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Das Thema der Verwandlung in Leonardo Padura Fuentes' Roman „Máscaras“

Titel: Das Thema der Verwandlung in Leonardo Padura Fuentes' Roman „Máscaras“

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 19 Seiten , Note: 1-2

Autor:in: Patrick Wolf (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Leonardo Padura Fuentes' 1997 erschienener Kriminalroman „Máscaras“ handelt vom Mord an dem Homosexuellen Alexis Arayán und der Aufklärung des Mordes durch Teniente Mario Conde, dem Protagonisten des Werks. Die Handlung spielt sich in der kubanischen Hauptstadt Havanna im August des Jahres 1989 im Zeitraum von etwa einer Woche ab und wird von einem personalen Erzähler geschildert.
Fuentes zählt zu den Autoren des „Boom“ (bzw. „Post-Boom“, je nach Definition) der Neunziger Jahre und bekam für „Máscaras“ 1995 den Preis „Café Gijón“ verliehen.
Fuentes beschreibt mit Mario Conde einen Antihelden, der unzufrieden ist mit seinem Leben, dem die Lebensumstände im sozialistischen Kuba zu schaffen machen und der das persönliche Wohl sowie das der Freunde über das Wohl der Gesellschaft und die revolutionäre Moral stellt.
Der Mord an Alexis Arayán geschieht am 6. August, dem Tag der Verklärung Christi nach römisch-katholischer Liturgie. Auf Spanisch ist dies „el día de la transfiguración de Jesus“, was wörtlich übersetzt die „Verwandlung Jesu“ wäre. Der deutsche Begriff „Verklärung“ kann ohne eingehendere Erläuterung irreführend wirken. Manfred Krüger schreibt hierzu:
„Verklärung bedeutet Umwandlung der Gestalt. Das Wort ist eine Übersetzung des lateinischen ‘transfiguratio – Umgestaltung’. Transfigurare meint nach Georges ‚der Gestalt oder physischen Beschaffenheit nach verwandeln, umbilden, umformen, umwandeln, umgestalten‘. Die griechische Entsprechung lautet μεταμόρφωσις und ist im Deutschen als ‘Metamorphose’ noch gebräuchlich. Das Wort ‘Verklärung’ bildete Martin Luther.“

Ich beziehe mich im Folgenden stets auf die Übersetzung der spanischen Bezeichnung für den Tag der Verklärung des Herrn, nämlich „Verwandlung“, da die deutsche Bezeichnung der Mehrdeutigkeit des Begriffs im Zusammenhang mit Padura Fuentes' Roman nicht gerecht werden würde.
Das Thema der Verwandlung und Veränderung durchzieht das ganze Buch, sowohl inhaltlich als auch auf der Metaebene. Die vorliegende Arbeit ist ein Versuch, dies auf der inhaltlichen Ebene anhand der Beispiele der Romanfiguren Alexis Arayán und Mario Conde sowie auf der Metaebene durch die zeitgeschichtliche Einordnung des Romans zu verdeutlichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die biblische Verklärung Jesu als Sinnbild für den Lebenswandel der Romanfiguren

2.1 Die Verwandlung des Alexis Arayán

2.2 Die Verwandlung des Mario Conde

3. Die Verwadlung auf der „Metaebene“

3.1 Der kubanische Kriminalroman im Wandel

3.2 Von der novela revolucionaria zur novela desde la revolución

3.2.1 Individuo vs. colectivo

3.2.2 Vom hombre nuevo zum anti-héroe

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Thematik der „Verwandlung“ in Leonardo Padura Fuentes' Kriminalroman „Máscaras“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich dieser Prozess sowohl auf der inhaltlichen Ebene durch die Entwicklung der Protagonisten Alexis Arayán und Mario Conde als auch auf der Metaebene durch die literaturgeschichtliche Einordnung des Werkes im Kontext der kubanischen Gesellschaft widerspiegelt.

  • Biblische Referenzen zur „Verklärung Jesu“ als Deutungsrahmen für menschliche Lebenswege.
  • Die psychologische Entwicklung und Identitätsfindung der Romanfiguren.
  • Wandel des kubanischen Kriminalromans nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion.
  • Transformation des „Hombre Nuevo“-Ideals zum Antihelden.
  • Gesellschaftskritik und Reflexion über Machtstrukturen in Kuba.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Verwandlung des Alexis Arayán

Die Geschichte Alexis' steht in mehrfachem Bezug zur Verwandlung des Herrn. Zunächst hat er über einige Jahre seines Lebens eine Verwandlung durchgemacht, indem er sich zu seiner Homosexualität bekannt und sich damit immer stärker von seiner Familie distanziert hat, da seine Eltern nie bereit waren, ihn als homosexuellen Sohn zu akzeptieren. Hier beginnt Alexis Leidensweg, der ihn später in den Tod treiben wird.

Weiterhin trägt er am Tag des Mordes ein Frauenkleid, das sich später als Kostümentwurf für die Figur der Electra Garrigó herausstellt. Er verwandelt sich somit vor seinem Tod auch optisch. Conde deutet dies schon an, als er bemerkt: „La transfiguración de Alexis Arayán... Sonaba bien.“, wird aber in seiner Vermutung, dass es sich um einen biblisch inspirierten Akt handeln könnte vom forensischen Mediziner an der Unfallstelle zunächst zurückgewiesen mit dem Hinweis: „Ven acá, Conde, ¿y si Alexis se disfrazaba todos los días?“ (ebd.). Wie sich allerdings später den Bemerkungen des amtsenthobenen Theaterregisseurs Alberto Marqués entnehmen lässt, war Alexis kein Transvestit: „...él no era un travesti. ... Y aúnque Alexis era homosexual, como usted ya sabrá, nunca me imaginé que tuviera la osadía que hace falta para ser un travesti y, que yo sepa, nunca salió a la calle vestido de mujer.“ (S. 53). Seine Verkleidung findet also nicht aus Gewohnheit statt, sondern steht in direktem Zusammenhang mit dem Geschehen bzw. seinen Absichten. Er unterzieht sich dieser Verwandlung gezielt an diesem Tag der Verklärung Christi und setzt sich damit bewusst in ein Verhältnis zum Leiden Jesu.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Roman „Máscaras“, die zentrale Bedeutung des Begriffs der Verwandlung und die Darstellung der Forschungsabsicht.

2. Die biblische Verklärung Jesu als Sinnbild für den Lebenswandel der Romanfiguren: Analyse der biblischen Vorlage als Metapher für das Schicksal und die persönliche Transformation von Alexis Arayán und Mario Conde.

3. Die Verwadlung auf der „Metaebene“: Untersuchung der Gattungsgeschichte des kubanischen Kriminalromans und die ideologische Transformation von der „novela revolucionaria“ zur „novela desde la revolución“.

4. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse vor dem Hintergrund der soziopolitischen Veränderungen in Kuba in den 1990er Jahren.

Schlüsselwörter

Máscaras, Leonardo Padura Fuentes, Kuba, Verwandlung, Verklärung, Kriminalroman, Identität, Homosexualität, Antiheld, Literaturgeschichte, Gesellschaftskritik, Metaebene, Transfiguration, sozialistischer Realismus, Umbruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Motiv der Verwandlung in Leonardo Paduras Roman „Máscaras“ auf inhaltlicher und meta-literarischer Ebene.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Verbindung von biblischen Motiven (Verklärung) mit realen Lebenswegen sowie die Reflexion der politischen und kulturellen Transformation Kubas nach 1989.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Es soll aufgezeigt werden, wie die Romanfiguren und das Genre selbst einen Wandel durchlaufen, der die gesellschaftliche Desillusionierung und Identitätssuche widerspiegelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine textimmanente Analyse der Romanfiguren mit literaturgeschichtlichen und kulturwissenschaftlichen Kontextualisierungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der persönlichen Entwicklung der Figuren (Alexis Arayán und Mario Conde) und die Analyse der Veränderung des kubanischen Kriminalgenres.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Máscaras, Verwandlung, Kuba, Identität, Homosexualität und der Wandel der kubanischen Literatur.

Wie unterscheidet sich der Polizist Mario Conde vom klassischen Heldenbild des „Hombre Nuevo“?

Conde wird als resignierter, zweifelnder Antiheld dargestellt, der sich den starren moralischen und ideologischen Vorgaben des Systems entzieht.

Warum spielt die „Verklärung Christi“ eine so zentrale Rolle für die Deutung der Mordfälle?

Das Datum des Mordes dient als biblische Referenz, die Alexis Arayáns Weg als schicksalhafte und selbstgewählte Transformation (ähnlich dem Leiden Jesu) interpretierbar macht.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Thema der Verwandlung in Leonardo Padura Fuentes' Roman „Máscaras“
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1-2
Autor
Patrick Wolf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V161404
ISBN (eBook)
9783640745968
ISBN (Buch)
9783640746552
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thema Verwandlung Leonardo Padura Fuentes Roman
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Wolf (Autor:in), 2008, Das Thema der Verwandlung in Leonardo Padura Fuentes' Roman „Máscaras“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161404
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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