Diese Arbeit widmet sich der Forschungsfrage: Welche Dimensionen prägen die pädagogische Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden in der generalistischen Pflegeausbildung, und wie beeinflussen diese den Lernprozess aus der Perspektive der Auszubildenden?
Die vorliegende Masterarbeit widmet sich der Untersuchung dieser Fragestellung und nimmt dabei zentrale Aspekte wie Vertrauen, Anerkennung und Machtverhältnisse in den Blick. Ziel ist es, die Mechanismen und Dynamiken der pädagogischen Beziehung zu analysieren und aufzuzeigen, welche Faktoren förderlich oder hinderlich für den Lernerfolg sein können. Dabei werden sowohl theoretische Grundlagen als auch empirische Erkenntnisse herangezogen, um ein fundiertes Verständnis der Thematik zu entwickeln. Mit diesem Ansatz leistet die Arbeit einen Beitrag zur pflegepädagogischen Forschung im Bereich der theoretischen Pflegeausbildung und richtet sich an Pflegepädagog:innen und Entscheidungsträger:innen, die an der Weiterentwicklung der theoretischen Ausbildung interessiert sind. Sie bietet einen differenzierten Blick auf die pädagogische Beziehung und ihre Bedeutung für den Lernerfolg in einem hochrelevanten Berufsfeld.
Inhaltsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Tabellenverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Theoretischer Hintergrund
- 2.1 Begriffsdefinitionen
- 2.1.1 Beziehung
- 2.1.2 Pädagogische Beziehung
- 2.1.3 Lernprozess
- 2.1.4 Lernen Erwachsener
- 2.1.5 Lernerfolg
- 2.1.6 Generalistische Pflegeausbildung
- 2.2 Dimensionen der pädagogischen Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden
- 2.2.1 Asymmetrie
- 2.2.2 Basic Needs
- 2.2.3 Anerkennung
- 2.2.4 Missachtung
- 2.2.4.1 Erscheinungsformen von Anerkennung und Missachtung durch Lehrende
- 2.2.4.2 Auswirkungen von Anerkennung und Missachtung durch Lehrende
- 2.2.5 Vertrauen
- 2.2.5.1 Auf- und Abbau von Vertrauen
- 2.2.5.2 Bedeutung von Vertrauen für die pädagogische Beziehung
- 2.2.6 Antinomien des Lehrerhandelns
- 2.3 Lernerfolg im Kontext der generalistischen Pflegeausbildung
- 2.3.1 Voraussetzungen für Lernerfolg
- 2.3.2 Gründe für ausbleibenden Lernerfolg
- 2.1 Begriffsdefinitionen
- 3 Methodisches Vorgehen
- 3.1 Forschungsdesign
- 3.2 Auswahl der Stichprobe
- 3.3 Ethik und Datenschutz
- 3.4 Instrumente und Durchführung der Datenerhebung
- 3.4.1 Entwicklung des Interviewleitfadens
- 3.4.2 Durchführung der Interviews
- 3.4.3 Aufzeichnung und Transkription
- 3.5 Auswahl des Analyseinstruments
- 3.6 Inhaltsanalyse nach Kuckartz
- 4 Ergebnisse
- 4.1 Präsentation und Analyse der wichtigsten Ergebnisse
- 4.2 Darstellung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den Befragten
- 5 Diskussion und Limitation
- 6 Fazit
- Literaturverzeichnis
- Anhang
Zielsetzung & Themen
Diese Masterarbeit untersucht die Dimensionen der pädagogischen Beziehung und ihren Einfluss auf den Lernprozess in der generalistischen Pflegeausbildung aus der Perspektive der Auszubildenden. Das primäre Ziel ist es, die Mechanismen und Dynamiken der pädagogischen Beziehung zu analysieren und aufzuzeigen, welche Faktoren den Lernerfolg fördern oder hemmen können, um ein fundiertes Verständnis der Thematik zu entwickeln.
- Analyse der Qualität der pädagogischen Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden.
- Untersuchung zentraler Dimensionen: Asymmetrie, Vertrauen, Anerkennung und Missachtung.
- Beleuchtung des Lernprozesses und Lernerfolgs speziell im Kontext der generalistischen Pflegeausbildung.
- Anwendung einer qualitativen Methodik mittels semistrukturierter Interviews.
- Einbeziehung theoretischer Konzepte wie das pädagogisch-didaktische Dreieck, die Selbstbestimmungstheorie und die Anerkennungstheorie nach Honneth.
- Entwicklung praxisorientierter Empfehlungen für die Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Asymmetrie
Die pädagogische Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden ist von Natur aus asymmetrisch. Diese Asymmetrie, die sich durch Unterschiede in Wissen, Erfahrung, Macht und Verantwortung manifestiert, ist ein zentrales Merkmal der Bildungsbeziehung und beeinflusst den Lernprozess auf vielfältige Weise. Diese Dimension beschreibt die Bedeutung der Asymmetrie in der Pflegeausbildung und analysiert, wie diese Asymmetrie das Lernen und die Interaktionen zwischen Lehrenden und Lernenden prägt (Vgl. Helsper et al. 2005, S. 179ff).
Asymmetrie in der pädagogischen Beziehung bezieht sich auf das Ungleichgewicht in der Verteilung von Wissen, Macht und Verantwortung zwischen Lehrenden und Lernenden. Lehrende verfügen in der Regel über mehr Fachwissen und berufliche Erfahrung als Lernende und haben dadurch eine übergeordnete Position innerhalb der Bildungshierarchie. Dieses Machtgefälle ist notwendig, um Lernprozesse zu steuern, zu evaluieren und zu unterstützen, kann jedoch auch Herausforderungen und Spannungen mit sich bringen. In der Pflegeausbildung zeigt sich die Asymmetrie besonders deutlich, da Lehrende nicht nur für die Vermittlung theoretischen Wissens, sondern auch für die Anleitung und Bewertung praktischer Fertigkeiten verantwortlich sind. Die Lernenden befinden sich in einer abhängigen Position, da sie auf das Wissen und die Bewertung der Lehrenden angewiesen sind, um ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen.
Die Asymmetrie in der pädagogischen Beziehung kann sowohl Chancen als auch Herausforderungen für den Lernprozess mit sich bringen. Einerseits ermöglicht sie eine klare Strukturierung des Lernprozesses, in der Lehrende als Autoritäten und Wissensvermittler:innen agieren. Dieses Rollenverständnis kann den Lernenden Orientierung und Sicherheit bieten, da sie darauf vertrauen können, dass die Lehrenden den Lernprozess kompetent leiten (Vgl. Helsper et al. 2005, S. 179ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Stellt die Forschungsfrage nach den Dimensionen der pädagogischen Beziehung in der generalistischen Pflegeausbildung und deren Einfluss auf den Lernprozess aus Sicht der Auszubildenden vor.
2 Theoretischer Hintergrund: Erläutert zentrale Begriffe wie Beziehung, pädagogische Beziehung und Lernprozess, sowie die Dimensionen Asymmetrie, Basic Needs, Anerkennung, Missachtung und Vertrauen im Kontext pädagogischer Interaktionen.
3 Methodisches Vorgehen: Beschreibt das qualitative Forschungsdesign mit semistrukturierten Interviews, die Auswahl der Stichprobe, ethische Grundsätze und die Datenerhebung und -analyse mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz.
4 Ergebnisse: Präsentiert die aus den Interviews gewonnenen zentralen Erkenntnisse zu Vertrauen, Anerkennung, Nähe/Distanz, emotionalem Support und Pädagogik/Methodik sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Befragten.
5 Diskussion und Limitation: Diskutiert die Ergebnisse im Kontext der bestehenden Literatur, arbeitet Implikationen für die Pflegeausbildung heraus und reflektiert die Einschränkungen der Studie.
6 Fazit: Fasst die Haupterkenntnisse zusammen, betont die Relevanz einer bewussten Gestaltung der pädagogischen Beziehung für den Lernerfolg und gibt Ausblick auf die Weiterentwicklung der Pflegepädagogik.
Schlüsselwörter
Pädagogische Beziehung, Pflegeausbildung, Lernerfolg, Vertrauen, Anerkennung, Asymmetrie, Missachtung, Motivation, qualitative Forschung, Auszubildende, Lehrkräfte, Selbstbestimmungstheorie, Lernprozess, pädagogisch-didaktisches Dreieck, empathische Unterstützung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden in der generalistischen Pflegeausbildung und untersucht, wie diese Beziehung den Lernerfolg aus der Perspektive der Auszubildenden beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Qualität pädagogischer Beziehungen, deren Dimensionen (Vertrauen, Anerkennung, Asymmetrie, Missachtung) und deren Auswirkungen auf den Lernprozess und Lernerfolg in der Pflegeausbildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Dynamiken der pädagogischen Beziehung zu analysieren und Faktoren zu identifizieren, die den Lernerfolg von Auszubildenden in der generalistischen Pflegeausbildung fördern oder hemmen. Die Forschungsfrage lautet: "Welche Dimensionen prägen die pädagogische Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden in der generalistischen Pflegeausbildung, und wie beeinflussen diese den Lernprozess aus der Perspektive der Auszubildenden?"
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Studie verwendet einen qualitativen Forschungsansatz, insbesondere semistrukturierte Interviews und qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz, um subjektive Erfahrungen und Wahrnehmungen zu erfassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil der Arbeit behandelt den theoretischen Hintergrund der pädagogischen Beziehung sowie die Ergebnisse der qualitativen Analyse, die sich auf Vertrauen, Anerkennung, Nähe/Distanz, emotionalen Support und Pädagogik/Methodik konzentrieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Pädagogische Beziehung, Pflegeausbildung, Lernerfolg, Vertrauen, Anerkennung, Asymmetrie, Missachtung, Motivation, qualitative Forschung, Auszubildende, Lehrkräfte, Selbstbestimmungstheorie, Lernprozess, pädagogisch-didaktisches Dreieck, empathische Unterstützung.
Wie wird die Asymmetrie in der pädagogischen Beziehung der Pflegeausbildung beschrieben?
Die Asymmetrie ist ein natürliches und zentrales Merkmal, das sich durch Unterschiede in Wissen, Erfahrung, Macht und Verantwortung zwischen Lehrenden und Lernenden manifestiert. Sie bietet sowohl Chancen zur Strukturierung des Lernprozesses als auch Herausforderungen, die Abhängigkeit und Passivität fördern können.
Welche Rolle spielen "Basic Needs" (Autonomie, Kompetenz, soziale Eingebundenheit) für den Lernerfolg?
Die Erfüllung dieser drei psychologischen Grundbedürfnisse – Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit – wird als Schlüsselrolle für die Unterstützung von Lernprozessen, die Förderung von Motivation und nachhaltigem Lernen betrachtet.
Welche Auswirkungen hat Missachtung durch Lehrende auf das emotionale Wohlbefinden und den Lernerfolg der Auszubildenden?
Missachtung durch Lehrende kann negative emotionale Reaktionen wie Niedergeschlagenheit und Entmutigung hervorrufen, das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und zu einer verringerten schulischen Anstrengung sowie zur Distanzierung vom Lernprozess führen.
Welche Antinomien prägen das Lehrerhandeln in der pädagogischen Beziehung und wie werden sie bewältigt?
Lehrerhandeln ist von Spannungsfeldern wie Nähe und Distanz, Führung und Autonomie sowie Einheitlichkeit und Differenzierung geprägt. Eine bewusste und reflektierte Auseinandersetzung mit diesen Antinomien ist entscheidend für eine förderliche Lernumgebung.
- Arbeit zitieren
- Henrike Herbst (Autor:in), 2025, Dimensionen in der pädagogischen Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden in der generalistischen Pflegeausbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1612211