"Die Logik des Misslingens" von Dietrich Dörner ist mittlerweile schon so was wie ein Klassiker. Seit dem Erscheinen der Erstausgabe im Jahr 1989 sind bereits mehr als 20 Jahre vergangen. Trotzdem ist das Buch erstaunlich aktuell und interessant. Wie der Titel schon sagt, geht es in diesem Buch hauptsächlich darum, was Menschen bei Entscheidungen in komplexen, vernetzten Systemen alles falsch machen (können). Versuchspersonen werden in einer Reihe von Computersimulationen mit komplexen, dynamischen, vernetzten Systemen konfrontiert und müssen verschiedenste Aufgaben meistern, wie z.B. als Entwicklungshelfer in "Tanaland" beim Volk der "Moros", als Bürgermeister in der Stadt "Lohausen", als Feuerwehrmann/frau bei einem Waldbrand, als Manager einer Schokoladenfirma, als Techniker in einem Tiefkühlhaus, und weitere. Dörner zieht auch ein praktisches Beispiel aus dem wirklichen Leben heran, um Fehlentscheidungen zu untersuchen: Das Reaktorunglück von Tschernobyl. Anhand der Analysen des Versuchspersonenverhaltens beschreibt Dörner nach jedem Simulationsexperiment die verschiedenen Mechanismen, die Menschen zu Fehleinschätzungen und Fehlverhalten führten.
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt
- Fehlentscheidungen in komplexen Systemen
- Ursachen für Fehlverhalten
- Verbesserung des Denkens und Handelns
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Zielsetzung von Dörners Werk „Die Logik des Misslingens“ besteht darin, die kognitiven und motivational-emotionalen Mechanismen aufzudecken, die Menschen in komplexen, dynamischen Situationen zu Fehlentscheidungen führen. Das Buch analysiert die Ursachen für Fehlverhalten in komplexen Systemen und bietet gleichzeitig Ansätze zur Verbesserung des Denkens und Handelns in solchen Umgebungen.
- Analyse von Fehlentscheidungen in komplexen Systemen
- Identifizierung kognitiver und motivational-emotionaler Ursachen für Fehlverhalten
- Bewertung der Rolle von Heuristiken und Ökonomietendenzen
- Bedeutung von Selbstreflexion und Lebenserfahrung
- Entwicklung von Strategien zur Verbesserung des Denkens und Handelns in komplexen Situationen
Zusammenfassung der Kapitel
- Inhalt: Dörner stellt verschiedene Computersimulationen vor, in denen Versuchspersonen Aufgaben in komplexen Systemen bewältigen müssen. Anhand der Analyse des Versuchspersonenverhaltens werden die Mechanismen, die zu Fehlentscheidungen führen, erläutert.
- Ursachen für Fehlverhalten: Dörner identifiziert drei Hauptursachen für inadäquates Verhalten in komplexen Systemen: unser kognitives System, das motivational-emotionale System und der Aktualitätsvorrang.
- Verbesserung des Denkens und Handelns: Der Autor argumentiert, dass besseres Denken und Handeln erlernbar sind, jedoch keinen „Zauberstab“ gibt, der das menschliche Denken mit einem Schlag verbessert. Dörner beleuchtet verschiedene Strategien, die zu besseren Entscheidungen führen können, und betont die Rolle von Selbstreflexion und Lebenserfahrung.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter und Themengebiete, die in „Die Logik des Misslingens“ behandelt werden, sind Fehlentscheidungen, komplexe Systeme, kognitives System, motivational-emotionales System, Heuristiken, Ökonomietendenzen, Selbstreflexion, Lebenserfahrung, operative Intelligenz, kluges und weises Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Dietrich Dörners „Die Logik des Mißlingens“?
Das Buch untersucht, warum Menschen bei Entscheidungen in komplexen, vernetzten Systemen oft scheitern und welche Denkfehler dabei eine Rolle spielen.
Welche Computersimulationen nutzte Dörner für seine Forschung?
Bekannte Simulationen sind "Tanaland" (Entwicklungshilfe), "Lohausen" (Stadtverwaltung) und Szenarien wie Waldbrände oder das Management einer Schokoladenfirma.
Was sind die Hauptursachen für Fehlverhalten in komplexen Situationen?
Dörner identifiziert drei Faktoren: das kognitive System (begrenzte Kapazität), das motivational-emotionale System und den sogenannten Aktualitätsvorrang.
Was ist "operative Intelligenz"?
Es beschreibt die Fähigkeit, das eigene Denken und Handeln strategisch an die Erfordernisse komplexer und dynamischer Situationen anzupassen.
Kann man kluges Handeln in komplexen Systemen lernen?
Ja, laut Dörner ist besseres Denken erlernbar, insbesondere durch Selbstreflexion, Erfahrung und das Verständnis für systemische Zusammenhänge.
- Quote paper
- Christoph Burger (Author), 2010, Buchrezension von Dietrich Dörners "Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen.", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161301