Freiraum und Wohnen

Eine vergleichende Analyse von Wohnqualität und Freiraumanspruch


Project Report, 2010
19 Pages, Grade: 1,3

Excerpt

Gliederung

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung und Definition von Freiräumen

2. Historischer Hintergrund

3. Funktion von Freiräumen.
3.1. Nutzungsbezogene Funktion
3.2. Städtebauliche Gestaltungsfunktion
3.3. Ökologische Funktion

4. Nutzerspezifischer Anspruch an Freiräume

5. Abhängigkeit zwischen Wohnquartierswahl und verfügbaren Freiräumen
5.1. Werte von Freiräumen
5.2. Analyse von Wohnquartieren in Dresden

6. Fazit

Literatur

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Freiräume zur Verbesserung nachbarschaftlicher Kommunikation

Abb. 2: Freiräume mit städtebaulicher Gestaltungsfunktion

Abb. 3: Freiräume mit ökologischer Funktion

Abb. 4: Nutzung von Freiräumen durch Ältere

Abb. 5: Kinder in Dresden-Gorbitz

Abb. 6: Familien-Picknick von Migranten

Abb. 7: Grundstückswert und Bedeutung städtischer Freiräume in Abhängigkeit von der Entfernung

Abb. 8: Stadtzentrum vor

Abb. 9: Stadtzentrum

Abb. 10: Stadtzentrum

Abb. 11: Wohnbebauung im Stadtzentrum

Abb. 13: Wohnquartiere der 1950/60er-Jahre in DD-Südvorstadt

Abb. 12: Gründerzeithäuser in DD-Löbtau

Abb. 14: Villengebiet DD-Blasewitz

Abb. 15: Plattenbausiedlung DD-Gorbitz

Abb. 16: Demontage von Plattenelementen

Abb. 17: Kräutersiedlung DD-Gorbitz

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Altersspezifische Aktivitäten in Parks je Altersgruppe

Tab. 2: Zufriedenheit mit Wohnung und Wohnumfeld in Prozent

Tab. 3: Leerstandsquote von Wohnquartieren in Dresden

1. Einleitung und Definition von Freiräumen

In der folgenden Arbeit geht es um die Auswirkungen von Freiräumen auf die Be- wohner von Quartieren am Fallbeispiel Dresden, wie sie diese nutzen, welchen Wert Freiräume besitzen sowie ob sich die Art und Weise von Freiräumen auf die Wohnungswahl wiederspiegelt. Es geht also um die zentrale Fragestellung, welche Beziehung die Bewohner zu den sie umgebenden Freiräumen besitzen und warum bestimmte Wohngebiete deshalb weniger und andere mehr bevorzugt werden. Am Ende dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, wie Stadt- und Wohnraumplanung in Deutschland auf die entsprechenden Herausforderungen reagieren kann. Wenn man über „Freiraum“ diskutiert, sollte zunächst geklärt werden, was unter dem Begriff „Freiraum“ verstanden wird. Bevor man das Wort „Freiraum“ definieren kann, muss man feststellen, dass man in der Literatur keine einheitliche Definition findet. Die Vielfalt an Definitionen für „Freiräume“ ist also mindestens genauso groß, wie die Zahl der Fachgebiete, in denen von Freiräumen gesprochen wird. Eine allgemeingültige Definition lässt sich also nur schwer konstruieren. Auch zwischen deutscher und amerikanischer Definition von „Freiraum“ bestehen Unterschiede, wie auf der Exkursion nach Columbus/Ohio festgestellt werden konnte. RITTER (2005: 336) definiert Freiräume beispielsweise als naturnahe und ökologisch verträgliche Flächen mit unterschiedlichen Funktionen. Dies können Freiflächen zwischen Wohnbebauung, begrünte Fußwege, Seen, Flüsse/Bäche inkl. Auen, Wälder, aber auch Kleingärten oder begrünte Dachflächen sein (ROCH/CHANG 2008:218). Für ROCH/CHANG (2008:218) sind Freiräume Flächen, welche nicht mit größeren Gebäuden bebaut sind, sowie Flächen, die begrünt oder anderweitig befestigt sind. Das Niedersächsische Bildungsministerium (NIBIS) hingegen beschreibt Freiräume als verkehrsfreie Räume, welche sich potenziell für Vegetation eignen. Wie man also an der Vielzahl der Definitionen sehen kann, hat jedes Fachgebiet eigene Definitionen von Freiraum hervorgebracht. In der folgenden Arbeit wird sich an der Definition von ROCH/CHANG (2008) orientiert, da diese in Betrachtung des genannten Themas am zutreffendsten erscheint. Da, wie bereits erwähnt, die Fragestellungen insbesondere anhand Dresdner Wohngebiete erläutert werden soll, wird in den nachfolgenden Abschnitten zunächst der historische Hintergrund zur Entstehung der Wohnviertel erläutert, bevor später im Detail auf die verschiedenen Quartiere eingegangen wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Freiräume zur Verbesserung nachbar- schaftlicher Kommunikation (Quelle: ZUK 2010)

2. Historischer Hintergrund

Mit Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts, war man in Städten v.a. darauf bedacht, Wohnquartiere für die arbeitende Bevölkerung zu errichten. Die als „Gründerzeitquartiere“ bekannten Wohnviertel, waren oft durch dichte Bebauung und nur wenig umgebendes Grün gekennzeichnet. Allerdings gibt es auch Gründerzeitbauten mit höherer Wohnumfeldqualität (z.B. Dresden-Löbtau), diese waren für Bewohner mit höheren Einkommen vorgesehen. Des Weiteren entstanden für hohe Einkommensschichten Villenviertel, wie z.B. in Dresden-Blasewitz.

Das Stadtzentrum Dresdens war bis zum Bombenangriff am 13./14. Februar 1945 durch eine hohe Bebauungsdichte gekennzeichnet. Während der DDR-Zeit wurden nur einige Barockbauten (Zwinger, Semperoper, Hofkirche, Schloss) wieder errichtet. Die Wohnbebauung wurde durch (damals) zeitgemäße Stile ersetzt (später kamen über das gesamte Stadtgebiet verteilte Plattenbauten hinzu).

Da in dieser Zeit nur wenig auf den Erhalt und Wiederaufbau alter Bausubstanz geachtet wurde, waren Wohnungen in Plattenbauten begehrt, weil sie eine moderne und günstige Art des Wohnens darstellten (z.B. WC/Bad in der Wohnung). Mit der Wiedervereinigung Deutschlands und des Prozesses der europäischen Einigung (EU), eröffneten sich neue Möglichkeiten des Wohnens bzw. der Sanierung von Altbaubeständen. Diese Transformationsprozesse sind im gesamten Stadtgebiet Dresdens sichtbar.

Das Stadtzentrum wird teilweise in Originalgestalt rekonstruiert, am Stadtrand entstanden Eigenheimstandorte, Villen werden saniert und Plattenbaugebiete werden aufgewertet (Bsp. Kräutersiedlung Dresden-Gorbitz). Durch diese Maßnahmen, kehren nun viele Menschen wieder in die Innenstadt zurück, die in der Suburbanisierungsphase (1990 -2000) vor die Tore der Stadt gezogen sind (BECKER 2005:1304). Sie schätzen die kürzeren Wege, die hervorragende ÖPNV-Infrastruktur sowie die deutlich gestiegene Wohnqualität in der Stadt. Hierbei ist insbesondere hervorzuheben, dass bei vielen Umbaumaßnahmen auf eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität in Bezug auf das Wohnumfeld geachtet wird.

Dies zeigt, dass Freiräume verschiedene Funktionen besitzen, die je nach Ausprägung die Wohnquartierswahl beeinflussen können. Im folgenden Kapitel werden die entsprechenden Funktionen vorgestellt und näher erläutert.

3. Funktion von Freiräumen

Wie aus den oben genannten Definitionen bereits hervorgeht, erfüllen Freiräume bestimmte Funktionen. Es lassen sich drei Hauptfunktionen unterscheiden - eine ökologische, eine soziale und eine ökonomische Funktion (vgl. SUTTER-SCHURR 2008:29). Auf städtische Freiräume konkretisiert, unterscheidet man folgende Funktionsbereiche - eine Nutzungsbezogene Funktion, eine St ä dtebauliche Ge staltungsfunktion und eine Ö kologische Funktion (NIBIS - NIEDERSÄCHSISCHES MINISTERIUM FÜR FRAUEN, ARBEIT UND SOZIALES 2000). Im Folgenden sollen die drei letztgenannten Funktionen näher vorgestellt werden, da sie in hohem Maße die Wohn- und Lebensqualität von Menschen beeinflussen.

3.1. Nutzungsbezogene Funktion

Unter diese Funktion fallen unterschiedliche Kategorien von Freiräumen. Diese unterscheiden sich nach Art und Weise ihrer Zugänglichkeit. Allgemein ö ffentliche Freir ä ume sind Flächen, deren Zugänge jederzeit und für jedermann offen sind und damit auch jederzeit auf unterschiedlichste Weise genutzt werden können. Dies können Parks, städtische Wälder, Gewässer oder sonstige frei zugängliche städtische Grünflächen sein.

Als Spezielle ö ffentliche Freir ä ume bezeichnet man Flächen, die prinzipiell jeder- mann zur Nutzung offen stehen; der Zugang kann allerdings (zeitweise) einge- schränkt sein (z.B. durch Öffnungszeiten, Eintrittsgelder etc.). In diese Kategorie fallen beispielsweise Friedhöfe, Freizeitbäder, Spielplätze, Kleingärten oder auch Zoos. Private Freir ä ume hingegen haben immer ausschließenden Charakter und stellen somit nur schwer zugängliche Flächen dar. Dabei ist zu bemerken, dass sie diesen ausschließenden Charakter erst mit einer deutlichen Abgrenzung bzw. Einzäunung erhalten. Diese Flächen entziehen sich der Freiraumplanung, da sie von Gesetzeswegen her als Privateigentum besonders geschützt sind. Dies kann private Gärten, Höfe, Abstandsbegrünung, Balkone oder auch private Spielplätze betreffen. Diese Kategorie wird zukünftig mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, besonders in Hinblick auf die sich bereits andeutenden Probleme des demographischen Wandels. Die relative Zunahme der Alten am Anteil der Gesamtbevölkerung, erfordert in diesem Bereich auch eine Anpassung der vorhandenen Freiräume an die Bedürfnisse der älteren Menschen (BMVBS 2008:10ff).

3.2. Städtebauliche Gestaltungsfunktion

Für die Qualität des Wohnumfeldes besonders be- deutsam ist die städtebauliche Gestaltungsfunk- tion. Die Grün- und Freiflächen dienen dabei nicht nur der Gliederung des städtischen Raumes („Ab- standsgrün“), sondern bieten den angrenzenden Wohnquartieren gleichzeitig Erholungs- und Frei- zeitflächen. Je attraktiver diese Flächen gestaltet sind, desto mehr wird die Fläche durch die Bewohner genutzt und umso mehr identifizieren sie sich mit ihrer Wohngegend. Aber nicht nur für die Bewohner, sondern auch für Besucher von Auswärts oder Investoren sind diese Grün- und Freiflächen bedeutsam, da sie die Qualität einer Stadt wiederspiegeln (Abb. 2). Des Weiteren können diese Flächen besonders in älteren Städten eine historische Funktion erfüllen, indem Bausubstanz aus vergangenen Jahrhunderten freigelegt, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird und somit das kulturelle Erbe erhalten wird. Es gilt also diese Freiräume durch intelligente Landschaftsplanung mit den heutigen Nutzungsinteressen zu harmonisieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Freiräume mit städtebaulicher Gestaltungsfunktion (Quelle: ZUK 2010)

Dabei kann es sich um Parks, Vorgärten, Abstandsgrün zwischen Wohnbebauung, aber auch landwirtschaftliche Nutzflächen, Wälder, Flüsse oder Seen handeln.

3.3. Ökologische Funktion

Unbestreitbar erfüllen städtische Grünflächen auch eine bedeutende ökologische Funktion. Je nach Größe, können sie sich positiv auf das städtische Mikroklima oder die Lufthygiene, aber beispielsweise auch auf den Lärmschutz auswirken. Zudem dienen sie Tieren und Pflanzen als Lebensraum („ökologische Nischen“), bilden einen Retentionsraum für den Wasserhaushalt. Des Weiteren erfüllen sie eine Bodenschutzfunktion in ohnehin stark versiegelten städtischen Gebieten (Abb. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Freiräume mit ökologischer Funktion (Quelle: ZUK 2010)

[...]

Excerpt out of 19 pages

Details

Title
Freiraum und Wohnen
Subtitle
Eine vergleichende Analyse von Wohnqualität und Freiraumanspruch
College
Dresden Technical University  (Lehrstuhl für Raumentwicklung)
Course
Projekt TUD - OSU - Exchange Program
Grade
1,3
Author
Year
2010
Pages
19
Catalog Number
V161094
ISBN (eBook)
9783640773770
ISBN (Book)
9783640773930
File size
878 KB
Language
German
Tags
Ohio, TUD, OSU, Raumentwicklung, internationaler vergleich, Dresden, David, Zuk, David Zuk, Müller, Bernhard Müller, Projekt, 2010, Naturressourcenmanagement, Freiraum, Wohnen, Wohnqualität, Freiraumanspruch, Anspruch, Gründerzeit, Plattenbau, Kräutersiedlung, Gorbitz, Stadt, Stadtentwicklung, Regionalentwicklung, Regionalplanung, Wohnungsbau, Stadtumbau Ost, Nutzung, Nutzungsverhalten, Park, Ökologische Funktion, Ökonomische Funktion, Nutzungsfunktion, Städtebauliche Entwicklung, Städtebau, Wert von Freiräumen, Wohnquartier, Roch, Banse, Effenberger, IÖR, Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung, Columbus, open space, open, space, housing, Freiraumgestaltung, Landschaftsplanung, Paulina Schiappacasse
Quote paper
David Zuk (Author), 2010, Freiraum und Wohnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161094

Comments

  • No comments yet.
Read the ebook
Title: Freiraum und Wohnen


Upload papers

Your term paper / thesis:

- Publication as eBook and book
- High royalties for the sales
- Completely free - with ISBN
- It only takes five minutes
- Every paper finds readers

Publish now - it's free