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Eine Annäherung an den Begriff interkulturelle Bildung

Titel: Eine Annäherung an den Begriff interkulturelle Bildung

Essay , 2007 , 7 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Magister Artium (M.A.) Tobias Fiege (Autor:in)

Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Von der Grundannahme ausgehend, dass alle Lebewesen zunächst nur in der
(relativen) Geschlossenheit eines «mentalen Immunsystems» existieren können, das ihre «Welt» bedeutet, dessen Teil sie sind und welches für Menschen als Begründung und Fassung ihres Daseins fungiert, ergeben sich im Zuge der sogenannten Globalisierung zwei wichtige Erfordernisse, die im Rahmen interkultureller Bildung erörtert werden sollten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Eine Annäherung an den Begriff interkulturelle Bildung

2. Neben der Uniformierung der Kulturen angesichts von wirtschaftlichen Prozessen heißt Globalisierung außerdem auch Durchmischung von Globalem und Lokalem bzw. Regionalem.

3. Für alle Beteiligten dürften die Umbrüche der Globalisierung (also) zu einer Intensivierung der Infragestellung ihrer selbst hinauslaufen.

4. Ein kurzer Blick in die Geschichte der Menschwerdung soll an dieser Stelle zu einer einenden existentiellen Charakteristik des Daseins überleiten:

5. Für den Kulturanthropologen H. P. Weber, ergibt sich aus dieser humanen Faktizität ein von ihm sogenannter vierfacher Wurzelgrund des ‚kulturalen Sinns’

5.1 Eine wichtige Wurzel der Kulturen bzw. für kulturelles Begehren, liegt im ,ennui’ (Verdruss bzw. das Nichts) der Selbstreflexivität.

5.2 Als zweite wichtige Wurzel von Kultur wäre das Todesbewusstsein zu nennen.

5.3 Die dritte Wurzel bildet das Erlebnis von Trennung als einem Ort, an dem Kulturgeschehen als Trennungskompensation möglich und notwendig wird.

5.4 Die Scham ein Mensch zu sein, ist für Weber eines der wichtigsten Attraktoren für Kultur, die diese Scham ungeschehen machen soll.

6. Fazit: Die Kohärenz zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft wird hier folglich in einem primären Erleben von Dekohärenz verortet

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der interkulturellen Bildung im Zeitalter der Globalisierung und sucht nach einer tieferen, kulturübergreifenden Einheit des menschlichen Daseins, die über die bloße Differenz hinausgeht.

  • Kritische Analyse der globalisierungsbedingten Uniformierung und kulturellen Entfremdung.
  • Untersuchung der menschlichen Identitätssuche und Selbstreflexivität als Ausgangspunkt für interkulturelle Bildung.
  • Erörterung existentieller Grundlagen des Menschen (wie Todesbewusstsein und Scham) als Ursprung kulturellen Sinns.
  • Hinterfragung der wissenschaftlich-technischen Zivilisation und deren Einfluss auf den Dialog mit anderen Kulturen.
  • Konzeptualisierung von Mit-Leid und Anerkennung als Basis für eine friedvolle Gemeinschaft.

Auszug aus dem Buch

Eine Annäherung an den Begriff interkulturelle Bildung

Von der Grundannahme ausgehend, dass alle Lebewesen zunächst nur in der (relativen) Geschlossenheit eines «mentalen Immunsystems» existieren können, das ihre «Welt» bedeutet, dessen Teil sie sind und welches für Menschen als Begründung und Fassung ihres Daseins fungiert, ergeben sich im Zuge der sogenannten Globalisierung zwei wichtige Erfordernisse, die im Rahmen interkultureller Bildung erörtert werden sollten.

Weil Menschen sich zunächst und zumeist als gesellschaftliche Wesen, in ihre (Ursprungs-)Kultur eingebettet begreifen, in der sie geistig wie materiell verankert sind, besteht eine wichtige Bildungsherausforderung unserer Zeit darin, zum Schutz psychischer Integrität die Notwendigkeit kultureller Vielfalt zu erkennen und zu schützen. Dies kann nicht stark genug betont werden, weil mit der Globalisierung Universalisierungstendenzen einhergehen, aufgrund derer vielen Menschen ihre «Welt» erodiert. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass ein Hauptbestandteil der Globalisierung in der Kolonisation des terrestrischen Lebensraumes durch ein amoklaufendes Wirtschaftssystem besteht, das alle und alles den Regeln des Marktes zu unterwerfen bestrebt scheint. Gerade die Armen und Ohnmächtigen fallen der Bemächtigung des Ökonomischen zum Opfer und erfahren eine kulturelle Entfremdung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Eine Annäherung an den Begriff interkulturelle Bildung: Einführung in die Problematik der Globalisierung, die zu einer kulturellen Entfremdung und einer Bedrohung der psychischen Integrität des Einzelnen führt.

2. Neben der Uniformierung der Kulturen angesichts von wirtschaftlichen Prozessen heißt Globalisierung außerdem auch Durchmischung von Globalem und Lokalem bzw. Regionalem.: Analyse der Glokalisierung und der daraus resultierenden ontologischen Verunsicherung durch das Eindringen des Fremden in das Eigene.

3. Für alle Beteiligten dürften die Umbrüche der Globalisierung (also) zu einer Intensivierung der Infragestellung ihrer selbst hinauslaufen.: Plädoyer für Selbsterkenntnis und eine gefestigte eigene Identität als notwendige Voraussetzung für interkulturelle Kompetenz und das Mitsein mit dem Anderen.

4. Ein kurzer Blick in die Geschichte der Menschwerdung soll an dieser Stelle zu einer einenden existentiellen Charakteristik des Daseins überleiten:: Untersuchung der Hominisation und des emergierenden Selbstbewusstseins als Ursprung der geistigen Entwurzelung des Menschen.

5. Für den Kulturanthropologen H. P. Weber, ergibt sich aus dieser humanen Faktizität ein von ihm sogenannter vierfacher Wurzelgrund des ‚kulturalen Sinns’: Darstellung der vier existentiellen Wurzeln menschlichen Kulturstrebens nach H. P. Weber.

5.1 Eine wichtige Wurzel der Kulturen bzw. für kulturelles Begehren, liegt im ,ennui’ (Verdruss bzw. das Nichts) der Selbstreflexivität.: Erläuterung des ennui als Resultat der menschlichen Fähigkeit zur Selbstreflexion und der daraus folgenden existentiellen Obdachlosigkeit.

5.2 Als zweite wichtige Wurzel von Kultur wäre das Todesbewusstsein zu nennen.: Beschreibung des Todesbewusstseins als depressives Element, das nach kultureller Besänftigung sucht.

5.3 Die dritte Wurzel bildet das Erlebnis von Trennung als einem Ort, an dem Kulturgeschehen als Trennungskompensation möglich und notwendig wird.: Deutung der Trennungserfahrung als Ausgangspunkt für die Schöpfung von Kultur.

5.4 Die Scham ein Mensch zu sein, ist für Weber eines der wichtigsten Attraktoren für Kultur, die diese Scham ungeschehen machen soll.: Analyse der existentiellen Scham über das eigene Sein und der Versuch ihrer Überdeckung durch performative Identitätskonstruktionen.

6. Fazit: Die Kohärenz zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft wird hier folglich in einem primären Erleben von Dekohärenz verortet: Zusammenfassende Betrachtung der Notwendigkeit einer interkulturellen Bildung, die sich transempirischen Sinnsystemen öffnet, um eine friedvolle Gemeinschaft jenseits rein wissenschaftlich-technischer Vernunft zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Bildung, Globalisierung, Identität, Selbstreflexivität, kulturelle Entfremdung, Existenz, Kohärenz, Dekohärenz, Hominisation, Kultur, Sympathie, Wertekonflikt, Bildungstheorie, Menschwerdung, Ontologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit interkultureller Bildung vor dem Hintergrund der globalisierungsbedingten Umbrüche und kulturellen Nivellierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Auswirkungen der ökonomischen Globalisierung, die anthropologischen Wurzeln des Kulturbegriffs und die Bedeutung der Selbstreflexion für interkulturelles Handeln.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, tiefere Gemeinsamkeiten der menschlichen Existenz zu identifizieren, die ein friedliches Miteinander und eine echte Öffnung gegenüber dem Anderen ermöglichen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen phänomenologischen und anthropologischen Ansatz, der sich unter anderem auf Daseinsanalyse und die Arbeiten von H. P. Weber stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die vier existentiellen Wurzeln der Kultur – ennui, Todesbewusstsein, Trennung und Scham – detailliert analysiert und deren Einfluss auf die menschliche Identitätsbildung dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind interkulturelle Bildung, Globalisierung, Selbsterkenntnis, existenzielle Grundlagen, kultureller Sinn und Kohärenz.

Inwieweit spielt das „mentale Immunsystem“ eine Rolle für das Verständnis von Kultur?

Das mentale Immunsystem bezeichnet die geschlossene Weltanschauung des Einzelnen, die bei Konfrontation mit der globalisierten Welt erodieren kann, was interkulturelle Bildung erst notwendig macht.

Warum betrachtet der Autor die heutige Dominanz der „wissenschaftlich-technischen Vernunft“ kritisch?

Er sieht darin eine Reduktion des menschlichen Daseins auf Geldinteressen, die den Dialog mit anderen Kulturen, besonders im religiösen oder transzendenten Bereich, erschwert.

Was versteht der Autor unter dem Konzept der „Kohärenz“?

Kohärenz bezieht sich auf die Suche nach dem Gleichen und dem Kohärenten inmitten der kulturellen Vielfalt, um dem Gefühl der Dekohärenz und des Chaos entgegenzuwirken.

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Details

Titel
Eine Annäherung an den Begriff interkulturelle Bildung
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Magister Artium (M.A.) Tobias Fiege (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
7
Katalognummer
V161181
ISBN (eBook)
9783640753673
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eine Annäherung Begriff Bildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Magister Artium (M.A.) Tobias Fiege (Autor:in), 2007, Eine Annäherung an den Begriff interkulturelle Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161181
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