Ziel dieser Abschlussarbeit ist die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten, individualisierten und praxisorientierten Trainingskonzepts für einen Klienten (57 Jahre, 182 cm, 109 kg), das sowohl dessen gesundheitliche Voraussetzungen als auch seine persönlichen Zielsetzungen berücksichtigt. Im Mittelpunkt steht die ganzheitliche Betreuung über sechs Monate nach dem 5-Stufen-Modell des Trainingsprozesses: Diagnose, Zielsetzung, Trainingsplanung, Trainingsdurchführung und Evaluation.
Der Klient verfolgt zwei Hauptziele: Gewichtsreduktion und Muskelaufbau, motiviert durch eine ärztliche Empfehlung. Aufgrund seiner sportlichen Inaktivität in der Vergangenheit, seiner beruflichen Belastung als Versicherungskaufmann sowie seines Alters ist ein besonders schonender, progressiver Einstieg mit individueller Betreuung und strukturierter Progression notwendig.
Das Training findet drei Mal wöchentlich à 60 Minuten im geschützten Rahmen innerhalb seiner Arbeitsstätte statt. Die Betreuung erfolgt funktionell, gesundheitsorientiert und unter Berücksichtigung seiner Motivation, Belastbarkeit und biomechanischen Voraussetzungen. Neben der Trainingssteuerung ist eine begleitende Ernährungsberatung zentral, um den Fettstoffwechsel nachhaltig zu optimieren und die Regeneration sowie den Muskelaufbau zu unterstützen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Relevanz des Themas Personal Training im gesundheitlichen Kontext
1.3 Methodisches Vorgehen
2 Beschreibung des Klienten (inkl. Peer-Group-Vergleich)
2.1 Persönliche Daten und Lebensumstände
2.2 Motivation und Zielvorstellungen
2.3 Ausgangssituation (körperlich, psychisch, sozial)
2.3.1 Körperlich
2.3.2 Psychisch
2.3.3 Sozial
2.3.4 Fazit
3 Diagnose (Stufe 1 des 5-Stufen-Modells)
3.1 Anamnese
3.1.1 Medizinische Anamnese
3.1.2 Psychosoziale Anamnese
3.1.3 Bewegungsanamnese
3.2 Biometrische Ausgangsdaten
3.3 Motorische Eingangstests
3.3.1 Handkraft-Dynamometer
3.3.2 Beweglichkeit (z. B. Back-Scratch, Sit-and-Reach)
3.3.3 Koordination und Gleichgewicht (Einbeinstand)
3.3.4 Ausdauer (6-Minuten-Gehtest - 6MWT)
4 Zielsetzung (Stufe 2 des 5-Stufen-Modells)
4.1 Zielklärungsgespräch: Vorgehensweise & Gesprächsleitfaden
4.2 Motivation und Zielbindung – extrinsische Motivation nutzen
4.3 Zielhierarchie
4.3.1 Hauptziele
4.3.2 Teilziele
4.3.3 Feinziele
4.4 Vergleich mit der Peer-Group
4.5 Begründung der Zielwahl und Trainingsempfehlungen
5 Trainingsplanung (Stufe 3 des 5-Stufen-Modells)
5.1 Trainingsprinzipien & methodische Grundlagen – Auswahlbegründung
5.2 Periodisierung & Progression
5.2.1 Makrozyklus (6 Monate)
5.2.2 Mesozyklen (je 4 Wochen)
5.2.3 Mikrozyklen (1 Woche, 3 Trainingseinheiten)
5.3 Trainingsmethoden und Inhalte – Detailliert mit Equipment und Begründung
5.3.1 Krafttraining (freie Gewichte + funktionell)
5.3.2 Ausdauertraining
5.3.3 Beweglichkeit und Mobilisation
5.3.4 Koordinationstraining
5.4 Umfang, Intensität und Pausenzeiten
5.5 Auswahl der Übungen
5.6 Zusammenfassung
6 Trainingsdurchführung (Stufe 4 des 5-Stufen-Modells)
6.1 Rahmenbedingungen
6.1.1 Trainingsort: Geschützter Raum in der Versicherung
6.1.2 Ausstattung & Equipment
6.1.3 Zeitmanagement
6.1.4 Sicherheit & Gesundheitsmonitoring
6.1.5 Hygienestandards & Raumbedingungen
6.1.6 Dokumentation & Datenschutz
6.1.7 Motivation & Verhaltensmanagement
6.1.8 Fazit
6.2 Aufbau der Trainingseinheiten
6.2.1 Warm-up (10–15 Minuten)
6.2.2 Hauptteil (40 Minuten)
6.2.3 Cool-down (5–10 Minuten)
6.2.4 Warum dieser Aufbau für Herrn Großer optimal ist:
6.2.5 Fazit
6.3 Steuerung der Belastung
6.3.1 RPE – Rate of Perceived Exertion
6.3.2 Pulsmonitoring – Objektive Kontrolle der Herz-Kreislauf-Belastung
6.3.3 Bewegungsqualität – Technik vor Intensität
6.3.4 Kombination der Steuerungsparameter – Beispiel:
6.4 Die erste Trainingseinheit
6.4.1 Struktur der ersten Trainingseinheit – Technikschulung & Wiedereinstieg
6.4.2 Übungsauswahl & Belastungssteuerung – Technikfokus & Einstieg
6.4.3 Kommunikation & Motivation – Begleitung der ersten Trainingseinheit
6.5 Korrektur von Ausführungsfehlern – Qualitätssicherung und Sicherheit im Training
7 Analyse und Evaluation (Stufe 5 des 5-Stufen-Modells)
7.1 Regelmäßige Re-Tests (alle 4–6 Wochen) – Vergleich mit Eingangstests
7.2 Evaluation anhand der Zielerreichung
7.3 Klienten-Feedback & Anpassung der Planung
8 Ernährungsempfehlung
8.1 Bedeutung der Ernährung im Kontext von Fettabbau & Muskelaufbau
8.2 Besonderheiten bei übergewichtigen, untrainierten Personen
8.3 10 alltagstaugliche Regeln für eine gesunde Ernährung
8.3.1 Regelmäßige Mahlzeiten (3–5 pro Tag)
8.3.2 Ausreichend Wasser trinken (mind. 2 Liter/Tag)
8.3.3 Zucker und Weißmehl reduzieren
8.3.4 Eiweißreich essen (ca. 195 g Protein/Tag)
8.3.5 Gesunde Fette bevorzugen (ca. 70 g/Tag)
8.3.6 Viel Gemüse und wenig Obst (mind. 5 Portionen/Tag)
8.3.7 Alkohol stark einschränken
8.3.8 Portionsgrößen im Blick behalten
8.3.9 Langsam und bewusst essen
8.3.10 Bewegung im Alltag steigern
9 Fazit & Ausblick
9.1 Zusammenfassung der Ergebnisse nach 6 Monaten
9.2 Reflexion des Prozesses
9.3 Nachhaltigkeit und weiterführende Maßnahmen für Herrn Großer
10 Anamnesebogen Georg Großer
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Konzeption eines wissenschaftlich fundierten und auf den Klienten Georg Großer (57 Jahre, Versicherungskaufmann) zugeschnittenen Personaltrainings. Unter Anwendung des 5-Stufen-Modells (Diagnose, Zielsetzung, Planung, Durchführung, Evaluation) soll durch eine Kombination aus funktionellem Krafttraining, Ausdauerbelastung und Ernährungsumstellung eine signifikante Gewichtsreduktion bei gleichzeitigem Muskelaufbau erzielt werden, um das kardiovaskuläre Risiko zu senken und die Lebensqualität im Alltag nachhaltig zu steigern.
- Ganzheitliche Diagnose und individueller Trainingsaufbau
- Strukturierte Periodisierung zur sicheren Leistungssteigerung
- Integration von gezielter Ernährungsempfehlung
- Psychologische Begleitung und Motivationsaufbau
- Evaluation und Analyse der Trainingserfolge
Auszug aus dem Buch
6.4.1 Struktur der ersten Trainingseinheit – Technikschulung & Wiedereinstieg
Die erste Einheit dient vor allem der Bewegungsgewöhnung, der Technikvermittlung und dem Erleben positiver Trainingserfahrungen. Sie ist moderat gestaltet und folgt dem Prinzip: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ – mit dem Ziel, langfristige Motivation und Bewegungskompetenz aufzubauen (Kraemer & Ratamess, 2004; ACSM, 2019). Das Training berücksichtigt die beruflichen Gegebenheiten (Büroalltag), muskuläre Dysbalancen (z. B. Abschwächung der rumpfstabilisierenden Muskulatur) und psychologische Einstiegsbarrieren (extrinsische Motivation, lange Inaktivität).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Zielsetzung zur Entwicklung eines individualisierten Trainingskonzepts für den Klienten Georg Großer und erläutert die hohe Relevanz von professionellem Personaltraining bei gesundheitlichen Risikofaktoren.
2 Beschreibung des Klienten (inkl. Peer-Group-Vergleich): Dieses Kapitel analysiert die biometrischen Daten, die Lebensumstände sowie die psychologischen und sozialen Ausgangsfaktoren des Klienten im Vergleich zur statistischen Vergleichsgruppe.
3 Diagnose (Stufe 1 des 5-Stufen-Modells): Der Fokus liegt auf der Anamnese, biometrischen Daten und motorischen Eingangstests, die zusammen die notwendige Datengrundlage für die Trainingsplanung bilden.
4 Zielsetzung (Stufe 2 des 5-Stufen-Modells): Hier wird eine hierarchisch strukturierte Zielsetzung unter Nutzung von SMART-Kriterien definiert und begründet, wie extrinsische Motivation erfolgreich in langfristige Bindung überführt werden kann.
5 Trainingsplanung (Stufe 3 des 5-Stufen-Modells): Dieses Kapitel präsentiert die methodischen Grundlagen, die Periodisierung über 6 Monate sowie detaillierte Trainingsinhalte und Übungsauswahlen für den Klienten.
6 Trainingsdurchführung (Stufe 4 des 5-Stufen-Modells): Es werden die notwendigen Rahmenbedingungen am Trainingsort sowie der systematische Drei-Phasen-Aufbau (Warm-up, Hauptteil, Cool-down) erläutert.
7 Analyse und Evaluation (Stufe 5 des 5-Stufen-Modells): Die Durchführung von Re-Tests und die kontinuierliche Anpassung der Trainingssteuerung basierend auf Klienten-Feedback stellen den Abschluss des 5-Stufen-Zyklus dar.
8 Ernährungsempfehlung: Das Kapitel liefert eine wissenschaftlich fundierte Makronährstoffstrategie, um Fettabbau und Muskelaufbau unter Berücksichtigung eines 2300 kcal-Tagesplans effektiv zu unterstützen.
9 Fazit & Ausblick: Hier werden die Resultate nach 6 Monaten zusammengefasst und Perspektiven für die langfristige Nachhaltigkeit und Gesundheitsüberwachung gegeben.
Schlüsselwörter
Personal Training, Adipositas Grad I, 5-Stufen-Modell, Gewichtsreduktion, Muskelaufbau, RPE-Skala, funktionelles Training, Periodisierung, Anamnese, Bewegungsqualität, Leistungsdiagnostik, Ernährung, Gesundheitsförderung, Krafttraining, Motivation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Erstellung eines maßgeschneiderten, gesundheitsorientierten Trainingskonzepts für einen 57-jährigen Versicherungskaufmann mit Adipositas Grad I.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die physiologische Diagnose, die strukturierte Trainingsplanung, Ernährungsumstellung, Belastungssteuerung und der psychologische Motivationsaufbau.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist eine nachhaltige Gewichtsreduktion um mindestens 8 kg bei gleichzeitigem Aufbau von Muskelmasse über einen Zeitraum von sechs Monaten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Das Konzept basiert auf dem wissenschaftlich anerkannten 5-Stufen-Modell des Trainingsprozesses: Diagnose, Zielsetzung, Trainingsplanung, Durchführung und Evaluation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die detaillierte Trainingsplanung (Periodisierung), die konkreten Übungsauswahlen, die Rahmenbedingungen der Umsetzung sowie die ernährungsmedizinischen Empfehlungen erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Personal Training, funktionelles Training, Periodisierung, Adipositasmanagement und Belastungssteuerung charakterisiert.
Warum spielt das "geschützte Umfeld" eine so wichtige Rolle für den Klienten?
Da der Klient eine extrinsische Motivation besitzt und Unsicherheiten bei der Bewegungsausführung zeigt, dient der geschützte Raum dazu, Ängste vor negativer Bewertung abzubauen und die Konzentration auf die Technik zu erhöhen.
Wie werden die Trainingsfortschritte gemessen?
Der Fortschritt wird durch regelmäßige (alle 4–6 Wochen) Re-Tests wie den Handkraft-Dynamometer, den 6-Minuten-Gehtest und BIA-Messungen (Körperzusammensetzung) sowie subjektives Feedback objektiv kontrolliert.
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- Marcus Kulp (Author), 2025, Perspektivwechsel im Anzug. Gesundheitsorientiertes Personaltraining für einen Versicherungskaufmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1610011