, ähnlich wie das Grundkonzept der Kojen, den beengten Eindruck des Schiffsinneren bei der Atlantiküberfahrt. Die weitläufigen, erhellten Ensembles dagegen lassen dann einen befreienden Eindruck entstehen, wahrscheinlich um das Ende der strapaziösen Überfahrt bei der Ankunft des Schiffes im New Yorker Hafen emotional zu unterstreichen.

3.2. Der Ausstellungskatalog

Das Katalogbuch zur Ausstellung „ Good Bye Bayern – Grüß Gott America. Auswanderung aus Bayern nach America seit 1683 “ wurde 2004 von Dr. X., Dr. Y.und Frau B.herausgegeben. Das Katalogbuch umfasst 320 Seiten, beinhaltet ca. 600 farbige und schwarzweiße Abbildungen[34] und gliedert sich in folgende fünf Teile: einen einleitenden Teil, einen Aufsatzteil, einen Biografieteil, einen Katalogteil und einen Anhang. Darüber hinaus durchziehen „ willkürlich eingestreute ‚Passfotos’ und Zitate aus Briefen und Berichten von Auswanderern […]“ (Zu Ausstellung, Buch und Medien, S. 19) das gesamte Katalogbuch[35].

Informationen zu den Ausstellungshintergründen, nach denen die Arbeit sucht, finden sich in Ausstellungskatalogen in der Regel – wie auch im vorliegenden Fall –im einleitenden Teil. Die restlichen Kapitel sind dabei eher zu vernachlässigen, werden der Vollständigkeit halber aber zusammenfassend nach Struktur, Inhalt und Funktion kurz abgehandelt.

3.2.1. Der einleitende Teil des Katalogbuchs

Der einleitende Teil erstreckt sich von Seite 7 bis Seite 20 und besteht aus einem Grußwort, einem Vorwort, dem Ausstellungsimpressum, Danksagung und Auflistung der Leihgeber und einer Hinleitung zum Thema.

Da das HdBG dem StmWFK inkorporiert ist verwundert es nicht, dass der bayerische Staatsminister für Wissenschaft Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel, als Schirmherr das halbseitige Grußwort (S. 7) verfasst. Darin führt er Migration als Basisphänomen der Menschheitsgeschichte ein und zieht aus der Entdeckung Amerikas 1492 den zwangsläufigen Schluss der Besiedelung – ab dem 17. Jahrhundert auch durch deutsche Immigranten. Wichtig ist ihm hierbei die bisherige Bilanz der Amerikamigration: „ rund sieben Millionen Deutsche, unter ihnen rund eine Million aus dem heutigen Bayern “ seien bisher dort hin abgewandert und dementsprechend gäbe „ ein Viertel der Amerikaner an von deutschen Einwanderern abzustammen “. Unter dem Primat der „ Begegnung der Kulturen “, die durch deutschamerikanische Migration stattfand und weiter stattfindet, soll sich diese Ausstellung dem Schicksal der berühmten genauso wie dem der unbekannten Auswanderer widmen. Generell sei nämlich Kulturbegegnung „ gerade in der heutigen Zeit, […] zu einer unabdingbaren, wenn oft noch schwierigen Notwendigkeit geworden “.

Der Leiter der veranstaltenden Institution bzw. der Direktor des, Prof. Dr. Claus Grimm verfasst das anderthalbseitige Vorwort (S. 9f). Neben der Bilanz, die bereits Goppel zog, gibt er Einblick in die Planungsphase der Ausstellung: Ein zur Realisierung der „ seit langem geplanten Ausstellung “ veranstaltetes Kolloquium mit 20 Referenten fand 2002 in Fürstenfeldbruck statt, auf dem erste Probleme hinsichtlich räumlicher Unterbringung und fehlender Exponate ergaben. Aus einer „ beachtlichen thematischen Vielfalt “ entstanden dort trotzdem die 13 Ausstellungsabteilungen, die bereits in der Realisierungsphase auf „ überwältigende Resonanz “ stießen, so dass ein großzügiges Netzwerk aus „ beinahe 200 privaten Leihgebern “ und verschiedensten Großinstitutionen aus dem deutschen und amerikanischen Raum entstand. Amerikanische Geldspenden ermöglichten sogar den Nachguss der Frankenmuther Kirchenglocke, was aus dem Ausstellungsbudget „ nicht zu finanzieren gewesen wäre “. Neben dem Dank an weitere Institutionen, Leihgeber und Mitarbeiter lobt er die Stadt Nördlingen für die „ freundliche Aufnahme “ der Ausstellung samt des „ gut geeigneten “ Ausstellungsgebäudes („ Alte Schranne “) und erwähnt „ Raumund Kostengrößen“ als Problemfaktoren, die eventuell das geplante Konzept der Wanderausstellung verhindern könnten.

Daran schließen das Ausstellungsimpressum und die sechsseitige Auflistung bzw. Danksagung an alle beteiligten Leihgeber an, die das von Grimm erwähnte Netzwerk bestätigt.

Als Schlusslicht des einleitenden Katalogteils fungiert der dreiseitige, einführende Beitrag „ Zu Ausstellung, Buch und Medien “ (S. 18-20) – verfasst von den eigentlichen Veranstaltern der Ausstellung, Dr. X. und Dr. Y., und der Katalogverantwortlichen, Frau B.– als Einstieg in die Thematik: Sie betonen eingangs, dass der wissenschaftliche Anspruch dieser Ausstellung darin besteht, dass „ erstmals […] die Geschichte der bayerischen Auswanderung nach Amerika erzählt “ wird und dass dieses historische Phänomen „ mindestens zwei Millionen Menschen betraf “. Dies stehe für die gesellschaftliche Relevanz des Themas. Die Definition des zeitlichen und räumlichen Rahmens des Phänomens leitet den Verweis auf die „ kaum zu bändigende Themenvielfalt “ ein, die „n icht zuletzt auch in unserem Web-Special sichtbar wird “. Vor diesem Hintergrund referieren die Veranstalter kurz den anschließenden Aufsatzund Biographieteil des Katalogs, die gemeinsam ergänzend und erklärend zu den 13 Abteilungen stehen sollen. Der sozialgeschichtlichkulturelle Angelpunkt der Ausstellung wird dadurch deutlich, dass es hauptsächlich „ Gebrauchsgegenstände, volkskundliche Objekte “ des einfachen Auswanderers sind, „ die in der Ausstellung im Mittelpunkt stehen “. Die „ willkürlich eingestreuten ‚Passfotos’ und Zitate “ stehen ebenfalls als Bestätigung dafür, andererseits aber auch zusammen mit dem PC-Lexikon der Ausstellung[36] als „ kleiner Ersatz “ für Vieles, das „ unberücksichtigt bleiben musste “. Als Gründe dafür wird das Fehlen geeigneter Exponate genannt. Der wesentliche biographische Standfuß der Ausstellung wird hier mit der sonst nicht zu bewältigenden Schwierigkeit erklärt, „ die Bayern aus der großen Gruppe der deutschen Einwanderer herauszufiltern “. Daher musste „ häufig der umgekehrte Weg über die Biografien beschritten werden “. Die anhaltende bayerische Amerikamigration mit „ jährlich etwa 3 000 Menschen “ in Übereinstimmung und Unterschied zu „ früheren Auswanderern “ sehen die Ausstellungsverantwortlichen als Gegenwartsbezug der Ausstellung. Im Zentrum stehe heute wie damals die Frage: „ Wo ist Heimat “? Abschließend werden die forschungsspezifischen Zugewinne für die speziell bayerischamerikanische Auswanderung aufgezählt.

3.2.2. Die restlichen Kapitel des Katalogbuchs

Neben dem einleitenden Kapitel, auf das das Erkenntnisinteresse der Fragestellung gerichtet ist, beinhaltet das Katalogbuch einen Aufsatzteil, einen Biographienteil, einen Katalogteil und einen zu vernachlässigenden Anhang.

Der Aufsatzteil, der sich von Seite 23 bis Seite 94 erstreckt, beinhaltet zehn Aufsätze, die inhaltlich zum Großteil – wenn auch nicht deckungsgleich – mit den 13 Ausstellungsabteilungen korrespondieren. Die Aufsatzauswahl fungiert als Ergänzung und Vertiefung zur Ausstellung und stellt den aktuellen Forschungsstand dar. Das Zusammenspiel von deutschen[37] und amerikanischen[38] Autoren dient der Legitimierung des Forschungsstands und sorgt dadurch für die Bestätigung der wissenschaftlichen Korrektheit der Ausstellungsarbeit. Abgesehen von der Funktion der Bestätigung der Aktualität bzw. der Korrektheit des momentan gültigen Wissensstandes sind die Inhalte[39] der Aufsätze und ihre Autoren für die Hypothesenprüfung unwesentlich.

Der Biographieteil mit seinen 22 Auswahlbiographien reicht von Seite 96 bis Seite 145 und erlaubt einen weiteren Einblick in die Themenvielfalt der bayerischen Auswanderung. Die Herausgeber begründen den Weg über die Biographien bereits im einleitenden Teil als methodische Notwendigkeit um speziell die sonst schwer zu verfolgenden bayerischen Schicksale nachzeichnen zu können (Zu Ausstellung, Buch und Medien, S. 19). Der Biographieteil umfasst skizzenhaft das Leben von Personen aus drei Jahrhunderten, wobei neben berühmten Auswanderern[40], auch ein Einblick in das Leben vieler unbekannter Einzelschicksale der breiten Masse gewährt wird. Hier wird der angestrebte Gegenwartsbezug der Ausstellung freilich am anschaulichsten erfahrbar: individuelle Einzelschicksale beflügeln die Fantasie und die Emotionen der Besucher – rudimentär vergleichbar mit historischen Romanen oder Spielfilmen. Dieser auch im Katalog beinhaltetet Ansatz der Ausstellung ist sicherlich nicht ungeeignet um im Besucher den angesprochenen Vergleich von Migration in der Vergangenheit mit Migration der Gegenwart zu evozieren. Zusammenfassend gesehen stellt der Biographieteil primär methodische Notwendigkeit dar, dient aber zugleich der Anschaulichkeit und dem emotionalen Lernen.

Der Katalogteil ist das eigentliche Kernstück des Katalogbuchs, denn er katalogisiert alle 400 Ausstellungsobjekte[41] schriftlich und enthält dazu 382 Abbildungen nimmt zahlenmäßig mit 158 Seiten den größten Platz im Katalogbuch ein. Die Gliederung entspricht den 13 Abteilungen der Ausstellung, wobei jede Abteilung ein knapper einführender Essay vorgeschaltet ist. Die einzelnen katalogisierten Exponate tragen meist einen mehrzeiligen Titel, sind entsprechend ihrer Abteilung durchnummeriert, haben unmittelbar unterhalb ihrer Nummerierung und Betitelung ihren Herkunftsnachweis und werden jeweils kurz vor dem Kontext ihrer Abteilung erklärt. Der Katalogteil bzw. die Katalogisierung aller ausgestellten Exponate ist der ursprüngliche Beweggrund für die Herausgabe des Katalogbuchs, denn hier werden im Gegensatz zu einem Kurzführer in der Regel alle Ausstellungsobjekte vollständig aufgeführt. Dass sich Ausstellungskataloge mittlerweile tendenziell in Richtung Aufsatzsammelband oder gar Handbuch entwickeln[42] und deshalb – wie auch in diesem Falle – lieber mit dem Begriff „ Katalogbuch[43] bezeichnet werden, ist eine kulturgeschichtliche Entwicklung unserer Zeit, die einer eigenen Untersuchung bedarf.

3.3. Der Kurzführer

Der Kurzführer zur Ausstellung „ Good Bye Bayern – Grüß Gott America. Auswanderung aus Bayern nach America seit 1683[44] wurde 2004 von Dr. X., Dr. Y.und Frau B.herausgegeben. Der Kurzführer umfasst 48 Seiten, beinhaltet 115 farbige und schwarzweiße Abbildungen[45] gliedert sich in 13 Kapitel gemäß der 13 Ausstellungsabteilungen und ist zweisprachig – in Englisch und Deutsch – abgefasst. Jedes der 13 Kapitel hat zunächst einen etwa einseitigen einführenden Essay in Deutsch und Englisch zum Inhalt der jeweiligen Abteilung, wobei es sich dabei nicht um eine direkte Übersetzung handelt: Die Essays differieren großteils strukturell und inhaltlich erheblich, vermutlich weil den Herausgebern die Interessen der amerikanischen/englischsprachigen und deutschen Besucher am Thema so unterschiedlich erschienen. Den Essays folgen dann je nach Umfang der Abteilung eine oder mehrere Doppelseiten mit Abbildungen zu ausgewählten Exponaten mit den entsprechenden Erläuterungen. Da sich der Kurzführer ausschließlich dem Ausstellungsinhalt widmet und mit keinem Wort auf die Ausstellungshintergründe eingeht, ist er für die Hypothesenprüfung irrelevant.

3.4. Die Lehrerhandreichungen

Wie das Projekt „ Schule und HdBG “ auf der Homepage des HdBG zeigt, gehört der Miteinbezug der Schulen zum Konzept des HdBG[46]. Neben den ausstellungsbegleitenden Internetprojekten, die dem Unterricht gezielt als Materialarchiv zur bayerischen Geschichte dienen sollen[47], bietet das HdBG zu immer mehr Ausstellungen spezielle Lehrerhandreichungen zum Download an: „ Für Lehrer gibt es eine ausführliche Lehrerhandreichung […] als PDF-Dokument, die sich zur Ausstellungsvorbereitung, aber auch zur Verwendung im Unterricht eignet[48]. Damit stellt sich das HdBG auf das didaktische Fundament der neueren Geschichtsdidaktik, die den gewinnbringenden Effekt der Verbindung von Geschichtsunterricht und Ausstellungen unter entsprechender Voraussetzungen klar herausstreicht: „Der Geschichtsunterricht braucht die Stütze des materiellen Zeugnisses; das, was dort gelernt werden soll benötigt […] die Anbindung an die Materialität der konkreten Museumsstücke, wenn es später noch erinnert werden soll“[49].

Zur Ausstellung „ Good Bye Bayern – Grüß Gott America “ wurden sogar drei verschiedene PDF-Dateien zum Download angeboten: Eine Lehrerhandreichung zum Standort Nördlingen, und eine zweiteilige Lehrerhandreichung zum Standort Rosenheim („ Teil 1 Lehrerhandreichung “ und „ Teil 2 Zusatzmaterialien “). Der Verfasser dieser Handreichung ist der Ausstellungspädagoge Stephan Lippold, für die Redaktion war Margot Dr. X. verantwortlich. Die wesentlichen inhaltlichen Bestandteile beider Handreichungen sind (1) „ Führungen und museumspädagogische Angebote “, (2) „ Das Thema in der Schule “, (3) „ Ausstellungsrundgang “, (4) „ Unterrichtsideen “, (5) „ Arbeitsbögen für die Ausstellung “, (6) „ Lösungshinweise zu den Arbeitsbögen “, (7) „ Arbeitsblätter für den Unterricht (Bilder und Texte) “, (8) „ Arbeitsblätter für den Unterricht 2 (Originalbriefe) “, (9) „ Kommentiertes Verzeichnis von Internetmaterial “. Die Handreichung für Nördlingen beinhaltet darüber hinaus die Gliederungspunkte „ ‚Ries ade’ - Ausstellung im Stadtmuseum Nördlingen “ und „ Statistisches zur Auswanderung “ und ist mit 65 Seiten auch quantitativ umfangreicher als die zusammengenommen 64 Seiten der zweiteiligen Rosenheimer Handreichung. Dass das HdBG zwei unterschiedliche Handreichungen konzipierte, lag wahrscheinlich lediglich an den unterschiedlichen regionalen Verhältnissen: unterschiedliche Preise, anderer Lageplan der Ausstellung in der Stadt, neue Kontaktadressen und -telefonnummern und das regional abweichendes Zusatzprogramm im Falle Nördlingens. Letztendlich sind diese unterschiedlichen Verhältnisse aber nicht entscheidend, d.h. die Handreichung für Nördlingen hätte bezüglich ihrer Funktion genauso gut auch für Rosenheim ausgereicht, weshalb vermutlich auch auf eine spezielle Handreichung für den dritten Standort Aschaffenburg verzichtet wurde. Es reicht also völlig aus, sich nur die umfangreichere Nördlinger Handreichung näher anzusehen.

Für die Fragestellung der Arbeit ist vorrangig das Kapitel „ Das Thema in der Schule “ von Interesse, weil es Aufschluss darüber gibt, wie der Autor bzw. das HdBG die Gegenwartsrelevanz des Themas begründen. Hierbei kann man davon ausgehen, Informationen über die Beweggründe der Ausstellungsveranstaltung zu erfahren, während die restlichen Kapitel lediglich Bezug zum Ausstellungsinhalt nehmen.

3.4.1. Kapitel 2: Das Thema in der Schule

Der Stellenwert des Ausstellungsthemas für den Schulbetrieb wird auf Seite fünf hinsichtlich der „ allgemeinen pädagogischen und didaktischen Relevanz “ und der „ Bedeutung für einzelne Jahrgangsstufen und Fäche r“ erläutert. Die Ausstellungsthematik greife im allgemeinen Sinne durch die Auseinandersetzung mit dem Migrationsphänomen „ eine Vielzahl aktueller und in höchstem Maße für die schulische Bildungsund Erziehungsarbeit relevanter Themen auf “, wie etwa das Verlassen der Heimat, Flucht vor Verfolgung, Begegnung mit dem alten Freund Amerika und die Migrationsgeschichte des eigenen Volkes, die bis in die Gegenwart andauert. Der Kerngedanke der Schulrelevanz, durch eine Migrationsausstellung des eigenen Volkes bei Schülern Respekt, Verständnis und Toleranz für Migranten im eigenen Umfeld zu wecken, wird durch ein Zitat aus der SZ verdeutlicht:

„Deutschland tut sich besonders schwer mit Einwanderung und Integration – auch deshalb, weil sich dieses Land an seine eigene Auswanderungsgeschichte nicht erinnert. Auswanderung kommt im kollektiven Gedächtnis nicht vor.“ (Heribert Prantl, SZ, 01.12.2003, zitiert nach Lippold, Lehrerhandreichung für Nördlingen, S. 5)

Damit ist ein Erziehungsziel benannt, das den Alltag der Schüler unmittelbar betrifft. Bei der Jahrgangs und Fächerspezifischen Bedeutung der Thematik wird zunächst die Eignung für Grundschüler betont, neben der pflichtmäßig im Grundschullehrplan vorgeschriebenen Behandlung des Themas ‚Migration’ biete hier u.a. „ die zumeist große Aufgeschlossenheit der Kinder in diesem Alter die Möglichkeit, eine gegenseitige tolerante Haltung zu fördern “. Danach werden die passenden Fächer in den weiterführenden Schulformen genannt, die sich ohnehin mit Toleranz, Kulturbegegnung und Migration beschäftigen – nämlich insbesondere Religion, Sozialkunde, Geschichte, Erdkunde und Englisch.

3.4.2. Die restlichen Kapitel der Lehrerhandreichung

In Kapitel 1 „ Führungen und pädagogische Angebote “ (S. 4) werden die entsprechenden Kosten, Inhalte und Anmeldungskonditionen vorgestellt. Kapitel 3 „ Ausstellungsrundgang “ (S. 6 – 10) stellt die 13 Abteilung mit ihren wesentlichen Inhalten und Hintergründen jeweils mit einem kleinen Essay vor. Die passenden „ Unterrichtsideen “ (S. 11f) gibt Kapitel 4 und nennt Möglichkeiten diese in den Unterricht verschiedener Fächer und Jahrgangsstufen einzubinden. Explizit wird hier nochmals betont, dass sich „ eine Behandlung des Geschehens auch in anderen Fächern und mit Schülern der verschiedensten Jahrgangsstufen“ anbietet, „ weil die historisch distanzierte Reflexion der Auswanderung von Menschen aus der eigenen Heimat zu einem humanen und verantwortungsvollen Umgang mit Flüchtlingen und Einwanderern in der heutigen Zeit entscheidend beiträgt “. Das fünfte Kapitel „ Arbeitsbögen für die Ausstellung “ (S. 14 – 33) liefert auf 20 Seiten 18 Arbeitsbögen, die für die Bearbeitung in Form von Schülergruppenarbeit bei einem Ausstellungsbesuch der Klasse gedacht sind. Die Lösungshinweise dazu befinden sich im Anschluss daran (S. 34 – 36). Das Kapitel 6 „‚ Ries Ade’ – Ausstellung im Stadtmuseum Nördlingen “ (S. 37f) empfiehlt dem Benutzer die begeleitende Veranstaltung im Nördlinger Stadtmuseum und beschreibt ihr museumspädagogisches Programm[50]. „ Arbeitsblätter für den Unterricht “ (S. 39 – 52) bieten Kapitel 8 („ Bilder und Texte “) und Kapitel 9 („ Originalbriefe “) um einen Ausstellungsbesuch im Klassenverband vorund nachzubereiten. Den Schlussteil der Handreichung (S. 62 – 65) bilden Kapitel 10 „ Internetmaterial “, eine dreiseitige Sammlung von Links im Internet, und zwei Statistiken zur Auswanderung aus Bayern und Deutschland.

3.5. Der begleitende Internetauftritt

„Im Lauf der letzten Jahre hat das HdBG im Internet einen wahren Schatz an Bildern, Dokumenten, Texten angehäuft, der derzeit mit rund 8000 Seiten und 8000 Datensätzen zu den umfangreichsten Angeboten im Ausstellungsund Museumsbereich in Deutschland zählt. Über 25 Ausstellungen sind, teils umfassend, dokumentiert und in unserem Ausstellungsarchiv für jedermann zugänglich. Eingerichtet wurden diese Websites, um auf die jeweils laufende Ausstellung aufmerksam zu machen. Dank der auf eine weitere Nutzung bedachten Konzeption und weiterführender Inhalte bleiben sie auch nach Beendigung der Ausstellung anschauliche und anregende Informationsquellen zu den vielfältigen Themen der bayerischen Landesgeschichte für jeden, der sich intensiver damit auseinandersetzen will.“

(www.hdbg.de/hdbgundschule/frame_extern.php?url=http%3A//www.hdbg.de/hdbgundschule/content/101_lehrerinfo_auswanderung.shtml, letzter Zugriff 07.02.2007)

Die Internetseite www.auswanderung.hdbg.de bzw. das „ Web-Special[51] zur Ausstellung „ Good Bye Bayern – Grüß Gott Bayern “ bezeichnet sich selbst auf der Intro-Seite als „ ein Ausstellungsund Medienprojekt des Hauses der Bayerischen Geschichte 2004 “ und der einführende Essay der Startseite erklärt u.a. die Absicht des Internetauftritts: „ Die Website bietet zusätzlich auch nach Ende der Ausstellung einen Rundgang an. Hier bieten wir Ihnen auch vertiefte Informationen, Biografien, Einzelschicksale, Fotografien und Karikaturen, Gesetzestexte und Verordnungen. Eine Linkliste ermöglicht die weitere Vertiefung des Themas “. Für die Konzeption und Redaktion der Website sind im Wesentlichen ebenfalls Brockhoff, Dr. X. und Dr. Y.verantwortlich. Die komplette Homepage ist auch als englischsprachige Version anwählbar. Die Startbzw. Leitseite stellt dazu folgende Pfade zur Auswahl: (1) „ Ausstellung “, (2) „ Rundgang “, (3) „ Biografien “, (4) „ Fotografien “, (5) „ Tondokumente “, (6) „ Gesetze “, (7) „ Publikationen “, (8) „E- Postkarten “, (9) „ Links “ und (10) „ Veranstaltungen “. Diese Pfade besitzen oft noch weitere Unterpfade, wie beispielsweise der „ Rundgang “, der mittels weiterer Pfade gemäß den Ausstellungsabteilungen gegliedert ist.

Wie die oben zitierte Absicht bereits deutlich macht, dient diese Website der Vertiefung und Ergänzung der Ausstellungsinhalte. Informationen über die Ausstellungshintergründe sind nur im Pfad „ Ausstellung “ zu finden. Darüber hinaus sprechen die schlichte Existenz und der Inhalt dieses Internetprojekts für die qualitativ hochwertige und detaillierte Auseinandersetzung mit der aktuellen Forschungslage zur bayerischamerikanischen Migrationsgeschichte. Dies ist ein Anhaltspunkt über die ambitionierte Herangehensweise und den Umfang einer Ausstellungsumsetzung beim HdBG.

3.5.1. Der Pfad ‚Ausstellung’

Im ersten Unterpfad „ Einführung “ beschreibt ein fünfseitiger Aufsatz den Beginn, den Werdegang, den Inhalt und das Ende der Ausstellung. Betont werden dabei die besondere Vielfalt der Exponate und seiner Leihgeber, die Highlights, wie etwa der Frankenmuther Kirchenglockennachguss, und der stark biographische Ansatz der Ausstellung. Passend zu den einführenden Inhaltserläuterungen steht rechts neben der Kolumne eine Spalte mit exemplarischen Abbildungen der Exponate, die jederzeit anwählbar in einem separaten Fenster geöffnet werden können.

Der zweite Unterpfad „ Archiv “ bietet eine chronologische Übersicht zu den acht zentralen Eckdaten der Veranstaltung auf einer Seite, beginnend mit der „ Vertragsunterzeichnung in Nördlingen “ am 01.12.2003 und schließend mit dem „ März 2006 “, dem Ende der Ausstellung in Aschaffenburg am 19.03.2006. Jedem Eckdatum ist wiederum ein mehrzeiliger Beitrag angeschlossen, der meist bisherige Besucherbilanzen und weiterführende Links[52] beinhaltet. Auch hier sind nebenstehend Fotos dazu aufrufbar, die diese Eckdaten dokumentieren.

3.5.2. Die restlichen Pfade

Der Pfad „ Rundgang “ ist nach den Ausstellungsabteilungen gegliedert und bietet zu jeder Abteilung (und evtl. zu ihren Unterabteilungen) einen kleinen Essay, der im Wesentlichen mit den entsprechenden Essays des Kurzführers, des Katalogteils des Ausstellungskatalogs und des Rundgangkapitels der Lehrerhandreichung übereinstimmt. Rechts entlang der Essaykolumne befindet sich eine Spalte mit je fünf bis zehn anwählbare Abbildungen zu den Exponaten.

Folgt man dem Pfad „ Biografien “ so erhält man Zugriff auf 22 exemplarische Auswandererbiografien, meist etwas kürzer bzw. analistischer gehalten als im Katalogbuch, und auf die„ Biografie-Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte “ mit seinen mittlerweile insgesamt 612 Lebensläufe in alphabetischer Ordnung[53].

Der Pfad „ Fotografien “ beinhaltet einerseits die 45-teilige Bilderreihe „ Amerikabilder um 1910 “ einer Münchener Sammlung und die Indianerund Armeefotos von „ Christian Barthelmess “ aus dem späten 19. Jahrhundert in einer 25-teiligen „ Diashow “. Beide Fotoreihen besitzen einen kurzen Beitrag hinsichtlich ihrer Entstehung, Herkunft und Überlieferung.

Unter dem Pfad „ Tondokumente “ sind alle Tondateien der Website (vorgelesene Briefe und Texte, Dialoge und Musik) subsumiert.

Dem Pfad „ Gesetzte “ sind eine Sammlung von 44 „ Bayerischen Auswanderungsgesetzen “ (von 1764 bis 1968), elf „ Auswanderungsgesetzen aus der Pfalz “ (von 1750 bis 1779) und den 73 „ Amerikanischen Einwanderungsgesetzen “ (von 1790 bis 1996) untergeordnet. Da online kein Vermerk darüber besteht, bedarf es folgender Ergänzungsinformationen aus dem Ausstellungskatalog: „ Wir ließen von Cornelia Wilhelm und Simon Kuchelbauer erstmals eine vollständige Zusammenstellung der bayerischen und amerikanischen Ausbzw. Einwanderungsgesetze erstellen, die nun in unserem Web-Special zur Ausstellung zugänglich gemacht ist[54]. Die Gesetzessammlung ist also explizit als forschungsspezifischer Zugewinn im Zuge der Ausstellung zu werten.

Unter „ Publikationen “ findet man die bereits in der vorliegenden Arbeit behandelten Publikationen („ Katalog zur Ausstellung “, „ Kurzführer “ und „ Lehrerhandreichungen “) und des Weiteren die zum Planungskolloquium in der Kester-Haeusler-Stiftung in Fürstenfeldbruck vorliegende wissenschaftlichen „ Aufsätze[55] und die 30-seitige „ Bibliografie zu ‚Good Bye Bayern – Grüß Gott America’ Auswanderung nach Amerika “ als downloadbare PDF-Dateien. Die Autoren stammen von beiden Seiten des Atlantiks und aus den verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen[56].

Die restlichen drei Pfade „ E-Postkarten “, „ Links “ (themengegliederte Links zur weiteren Vertiefung) und „ Veranstaltungen “ stellen den Schlussteil der Homepage und können als unwesentlicher Teil vernachlässigt werden.

[...]


[1] Roth, Martin: Heimatmuseum. Zur Geschichte einer deutschen Institution. Berlin 1990, S. 263.

[2] Vgl. dazu Abb. 1 im Anhang und Srp, Uwe: Antiamerikanismus in Deutschland. Theoretische und empirische Analyse basierend auf dem Irakkrieg 2003. Hamburg 2005; Schwaabe, Christian: Antiamerikanismus. Wandlungen eines Feindbildes. München 2003.

[3] Bundeszentrale für politische Bildung: Informationen zur politischen Bildung aktuell 2003. Deutschamerikanische Beziehungen (verfasst von Georg Schild). Bonn 2003, S. 1 [Diese Broschüre ist kostenund portofrei unter www.bpb.de bestellbar].

[4] www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/314/48266/ letzter Zugriff 21.01.2007.

[5]Ich denke, das ist das alte Europa.“ US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld nach dem Schulterschluss Frankreichs und Deutschlands in der Irak-Frage am 22. Januar 2003;

www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/314/48266/ letzter Zugriff 21.01.2007.

[6] US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld über den Umfang der Unterstützung für die amerikanische Irak-Politik am 5. Februar 2003; Er nannte dabei Deutschland in einem Zug mit Libyen und Kuba: „ Ich glaube Libyen, Kuba und Deutschland haben angedeutet, dass sie in keiner Weise helfen wollen “; www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/314/48266/ letzter Zugriff 21.01.2007.

[7] Gewöhnlich Axisof-Evil-Speech genannt. Originalrede von George W. Bush am 29. Januar 2002 downloadbar unter: www.whitehouse.gov/news/releases/2002/01/20020129-11.html,letzter Zugriff 27.02.2007. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld nennt Deutschland in diesem Zusammenhang in einem Zug mit sog. „ Schurkenstaaten “ („ Rogue States “): „ Ich glaube Libyen, Kuba und Deutschland haben angedeutet, dass sie in keiner Weise helfen wollen “; www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/314/48266/ letzter Zugriff 21.01.2007.

[8]In Deutschland ist eine Atmosphäre geschaffen worden, die in diesem Sinn vergiftet ist.

Die damalige US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice zu einem angeblichen Bush-Hitler-Vergleich der damaligen Justizministerin Herta Däubler-Gmelin am 20. September 2002;

www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/314/48266/ letzter Zugriff 21.01.2007.

[9] www.usa.usembassy.de/dabeziehungen.htm, letzter Zugriff 21.01.2007

[10] Bundeszentrale für politische Bildung: Informationen zur politischen Bildung aktuell 2003. Deutschamerikanische Beziehungen (verfasst von Georg Schild). Bonn 2003 [Diese Broschüre ist kostenund portofrei unter www.bpb.de bestellbar].

[11]Not welcome”, bundesweite Demonstrationen gegen Bush-Besuch;

www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/314/48266/ letzter Zugriff 21.01.2007.

[12] Vgl. dazu exemplarisch zwei SZ-Schlagzeilen noch im Jahre 2005: „ Risse in der Brücke über den Atlantik “ (05.02.2005), „ Wenn Freunde sich fremd werden “ (23.03.2005);

[13] Im SZ-Artikel “Wir müssen näher zusammenrücken”, SZ, 04.11.2004.

[14] Im SZ-Artikel “Wir müssen näher zusammenrücken”, SZ, 04.11.2004.

[15] Grußwort zum Amerikahausverein vom 30.09.2002; www.amerikahausverein.de/verein-Mitglieder/grussworte.html letzter Zugriff 21.01.2007.

[16] „Theoretiker und Theoretikerinnen aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen – aus der Geschichtswissenschaft, der Soziologie und Philosophie – aber auch Politiker, Journalisten, Architekten und Künstler haben sich eingeschaltet. […] Zahlreiche Publikationen und Tagungen zu Museumsund Ausstellungsfragen spiegeln diese Debatte wieder“; Schober, Anna: Montierte Geschichten. Programmatisch inszenierte historische Ausstellungen. Wien 1994 (Veröffentlichungen des Ludwig-Boltzmann-Institutes für Geschichte der Gesellschaftswissenschaften, Band 24).S. 30f.

[17] Michler, Andreas: Museum und Ausstellung. In: Schreiber, Waltraud (Hg.): Erste Begegnungen mit Geschichte. München 1999, S. 561-576; Treml, Manfred: Ausgestellte Geschichte. In: Schönemann, Bernd u.a. (Hg.): Geschichtsbewußtsein und Methoden historischen Lernens, Weinheim 1998, S. 191-212; Wirtz, Rainer: Gehört Geschichte ins Museum? In: Zeitschrift für Volkskunde 89 (1989), S. 67-85.

[18] Rüsen, Jörn: Für eine Didaktik historischer Museen. In: Rüsen, Jörn: Geschichte Sehen. Beiträge zur Ästhetik historischer Museen. Pfaffenweiler 1988, S. 9-20; Schneider, Gerhard: Bemerkungen zum Historischen Museum als Lernort. In: Raisch, Herbert (Hg.): Historia didactica: Uwe Uffelmann zum 60. Geburtstag. Idstein 1997, S. 185-206;Pandel, Hans-Jürgen: Visuelles Erzählen. In: Ders: Handbuch Medien im GU, 2. Aufl., Düsseldorf 1985, S. 389-408; Borries von, Bodo: Präsentation und Rezeption von Geschichte im Museum. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 21 (H 5/6, 1997), S. 337-343.

[19] Kaiser, Brigitte: Inszenierung und Erlebnis in kulturhistorischen Ausstellungen. Museale Kommunikation in kunstpädagogischer Perspektive. Bielefeld 2006; Kniescheck, Christian: Historische Ausstellungen in Wien 1918-1938. Ein Beitrag zur Ausstellungsanalyse und Geschichtskultur. Frankfurt/M. 1998 (Europäische Hochschulschriften: Reihe 3, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften; Bd. 810); Ekkehard Mai Expositionen: Geschichte und Kritik des Ausstellens. München 1986; Schober: Montierte Geschichten (siehe Anm. 1).

[20] Kaiser: Inszenierung, S. 294.

[21] Der als Projektleiter berufene Historiker Hubert Glaser präsentierte sein Konzept von einem Haus der Bayerischen Geschichte 1965 in einer von der Staatskanzlei veröffentlichten Werbebroschüre: Bayerische Staatskanzlei (Hrsg.): Das Haus der Bayerischen Geschichte, München 1965.

[22] Mai: Expositionen, S. 53.

[23] www.hdbg.de/basis/01_00_index_intern_gruendung.htm,letzter Zugriff 18.11.06; für einen vollständigen Überblick der Gründungsgeschichte des HdBG empfiehlt sich aber: Vollhardt, Ulla-Britta: Geschichtspolitik im Freistaat Bayern. Das Haus der Bayerischen Geschichte: Idee – Debatte – Institutionalisierung. München 2003 (Münchner Geschichtsdidaktisches Kolloquium, H 5).

[24] www.hdbg.de/basis/06_02_index_intern_haus_aufgaben.htm, letzter Zugriff 18.11.06.

[25] www.hdbg.de/basis/06_02_index_intern_haus_aufgaben.htm, letzter Zugriff 18.11.06.

[26]Seit seiner Gründung vor zwanzig Jahren war das HdBG in über 200 Orten zu Gast “; www.hdbg.de/basis/01_00_index_intern_startseite.htm letzter Zugriff 18.11.06; vgl. hierzu auch die Festschrift zum zwanzigjährigen Jubiläum des HdBG: „ Mit diesem Heft unternimmt das Haus der Bayerischen Geschichte eine Rückschau auf 20 Jahre seiner Arbeit “; Haus der Bayerischen Geschichte (Hrsg.): 20 Jahre Haus der Bayerischen Geschichte. 20 Jahre Geschichtsarbeit in Bayern. Augsburg 2003, S. 11.

[27] Eigentlich sollte das HdBG im Kuppelbau des ehemaligen bayerischen Armeemuseums untergebracht werden, was sich heute noch im offiziellen Logo des HdBG sehen lässt. Nach dem Tode von Ministerpräsident Strauß 1988, der dieses Vorhaben forciert hatte, distanzierte sich sein Nachfolger Streibl von der Idee einer ständigen Ausstellung im ehemaligen Armeemuseum und bestimmte zunächst einen kleineren Neubau, in dem das HdBG allerdings keinen Platz mehr fand. Vollhardt: Geschichtspolitik, S. 160.

[28] Siehe dazu: Vollhardt: Geschichtspolitik, S. 141ff.

[29] www.hdbg.de/basis/06_02_index_intern_haus_referate und projekte.htm letzter Zugriff 18.11.06

[30] Good Bye Bayern – Grüß Gott America. Auswanderung aus Bayern nach America seit 1683; Katalogbuch zur Ausstellung. Hg. v. Hamm, Margot / Henker, Michael / Brockhoff, Evamaria. Augsburg 2004 (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur; Bd. 48), S. 18.

[31] Das Jahr 1683 gilt als offizieller Startschuss für die deutschamerikanische sowie speziell für die bayerischamerikanische Auswanderungsgeschichte. In diesem Jahr gründeten 13 Mennonitenund Quäkerfamilien aus Krefeld bei Düsseldorf die Siedlung Germantown in Pennsylvania nebst der Stadt Philadelphia. Das Ganze geschah unter der Führung von Franz Daniel Pastorius (1651-1719) aus Sommerhausen am Main, das heute im bayerischen Staatsgebiet liegt, weshalb er heute als erster bayerischer Auswanderer reklamiert wird

[32] Aus der Rede des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Good Bye Bayern –Grüß Gott America“ des Hauses der Bayerischen Geschichte am 24. Juni 2004 in Nördlingen.

[33] Beide Fotosammlungen sind der Arbeit als Anlage in Form einer CD-Rom beigelegt.

[34] Nach einer Zählung des Verfassers beinhaltet das Katalogbuch 597 Abbildungen, wobei die willkürlich ausgewählten, auf jeder rechten bzw. ungeraden Seite im rechten oberen Seiteneck platzierten „Passfotos“ dabei noch nicht mit eingerechnet sind.

[35] Von S. 11 bis S. 303 befindet sich auf jeder rechten bzw. ungeraden Seite ein „ Passfoto “ im rechten oberen Seiteneck; die Zitate erscheinen willkürlicher auf den linken bzw. geraden Seiten in der Kopfzeile.

[36] Im Rahmen der Ausstellung waren PC-Terminals mit „ rund 500 Kurzporträts von Auswanderern “ geplant.

[37] PD Dr. Thomas Raithel (Neuere und Neueste Geschichte, LMU München), PD Dr. Cornelia Wilhelm (Jüdische Geschichte und Kultur, LMU München), Dr. Cornelia Oelwein (Historikerin/Ortsnamenforscherin, Ilmmünster), Apl. Prof. Dr. Marita Krauss (Neuere Geschichte, LMU München), Dr. Horst Rößler (Neuere Geschichte, Uni Bremen), Prof. Dr. Udo Hebel (Amerikanistik, Uni Regensburg);

[38] Barry Moreno (Librarian and Historian, Museum Services Division, at the Ellis Island Immigration Museum in New York), Stanley Nadel, Don Yoder (Professor Emeritus of Religious Studies and Folklore and Folklife, University of Pennsylvania), Frank Trommler (Professor of German, University of Pennsylvania);

[39] Neben den Essays von Raithel und Wilhelm, die einen Überblick über die Auswanderung und deren gesetzlichen Rahmen liefern, gehen andere auf Einzelaspekte der Migrationsgeschichte ein: So beschäftigt sich z.B. Oelwein mit der Organisation der Auswanderung durch Agenturen, während Nadel die Ankunft und das Leben der bayerischen Einwanderer in den verschiedenen Jahrhunderten beschreibt. Yoder befasst sich in seinem Aufsatz mit den kulturellen Einflüssen der Bayern auf ihre Empfängerkultur, dabei untersucht er religiöse, säkulare und schließlich auch individuelle Motivationen der Immigranten. Der Beitrag von Rößler liefert einen Überblick zur Reise, zu den Reisewegen sowie zum für die bayerische Auswanderung wichtigsten Auswanderungshafen Bremerhaven. Moreno, Archivar im Ellis Island Immigration Museum, referiert die Geschichte der beiden Haupteinwanderungshäfen in New York. Krauss behandelt die Amerikaabwanderung während dem Dritten Reich, Hebel die deutschamerikanische Kunst und Trommler die Ikone Pastorius in seiner Symbolbedeutung für die deutschamerikanische Identität.

[40] Exemplarisch seien Siegfried Fischbacher, der durch das Showduo Siegfried & Roy gegenwärtig weit über die Grenzen Las Vegas’ hinaus bekannt ist, und Levi Strauss genannt, der 1873 die immer noch führende Jeans-Weltmarke Levi’s begründete.

[41] Diese Zahl stammt von offizieller Seite (z.B. im internen Ergebnisbericht des HdBG, siehe unten) und ist vielfach bestätigt. In einem vom Verfasser durchgeführten Interview mit den Veranstaltern bzw. den Herausgebern des Katalogbuchs (Dr. X. und Dr. Michael Henker) am 12.12.2006, erklärten diese, dass alle ausgestellten Exponate auch im zu untersuchenden Katalogbuch katalogisiert wurden. Die Frage ob weitere Exponate ausgestellt wurden, wurde ausdrücklich verneint. Transkript des Interviews mit den Veranstaltern, S. 14f.

[42] Straub sieht in den Katalogen mittlerweile Handbücher; Straub: FAZ 13.09.1980 hier nach Wirtz: Gehört Geschichte ins Museum?, S. 72; Wirtz schreibt dazu: „Der Trend, siehe Stuttgarter Ausstellung von 1987, geht offenbar zum Fünfbänder“; Wirtz: Gehört Geschichte ins Museum?, S. 72.

[43] Katalogbuch, S. 3.

[44] Good Bye Bayern – Grüß Gott America. Auswanderung aus Bayern nach America seit 1683. Augsburg 2004.

[45] Nach einer Zählung des Verfassers beinhaltet der Kurzführer 115 Abbildungen.

[46] „‚ HdBG und Schule’ ist ein ambitioniertes Projekt, das die Bekanntheit unseres Hauses und das Interesse an unseren Projekten steigern und zeigen soll, dass das Haus der Bayerischen Geschichte mehr ist als eine alljährliche Landesausstellung, dass wir auch längerfristige Programme zu bieten haben und Interessierte weit über den Kreis der Besucher unserer Ausstellungen hinaus finden können “; www.hdbg.de/hdbgundschule/frame_extern.php?url=http%3A//www.hdbg.de/hdbgundschule/content/101_lehrerinfo_auswanderung.shtml, letzter Zugriff 07.02.2007.

[47]So wurden z.B. die Websites der Ausstellungen so aufbereitet, dass sie, sei es über ein Suchprogramm, über kurze Zusammenfassungen, über Hinweise für die Verwendung im Unterricht oder auf didaktische Materialien gezielt nach Inhalten, Interessenschwerpunkten, Methoden, Fächern oder Jahrgangsstufen durchsucht werden können “; www.hdbg.de/hdbgundschule/frame_extern.php?url=http%3A//www.hdbg.de/hdbgundschule/ content/101_lehrerinfo_auswanderung.shtml, letzter Zugriff 07.02.2007.

[48] www.hdbg.de/hdbgundschule/frame_extern.php?url=http%3A//www.hdbg.de/hdbgundschule/content/101 _lehrerinfo_auswanderung.shtml, letzter Zugriff 07.02.2007.

[49] Schneider, Gerhard: Bemerkungen zum Historischen Museum als Lernort. In: Raisch, Herbert / Reese, Armin (Hrsg.): Historia didactica: Uwe Uffelmann zum 60. Geburtstag = Geschichtsdidaktik heute / namens seiner Freunde und Schüler. Idstein 1997, S. 195.

[50] Dieses Kapitel fehlt selbstverständlich in der Rosenheimer Lehrerhandreichung.

[51] Katalogbuch zur Ausstellung, S. 18.

[52] Wie etwa die Eröffnungsreden des Staatsministers Dr. Thomas Goppel am 24.06.2004 in Nördlingen und dem Aschaffenburger Oberbürgermeister Klaus Herzog am 26.11.2005.

[53] Je nach Quellenlage und Verfügbarkeit konnten Fotos, Lebensdaten, Herkunft, Zielort, Beruf und Ausbildung in die Kurzbiografien integriert werden – manchmal bestehen die Einträge aber nur aus einem einzigen, weniger informativen Satz, wie z.B. im Falle Karl Blanks: „ Karl Blank wandert im 19. Jahrhundert aus Lamprechts in die USA aus “.

[54] Katalogbuch zur Ausstellung, S. 20.

[55]Leider können nicht alle Vorträge zur Verfügung gestellt werden “.

[56] Prof. Dr. Dirk Hoerder (Universität Bremen, Institut für Migrationsforschung), Prof. Dr. Mark Häberlein (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.), Karl Walther M.A. (Eckersdorf), Prof. Dr. Jochen Oltmer (Universität Osnabrück), Prof. Dr. Claus-Dieter Krohn (Universität Lüneburg), Prof. Dr. Antonius Holtmann (Forschungsstelle Deutsche Auswanderer in den USA (DAUSA) in Oldenburg), Dr. Gerhard Hetzer (Bayerisches Hauptstaatsarchiv München), Roland Paul M.A. (Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern), Diana Pardue (Ellis Island Immigration Museum, New York), Dr. Thomas Beck (Universität Bamberg, Forschungsstiftung für vergleichende europäische Überseegeschichte), Dr. Ursula Regener (Universität Augsburg, Institut für Germanistik), Dr. Helmut Wagner, Salzweg), Prof. Dr. Dieter Harmening (Universität Würzburg, Volkskunde), Dr. Katharina Bott (Perugia), Prof. Frank Trommler (University of Pennsylvania, German Society of Pennsylvania), Dr. Heike Bungert (Universität Köln, Historisches Seminar, Anglo-Amerikanische Abteilung), Dr. Cornelia Wilhelm (Institut für jüdische Kultur und Geschichte, München), Monika Drasch (Utting), Otto Göttler (Zankenhausen), Prof. em. Dr. Wolfgang Helbich (Bochum), Dr. Tobias Brinkmann (Simon-Dubnow-Institut, Leipzig).

Ende der Leseprobe aus 107 Seiten

Details

Titel
Die Ausstellung „Good Bye Bayern – Grüß Gott America“ (2004 – 2006). Ein Instrument der bayerischen Innen- und Außenpolitik?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Didaktik der Geschichte)
Note
2
Autor
Jahr
2007
Seiten
107
Katalognummer
V160834
ISBN (eBook)
9783640747375
Dateigröße
1340 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ausstellungsanalyse, Ausstellung, Bayern, USA, deutsch-amerikanisches Verhältnis, bayerische Innenpolitik, bayerische Außenpolitik, 2004, Haus der Bayerischen Geschichte, HdBG
Arbeit zitieren
Thomas Oliver Schindler (Autor), 2007, Die Ausstellung „Good Bye Bayern – Grüß Gott America“ (2004 – 2006). Ein Instrument der bayerischen Innen- und Außenpolitik?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160834

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