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Moralischen Verantwortung in der Bekämpfung globaler Armut

Welche Konzepte bieten Peter Singer und Thomas Pogge?

Titel: Moralischen Verantwortung in der Bekämpfung globaler Armut

Hausarbeit , 2024 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Elisa Dermaku (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht zwei zentrale Ansätze der praktischen Philosophie zur ethischen Bewertung globaler Armut: Peter Singers utilitaristisch geprägte Pflichtethik und Thomas Pogges Theorie globaler Gerechtigkeit.
Ausgehend von der Frage, in welchem Umfang wohlhabende Individuen und Gesellschaften moralisch verpflichtet sind, auf extreme Armut zu reagieren, werden die theoretischen Grundlagen beider Positionen präzise dargestellt und systematisch gegenübergestellt. Die Analyse umfasst sowohl normative Begründungsstrukturen als auch praktische Implikationen für individuelles und kollektives Handeln.
Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Singers Argument für weitreichende Hilfspflichten auf Grundlage der Maximierung des Nutzens sowie Pogges Kritik bestehender globaler Institutionen und seine Forderung nach strukturellen Reformen. Die Arbeit reflektiert, inwiefern beide Ansätze komplementäre oder konkurrierende Antworten auf die Frage nach der moralischen Verantwortung für globale Armut bieten.
Damit leistet sie einen Beitrag zur aktuellen ethischen Debatte über Gerechtigkeit, Menschenrechte und globale Solidarität und richtet sich an Studierende, Forschende sowie alle, die sich vertieft mit normativen Grundlagen der Armutsbekämpfung auseinandersetzen möchten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Armut heute
  • 3. Ursachen globalen Armut: Bestehende Ungerechtigkeit
  • 4. Globale Armut und moralische Verantwortung
    • 4.1 Die Pflicht zur Hilfe: Singers Position
    • 4.2 Zwischenfazit
    • 4.3 Thomas Pogge: Institutionelle Verantwortung zur Bekämpfung der Armut
    • 4.4 Menschenrechte: Ein zentraler Aspekt der globalen Gerechtigkeit
  • 5. Lösungsansätze: Singer vs. Pogge
  • 6. Fazit
  • 7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Modulprüfung untersucht, welche Konzepte zur moralischen Verantwortung in der Bekämpfung globaler Armut Peter Singer und Thomas Pogge entwickeln und welche Lösungsansätze sie bieten. Die Arbeit analysiert die gegenwärtige Situation der Armut, ihre systemischen Ursachen und die unterschiedlichen philosophischen Perspektiven auf individuelle und institutionelle Pflichten, um letztlich konkrete Strategien zur Armutsbekämpfung vorzuschlagen.

  • Analyse der gegenwärtigen Situation und Auswirkungen globaler Armut.
  • Erforschung systemischer Ungerechtigkeiten als Ursachen von Armut nach Thomas Pogge.
  • Beleuchtung der moralischen Pflicht zur Hilfe nach Peter Singer und des utilitaristischen Prinzips.
  • Untersuchung von Thomas Pogges Konzept der institutionellen Verantwortung und Menschenrechte.
  • Vergleich und Darstellung der Lösungsansätze von Singer (Spendenrichtlinien) und Pogge (Globale Rohstoffdividende).
  • Reflexion der Notwendigkeit sowohl individueller als auch struktureller Veränderungen.

Auszug aus dem Buch

3. Ursachen globalen Armut: Bestehende Ungerechtigkeit

Die Ursachen für globale Armut sind komplex und lassen sich nach Thomas Pogge auf tief verwurzelte systemische Ungerechtigkeiten zurückführen, die durch internationale Institutionen verstärkt werden. Eine zentrale Ursache ist die systemische Benachteiligung durch soziale Institutionen. Pogge beschreibt, dass die globale Ordnung, die von internationalen Handelsabkommen, Finanzregeln und diplomatischen Beziehungen geprägt ist, überwiegend den Interessen der wohlhabenden Länder dient. Diese Institutionen werden im Interesse der wirtschaftlich starken Nationen gestaltet und festigen strukturelle Ungleichheiten. Dadurch wird es den ärmsten Bevölkerungsschichten stark erschwert, ihre Lebensverhältnisse nachhaltig zu verbessern. Anstatt Wohlstand fair zu verteilen, wird die Macht dieser Institutionen häufig genutzt, um benachteiligte Länder in Abhängigkeit zu halten und deren Entwicklungschancen zu minimieren.11

Ein zentrales Argument Pogges ist, dass die Wohlhabenden weltweit einen unverhältnismäßig großen Anteil an den natürlichen Rohstoffen verbrauchen, während arme Bevölkerungen kaum davon profitieren. Obwohl für diese Rohstoffe oft bezahlt wird, fließt das Geld in die Hände anderer wohlhabender Eliten, wie etwa in Form von Öleinnahmen für reiche Familien oder Regierungen. Die arme Bevölkerung bleibt oft außen vor und erhält nur einen minimalen Anteil oder sogar gar nichts. Pogge sieht darin eine erhebliche Ungerechtigkeit, denn jeder Mensch sollte das gleiche Recht auf die natürlichen Ressourcen der Welt haben.12

Die kapitalistische Denkweise versucht, dieses Ungleichgewicht zu rechtfertigen, indem sie argumentiert, dass alle Menschen von der Rohstoffnutzung der Wohlhabenden profitieren könnten. Pogge hält diese Argumentation jedoch für irreführend, da den Armen durch ihre soziale und wirtschaftliche Lage oft der reale Zugang zu diesen Ressourcen verwehrt bleibt. Selbst wenn arme Menschen ihre Arbeitskraft theoretisch verkaufen und mit ihrem Lohn Rohstoffe erwerben könnten, reicht ihr Einkommen häufig nicht für das Nötigste, geschweige denn für einen fairen Anteil an den verfügbaren Ressourcen aus. Die Wohlhabenden haben somit die Macht, die wertvollsten Rohstoffe unter sich aufzuteilen, während die Armen unter den negativen Folgen wie Umweltverschmutzung leiden, ohne einen angemessenen Nutzen daraus zu ziehen.13

Zusätzlich verweist Pogge auf die historische Dimension dieser Ungleichheit, insbesondere auf die Kolonialzeit, die in vielen Teilen der Welt zu Gewalt, Unterdrückung und Sklaverei geführt hat. Diese Vergangenheit prägt bis heute die Lebensumstände der Armen und hat Strukturen geschaffen, die Armut und Wohlstand zementieren. Pogge betont, dass es nicht nur um die rechtliche oder formelle Legitimität der aktuellen Verhältnisse geht. Vielmehr ist es moralisch problematisch, die heutigen radikalen Ungleichheiten aufrechtzuerhalten, wenn sie auf historischen Prozessen beruhen, die von massivem Unrecht geprägt waren.14

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in das Thema der globalen Armut ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der moralischen Verantwortung und den Lösungsansätzen von Peter Singer und Thomas Pogge vor.

2. Armut heute: Dieses Kapitel beschreibt die vielschichtige Realität extremer Armut weltweit, basierend auf Studien der Weltbank, und beleuchtet materielle, soziale und psychologische Aspekte der Betroffenen.

3. Ursachen globalen Armut: Bestehende Ungerechtigkeit: Hier werden nach Thomas Pogge die systemischen Ungerechtigkeiten analysiert, die globale Armut verursachen, insbesondere durch die Rolle internationaler Institutionen sowie das Rohstoff- und Kreditprivileg.

4.1 Die Pflicht zur Hilfe: Singers Position: Das Kapitel erläutert Peter Singers utilitaristische Argumentation, die eine moralische Pflicht wohlhabender Individuen zur aktiven Hilfe bei der Bekämpfung extremer Armut begründet, unabhängig von geografischer Distanz.

4.3 Thomas Pogge: Institutionelle Verantwortung zur Bekämpfung der Armut: Dieser Abschnitt vertieft Pogges Kritik an globalen Wirtschaftsordnungen und die Notwendigkeit institutioneller Reformen, um die strukturelle Benachteiligung armer Länder zu überwinden.

5. Lösungsansätze: Singer vs. Pogge: Das Kapitel vergleicht die konkreten Lösungsansätze beider Philosophen: Singers Vorschlag einer prozentualen Spendenrichtlinie und Pogges Konzept der Globalen Rohstoffdividende zur gerechten Ressourcenverteilung.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, betont die Komplementarität von individueller und institutioneller Verantwortung und plädiert für eine Kombination aus persönlichem Engagement und strukturellem Wandel zur Bekämpfung globaler Armut.

Schlüsselwörter

Globale Armut, moralische Verantwortung, Peter Singer, Thomas Pogge, Utilitarismus, institutionelle Ungerechtigkeit, Rohstoffprivileg, Kreditprivileg, Menschenrechte, Lösungsansätze, Spendenethik, Globale Rohstoffdividende, strukturelle Reformen, Verteilungsgerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Konzepte moralischer Verantwortung von Peter Singer und Thomas Pogge im Kontext der globalen Armut und untersucht deren vorgeschlagene Lösungsansätze zur Bekämpfung dieser Ungerechtigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Ursachen und die Realität globaler Armut, individuelle moralische Pflichten, institutionelle Verantwortung, Menschenrechte und konkrete Lösungsstrategien zur Armutsbekämpfung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die primäre Forschungsfrage lautet: "Welche Konzepte zur moralischen Verantwortung in der Bekämpfung globaler Armut entwickeln Peter Singer und Thomas Pogge, und welche Lösungsansätze bieten sie?"

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende Analyse philosophischer Perspektiven (utilitaristisch bei Singer, institutionell-gerechtigkeitstheoretisch bei Pogge) zur Untersuchung moralischer und struktureller Ursachen globaler Armut.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die gegenwärtige Situation der Armut, die systemischen Ursachen nach Pogge, Singers Position zur individuellen Hilfe und moralischen Verantwortung sowie Pogges Ansätze zur institutionellen Verantwortung und Menschenrechten, bevor er die Lösungsansätze beider Philosophen vergleicht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie Globale Armut, moralische Verantwortung, Peter Singer, Thomas Pogge, Utilitarismus, institutionelle Ungerechtigkeit, Rohstoffprivileg und Globale Rohstoffdividende charakterisieren die Arbeit.

Wie unterscheiden sich Singers und Pogges Ansätze zur moralischen Verantwortung?

Singer betont die individuelle moralische Pflicht zur Hilfe, basierend auf utilitaristischen Prinzipien, während Pogge die strukturelle und institutionelle Verantwortung wohlhabender Länder für das Fortbestehen globaler Armut hervorhebt.

Was versteht Thomas Pogge unter dem Rohstoffprivileg und Kreditprivileg?

Das Rohstoffprivileg besagt, dass Machthaber in ressourcenreichen Ländern das Recht haben, natürliche Ressourcen zu verkaufen, selbst wenn sie undemokratisch an die Macht gekommen sind, während das Kreditprivileg ihnen erlaubt, internationale Kredite im Namen des Landes aufzunehmen, die dann auch von zukünftigen Regierungen zurückgezahlt werden müssen.

Was ist Peter Singers "Grenznutzen"-Konzept?

Singers "Grenznutzen"-Konzept besagt, dass Menschen verpflichtet sind, so viel zu spenden, um Leid zu lindern, bis weiteres Geben ihnen selbst genauso viel Leid zufügt, wie es anderswo verhindert. Die moralische Pflicht zur Vermeidung von Leid hat hierbei Vorrang vor persönlichem Komfort.

Welche Rolle spielen Menschenrechte in Pogges Argumentation?

Für Pogge sind Menschenrechte universelle Ansprüche, die aus den Grundbedürfnissen des Menschen abgeleitet sind und eine institutionelle Verpflichtung darstellen, die von der Gesellschaft ernst genommen werden muss, um Strukturen zu schaffen, die den Zugang zu notwendigen Ressourcen für alle gewährleisten.

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Details

Titel
Moralischen Verantwortung in der Bekämpfung globaler Armut
Untertitel
Welche Konzepte bieten Peter Singer und Thomas Pogge?
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)  (Geistes- und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Praktische Ethik: Singer
Note
1,3
Autor
Elisa Dermaku (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
18
Katalognummer
V1608649
ISBN (PDF)
9783389155400
ISBN (Buch)
9783389155417
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Singer Pogge Praktische Ethik Armut Hunger Westen Kriege Rohstoffe Kolonien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elisa Dermaku (Autor:in), 2024, Moralischen Verantwortung in der Bekämpfung globaler Armut, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1608649
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Leseprobe aus  18  Seiten
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