Das Modell der Vertrauensarbeitszeit


Hausarbeit, 2009
20 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte und Entwicklung der Vertrauensarbeitszeit

3. Modell Vertrauensarbeitszeit
3.1. Erläuterung des Begriffs der Vertrauensarbeitszeit
3.2. Zielsetzungen der Vertrauensarbeitszeit

4. Vor- und Nachteile des Modells der Vertrauensarbeitszeit
4.1. Gründe für die Einführung aus Sicht des Arbeitgebers
4.2. Gründe für die Einführung aus Sicht des Arbeitnehmers
4.3. Nachteile des Modells

5. Zukunftsaussichten

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bedeutung der Vertrauensarbeitszeit…

Abbildung 2: Erwartete Auswirkung der Vertrauensarbeitszeit

1. Einleitung

Das Modell der Vertrauensarbeitszeit - Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser? Diese Frage beschäftigt das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer seit jeher. Die verschiedenen Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeit sind noch gar nicht vollständig über die deutsche Arbeitswelt hinweg gerollt, da kündigt sich schon das nächste Modell der Zukunft an, die Vertrauensarbeitszeit.

Kerngedanke des Modells der Vertrauensarbeitszeit ist die eigenverantwortliche Verteilung der individuellen Arbeitszeit durch die Beschäftigten zur Erledigung ihrer Arbeitsaufgaben. Die Grundlage dieses hochflexiblen Arbeitszeitsystems stellt das Vertrauen dar. Das bedeutet für die Unternehmen nicht nur das Ende der elektronischen Zeiterfassung, sondern einen echten Kultursprung.

Aus Sicht der Unternehmen wäre jedoch eher die Aussage „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ angebracht. Welche Gründe sprechen aus Sicht der Arbeitgeber und Arbeitnehmer tatsächlich für die Vertrauensarbeitszeit? Welche Auswirkungen hat die Einführung eines solchen Arbeitszeitsystems auf das Unternehmen und welche Herausforderungen stellen sich für Unternehmens- und Führungskultur?

Die Hausarbeit wird auf diese Fragen eingehen und das Modell der Vertrauensarbeitszeit vorstellen. Die Vor- und Nachteile dieses Modells sollen betrachtet werden, um die Zukunftsaussichten der Vertrauensarbeitszeit zu beurteilen.

2. Geschichte und Entwicklung der Vertrauensarbeitszeit

Zunächst wird in einer kurzen geschichtlichen Zusammenfassung die Entwicklung der Vertrauensarbeitszeit erläutert, ehe die eigentliche Definition des Begriffs und die mit dem Modell verbundenen Vor- und Nachteile in den folgenden Abschnitten näher betrachtet werden.

Die Lohn- und Zeitfrage bestimmen seit jeher das Verhältnis von Kapital und Arbeit. Am Anfang des 19. Jahrhunderts galt in der agrarisch geprägten Substanzwirtschaft Europas noch weitestgehend das Prinzip der Arbeit „von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang“ (Glaubrecht, 1985, S. 19), so brachte die zu dieser Zeit einsetzende Industrialisierung erstmals eine Begrenzung der Arbeitszeit auf einen bestimmten Teil des Tages.

Das Hauptargument für die Reduktion der langen Arbeitszeiten und für die damit verbundene Einführung des „Normalarbeitstages“ war nicht die Ausbeutung, sondern vielmehr die Verteilung der Arbeit auf mehr Arbeiter, um das Heer der Arbeitslosen zu vermindern. (Mikl-Horke, 2000, S. 446) In der Konsolidierungsphase der Arbeiterbewegung in Deutschland, Ende des neunzehnten und zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, trat das arbeitszeitpolitische Ziel des achtstündigen Normalarbeitstags jedoch immer deutlicher hervor. So wurden acht Stunden für die Arbeit, acht Stunden für Erholung und acht Stunden zum schlafen gefordert. (Vgl. Promberger, 2005, S. 17)

Besonders die Gewerkschaften bemühten sich für eine Beschränkung der wöchentlichen Arbeitszeiten.

In den Jahren 1918/1919 erfolgte in den meisten Ländern die gesetzliche Einführung des 8-Stunden-Tages. (Mikl-Horke, 2000, S. 447)

Mitte der siebziger Jahre setzte ein Umdenken auf Seiten der Unternehmen ein. Veränderungen der internationalen Arbeitsteilung, die Abkehr von der standardisierten Massenproduktion und die wachsende weltwirtschaftliche Verflechtung zwangen zu einer Reaktion. Es wurde fortan mehr Flexibilität gefordert. Einhergehend wurden Arbeitszeiten flexibler gestaltet, um eine bessere Anpassbarkeit der Produktion an das Marktgeschehen und eine schnellere Reaktion auf Marktschwankungen zu erreichen. (Vgl. ebd., S. 28) Die Arbeitszeitflexibilisierung, in Form von folgenden vielfältigen Arbeitszeitmodellen, war somit als Antwort auf Marktanforderungen und betriebsorganisatorische Erfordernisse zu verstehen.

Die Anfang der neunziger Jahre in der Siemens AG eingeführte „Vertrauensgleitzeit“ umfasste erstmals alle Merkmale dessen, was heute allgemein als „Vertrauensarbeitszeit“ bezeichnet wird. (Vgl. Brockbartold 2001,

S. 42.) In den folgenden Jahren wurde unter dem Stichwort „Vertrauensarbeitzeit“ ein neues Arbeitszeitmodell entwickelt, dass die Abschaffung der formellen Zeiterfassung im Betrieb und den völligen Verzicht auf die Auswertung von Arbeitszeitdaten durch den Betrieb zum Ziel hatte.

3. Modell Vertrauensarbeitszeit

3.1. Erläuterung des Begriffs der Vertrauensarbeitszeit

Die Vertrauensarbeitszeit hat den Kerngedanken, der eigenverantwortlichen Verteilung der individuellen Arbeitszeit durch die Beschäftigten, zur Erledigung ihrer Arbeitsaufgaben.

Eine weitere Definition liefern Böhm / Herrmann / Trinczek mit Ihrer Aussage, dass die „Vertrauensarbeitszeit“ ein Arbeitszeitmodell bezeichnet, in dessen Rahmen Unternehmen auf die Erfassung, Auswertung und Kontrolle der Arbeitszeiten von Beschäftigten verzichten und es den MitarbeiterInnen überlassen, die Lage und Verteilung ihrer Arbeit in Absprache mit Kollegen und Vorgesetzten zu bestimmen.“

Das Unternehmen vertraut somit den Beschäftigten, bezogen auf die zu leistende Arbeitszeit. Das erbrachte Ergebnis löst somit die Arbeitszeit als Bemessungsgröße ab. (Vgl. Kratzer, Sauer 2005, S. 144)

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Das Modell der Vertrauensarbeitszeit
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V160842
ISBN (eBook)
9783640743230
ISBN (Buch)
9783640743612
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Modell, Vertrauensarbeitszeit
Arbeit zitieren
Lucas Hirt (Autor), 2009, Das Modell der Vertrauensarbeitszeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160842

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