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Die Diskontpolitik der Deutschen Bundesbank

Title: Die Diskontpolitik der Deutschen Bundesbank

Term Paper (Advanced seminar) , 1996 , 29 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jörg Seibert (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Die Diskontpolitik stellt das älteste Instrument der Notenbank dar. Sie wurde ursprünglich identifiziert mit der Variierung des Diskontsatzes, des Zinsfußes, zu dem die Notenbank bestimmte Titel diskontiert (im Direktgeschäft und beim Ankauf von Bank-Solawechseln) bzw. rediskontiert (bei Beschränkungen der Diskontierung auf Geschäfte mit den Banken). Diese Interpretation entspricht auch heute noch dem allgemeinen Sprachgebrauch.
Die Diskontpolitik ist jedoch nach heutiger Meinung mehr: Sie umfaßt alle Maßnahmen, die im Zusammenhang mit dem Diskontgeschäft der klassischen Notenbank, der späteren Zentralnotenbank und der modernen Währungsbank ergriffen werden. Neben der Diskontpolitik im klassischen Sinn in Form von preislichen Maßnahmen (Diskontsatzpolitik) fallen darunter aber auch qualitative Maßnahmen (Fixierung und Variierung der an die diskontierbaren Titel gestellten Anforderungen) und quantitative Maßnahmen (mengenmäßige Beschränkungen).
Das liquiditätspolitische Instrument »Diskontpolitik« dient der Grobsteuerung und zielt darauf ab, den Zentralbankgeldbedarf der Banken dauerhaft beziehungsweise auf längere Sicht zu decken oder ihren Liquiditätsspielraum zu begrenzen. Hierzu dienen Veränderungen der Mindestreservesätze und der Refinanzierungslinien der Banken, vor allem im Rahmen des Diskontkredits.
Die Rechtsgrundlagen zur Diskontpolitik bzw. der Refinanzierungspolitik finden sich im Bundesbankgesetz (BBankG). In den neun Abschnitte mit insgesamt 44 Paragraphen sind die Rechtsgrundlagen geregelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Abgrenzung und die Rechtsgrundlagen der Diskontpolitik

1. Die allgemeine Charakteristik

2. Die rechtlichen Grundlagen

II. Die Diskontpolitik

1. Der Ablauf eines Diskontgeschäftes

2. Die qualitative Diskontpolitik

3. Die Auswirkungen der Diskontpolitik

3.1. Die Diskontsatzerhöhung im Boom

3.1.1. Im Bankensektor und dem Geldmarkt

3.1.2. Im privaten Sektor

3.1.3. Die Reaktion des Staates

3.1.4. In der Außenwirtschaft

3.2. Die Diskontsatzsenkung in der Rezession

3.3. Die Einschätzung zur Bedeutung der Diskontpolitik

4. Die quantitative Diskontpolitik

III. Ein Ausblick auf die zukünftige Rolle der Diskontpolitik

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Diskontpolitik der Deutschen Bundesbank, analysiert deren theoretische Fundamente, qualitative sowie quantitative Ausgestaltung und bewertet die Auswirkungen auf verschiedene wirtschaftliche Sektoren. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie dieses Instrumentarium zur Steuerung der Geldmenge und zur Beeinflussung des Zinsniveaus in unterschiedlichen Konjunkturphasen eingesetzt wurde.

  • Historische und rechtliche Grundlagen der Diskontpolitik
  • Qualitative Anforderungen an diskontierbare Wechsel
  • Mechanismen und Wirkungen der Diskontsatzänderungen (Boom vs. Rezession)
  • Quantitative Steuerung durch Rediskontkontingente
  • Zukunftsperspektiven der Diskontpolitik im Kontext der europäischen Währungsunion

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Im Bankensektor und auf dem Geldmarkt

Will die Zentralbank die Refinanzierung für die Geschäftsbanken verteuern und damit einen kontraktiven Einfluß auf das Kreditangebot ausüben, dann wird sie den Diskontsatz heraufsetzen. Diese Maßnahme wird allerdings ohne den gewünschten Erfolg bleiben, wenn der Diskontsatz bereits vor der Heraufsetzung über den Zinssätzen für Geldmarktkredite lag und eine Geldbeschaffung über eine Rediskontierung für die Banken somit uninteressant war.

Will sich die Zentralbank bei dieser Konstellation durchsetzen und den Rediskontkredit für die Banken trotz des erhöhten Diskontsatzes erwägenswert machen, dann muß sie durch flankierende geldpolitische Maßnahmen (z.B. durch Senkung des Pensionsvolumens bei Offenmarktgeschäften mit Rückkaufsvereinbarungen oder durch kontraktiv wirkende Devisenswap- oder Devisenpensionsgeschäfte) eine Anspannung auf dem Geldmarkt herbeiführen, die bewirkt, daß die Zinssätze für Geldmarktkredite über den Diskontsatz hinausgehen. Auf diese Weise wird die Rediskontierung von Wechseln für die Banken zur günstigsten Refinanzierungsquelle und der Diskontsatz wird damit wirksam gemacht. Wirksamkeit des Diskontsatzes vorausgesetzt, bewirkt jede Erhöhung eine Verteuerung der Refinanzierungskosten für die Geschäftsbanken. Diese werden deshalb ihr Kreditangebot einschränken, d.h. die gleiche Kreditmenge nur noch zu einem höheren Sollzinssatz anbieten. Daraufhin werden die Zinssätze für Kredite (also die Sollzinssätze) steigen und die für Einlagen vergüteten Zinsen (also die Habenzinssätze) als Folge des Wettbewerbs unter den Banken ebenfalls anziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Abgrenzung und die Rechtsgrundlagen der Diskontpolitik: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Diskontpolitik als Notenbankinstrument und erläutert die verankerten Rechtsgrundlagen im Bundesbankgesetz.

II. Die Diskontpolitik: Der Hauptteil erläutert den operativen Ablauf von Diskontgeschäften, die qualitativen Anforderungen an Handelswechsel sowie die weitreichenden ökonomischen Auswirkungen bei Zinsänderungen in Boom- und Rezessionsphasen.

III. Ein Ausblick auf die zukünftige Rolle der Diskontpolitik: Das Kapitel reflektiert die Relevanz des Diskontinstruments für eine künftige europäische Zentralbank und diskutiert die Übertragbarkeit auf eine europäische Geldmarktsteuerung.

Schlüsselwörter

Diskontpolitik, Deutsche Bundesbank, Diskontsatz, Refinanzierung, Rediskontkontingente, Zentralbankgeld, Geldpolitik, Bankensektor, Zinssatz, Konjunktursteuerung, Handelswechsel, Offenmarktpolitik, Geldmarkt, Kreditangebot, Währungsstabilität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das historische Instrumentarium der Diskontpolitik der Deutschen Bundesbank und dessen Bedeutung für die Geld- und Kreditsteuerung in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den rechtlichen Grundlagen, dem Ablauf von Diskontgeschäften sowie der qualitativen und quantitativen Steuerung durch die Zentralbank.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Wirkungsweise der Diskontpolitik auf den Geldmarkt, das Zinsniveau und die gesamtwirtschaftliche Nachfrage in unterschiedlichen Konjunkturzyklen zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse geldpolitischer Instrumente unter Einbeziehung relevanter Gesetze, Fachliteratur und statistischer Daten der Bundesbank.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die qualitative Diskontpolitik, die Auswirkungen bei Diskontsatzänderungen sowie die quantitative Steuerung über Rediskontkontingente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Diskontpolitik, Diskontsatz, Rediskontkontingente, Refinanzierung, Bundesbankgesetz und Geldmarktsteuerung.

Welche Rolle spielt die "Güte" eines Handelswechsels in der Diskontpolitik?

Die "Güte" eines Wechsels, meist durch drei zahlungsfähige Unterschriften gewährleistet, ist die Voraussetzung dafür, dass die Bundesbank den Wechsel im Rahmen der qualitativen Diskontpolitik ankauft.

Wie unterscheidet sich die quantitative von der qualitativen Diskontpolitik?

Während die qualitative Diskontpolitik Anforderungen an die Beschaffenheit der Wechsel stellt, fokussiert die quantitative Diskontpolitik auf die mengenmäßige Begrenzung des Refinanzierungsvolumens durch Rediskontkontingente.

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Details

Title
Die Diskontpolitik der Deutschen Bundesbank
College
niversity of Applied Sciences Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Emden  (FB Wirtschaft)
Course
Geldtheorie und -politik
Grade
2,0
Author
Jörg Seibert (Author)
Publication Year
1996
Pages
29
Catalog Number
V16103
ISBN (eBook)
9783638210447
ISBN (Book)
9783656378969
Language
German
Tags
Diskontpolitik Deutschen Bundesbank Geldtheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörg Seibert (Author), 1996, Die Diskontpolitik der Deutschen Bundesbank, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16103
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