Chancen und Gefahren des Wettbewerbs zwischen Anbietern von Gesundheitsleistungen im System der Gesetzlichen Krankenversicherungen

Am Beispiel der stationären Versorgung


Seminararbeit, 2008

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Krankenhausfinanzierung

3 Neuerungen für die Krankenhäuser im Rahmen des GKV-WSG
3.1 Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung
3.2 Umstellung auf das Fallpauschalensystem

4 Chancen und Gefahren
4.1 Chancen
4.2 Gefahren

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: G-DRG Patientenklassifikationssystem 11

1 Einleitung

Sowohl der demographischen Wandel, der medizinische Fortschritt als auch die Zunahmen von chronischen Krankheiten erfordern einen fairen Wettbewerb innerhalb des Gesundheitssystems. Durch das GKV- Modernisierungsgesetz als auch durch das GKV- Wettbewerbsstärkungsgesetz1 wird der Wettbewerb um Qualität und Wirtschaftlichkeit zwischen den Krankenkassen und den Leistungserbringern immer mehr intensiviert. Jedoch muss berücksichtigt werden, dass aufgrund dieser Neuerungen die Leistungsanbieter erheblichen Gefahren ausgesetzt sind. Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass sich solch ein Wettbewerb nicht von heute auf morgen einführen lässt, sondern es sich um einen fortlaufenden Prozess handelt, in dem immer wieder nachgesteuert werden muss.

Ziel dieser Ausarbeitung ist es die Chancen und Gefahren der neuen gesetzlichen Regelungen herauszuarbeiten. Zunächst wird die Krankenhausfinanzierung erläutert. Im weiteren Verlauf wird auf die Änderungen für die Krankenhäuser im Rahmen des GKV-WSG eingegangen, und abschließend werden die Chancen und Gefahren aufgezeigt.

2 Krankenhausfinanzierung

Zweck des Krankenhausfinanzierungsgesetzes ist die wirtschaftliche Sicherung der Krankenhäuser, um eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit leistungsfähigen, eigenverantwortlich wirtschaftenden Krankenhäusern zu gewährleisten und zu sozial tragbaren Pflegesätzen beizutragen.2

Für die zugelassenen Krankenhäuser gilt ein duales Finanzierungssystem. Dem System der Krankenhausfinanzierung liegt die Vorstellung zu Grunde, dass die Vorhaltung von Krankenhäusern aus Steuermitteln zu finanzieren ist.3 Die Benutzer der Krankenhäuser und ihre Sozialleistungsträger sollen ausschließlich die Kosten des laufenden Krankenhausbetriebes tragen.4 Die daraus abgeleitet „duale Finanzierung“ sieht eine öffentliche Investitionsförderung unabhängig von dem beitragsfinanzierten Betrieb vor. Die Wirtschaftlichkeit der Krankenhäuser wird gewährleistet durch die

- Investitionskosten
- Betriebskosten

Unter Investitionskosten versteht man solche, die zur Errichtung (Neubau, Umbau, Erweiterungen) von Krankenhäusern und zur Anschaffung der zum Krankenhaus gehörenden Wirtschaftsgüter notwendig sind.5 Diese Kosten sind nicht pflegesatzfähig und dürfen somit dem Benutzer nicht in Rechnung gestellt werden.6

Die Betriebskosten hingegen werden über Pflegesätze, das heißt über die Entgelte der Benutzer oder ihren Kostenträgern finanziert.7

3 Neuerungen für die Krankenhäuser im Rahmen des GKV- WSG

Im Rahmen des GKV-WSG (2007) wird der Wettbewerb um Qualität und Wirtschaftlichkeit zwischen den Leistungserbringern, der schon durch das GKV-Modernisierungesetz (2004) eingeleitet wurde, intensiviert. Im Folgenden werden nun die wesentlichen Änderungen näher erläutert.

3.1 Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung

Vor dem GKV-Modernisierungsgesetz und dem GKV- Wettbewerbsstärkungsgesetz konnten Krankenhäuser nur in relativ begrenzten Umfang Patienten ambulant behandeln. Ab 2004 wurden den Krankenhäusern jedoch neue Möglichkeiten eröffnet. Ein Krankenhaus bekommt jedoch nur dann die Befugnis zur ambulanten Behandlung, sofern es im Rahmen der Krankenhausplanung des Landes- auf Antrag des Krankenhausträgers- als geeignet eingestuft ist.8

Neben den Optionen zur ambulanten Versorgung, stehen den Krankenhäusern, die sich an der Durchführung von Disease-Management- Programmen9 beteiligen, die Möglichkeit offen, Verträge mit den Landesverbänden der Krankenkassen über die ambulante ärztliche Versorgung im Rahmen der DMP zu schließen.10 Ziel von DMP ist es, die Versorgung bei chronischen Erkrankungen zu verbessern.11

Im Weiteren trat zum 01.01.2004 ein Gesetz zur Integrierten Versorgung in Kraft. Das Ziel der Integrierten Versorgung besteht darin, ein dem jeweiligen Bedarf angepasstes, strukturiertes und koordiniertes Behandlungskonzept über alle beteiligten Leistungserbringer langfristig zu gewährleisten.12 Das heißt, es sind Kooperationen zwischen Fachärzten, Hausärzten, Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen sowie mit weiteren Leistungserbringern im Gesundheitswesen notwendig. Problematisch ist jedoch die Finanzierung dieser gesetzlichen Regelung. Da keine Erhöhung der Gesamtausgaben der Krankenkassen erfolgen soll, müssen die Gesamtvergütungen der betreffenden kassenärztlichen Vereinigungen bzw. die Budgets der beteiligten Krankenhäuser um die Mehrausgaben gekürzt werden.13 Mit dem GKV-Modernisierungsgesetz wurde daher eine Neuregelungen für die Finanzierung der Integrierten Versorgung geschaffen.14 Sie besagt, dass die kassenärztlichen Vereinigungen aus dem Kreis der Vertragspartner ausgeschlossen werden und ein Finanzierungssystem für die Integrierte Versorgung gesetzlich vorgegeben wird. Für die Jahre 2004 bis 2006 wurde eine sogenannte Anschubsfinanzierung (die bereits bis Ende 2008 verlängert wurde) geschaffen; im Volumen von jeweils bis zu 1% der vertragsärztlichen Gesamtvergütung und der Krankenhausbudgets. Die Krankenkassen dürfen die Kürzungen jedoch nur vornehmen, sofern die dadurch eingesparten Mittel für die Finanzierung der Integrierten Versorgung verwendet werden.

[...]


1 Im weiteren Verlauf GKV-WSG

2 Vgl. § 1 KHG

3 Vgl. Simon: Das Gesundheitssystem in Deutschland. Eine Einführung in Struktur und Funktionsweisen, 2005, S. 187

4 Vgl. Simon: Das Gesundheitssystem in Deutschland. Eine Einführung in Struktur und Funktionsweisen, 2008, S. 251

und im weiteren

5 Vgl. Spe>

6 Vgl. Simon: Das Gesundheitssystem in Deutschland. Eine Einführung in Struktur und Funktionsweisen, 2005, S. 205

7 Vgl. Spe>

8 Vgl. http://www.aok-bv.de/lexikon

9 Im weiteren DMP

10 Vgl. Simon: Das Gesundheitssystem in Deutschland. Eine Einführung in Struktur und Funktionsweisen, 2008, S. 269

11 Vgl. http://www.aok-bv.de/lexikon

12 Vgl. Stepanek: Reformoptionen im deutschen Gesundheitswesen, 2008, S.155 und im weiteren

13 Vgl. Simon: Das Gesundheitssystem in Deutschland. Eine Einführung in Struktur und Funktionsweisen, 2008, S. 271

14 Vgl. Simon: Das Gesundheitssystem in Deutschland. Eine Einführung in Struktur und Funktionsweisen, 2008, S. 272 und im weiteren

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Chancen und Gefahren des Wettbewerbs zwischen Anbietern von Gesundheitsleistungen im System der Gesetzlichen Krankenversicherungen
Untertitel
Am Beispiel der stationären Versorgung
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Probleme und Alternativen der Sozialpolitik
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V161374
ISBN (eBook)
9783640745500
ISBN (Buch)
9783640745616
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krankenhausfinanzierung, Fallpauschalensystem, Gesetzliche Krankenversicherungs Wettbewerbsstärkungsgesetz, ambulante Versorgung
Arbeit zitieren
Diplom Ökonomin Julia Kemper (Autor), 2008, Chancen und Gefahren des Wettbewerbs zwischen Anbietern von Gesundheitsleistungen im System der Gesetzlichen Krankenversicherungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161374

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