Föderalismus, Regionalismus, Dezentralisierung - eine überholte Welt?


Essay, 2009
9 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

1. Historischer Überblick

2. Dezentralisierung

3. Föderalismus

4. Regionalismus

5. Resümee und Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Historischer Überblick

Seit mehreren Jahrhunderten organisieren sich Staaten nach dem Prinzip des Födera­lismus. In der europäischen Vergangenheit findet man hierzu viele Beispiele: das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, das aus vielen kleinen eigenständigen Territorien bestand, aber auch das österreichische Kaiserreich oder Spanien mit den Provinzen Kastilien und An­dalusien.1 Dennoch gibt es heute in Europa nur noch wenige Staaten, die rein föderal organi­siert sind. Deutschland, Österreich und Belgien sind innerhalb der Europäischen Union die einzigen reinen Bundesstaaten.2 Allerdings zeigt sich in Europa auch der Trend zur Dezentra­lisierung. Die einzelnen Regionen gewinnen immer mehr an Bedeutung, Länder wie Spanien oder Italien sind auf ihrem Weg zum Bundesstaat schon sehr weit fortgeschritten. Doch trotz dieser Entwicklung stellt sich die Frage, ob Dezentralisierung, Föderalismus und Regionalis­mus überhaupt noch das richtige Konzept oder nicht bereits überholt sind. Im Folgenden soll nun auf diese Frage eingegangen werden. Dabei werden allerdings zuerst die drei Grundbe­griffe genauer vorgestellt.

2. Dezentralisierung

Dezentralisierung ist der „Vorgang oder [das] Ergebnis der Verlagerung von Befu g- nissen und Aufgaben von einer übergeordneten Ebene einer Organisation auf eine unterge­ordnete Ebene“.3 Die lokale Autonomie wird durch Übertragung von Kompetenzen und Ver­antwortlichkeiten von nationaler Ebene gestärkt.4 Demokratie und Dezentralisierung lassen sich gut miteinander verbinden. So sorgt Dezentralisierung für mehr Bürgernähe und damit auch für eine bessere Identifikation mit dem politischen Gemeinwesen, da auf regionaler Ebe­ne ein Ansprechpartner für den Bürger vorhanden ist, der sich auch speziell für regionale Inte­ressen einsetzen kann. Damit verbunden steigen auch die Beteiligungsmöglichkeiten für den Bürger. Die innerparteiliche Demokratie kann gestärkt werden, da die einzelnen Regionalver­bände um mehr Einfluss in der Bundespartei ringen. Regionale Gruppierungen können durch Koalitionsbildung auf nationaler Ebene großen Einfluss gewinnen.5 Durch Dezentralisierung wird Minderheitenschutz gewährleistet und deren Interessen werden besser vertreten. Nicht zuletzt bewirkt Dezentralisierung auch eine vertikale Gewaltenteilung, die wiederum eine weitere Kontrollebene zur Folge hat. Diese neu entstandene Ebene zwischen Nationalstaat und Kommune kann dem Machtmissbrauch einer Zentralregierung entgegenwirken und notfalls verhindern. Durch dezentrale Entscheidungen werden auch gewisse Wahlmöglichkeiten für die Menschen geschaffen, was das Beispiel Studiengebühren deutlich zeigt. Da nicht alle Bundesländer Studiengebühren erheben, besteht für jeden Studierenden die Wahlmöglichkeit zwischen einer kostenlosen oder nicht kostenlosen Ausbildung.6

[...]


1 Dieter C. Umbach (1998), S. 116

2 Anna Gamper (2008), S. 50

3 Manfred G. Schmidt (2004), S. 163

4 Andrew Heywood (2000), S. 237

5 Klaus von Beyme (2008), S. 40

6 Arthur Benz (1998), S. 21 f.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Föderalismus, Regionalismus, Dezentralisierung - eine überholte Welt?
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
9
Katalognummer
V161441
ISBN (eBook)
9783640775408
ISBN (Buch)
9783640775347
Dateigröße
516 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Föderalismus, Regionalismus, Dezentralisierung, Mehrebenensysteme, Demokratie
Arbeit zitieren
Benedikt Kellerer (Autor), 2009, Föderalismus, Regionalismus, Dezentralisierung - eine überholte Welt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161441

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