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Die Entwicklung von Emotionen deutscher Soldaten im Ersten Weltkrieg

anhand der Gefühle "Mut/Heldentum" und "Angst/Leid"

Title: Die Entwicklung von Emotionen deutscher Soldaten im Ersten Weltkrieg

Term Paper , 2014 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Carolin Keller (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Die Hausarbeit untersucht die Entwicklung der Emotionen deutscher Soldaten im Ersten Weltkrieg anhand der beiden zentralen Gefühlskomplexe Mut/Heldentum und Angst/Leid. Ausgehend von der euphorischen Stimmung vieler Soldaten zu Kriegsbeginn wird analysiert, wie sich ihre Emotionen im Verlauf des Krieges wandelten und wie sie im Alltag, im Kampfgeschehen und in persönlichen Beziehungen sichtbar wurden.

Dabei werden verschiedene Lebensbereiche betrachtet – von der Front über Familie und Freundschaft bis hin zu Urlaub, Religion, Krankheit oder dem Wunsch, dem Krieg zu entkommen. Die Arbeit zeigt, wie Hoffnung und Pflichtgefühl zunehmend von Erschöpfung, Leid und Resignation verdrängt wurden. Besonders die letzten Kriegsmonate verdeutlichen den emotionalen Bruch: Wo anfangs Mut und Opferbereitschaft standen, dominierten am Ende Verzweiflung, Angst und der Wunsch nach Frieden.

Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zum Verständnis, wie sich extreme historische Ereignisse auf die Gefühlswelt der Betroffenen auswirken und verdeutlicht, dass Emotionen im Krieg nicht nur individuelle Erfahrungen, sondern auch kollektive Spiegelungen gesellschaftlicher Erwartungen und Grenzen menschlicher Belastbarkeit sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Emotionen bei Kriegsantritt

3. Emotionen während des Krieges

3.1 Im Kampfgeschehen

3.2 Familie und Freundschaft

3.3 Urlaub

3.4 Religion und Glaube

3.5 Krankheit und Verletzungen

3.6 Dem Krieg entkommen

4. Emotionen am Ende des Krieges

4.1 Die letzten Monate

4.2 Kriegsende

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische Entwicklung deutscher Soldaten im Ersten Weltkrieg, insbesondere den Wandel von anfänglichem Mut und Heldentum hin zu Angst und Leid unter dem Einfluss der extremen Kriegserlebnisse.

  • Die emotionale Verfassung bei Kriegseintritt und Massenbegeisterung.
  • Einflussfaktoren auf die Soldatenpsyche wie Briefwechsel, Freundschaften und Religion.
  • Die Auswirkungen von physischem Leid, Krankheit und Traumatisierung.
  • Strategien zur Bewältigung oder Flucht aus dem militärischen Dienst.
  • Die emotionale Bilanz am Kriegsende und die langfristigen psychischen Folgen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Im Kampfgeschehen

In den meisten Tagebüchern erkennt man in den Absätzen während des Krieges nur wenige Beschreibungen und Andeutungen über die Emotionen der Soldaten. Vielmehr werden der Tagesablauf sowie das Kampfgeschehen detailliert geschildert.23 Dennoch werden hin und wieder Hinweise auf die jeweilige Gefühlslage der Soldaten gegeben. Im folgenden Abschnitt wird erforscht, inwieweit Mut und Heldentum, sowie Angst oder Leid bei den Männern an der Front zu erkennen waren.

Zu Beginn des Krieges warteten viele Soldaten noch sehnsüchtig auf ihren ersten Einsatz. Die anfängliche Langeweile wurde auch bei den Männern auf See als „niederdrückend“24 beschrieben. Doch als ein Kampf letztendlich nicht mehr zu vermeiden war, änderten sich die Emotionen schnell. Einige Soldaten wurden nach ihren ersten Kämpfen von den anfangs „idealistischen Kriegsfreiwilligen“25 zu Frontkämpfern ohne Emotionen wie Mitgefühl oder Schwäche. Gefühle wie Hass und Verachtung bestimmten nun den Alltag dieser Männer. Angst suchte man bei ihnen vergeblich. Vorherrschend waren Mut und Heldentum. Diese Gefühle wurden durch Auszeichnungen, wie das Eiserne Kreuz, sogar noch verstärkt.26 Eine Unzufriedenheit mit dem Einsatz konnte aber zu einem Wechsel der Emotionen führen. In Ernst Jüngers Aufzeichnungen erkennt man dabei sogar beinahe durchgehend eine Art Sehnsucht nach dem Kampf. Er bedauerte zwar die zerstörende Wirkung des Krieges, zeigte aber weiterhin weder Mitleid oder Mutlosigkeit. Nach längerer Zeit im Krieg kam bei ihm sogar Langeweile auf, die zu einer unfreiwilligen Abnahme der Kriegsbegeisterung führte. Der Soldat beschrieb dabei beispielsweise einen Wandel von Heldentum zu Monotonie27, und war sogar nach einiger Zeit im Kampf unzufrieden mit seinen Einsätzen:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 und die damit verbundene anfängliche Begeisterung, wobei die Forschungsfrage nach dem emotionalen Wandel der Soldaten gestellt wird.

2. Emotionen bei Kriegsantritt: Dieses Kapitel analysiert die idealistische Kriegsbegeisterung junger Männer und wie diese durch gesellschaftlichen Druck und Propaganda zur freiwilligen Meldung führte.

3. Emotionen während des Krieges: Das Kernkapitel untersucht verschiedene Aspekte wie das Kampfgeschehen, familiäre Bindungen, den Einfluss von Glauben, Krankheit und Versuche, dem Krieg zu entkommen.

4. Emotionen am Ende des Krieges: Hier wird der emotionale Zustand der Soldaten in den letzten Kriegsmonaten beleuchtet, geprägt von Desillusionierung, Niederlagen und dem Wunsch nach Frieden.

5. Fazit: Das Fazit fasst den Wandel von der anfänglichen Begeisterung zum seelischen Trauma zusammen und betont die langfristigen psychischen Belastungen der Überlebenden.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, Deutsche Soldaten, Emotionen, Mut, Heldentum, Angst, Leid, Kriegstagebücher, Feldpostbriefe, Frontalltag, Kriegsbegeisterung, Traumatisierung, psychische Folgen, Moral, Desillusionierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Veränderung der Gefühle deutscher Soldaten während des gesamten Ersten Weltkriegs anhand von Primärquellen wie Tagebüchern und Feldpostbriefen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen militärischer Pflicht (Mut/Heldentum) und der psychischen Realität (Angst/Leid), beeinflusst durch familiären Kontakt, Religion und das tägliche Überleben an der Front.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob ein emotionaler Wandel von anfänglichem Heldenmut zu Angst und psychischer Erschöpfung stattfand und welche Ereignisse diesen Wandel maßgeblich beeinflussten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin nutzt eine historische Quellenanalyse, wobei sie schwerpunktmäßig auf Tagebuchaufzeichnungen und Feldpostbriefe von Soldaten aus den Jahren 1914 bis 1918 zurückgreift.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Lebensbereiche der Soldaten, darunter den direkten Frontalltag, die Bedeutung von Heimatkontakten, den Stellenwert von Religion sowie den Umgang mit Verwundungen und Fluchtmöglichkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Erster Weltkrieg, Soldatenpsyche, Kriegsemotionen, Mut, Heldentum, Angst, Leid, Kriegstagebücher und psychische Traumata.

Welche Rolle spielten die Feldpostbriefe bei der Zensur?

Feldpostbriefe dienten offiziell der Propaganda und sollten den Soldaten als Helden darstellen; kritische Berichte über das Leiden wurden häufig von der Zensur unterdrückt oder führten zu Bestrafungen.

Wie wirkte sich die Verbrüderung mit dem Feind auf die Soldaten aus?

Kurze Momente der Verbrüderung führten oft zu einem verstärkten Gefühl des Leids, da die Soldaten nach dem persönlichen Kontakt die Tötung des "Feindes" als emotional schwerwiegender empfanden.

Was passierte mit den Soldaten nach der Niederlage im April 1918?

Die militärische Niederlage führte bei vielen zu einer Verweigerung des Frontdienstes, einer Abkehr vom Patriotismus und einem Übergang von anfänglichem Mut hin zu Hass und purer Sehnsucht nach dem eigenen Überleben.

Warum blieb die psychische Belastung oft ein Leben lang bestehen?

Da viele Soldaten über ihre traumatischen Erfahrungen nicht sprechen konnten oder durften und keine adäquate Verarbeitung der erlebten Angst und des Leids stattfand, wirkten die psychischen Folgen weit über das Kriegsende hinaus.

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Details

Title
Die Entwicklung von Emotionen deutscher Soldaten im Ersten Weltkrieg
Subtitle
anhand der Gefühle "Mut/Heldentum" und "Angst/Leid"
College
University of Augsburg  (Phil.-Hist. Fakultät)
Grade
1,3
Author
Carolin Keller (Author)
Publication Year
2014
Pages
26
Catalog Number
V1611840
ISBN (PDF)
9783389149409
ISBN (Book)
9783389149416
Language
German
Tags
Soldaten Emotionen Erster Weltkrieg Deutsche Soldaten Militärgeschichte 1. Weltkrieg Soldatengeschichte Neuere Geschichte 20. Jahrhundert Kriegsemotionen Kriegsgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Keller (Author), 2014, Die Entwicklung von Emotionen deutscher Soldaten im Ersten Weltkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1611840
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