Spanisch in Kolumbien

Untersuchung der Sprache in den Bereichen Lexik, Phonetik, Morphosyntax


Seminararbeit, 2002

17 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Lexik

2 Phonetik
2.1. Seseo /Ceceo
2.2. Lleísmo/ Yeísmo
2.3. Vokale: Lautliche Umgestaltung und Wegfall
2.4. Aussprache des Diphthongs /ei/
2.5. Aussprache des Phonems /x/
2.6. Ausfall und Schwächung des Phonems /d/
2.7. Entfall des /r/

3 Morphosyntax
Gegenstände (Substantiv):
3.1. Numerus
3.2 Genus
3.3 Diminutiv
3.4 Pronomen (Anredeformen): tú / usted/ sumercé
Sachverhalte (Verb):
3.5 Tempus (Futur)
3.6 Diathese (Reflexiver Verbgebrauch)

4 Status des Spanischen in Kolumbien

5 Schule

6 Sprachgeographie und individuelle Sprecherin

Zusammenfassung

Quellenverzeichnis

Anhang (Abkürzungen/ Karte Kolumbiens /Tonaufnahmen/)

Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Spanischen in Kolumbien. Obwohl sich die geschriebene Sprache an das Kastilische der iberischen Halbinsel annähert, was sich auch in den Medien und in der Literatur bemerkbar macht, gibt es in der gesprochenen Sprache Kolumbiens einige Besonderheiten.

Die Untersuchung der spanischen Sprache hat in Kolumbien schon eine lange Tradition, so wurde der erste Sprachatlas (der ALEC) eines lateinamerikanischen Landes in Kolumbien herausgegeben. Besonders die Analyse der gesprochenen Sprache ist sehr wichtig, da sich hier am schnellsten Veränderungen zeigen, die erst lange Zeit später (oft sogar gar nicht) in die Schriftsprache übergehen.

Diese Arbeit wird versuchen, Besonderheiten des Spanischen in Kolumbien aufzuzeigen. Dabei werden einige Beispiele aus der Lexik angeführt und auf die Phonetik eingegangen.

Vor der eigentlichen Analyse der Phonetik wurden der kolumbianische Text „La noche de los feos“ und drei Witze von einer Kolumbianerin gesprochen und auf CD sowie auf Audiokassette aufgenommen (siehe Anhang). Die Arbeit wird sich außerdem mit der Morphosyntax beschäftigen. Auch der Status der Sprache, das Schulwesen und die Sprachgeographie sind bei der Untersuchung des Spanischen in Kolumbien berücksichtigt worden.

In meiner Arbeit stütze ich mich in erster Linie auf die Erfahrungen der wissenschaftlichen Studie „Spanisch in Kolumbien“ von Peter Wenzel Scholpp, der wichtige Merkmale in der gesprochenen Sprache herausgefunden hat. Dabei habe ich versucht, mich von dem Aufbau seines Buches weitgehend zu lösen und seine Ergebnisse auch mit eigenen Beispielen zu untermauern.

1 Lexik

Die Erforschung der Lexik in Kolumbien ist gut entfaltetet. Im ALEC, dem Atlas Lingüístico-Etnográfico de Colombia, findet man etwa 1500 Begriffe in ihrer regionalen Bedeutung sowie die Orte, wo sie benutzt werden (vgl. ZIMMERMANN 1997: 401).

In der Lexik gibt es Neuschöpfungen, besonders stark darunter ist die Gruppe der Diminutive (das sind Verkleinerungsformen), beispielsweise „ un momentico, por favor “.

In der kolumbianischen Lexik tauchen Vulgarismen, (wie el coso: `Dingsda´), Archaismen, Regionalismen und indianisches Vokabular auf. Auch existieren zahlreiche Anglizismen, wie chequear, parquear, tiquete, cloche < englisch clutch, suiche < englisch switch. Teilweise lässt sich auch eine Entlehnung aus der englischen Syntax ableiten, so z.B. „el aunto está siendo considerado“ (vgl. ebd.).

Der Ausdruck casimba wird (immer noch) an der Atlantikküste benutzt; es kennzeichnet einen kleinen Brunnen, der in der Nähe eines Flusses oder eines Meeres ausgegraben wurde, um trinkbares Wasser zu gewinnen:

„CASIMBA [Hervorhebungen im Original] se usa aún en nuestra Costa Atlántica para designar un pequeño pozo que se excava cerca de un río para obtener agua potable.” (DEL CASTILLO MATHIEU 1995: 141).

Der Begriff malanga wird ebenfalls an der Atlantikküste, im Osten des Flusses Magdalena, im Norden von Santander und in den östlichen Ebenen gebraucht, aber es wird auch in vielen Ländern der Karibik genutzt. Sicher ist, dass es von dem Wort malanga abstammt, welches eine Pflanze meint, deren Blätter und Knollen man isst.

„MALANGA [Hervorhebung im Original] (...) se emplea solamente en la Costa Atlántica al oriente del Río Magdalena, en Norte de Santander y en los llanos orientales, pero tiene amplio uso en los países del Caribe (...). Proviene seguramente del vocablo kikongo malanga, que equivale a `planta de la cual se comen las hojas y los tubérculos...´ .. .“ (DEL CASTILLO MATHIEU 1995: 143).

Das Wort tanga ist in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in das kolumbianische Spanisch eingedrungen. Es kam mit den neuen Strandmoden aus Brasilien. Der brasilianische Tanga stammt vom Wort ntanqa ab, das die Bedeutung von `Stoff, Tuch, Verhüllung´ hat. Dieses Wort ist in viele spanisch-amerikanischen Länder eingedrungen:

„TANGA [Hervorhebung im Original] es quizá el único bantuismo que ha penetrado en el español de Colombia en la segunda mitad del siglo XX. Vino de Brasil al unísono con las nuevas modas playeras. La tanga brasileña proviene del kikongo ntanqa, que significa “tela, paño, taparrabos” (Balandier: 107, 159, 160). Esta voz ha penetrado en muchos países de la América española.” (del Castillo Mathieu 1995: 145).

Außerdem zeigt sich eine charakteristische Lexik im Schulbereich: So beispielsweise `pasar en plancha´, übersetzt heißt es soviel wie „die schlechteste Note bekommen haben, um gerade noch zu bestehen“, `pupilo´, der „Liebling des Lehrers“ und `quemarse´, „ohne ein gutes Ergebnis lernen“ (vgl. ZIMMERMANN 2000:402).

2 Phonetik

2.1 Seseo und Ceceo

Die Annahme, das Lateinamerika ein einheitliches Seseogebiet sei, ist Kubarth (1987: 123) nach zu urteilen, falsch. In Kolumbien existiert auch der Ceceo in vielen Landesteilen.

Der Seseo ist in vielen spanischsprachigen Ländern Lateinamerikas zu finden und bezeichnet den lautlichen Zusammenfall der Phoneme /s/ und /O/. Beim Ceceo wird das kastilische Phonem /O/ nicht rein artikuliert, sondern eher interdental ausgesprochen. Der Gebrauch des Ceceo ist geographisch nicht eingrenzbar. Er ist in der Alltagssprache fast nicht anzutreffen. Er wird in vereinzelten, ländlichen Orten verwendet. Die häufiger benutzte Variante ist, auch auf dem Land, der Seseo. Nach Scholpps Befragungen unter Sprechern aus Bogotá ist der Ceceo ein sprachlicher Archaismus. Er wird verwendet, um bestimmte Situationen (feierlich, affektiert) auszudrücken. (vgl. SCHOLPP 2000:23 ff.)

Bei meinen Tonaufnahmen war feststellbar, dass manche Wörter mit dem Phonem /s/ sehr weich ausgesprochen wurden, wie z.b. bei exacta, manchmal auch wie ein deutsches <sch>, wie bei nuestros:

„Tal vez unido no sea la palabra más e(O)acta.”

„De repente me di cuenta de que tanto ella como yo estábamos hablando tan clara y duramente que ya no estábamos e(s)actamente descubriendo nue(tsch)tros corazones.”

“Levantó la cabe(sch)a.”

“Tristes, feli(s)es.“

Auch Scholpp bemerkt, dass die Aussprache des Phonems /s/ in Kolumbien sehr unterschiedlich ist, dass es teilweise als alveolarer Reibelaut artikuliert wird und in nachlässiger Umgangssprache teilweise eine Aspiration, also eine Schwächung, vorhanden ist (vgl. SCHOLPP 2000:25).

2.2 Yeísmo und Lleísmo

Der Begriff Yeísmo bezeichnet den lautlichen Zusammenfall der Phoneme /j/ und / / zu /j/. In sehr vielen spanischsprachigen Ländern ist der Yeísmo ein charakteristisches Phänomen. Unter gebildeten Sprechern ist der Yeísmo sehr verbreitet, nur in einzelnen Gebieten wird noch zwischen dem Phonem /j/ und / / differenziert, wobei also der erste Laut der Wörter yerba und lluvia anders ausgesprochen wird (vgl. SCHOLPP 2000:21).

Die Buchstaben ll wurden bei meiner Tonaufnahme beim Wort ella nicht mit dem Phonem / / sondern eher wie zwei Phoneme ausgesprochen wurden. Das erste Phonem war dabei ein /l/, das zweite ein / /.

Beispiel:

„Tanto los de el(j)a como los míos son ojos duros; en el(j)os sólo se lee que poco o nada nos hemos ... “ (siehe Anhang).

Das Wort llena hingegen wurde bei meiner Tonaufnahme mit / /, also ohne Besonderheit, artikuliert: „La cafetería estaba llena, pero en ese momento se quedó libre una mesa.“

Der ALEC begrenzt das Gebiet des Lleísmo auf Gebiete der Ostkordilleren, vor allem bei der weniger gebildeten Bevölkerung ist das Sprachphänomen anzutreffen. Dort wird also in den Wörtern caballo und llave das Phonem / / artikuliert.

Ein Grund dafür, dass der Lleísmo heute noch in Bogotá anzutreffen ist, liegt in der Immigration von Personen vom Land in die Hauptstadt. Viele der Immigranten ändern jedoch ihre Aussprache zugunsten der Variante, die in der Metropole vorherrscht (also zum /j/), da diese einen höheren Status hat. Selten hört man in Bogotá das laterale / /. Die Verbreitung des Yeísmo wird durch die Massenmedien, besonders Radio und Fernsehen, gestärkt. Die Verwendung ist also dialektal bedingt. (vgl. SCHOLPP 2000:21 ff.).

2.3 Vokale: Lautliche Umgestaltung und Wegfall

Beim schnellen und hastigen Sprechen, so hat Scholpp bei seinen Tonaufnahmen festgestellt, wird ein Vokal häufig abgeschwächt oder entfällt sogar. So kommt es beispielsweise zum Wegfall des /o/ bei bueno und des ersten /a/ bei hasta in folgendem Satz, den er bei einem Telefonat mitzeichnete: „Si., buen, que buen.buen [Hervorhebungen im Original]., ¡’stá luego!“

Eine lautliche Veränderung, ein Übergang des Vokals /e/ zu /i/ ist häufig in ländlichen Gebieten anzutreffen. Aber diese Erscheinung ist nicht nur regional bedingt, sondern oftmals handelt es sich dabei um einen Sprecher von niedriger Bildung. Gründe dafür sind oft die Unkenntnis der richtigen Aussprache und damit die stetige Wiederholung der falschen Artikulation. In einem Beispiel von Scholpp wurde in dem Ort Tocaima eine Tonaufnahme gemacht, bei der die Sprecherin, eine Hausfrau, unbetonte Vokale sehr oft anders als üblich, aussprach. So sprach sie das Wort peor aus wie pior. Vokale, die unbetont sind, zeigen oft eine Instabilität. (vgl. SCHOLPP 2000:47 ff.).

Bei meiner Tonaufnahme konnte ich weder eine Instabilität der Vokale, noch eine falsche Aussprache feststellen; alle Vokale wurden deutlich artikuliert. Dies liegt aber wahrscheinlich nicht nur an der höheren Schulbildung meiner Sprecherin, sondern auch an der Situation der Tonaufnahme, immerhin hatte man genug Zeit, deutlich zu sprechen, es gab keinen Stress, wie beim von Peter Wenzel Scholpp aufgezeichneten Telefonat.

2.4 Aussprache des Diphthongs /ei/

Auffällig dagegen ist in meinem Tonbeispiel die Aussprache des Diphthongs / ei/ im Wort seis:

“Me cambia un billete de cinco mil pesetas por se/is billetes de mil?” Hier wurde der Diphthong nicht zusammen gesprochen, sondern in zwei verschiedenen Silben artikuliert, wobei das /i/ auch noch eine stärkere Betonung bekam, als das /e/. Dieses Phänomen habe ich aber nur beim Wort seis bemerkt, alle anderen Diphthonge wurden wie im traditionellen Spanisch ausgesprochen.

2.5 Aussprache des Phonems /x/

An zwei Stellen habe ich statt dem im Spanischen artikulierten velaren /x/ ein dem Deutschen sehr ähnlichen /h/ verstanden. Der frikative Konsonant wird nach SCHOLPP (2000:28) überall in Kolumbien weich und sehr schwach ausgesprochen. Dabei trete die Aspiration von /x/ durchgängig in allen Kombinationen auf, in der schriftlichen Realisierung <g> oder <j> vor <i> und vor <e>, wie in den Wörtern gimnasio oder gente. Bei meinen Tonaufnahmen wurden die Anfangslaute der Wörter gestos und juntas besonders stark mit dem deutschen /h/ artikuliert, das /x/ bei gente wurde zwar auch mit dem Allophon <h> ausgesprochen, jedoch nicht so stark, wie bei den anderen zwei Wörtern:

„Fuimos pasando entre la (h)ente y a nuestras espaldas quedaban los (h)estos de sorpresa. ...” “Una cara horrible y sola tiene su interés, está claro; pero dos caras feas (h)untas son ...” Scholpp (2000:29) erkennt einen „Zusammenhang zwischen der Aspiration und dem Sprechtempo”. Er schreibt, dass sich „bei spontanem Hinzufügen von Informationen (...) das Sprechtempo der Sprecherin [erhöhe], wobei gleichzeitig die Aussprache stellenweise etwas weniger deutlich wurde.“ (ebd.). Diese Ansicht teile ich nicht. Meine Sprecherin erhöhte keinesfalls ihr Sprechtempo und fügte auch keine Informationen spontan hinzu, da der Text ja vorgegeben war. Im Gegenteil, sie sprach die Wörter gestos und juntas sehr deutlich mit <h> aus. Ich stimme Peter Wenzel Scholpp zu, dass bestimmte Wörter immer mit einem <h> im Anlaut ausgesprochen werden, also quasi gewohnheitsmäßig so artikuliert werden (vgl. SCHOLPP 2000:29).

2.6 Ausfall und Schwächung des Phonems /d/

Festgestellt war bei meiner Tonaufnahme, dass bei manchen Wörtern das /d/ sehr schwach artikuliert wird, bei einigen Wörtern sogar völlig ausfällt:

„Me gustó que fuera dura, que ella a su vez observara tranquilamente la parte lisa, sin barba, de mi piel quema(d)a.”

“La verda( ) es que son algo así como espejos.”

“He aprendido a advinar esa urgente curiosida(d), ... . “

“En realida( ), mis de(d)os ... pasaron muchas veces sobre sus lágrimas.

“Los dos somos feos.”

“Usted es inteligente, ...”

Während bei den Wörtern quemada, curiosidad und dedos eine Schwächung des /d/ auftaucht, wird das /d/ bei realidad und verdad am Wortende nicht ausgesprochen. Im Anlaut, beispielsweise bei dos, wird das Phonem dagegen immer artikuliert. Auch sind nicht alle Wörter von der Schwächung betroffen, wie bei usted hörbar wird. Signifikant ist, dass der Wegfall am Wortende häufiger ist, als der Wegfall in einer intervokalischer Position, wie auch Scholpp (2000:35) bemerkt. Aber auch nicht bei allen Wörtern fällt das letzte /d/ weg, beim Wort posibilidad wurde es beispielsweise gesprochen.

Die Vermutung liegt nah, dass man dieses Phänomen mit dem Sprechtempo begründen kann: Fast jedes Mal, wenn schneller, flüssiger gesprochen wurde und einzelne Wörter weniger betont wurden, fällt das /d/ weg.

2.7 Entfall des /r/

Der Entfall des /r/, wie ihn auch Scholpp (2000: 43) bemerkt und aufgezeichnet hat, tritt auch in einem Beispiel meiner Tonaufnahme auf, nämlich bei dem Wort cuadro:

„Una cara horríble y sola tiene su interés, está claro: pero dos caras feas juntas son en sí mismas un cuad( )o muchísiomo más interesante; ... .”

Dennoch möchte ich dieses eine Beispiel nicht zur Besonderheit des Spanisch in Kolumbien erklären, da es mir wenig sinnvoll erscheint, anhand eines einzigen Beispiels zu allgemeinen Aussagen zu kommen. Bei vielen anderen Wörtern wird das /r/ korrekt ausgesprochen: personas, cara, pero, caras, interesante etc.

3 Morphosyntax

3.1 Numerus

Die Veränderung des Numerus ist ein morphologisches Merkmal in Kolumbien, wie Scholpp (2000:58) bemerkt. Dazu führt er aus seinen Tonaufnahmen Beispiele an, wie „A Efra no le gusta ní el fríjol...“ [Hervorhebung im Original]. Die Wörter fríjol und lenteja existieren in Kolumbien im Singular wie im Plural; als Beilage oder Gericht beim Essen werden sie fast immer nur im Plural, los fríjoles oder las lentejas, benutzt.

Ab und zu tritt auch ein Numeruswechsel auf und zwar bei folgendem in Kolumbien allgemein geläufigen Ausdruck:

„Hace unos tiempos paracá [Hervorhebung im Original] mire que podía con la música de que...” (SCHOLPP 2000:58).

Teilweise haben Ausdrücke im Plural einen ganz eigenen, neuen Sinn bekommen: So zum Beispiel las vueltas, ein Begriff für `Wechselgeld´ oder las onces, eine `kleine Zwischenmalzeit um etwa 11 Uhr am Vormittag´. Diese Begriffe kann man als allgemein geläufige Ausdrücke des kolumbianischen Spanisch ausmachen (vgl. SCHOLPP 2000:59).

3.2 Genus

Ein recht häufiges Phänomen in Kolumbien ist die Verwendung eines falschen Genus und der Genuswechsel. Das von der Norm abweichende Genus wird dabei eher bei Personen aus niedriger Sozialschicht benutzt. Nach Scholpp (2000:55 ff.) verwenden in Bogotá viele Sprecher parallel el terminal und la terminal als Bezeichnung für den `Busbahnhof´. Außerdem gibt es sehr oft die Angleichung von Berufsbezeichnungen an das maskuline und feminine Geschlecht, wie zum Beispiel la guerillera, la clienta, la gerenta, la funcionaria, la ingeniera, la decana. Daneben werden diese Bezeichnungen in den auditiven Massenmedien, wie im Radio und im Fernsehen, benutzt. Die weiblichen Berufsbezeichnungen wurden also, wie in vielen Staaten mit Emanzipation, auch in Kolumbien eingeführt.

Durch die Verkürzung des Ausdrucks la botella de un litro de gaseosa zu la litro wird hier ein falscher Genus verwendet. So im Hörbeispiel von Scholpp (ebd.): „¿A como venden la litro [Hervorhebung im Original] de gaseosa?”

Diese Verwendung tritt häufig bei Sprechern aus einer niedrigeren Sozialschicht auf. Auch gebildete Sprecher verkürzen den Ausdruck, sagen dann aber meistens el litro (vgl. ebd.).

3.3 Diminutiv

Die Bildung des Diminutivs geschieht entweder mit den Suffixen –ito, -ita oder -ico, -ica (wenn das Wort in der letzten Silbe ein /t/ enthält). Darüber hinaus kann man ein Diminutiv mit der Endung -illo, -illa, -cito, -cita, -ecito, -ecita, -uelo, -uela oder –eto, -eta formen.

[...]

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Details

Titel
Spanisch in Kolumbien
Untertitel
Untersuchung der Sprache in den Bereichen Lexik, Phonetik, Morphosyntax
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Romanistik)
Veranstaltung
Proseminar Spanisch in der Welt
Note
1,5
Autor
Jahr
2002
Seiten
17
Katalognummer
V16126
ISBN (eBook)
9783638210614
ISBN (Buch)
9783638822329
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spanisch, Kolumbien, Proseminar, Welt
Arbeit zitieren
Sarah Lindner (Autor), 2002, Spanisch in Kolumbien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16126

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