Die vorliegende Arbeit untersucht die klassischen Organisationstheorien mit Schwerpunkt auf Frederick Winslow Taylor und seine Lehre des Scientific Management. Im Zentrum stehen die Grundprinzipien der „wissenschaftlichen Betriebsführung“, darunter die Trennung von Hand- und Kopfarbeit, Pensum und Bonus, die systematische Auswahl und Anpassung der Arbeiter sowie die angestrebte Kooperation zwischen Management und Belegschaft.
Darüber hinaus wird die historische Entwicklung des Taylorismus in den USA und in Deutschland nachgezeichnet und kritisch beleuchtet. Neben Erfolgen wie der Steigerung industrieller Produktivität werden auch zentrale Kritikpunkte thematisiert: der Vorwurf mangelnder Wissenschaftlichkeit, die Reduktion von Arbeit auf monotone Abläufe sowie die sozialen und gesundheitlichen Folgen für Beschäftigte.
Abschließend geht die Arbeit der Frage nach, inwiefern Taylorismus und Scientific Management auch heute noch – implizit oder in veränderter Form – in Organisationen und Managementpraktiken fortwirken. Damit liefert sie einen fundierten Überblick über eine der einflussreichsten, aber zugleich umstrittensten Theorien der modernen Organisationsgeschichte.
Inhaltsverzeichnis
1. Intention der Arbeit
1.1. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2. Gliederung der Arbeit
2. Einführung
2.1 Einfache Managementlehren
2.2. Kritik an den einfachen Managementlehren
3. Wer war Frederick Wilson Taylor?
4. Scientific Management – Die „wissenschaftliche“ Betriebsführung
5. Prinzipien des Scientific Managements
5.1.Trennung von Hand- und Kopfarbeit
5.2. Pensum und Bonus
5.3. Auslese und Anpassung der Arbeiter
5.4. Die Versöhnung zwischen Arbeitern und Management
6. Die Umsetzung und Weiterentwicklung der wiss. Betriebsführung
6.1. Die Entwicklung in den USA
6.2. Die Entwicklung in Deutschland
7. Kritik am Scientific Management
7.1. Der Mangel an Wissenschaftlichkeit
7.2. Kürzere, monotone Arbeitsfolgen und die Schädigung der Arbeiter
8. Taylor heute
9. Ein Fazit - Alles Taylors Schuld?
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit hat das Ziel, die Lehre von Frederick Wilson Taylor sowie die Prinzipien des Scientific Managements kritisch darzustellen und hinsichtlich ihrer historischen Bedeutung sowie ihrer Auswirkungen auf die Arbeiterschaft zu hinterfragen.
- Grundlagen und historische Einordnung einfacher Managementlehren
- Biografie und Wirken von Frederick Wilson Taylor
- Analyse der Kernprinzipien des Scientific Managements
- Untersuchung der nationalen Umsetzung in den USA und Deutschland
- Kritische Reflexion der Wissenschaftlichkeit und der Folgen für Arbeiter
Auszug aus dem Buch
5.2. Pensum und Bonus
„Die zu leistende Arbeit eines jeden Arbeiters ist von der Leistung wenigstens einen Tag vorher aufs Genauste ausgedacht und festgelegt. Der Arbeiter erhält gewöhnlich eine ausführliche schriftliche Anleitung, die ihn bis ins Detail seiner Aufgabe, seine Werkzeuge und ihre Handhabung erklärt. Dieses Pensum bestimmt nicht nur, was, sondern auch, wie es getan werden soll, und setzt die Zeit fest, die zur Vollbringung der Arbeit gestattet ist“ (Taylor 1919, 41).
Ein Bonus oder eine Prämie sorgen dafür, dass die Arbeiter sich auch tatsächlich kräftig bemühen, die vorgegebene Tagesleistung zu erreichen. Es stellt sozusagen die Belohnung für das geleistet Pensum da.
Dieses hatte jedoch tiefgreifende Konsequenzen. Denn die Meister waren mit der Berechnung des täglichen Pensum und der Boni völlig überfordert. Deshalb schlug Taylor die Konzentration jeglicher Leitungs- und Überlegungsarbeit inkl. aller Schreibarbeiten in sogenannten Arbeitsbüros vor. Die Meister hatten ihre Zeit nur noch zur Überwachung und Anleitung der Arbeiter in den Werkstätten als „Funktionsmeister“ zu nutzen. Auch diese Meister waren wieder spezialisiert: Es gab Aufsichtsbeamte, Vorrichtungsmeister, Geschwindigkeitsmeister, Prüfmeister usw. (Taylor 1913, 129 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Intention der Arbeit: Einführung in das Thema, Darstellung der Forschungsabsicht sowie der Struktur der Abhandlung.
2. Einführung: Überblick über die historische Entwicklung von Managementlehren und Kritik an bestehenden Konzepten.
3. Wer war Frederick Wilson Taylor?: Biografie und Lebensweg des Pioniers der wissenschaftlichen Betriebsführung.
4. Scientific Management – Die „wissenschaftliche“ Betriebsführung: Erläuterung der Grundkonzepte und der Verschiebung von Erfahrungswissen zu Planungswissen.
5. Prinzipien des Scientific Managements: Analyse der vier zentralen Säulen, einschließlich Trennung von Hand- und Kopfarbeit sowie Pensum und Bonus.
6. Die Umsetzung und Weiterentwicklung der wiss. Betriebsführung: Betrachtung der Verbreitung und Modifikation des Modells in den USA und Deutschland.
7. Kritik am Scientific Management: Auseinandersetzung mit dem Mangel an wissenschaftlicher Fundierung sowie der physischen und psychischen Belastung der Arbeiter.
8. Taylor heute: Untersuchung der langfristigen Wirkungen des Taylorismus in der modernen Arbeitswelt.
9. Ein Fazit - Alles Taylors Schuld?: Abschließende Bewertung von Taylors Intentionen und dem Erbe seines Systems.
Schlüsselwörter
Scientific Management, Taylorismus, Arbeitsorganisation, Effizienz, Zeitstudien, Arbeitsteilung, Pensum, Bonus, Betriebsführung, Frederick Wilson Taylor, Industrialisierung, Rationalisierung, Managementlehre, Arbeitsschutz, Produktivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Modell des Scientific Managements von Frederick Wilson Taylor, seine Entstehung, Anwendung und die damit verbundene historische Kritik.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Prinzipien der Arbeitsorganisation, die Trennung von Planung und Ausführung sowie die sozioökonomischen Folgen für die Arbeiter.
Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?
Ziel ist es, das Taylorsystem objektiv darzustellen, die Motive Taylors zu hinterfragen und die Stichhaltigkeit der Kritik am Modell zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die historische Quellen und wissenschaftliche Sekundärliteratur zur Bewertung der Organisationstheorie heranzieht.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der vier Prinzipien des Scientific Managements und die historische Entwicklung der Lehre in den USA und Deutschland.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Taylorismus, wissenschaftliche Betriebsführung, Rationalisierung und die kritische Analyse des Menschenbildes in der klassischen Organisationstheorie.
Warum war Taylor der Ansicht, dass Arbeitsbüros notwendig seien?
Taylor argumentierte, dass die Meister mit der komplexen Berechnung von Pensum und Boni überfordert waren und daher eine spezialisierte Planungseinheit erforderlich wurde.
Inwiefern unterscheidet sich die Umsetzung in Deutschland von den USA?
In Deutschland war die Arbeiterschaft besser qualifiziert, wodurch Arbeitsbüros nach US-Vorbild weniger konsequent eingeführt wurden; zudem spielten Institutionen wie der VDI eine prägende Rolle.
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- Olaf Levonen (Author), 2002, Die wissenschaftliche Betriebsführung nach F. W. Taylor. Prinzipien, Umsetzung und Wirkungsgeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1611947