Ein Praktikum stellt die beste Möglichkeit dar, den Arbeitsalltag des Berufs kennenzulernen, den man später vielleicht einmal ergreifen möchte: "Am besten ist es, schon möglichst früh im Studium ein Praktikum anzutreten" (Jüde 1999).
Also versuchte ich, schon in meinen ersten Semesterferien praktische Erfahrungen zu sammeln. Vor dem Beginn des Praktikums stand die Frage, was ich überhaupt kennenlernen und tun möchte und wozu mir ein Praktikum dienen könnte.
Praktika dienen dazu, die Berufswelt kennen zu lernen, Vorstellungen von seinem Traumjob zu überprüfen und die im Studium erworbenen Fach-, Schlüssel- und Zusatzqualifikationen zu erproben.
Schon oft habe ich Erfahrungen im Printjournalismus, in Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen gesammelt, nicht jedoch im Rundfunk- und Fernsehsektor.
Die engere Wahl fiel auf Fernsehsendungen im deutschen Fernsehen mit naturwissenschaftlichen Bezug, wie Abenteuer Erde, Galileo oder Welt der Wunder. Und so ist dieser Bericht über eine Produktionsfirma entstanden, die die Sendung "Welt der Wunder" produziert, damals noch für den Sender "ProSieben", mittlerweile für RTL2.
Wer Erfahrungen in diesem Bereich sammeln möchte, sollte dieses Buch lesen!
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Berichtsteil
1.1 Charakterisierung der Firma
1.2 Beschreibung der Tätigkeiten
1.2.1 Fooldienst
1.2.2 Pressespiegel
1.2.3 Recherche für Redakteure
1.2.4 Eigene Recherchearbeit
1.2.5 Erstellen eigener Beiträge
1.2.6 Zuschauen
1.2.7 Statist beim Dreh
2 Kommentar
2.1 Interesse der Studierenden des Medien- u. Kommunikationswissenschaften
2.2 Studienbezug des Praktikums
2.3 Temporale Organisation
2.4 Lokale Organisation
2.5 Innere Organisation durch die Firma
3 Reflexion
3.1 Objektivität im Journalismus
3.2 Werbung und redaktionelles Fernsehprogramm
Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Der vorliegende Praktikumsbericht hat zum Ziel, die praktischen Erfahrungen der Autorin bei der Film- und Fernsehproduktionsfirma H5B5 Media AG, insbesondere in der Redaktion der Sendung "Welt der Wunder", zu dokumentieren, zu bewerten und in einen wissenschaftlichen Kontext zu reflektieren.
- Charakterisierung der Produktionsfirma und Einblicke in die Arbeitsabläufe des Fernsehredakteurs.
- Erfahrungsgewinn im Bereich der Recherche, Beitragsgestaltung und journalistischen Praxis.
- Reflexion über den Stellenwert journalistischer Objektivität im Spannungsfeld zwischen Redaktion und Wirtschaft.
- Untersuchung von Product Placement und dessen Einfluss auf redaktionelle Unabhängigkeit.
Auszug aus dem Buch
1.2.5 Erstellen eigener Beiträge
Eigene Beiträge zu erzeugen war sicherlich das Interessanteste während meines Praktikums. Gleich in der ersten Woche erhielten zwei neue Praktikanten mit mir zusammen ein Briefing in der Lizenzabteilung, bei dem mir erklärt wurde, welches Material aus dem Archiv frei verwendbar sei und welches Material bezahlt werden müsse und wie man in diesem Fall vorzugehen hatte: Zuerst musste man den Chef vom Dienst fragen, ob man bezahlbares Material verwenden dürfe, dann sollte man eine Lizenzliste anfertigen und der Lizenzabteilung vorlegen und schließlich dem Lizenzgeber einen Vertrag zuschicken oder zufaxen.
In der nächsten Woche erhielten wir ein Briefing zur Erstellung einer Zuschauerfrage. Die Zuschauer von Welt der Wunder können im Internet eine Frage stellen, die dann in einem einminütigen Beitrag beantwortet wird. Diese Zuschauerfragen werden fast immer von Praktikanten bearbeitet. Ich bearbeitete gleich zwei Zuschauerfragen, einmal die Frage `Wie entstehen Diamanten´ und die Frage `Wie entstehen Gezeiten´ ?
Zuerst befasste ich mich inhaltlich mit diesem Thema, mit Hilfe des Internets und mittels zahlreichen Lexika und Sachbüchern. Danach forschte ich im Filmarchiv nach Bildmaterial, welches ich mir dann anschaute. Von interessanten und vielleicht verwendbaren Sequenzen schrieb ich mir die Timecodes auf. Ich versuchte, einen möglichst einfachen und leicht verständlichen Text auf die Fragen, wie Diamanten bzw. Gezeiten entstehen, zu erstellen. Zur vereinfachten Erklärung fehlte mir noch eine Grafik oder Animation, die meine Erläuterung unterstützte. Ich ging zu einen der zwei Chefs vom Dienst, Jan Richter, der die Erstellung einer Animation bewilligte. Darüber, wie die 2D-Animation aussehen sollte, dachte ich lange nach, bevor ich der Computergestaltungs- Abteilung erklärte, wie ich mir die Animation vorstellte. Nachdem ich die richtigen Bilder und eine vernünftige Animation hatte, fehlte nur noch eine Hintergrundmusik für den Beitrag. Bei der Suche nach der richtigen Hintergrundmusik half mir Eva Ehlers aus dem Archiv.
Zusammenfassung der Kapitel
Berichtsteil: Dieser Teil beschreibt die organisatorische Struktur der H5B5 Media AG sowie das breite Spektrum der vom Praktikanten ausgeführten Tätigkeiten, von administrativen Aufgaben bis zur eigenständigen Beitragsrecherche.
Kommentar: Hier werden der Studienbezug des Praktikums, die Bedeutung der praktischen Arbeitserfahrung für Studierende der Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie die innerbetriebliche Organisation kritisch bewertet.
Reflexion: Dieser Abschnitt widmet sich den theoretischen Herausforderungen des Journalismus, insbesondere dem Spannungsfeld zwischen dem Anspruch auf Objektivität und dem Einfluss wirtschaftlicher Interessen sowie Product Placement.
Schlüsselwörter
Praktikumsbericht, H5B5 Media AG, Welt der Wunder, Fernsehproduktion, Journalismus, Praktikum, Redaktion, Objektivität, Product Placement, Recherche, Medienpraxis, Medientechnik, Zuschauerfrage, Medienunternehmen, Medienwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Der Bericht dokumentiert ein einmonatiges Praktikum der Autorin bei der Produktionsfirma H5B5 Media AG in München, die unter anderem die Sendung "Welt der Wunder" für Pro Sieben produziert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt den Arbeitsalltag in einer Fernsehredaktion, die methodische Vorgehensweise bei der Beitragsrecherche und -produktion sowie die kritische Auseinandersetzung mit journalistischen Grundsätzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, die erlernten praktischen Fähigkeiten zu reflektieren, zu prüfen, ob der audiovisuelle Bereich den persönlichen Interessen entspricht, und eine wissenschaftliche Reflexion über journalistische Objektivität durchzuführen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert den deskriptiven Bericht eigener praktischer Erfahrungen mit einer Literaturrecherche zu den Themen Journalismus, Objektivität und Product Placement.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung der Tätigkeiten (z.B. Fool-Dienst, Themenrecherche, Beitragserstellung), einen Kommentar zur Relevanz für das Studium und eine theoretische Reflexion über journalistische Standards und Werbeeinflüsse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Praktikum, Fernsehproduktion, Journalismus, Objektivität, Product Placement und Medienwissenschaft.
Welche Rolle spielt die "Bluebox-Technik" im Bericht?
Die Autorin erwähnt diese Technik im Abschnitt "Zuschauen", da sie durch das Beobachten der Studioaufzeichnung zum ersten Mal praktisch erfahren konnte, wie dieses Verfahren in einem Fernsehformat eingesetzt wird.
Warum ist die Abgrenzung zwischen Redaktion und Werbung laut Autorin schwierig?
Die Autorin verdeutlicht dies am Beispiel der Motorradsicherheits-Recherche, bei der Firmen aktiv versuchten, durch Sponsoring von Equipment (Airbag-Jacken) und Sendezeitpräsenz Einfluss auf die redaktionelle Gestaltung zu nehmen.
- Quote paper
- Sarah Lindner (Author), 2002, Einblick in das Praktikum bei "Welt der Wunder", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16125