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Soziale (Alten-)Arbeit in der Unterstützung von Menschen am Lebensende

Eine Diskussion von Sterbebegleitung versus Sterbehilfe

Titel: Soziale (Alten-)Arbeit in der Unterstützung von Menschen am Lebensende

Bachelorarbeit , 2025 , 70 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Diaa Shmmou (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die folgende Bachelorarbeit befasst sich im Kontext Sozialer Arbeit einerseits mit der Sterbebegleitung bzw. mit Hospiz- und Palliativarbeit und andererseits mit der Sterbehilfe. Die Position, Rolle und Aufgaben der Sozialen Arbeit stehen im Mittelpunkt der Arbeit.
Was ist Sterbebegleitung? Was ist Sterbehilfe? Wie positioniert sich die Soziale Altenarbeit und welche Mission hat sie diesbezüglich?
Diese Arbeit hat das Ziel, Sterbebegleitung und Sterbehilfe vorzustellen und die Position der Sozialen Arbeit in den beiden Feldern zu erörtern.
Soziale Arbeit soll sich für Suizid- und Tötungsprävention sterbender PatientInnen engagieren. Sie soll sich nicht an Sterbehilfe beteiligen oder sich für diese einsetzen. Soziale Arbeit ist kein Teil des Teams der Sterbehilfevereine und -organisationen. Sterbehilfe im Sinne der Hilfe zum Sterben soll kein Arbeitsfeld Sozialer Altenarbeit sein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • Abkürzungen
  • Einleitung
  • 1. Sterbebegleitung in der Hospiz- und Palliativversorgung
    • 1.1. Begriffsbestimmung: Sterbebegleitung, Palliative Care und Hospiz
      • 1.1.1. Sterbebegleitung
      • 1.1.2. Palliative Care
      • 1.1.3. Hospiz
    • 1.2. Geschichte der Hospizbewegung
      • 1.2.1. Anfänge der Hospizbewegung
      • 1.2.2. Entwicklung der Hospizbewegung
      • 1.2.3. Entwicklung der Hospizbewegung in Deutschland
    • 1.3. Relevante Rahmenbedingungen
      • 1.3.1. Rechtsgrundlagen
      • 1.3.2. Ethische Grundlagen
      • 1.3.3. Formen der Hospiz- und Palliativversorgung
      • 1.3.4. Finanzierung
      • 1.3.5. Zielgruppe der Hospiz- und Palliativversorgung
      • 1.3.6. Bedürfnisse älterer schwerstkranker sterbender Menschen
    • 1.4. Soziale Arbeit und Sterbebegleitung
      • 1.4.1. Internationale Definition der Sozialen Arbeit
      • 1.4.2. Palliativversorgung und Menschenrechte Älterer
      • 1.4.3. Aufgaben der hospizlichen Sozialen Altenarbeit
        • 1.4.3.1. Psychosoziale Begleitung älterer Menschen
        • 1.4.3.2. Psychosoziale Begleitung der Angehörigen
        • 1.4.3.3. Sozialrechtliche Betreuung
        • 1.4.3.4. Trauerarbeit
  • 2. Sterbehilfe
    • 2.1. Begriffsklärung
    • 2.2. Formen der Sterbehilfe
    • 2.3. Geschichte und Entwicklung der Sterbehilfe
      • 2.3.1. Sterbehilfe in der Schweiz
        • 2.3.1.1. Sterbevereine in der Schweiz
      • 2.3.2. Die Lage der Sterbehilfe in Deutschland
        • 2.3.2.1 Die Patientenverfügung
        • 2.3.2.2 Rechtliche Grundlagen der Sterbehilfe
        • 2.3.2.3. Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben
    • 2.4. Soziale Altenarbeit und Sterbehilfe
      • 2.4.1. Soziale Altenhilfe und ihre Aufgaben
      • 2.4.2. Position der Sozialen Altenarbeit gegenüber Sterbehilfe
  • 3. Diskussion
  • 4. Fazit
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Sozialen (Alten-)Arbeit im Kontext der Unterstützung von Menschen am Lebensende. Sie zielt darauf ab, Sterbebegleitung und Sterbehilfe detailliert vorzustellen und die Position, Rolle sowie die Aufgaben der Sozialen Arbeit in diesen beiden sensiblen Feldern zu erörtern. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie sich die Soziale Altenarbeit in Bezug auf Sterbebegleitung und Sterbehilfe verorten soll und welche Rolle sie im Spannungsfeld zwischen diesen Konzepten einnehmen kann.

  • Definition und Abgrenzung von Sterbebegleitung, Palliative Care und Hospiz.
  • Historische Entwicklung und Rahmenbedingungen der Hospizbewegung.
  • Begriffsbestimmung, Formen und Geschichte der Sterbehilfe in Deutschland und der Schweiz.
  • Rolle und Aufgaben der Sozialen Arbeit in der Sterbebegleitung und gegenüber der Sterbehilfe.
  • Ethische und rechtliche Grundlagen der Entscheidungen am Lebensende, insbesondere Autonomie und Selbstbestimmung.
  • Die Bedeutung der Suizidprävention im Rahmen der Sozialen Altenarbeit.

Auszug aus dem Buch

3. Diskussion

Die bisherigen Kapitel haben deutlich gemacht, wie komplex das Thema am Lebensende ist. In der folgenden Diskussion wird untersucht, wo die Grenzen zwischen Begleitung beim Sterben und Hilfe zum Sterben verlaufen. Im Mittelpunkt stehen Argumente zu Autonomie und Selbstbestimmung, möglichen Einflüssen der Sterbehilfe und der Sterbebegleitung auf der Gesellschaft sowie zu äußeren gesellschaftlichen, kulturellen und familiären Einflüssen auf dem Schwerstkranken.

Das Bundesverfassungsgericht legt in seinem Urteil vom 26.02.2020 zum § 217 StGB die Grundlage des assistierten Suizids fest. Es bezieht sich auf das Persönlichkeitsrecht bzw. auf das Selbstbestimmungsrecht : „1. a) Das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) umfasst als Ausdruck persönlicher Autonomie ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben. b) Das Recht auf selbstbestimmtes Sterben schließt die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen. [..]. c) Die Freiheit, sich das Leben zu nehmen, umfasst auch die Freiheit, hierfür bei Dritten Hilfe zu suchen und Hilfe [.] in Anspruch zu nehmen.“ (Bundes-verfassungsgericht, 2020).

Ein zentrales Argument der Befürworter von Sterbehilfe und assistiertem Suizid bezieht sich auf Autonomie und das Recht auf Selbstbestimmung. Harald Mergel (2017: 289), ein Befürworter der Sterbehilfe, führt in seinem Buch „Sterben, Ja.. aber in Würde“ sein Argument, dass die Festlegung des eigenen Lebensendes, insbesondere bei Schwersterkrankung, die letzte wichtige Entscheidung sei und dass der Würdeschutz der Schutz der individuellen Selbstbestimmung sei. Für Jochen Taupitz (2017: 78) umfasst das Selbstbestimmungsrecht das Bestimmungsrecht über das eigene Leben. Er findet das Selbstbestimmungsrecht, und nicht das Leben, als „das höchste von der Verfassung geschützte Gut“.

Experten der Psychiatrie und Suizidologie halten die Begründung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts- basierend auf dem Prinzip der Autonomie und der Selbstbestimmung für umstritten. Sie meinen, dass die assistierten Suizide als selbstbestimmte, autonome Entscheidungen dargestellt wurden, ohne die Einflüsse der Umgebung, der Kultur und der Gesellschaft und die „Vorbildtaten“ auf den Sterbekranken einzubeziehen. Gegner der Sterbehilfe widerlegen die „Behauptung", dass die Legalisierung der Beihilfe zum Suizid auf einer selbstbestimmten eigenen Entscheidung basiert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den gesellschaftlichen und rechtlichen Hintergrund der Diskussion um Sterbehilfe und Sterbebegleitung in Deutschland und führt in die Notwendigkeit einer umfassenden Palliativversorgung ein. Es stellt die Forschungsfragen der Arbeit bezüglich der Rolle der Sozialen Arbeit am Lebensende vor.

1. Sterbebegleitung in der Hospiz- und Palliativversorgung: Hier werden die Konzepte von Sterbebegleitung, Palliative Care und Hospiz definiert, ihre historische Entwicklung beleuchtet und die rechtlichen, ethischen und finanziellen Rahmenbedingungen sowie die Zielgruppen und ihre Bedürfnisse dargelegt. Ein besonderer Fokus liegt auf den Aufgaben der Sozialen Arbeit in diesem Bereich.

2. Sterbehilfe: Dieses Kapitel klärt die verschiedenen Formen der Sterbehilfe, diskutiert deren historische Entwicklung und rechtliche Situation, insbesondere in der Schweiz und in Deutschland. Es beleuchtet zudem die Rolle der Patientenverfügung und die Position der Sozialen Altenarbeit gegenüber der Sterbehilfe.

3. Diskussion: Das Kapitel analysiert die komplexen ethischen und rechtlichen Argumente rund um Sterbebegleitung versus Sterbehilfe, wobei Autonomie, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Einflüsse auf sterbende Menschen im Vordergrund stehen. Es beleuchtet kritisch die Begründung des Bundesverfassungsgerichtsurteils zum assistierten Suizid.

4. Fazit: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer menschenwürdigen, schmerzfreien und selbstbestimmten Begleitung am Lebensende durch die Hospiz- und Palliativversorgung. Es bekräftigt die Position der Sozialen Arbeit für Suizidprävention und gegen die Beteiligung an Sterbehilfe.

Schlüsselwörter

Sterbebegleitung, Sterbehilfe, Soziale Arbeit, Altenarbeit, Hospiz, Palliativversorgung, Lebensende, Selbstbestimmung, Suizidprävention, Menschenrechte, Ethik, Deutschland, Schweiz, Patientenverfügung, Lebensqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit befasst sich mit der Rolle der Sozialen (Alten-)Arbeit in der Unterstützung von Menschen am Lebensende, wobei der Fokus auf der Diskussion zwischen Sterbebegleitung und Sterbehilfe liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Sterbebegleitung, Hospiz- und Palliativversorgung, Sterbehilfe in ihren verschiedenen Formen sowie die spezifische Position und die Aufgaben der Sozialen Arbeit in diesen Bereichen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Sterbebegleitung und Sterbehilfe vorzustellen und die Position der Sozialen Arbeit in beiden Feldern zu erörtern. Die Forschungsfragen umfassen, was Sterbebegleitung und Sterbehilfe sind und wie sich die Soziale Altenarbeit dazu verorten soll.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit erfolgt in Form einer Literaturarbeit, die auf der Analyse vorhandener wissenschaftlicher Publikationen und rechtlicher Grundlagen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Begriffe, Geschichte, Rahmenbedingungen und Formen der Sterbebegleitung (Kapitel 1) und Sterbehilfe (Kapitel 2) detailliert dargestellt. Kapitel 3 diskutiert die ethischen und rechtlichen Argumente der beiden Konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind Sterbebegleitung, Sterbehilfe, Soziale Arbeit, Altenarbeit, Hospiz, Palliativversorgung, Lebensende, Selbstbestimmung und Suizidprävention.

Welches Modell beschreibt die Phasen des Sterbens und wer hat es populär gemacht?

Die Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross hat das Fünf-Phasenmodell des Sterbens entwickelt und Sterbebegleitung damit populär gemacht, welches Nicht-wahrhaben-wollen, Zorn, Verhandeln, Depression und Einwilligung umfasst.

Welche Rolle spielte die Soziale Arbeit in Deutschland während des Nationalsozialismus in Bezug auf Euthanasie?

In der NS-Zeit war die Soziale Arbeit aktiv an der Rassenhygiene und den Verbrechen des Nationalsozialismus beteiligt, indem sie bei der Umsetzung der Gesetze zur „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ assistierte und somit eine ganz andere Rolle als heute einnahm.

Was versteht man unter dem "Werther-Effekt" im Kontext des assistierten Suizids?

Der "Werther-Effekt" beschreibt Nachahmungssuizide, die oft durch verherrlichende oder reißerische Medienberichterstattung ausgelöst werden, was bedeutet, dass die Darstellung von assistierten Suiziden als positive Lösung die Suizidalität in der Gesellschaft fördern kann.

Was ist das "slippery slope" Argument gegen die Legalisierung der Sterbehilfe?

Das "slippery slope" oder "Dammbruchargument" warnt davor, dass die einmalige Zulassung der Sterbehilfe in bestimmten Fällen schrittweise zu einer Ausweitung auf immer breitere Patientengruppen und zur Erosion ethischer Prinzipien führen kann, wie es in einigen Ländern zu beobachten war.

Ende der Leseprobe aus 70 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Soziale (Alten-)Arbeit in der Unterstützung von Menschen am Lebensende
Untertitel
Eine Diskussion von Sterbebegleitung versus Sterbehilfe
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Note
1,7
Autor
Diaa Shmmou (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2025
Seiten
70
Katalognummer
V1608543
ISBN (eBook)
9783389154328
ISBN (Buch)
9783389154335
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Arbeit und Sterbebegleitung Soziale Arbeit und Sterbehilfe Euthanasie assistierter Suizid Freitod Hospiz- und Palliativversorgung Hospizbewegung Hospizbewegung in in Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diaa Shmmou (Autor:in), 2025, Soziale (Alten-)Arbeit in der Unterstützung von Menschen am Lebensende, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1608543
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Leseprobe aus  70  Seiten
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