Die vorliegende Ausarbeitung ist als Einführung für das Wochenendseminar "Action Painting" zu verstehen. Es handelt sich dabei um eine Gestalttechnik, die von dem Künstler Jackson Pollock entwickelt und ausgeübt wurde. Bevor die Seminarteilnehmer selber nach seinen Prinzipien kreativ werden, möchten wir sie, durch folgendes Referat mit seiner Person vertraut machen, seine Technik erklären und einige grundlegende Definitionen erläutern. Zu Beginn erfolgt daher die Biographie des Künstlers. Es werden Daten genannt, die zum Verständnis seiner Entwicklung notwendig sind, sowie Beziehungen zu Personen, die seinen künstlerischen Stil maßgeblich beeinflusst haben, beschrieben. Zum besseren Verständnis erfolgen Definitionen wichtiger Stilrichtungen und Fachausdrücke, die in Verbindung mit Pollocks Werken, von Bedeutung sind. Der abstrakte Expressionismus wird erläutert, und die Vorgehensweise der "Aktionsmalerei" beschrieben. Hierbei differenzieren wir zwischen unterschiedlichen Verfahren, die Pollock systematisch anwendete. Auch die stilistische Malentwicklung Pollocks bis hin zum Action Painting, soll an dieser Stelle genannt werden. Wir gehen auf die intensive Arbeitsweise, den Ausdruck der spontanen Gefühle und der grenzenlosen Kreativität des Malers ein. Die in seiner Arbeit erkennbaren Grundlagen wie "Aktion, Allseitigkeit und Rhythmik" werden beschrieben. Damit die Seminarteilnehmer einen persönlichen Eindruck gewinnen, zeigen wir Bilder aus unterschiedlichen Entwicklungsphasen des Künstlers. Drei seiner Werke möchten wir hierbei ausführlicher vorstellen. Abschließend sollen mögliche Bereiche der sozialen Arbeit genannt werden, in denen die Anwendung des "Action Paintings" denkbar und eventuell sogar von Bedeutung ist.
Inhaltsverzeichnis
1.1 Deckblatt
2.1 Gliederung
3.1 Einleitung
4.1 Die Biographie Jackson Pollocks
5.1 Erklärung wichtiger Stilrichtungen und Fachbegriffe im Zusammenhang mit Pollocks Malstil:
5.1.1 Surrealismus
5.1.2 Regionalismus
5.1.3 Kubismus
5.1.4 New Yorker Schule
5.1.5 Abstrakter Expressionismus
6.1 Action Painting
7.1 Die stilistische Malentwicklung Pollocks bis hin zum Action Painting
8.1 Jackson Pollock: „My Painting is direct“
9.1 Allseitigkeit
10.1 Rythmik
11.1 Beschreibung dreier Bilder Pollocks
11.1.1 „Number 32“, 1950
11.1.2 „One: Number 31“, 1950
11.1.3 „The Deep“, 1953
12.1 Das Ende Jackson Pollocks
12.1 Anwendung des Action Paintings in der sozialen Arbeit
13.1 Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit dient als theoretische und praxisorientierte Einführung in die Technik des Action Paintings nach Jackson Pollock. Das primäre Ziel ist es, den Lesern den künstlerischen Werdegang Pollocks, die theoretischen Hintergründe seiner Malweise sowie die pädagogischen und therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten dieser Gestalttechnik in der sozialen Arbeit näherzubringen.
- Biographische Analyse von Jackson Pollock und dessen künstlerische Einflüsse.
- Definition und historische Einordnung des Abstrakten Expressionismus und Action Paintings.
- Detaillierte Werkanalyse zentraler Gemälde Pollocks wie „Number 32“ und „One: Number 31“.
- Untersuchung des Konzepts der „Allseitigkeit“ (All-Over-Painting) und der Bedeutung der Rhythmik.
- Diskussion über das Potenzial des Action Paintings als kreative Methode in der sozialen Arbeit und Therapie.
Auszug aus dem Buch
6.1 Action Painting
Es handelt sich beim Action Painting um eine Form der nicht-geometrischen abstrakten Malerei. Diese Kunstrichtung wird zum abstrakten Expressionismus gezählt, und wird auch als „Selbstorganisierende Malerei“ bezeichnet. Im Vordergrund des Action Paintings steht der Malprozess, bei dem Farbe spontan auf den Malgrund aufgebracht wird, wobei dem Bild als Ergebnis oft eine eher dokumentarische Funktion zugeordnet wird. In den Malprozess werden Zufallselemente integriert, die aus dem schnellen und spontanen Handeln des Künstlers, sowie aus der Maltechnik, wie beispielsweise dem „Dripping“ resultieren.
Jackson Pollock war der Hauptvertreter des Action Paintings. Mit seinem Malstil übte er erheblichen Einfluss auf die europäische Malerei aus. Das Action Painting (die Aktionsmalerei) entwickelte er ab 1946 mit seiner Technik des „Drippings“ systematisch weiter, und vollzog so einen radikalen Bruch mit der traditionellen, akademischen Malweise.
Anstatt der Anwendung eines Pinsels ließ er flüssige Farbe auf einen Malgrund fließen. Durch die Verbindung der flexiblen Bewegung des Farbträgers (z.B. eine Farbdose mit Loch oder ein in Farbe getauchter Stock), mit der Wirkung von physikalischen Kräften auf die Farbe, entstanden so Werke, die zum Teil chaotisch und zum Teil beeinflussbar waren. Beeinflussen kann der Künstler den Entstehungsprozess durch die Viskosität der Farbe, der Lochgröße in der Dose, der Höhe zwischen Farbträger und dem darunter liegenden Malgrund, den Trocknungszeiten zwischen dem Auftragen und natürlich durch die Auswahl der Farben.
Zusammenfassung der Kapitel
3.1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Intention der Arbeit, als pädagogisches Hilfsmittel für ein Seminar zum Thema Action Painting zu fungieren.
4.1 Die Biographie Jackson Pollocks: Das Kapitel zeichnet den Lebensweg Pollocks von seiner Kindheit bis zu seinem Unfalltod nach und beleuchtet prägende Einflüsse.
5.1 Erklärung wichtiger Stilrichtungen und Fachbegriffe im Zusammenhang mit Pollocks Malstil: Hier werden kunstgeschichtliche Strömungen wie der Surrealismus und Kubismus in Bezug auf ihre Relevanz für Pollocks Stil analysiert.
6.1 Action Painting: Dieses Kernkapitel definiert das Action Painting als prozessorientierte Kunstform und erläutert die Dripping-Technik als Bruch mit akademischen Traditionen.
7.1 Die stilistische Malentwicklung Pollocks bis hin zum Action Painting: Es wird die Evolution Pollocks von der gegenständlichen Malerei hin zu seiner individuellen Abstraktion beschrieben.
8.1 Jackson Pollock: „My Painting is direct“: Das Kapitel widmet sich der direkten gestischen Umsetzung und dem Konzept des „Im-Bild-Seins“.
9.1 Allseitigkeit: Hier wird der Begriff „All-Over“ als zentrales Ordnungsprinzip von Pollocks Werken theoretisch fundiert.
10.1 Rythmik: Der Rhythmus wird als elementarer gestalterischer Faktor und Ausdruck der Selbstwahrnehmung des Künstlers untersucht.
11.1 Beschreibung dreier Bilder Pollocks: Eine detaillierte Analyse der Werke „Number 32“, „One: Number 31“ und „The Deep“ unter Berücksichtigung ihrer Entstehung.
12.1 Das Ende Jackson Pollocks: Diese Sektion thematisiert den Rückgang der Produktivität im Kontext privater Krisen und Alkoholismus.
12.1 Anwendung des Action Paintings in der sozialen Arbeit: Das Kapitel erörtert die pädagogischen und therapeutischen Potenziale der Technik für Kinder und Jugendliche.
Schlüsselwörter
Jackson Pollock, Action Painting, Abstrakter Expressionismus, Dripping, All-Over, Rhythmik, Kunsttherapie, Soziale Arbeit, Malprozess, Moderne Kunst, Surrealismus, Kreativitätsförderung, Spontaneität, Werkanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in das Werk und die Technik von Jackson Pollock, mit dem Ziel, das Action Painting sowohl kunsthistorisch als auch für pädagogische Anwendungen in der sozialen Arbeit zu erschließen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten gehören die Biografie Pollocks, die Definition wichtiger Kunstrichtungen, die detaillierte Analyse seiner Dripping-Technik sowie die Anwendungsmöglichkeiten dieser kreativen Methode in Therapie und Jugendarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die Hemmschwelle gegenüber abstrakter Kunst abzubauen und aufzuzeigen, wie das Action Painting als Medium zur Selbstentfaltung und Entwicklungsförderung genutzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine auf Literaturrecherche und kunsthistorischer Analyse basierende Ausarbeitung, die durch Beschreibungen und Interpretationen ausgewählter Hauptwerke ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Kunstgeschichte, eine methodische Erläuterung der Technik des Action Paintings und eine praxisnahe Übertragung auf soziale Arbeitsfelder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind Jackson Pollock, Action Painting, Abstrakter Expressionismus, All-Over, Kreativität und Kunsttherapie.
Warum lehnt Pollock in der Regel Bildtitel ab?
Wie im Kapitel zur „Number 32“ erwähnt, lehnte Pollock Titel ab, um keine inhaltlichen Vorgaben für die Betrachter zu machen und den freien Zugang zum Werk nicht einzugrenzen.
Wie wird das Konzept der „Allseitigkeit“ definiert?
Allseitigkeit, oft als „All-Over“ bezeichnet, beschreibt Bilder ohne fokalen Mittelpunkt, bei denen die gesamte Leinwand gleichmäßig strukturiert ist, was den Betrachter in das Werk einbezieht.
Welche Rolle spielt die soziale Arbeit bei dieser Methode?
Die Arbeit argumentiert, dass Action Painting besonders zur Förderung der Kreativität, des Selbstbewusstseins und der Sensomotorik bei Kindern und Jugendlichen beitragen kann, da der Malprozess wichtiger ist als das fertige Ergebnis.
- Citation du texte
- Bernd Kammermeier (Auteur), Birgit Wilmanns (Auteur), 2003, Jackson Pollock. Meister des Action Paintings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16119