Immer öfter wird man heutzutage damit konfrontiert, dass Personen aus dem engeren Umfeld Unzufriedenheit über ihren Arbeitsplatz äußern. Dies hat jedoch nicht immer damit zu tun, dass Gehalt oder Arbeitsaufgaben nicht stimmen. Eher wird das Arbeitsumfeld und das Verhältnis zu den Mitarbeitern negativ bewertet.
In der heutigen Wirtschaftssituation kann dies jedoch für ein Unternehmen Folgen mit sich bringen, die deren Wettbewerbsposition schwächen. Motivierte Mitarbeiter treten zum Einen den Konsumenten in einer völlig anderen Form gegenüber als unmotivierte Kollegen. Andererseits weisen Individuen, die sich in ihrer Umgebung wohlfühlen, ein höheres Kreativitätspotenzial auf. Kreativität fördert Innovationen im Unternehmen und zählt daher zu den wichtigsten Wettbewerbsfaktoren.
Ausschlaggebend für ein befriedigendes Arbeitsumfeld und Kreativität im Unternehmen ist somit die Unternehmenskultur.
In unserem Seminar „Selbständigkeit“ ging es auch darum herauszufinden, wie ich selber meine Kreativität anregen und daraus entstandene Geschäftsideen umsetzen und beurteilen kann.
Ich empfinde es jedoch genauso wichtig, nach erfolgreicher Umsetzung meiner Idee, mein Personal auf gleichem Wege zu animieren und deren Kreativität zu fördern. Nur so kann das Bestehen meiner Geschäftsidee und der weitere Erfolg gesichert werden.
Ich habe mir für diese Arbeit zum Ziel gesetzt, zu erläutern, wie ich eine kreativitätsfördernde Unternehmenskultur für meine Mitarbeiter schaffen kann. Dabei werde ich auf ablauf- als auch auf aufbauorganisatorische Fragen unter psychologischen Aspekten eingehen. Eine wichtige Rolle wird auch die Unternehmensgestaltung in rein physischer Art spielen.
Es soll im ersten Schritt geklärt werden, wie Kreativität „entsteht“ und diese beeinflusst werden kann.
Im nächsten Schritt ist zu klären, wie die Erkenntnisse aus der Kreativitätsforschung auf die Unternehmenskultur übertragen werden können.
Bei der Darstellung des Themas werde ich teils auf theoretische Grundlagen in der gängigen Literatur eingehen. Ein großer Teil dieser Arbeit wird jedoch auch davon geprägt sein, wie ich persönlich mir mein Arbeitsumfeld mit meinen Mitarbeitern vorstelle und welche Aspekte zu meinem persönlichen Wohlgefühl beitragen würden. Hier wird schon deutlich, dass eine funktionierende Unternehmenskultur auch immer von den Akteuren abhängig ist.
Inhaltsverzeichnis
A1.EINLEITUNG
2. KREATIVITÄT
2.1. WAS IST KREATIVITÄT?
2.2. FORMEN DER KREATIVITÄT
2.3. KREATIVITÄTSBEREICHE
2.3.1. DER KREATIVE MENSCH
2.3.2. KREATIVES DENKEN UND KREATIVER PROZESS
2.3.3. KREATIVE PRODUKTE
2.4. KANN MAN KREATIVITÄT LEHREN?
2.4.1. EXTERNE KREATIVITÄTSHEMMENDE FAKTOREN
2.4.2. INTERNE KREATIVITÄTSHEMMENDES FAKTOREN
2.4.3. PERSÖNLICHE KREATIVITÄTSFÖRDERNDE FAKTOREN UND DEREN MESSUNG
3. KREATIVITÄTSFÖRDERNDE UNTERNEHMENSKULTUR
3.1. MANAGEMENTKONZEPTE
3.2. ARBEITSORGANISATION UND FÜHRUNG
3.3. PROBLEMLÖSEPROZESSE: ANWENDEN VON KREATIVITÄTSTECHNIKEN
3.3.1. BRAINSTORMING
3.3.2. BRAINWRITING
3.3.3. SYNEKTIK
3.3.4. TILMAG
3.3.5. MIND-MAPPING
3.3.6. MORPHOLOGISCHER KASTEN
3.3.7. 6-HÜTE-METHODE (NACH DE BONO)
3.4. DER EINFLUSS DER AKTEURE
3.5. EINFLUSS DES PHYSISCHEN ARBEITSUMFELDES
4. RESUME
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten zur Gestaltung einer kreativitätsfördernden Unternehmenskultur aufzuzeigen, um das Innovationspotenzial von Mitarbeitern gezielt zu stimulieren und langfristig zu nutzen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, welche ablauf- und aufbauorganisatorischen Rahmenbedingungen sowie psychologischen Faktoren eine kreative Arbeitsumgebung begünstigen.
- Analyse der Grundlagen von Kreativität und ihrer psychologischen Entstehungsfaktoren.
- Untersuchung von Barrieren und Hemmnissen innerhalb der Unternehmenskultur.
- Identifikation relevanter Managementkonzepte und Führungsstile für mehr Kreativität.
- Einsatz und Bewertung ausgewählter Kreativitätstechniken für den betrieblichen Alltag.
- Berücksichtigung des physischen Arbeitsumfeldes als Einflussfaktor für Wohlbefinden und Innovationskraft.
Auszug aus dem Buch
3.3.7. 6-Hüte-Methode (nach de Bono)
Hierbei handelt es sich um eine von mir favorisierte Kreativitätstechnik. Wir haben die Methode während des Seminars besprochen. Sie fand großen Zuspruch, da hier Ideen auf verschiedenen Ebenen gesammelt werden.
Man unterscheidet:
1. Der Weiße Hut: Im ersten Schritt werden auf sachlicher Ebene Informationen zum Problem gesammelt. Was? Woher? Wie? Wann? Neutralität steht im Mittelpunkt – „ der Sucher“.
2. Der Schwarze Hut: Hier werden die gesammelten Informationen sachlich und ohne Emotionen kritisiert. Es werden potentielle Problempunkte, Risiken und Zweifel benannt – „der Richter“.
3. Der Rote Hut: Emotionen und persönliche Meinungen werden geäußert, ohne auf sachlich logische Argumente achten zu müssen – „der Emotionale“.
4. Der Gelbe Hut: Basierend auf der gegenwärtigen Situation werden Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten erörtert – „der Optimist“.
5. Der Grüne Hut: Kreative Gedanken und Ideen sind gefragt, ohne das dabei Kritik geübt wird – „der Kreative“.
6. Der Blaue Hut: Auf einer übergeordneten Ebene wird aus der „Vogelperspektive“ der Arbeitsablauf beobachtet, gesteuert und organisiert – „der Moderator“.
Es ergibt sich hier die Möglichkeit auf den unterschiedlichen Ebenen Ideen und Meinungen zu sammeln, ohne dabei von den Anderen beeinflusst zu werden. Eine wichtige Regel, die es dabei zu beachten gilt, ist die, dass man sich wirklich nur auf der einen Ebene befinden darf bis der Moderator zu der anderen wechselt. Der blaue Hut bleibt dabei immer bei dem vorher festgelegten Gesprächsführer.
Zusammenfassung der Kapitel
A1.EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Problem der sinkenden Mitarbeitermotivation im heutigen Wettbewerb und steckt das Ziel ab, eine förderliche Unternehmenskultur für kreative Mitarbeiter zu schaffen.
2. KREATIVITÄT: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Kreativität, ihre verschiedenen Formen und Bereiche sowie die psychologischen Grundlagen des kreativen Prozesses.
2.1. WAS IST KREATIVITÄT?: Hier wird der kreative Prozess als kontextabhängiges Zusammenfügen von Wissen definiert und betont, dass jeder Mensch ein kreatives Potenzial besitzt.
2.2. FORMEN DER KREATIVITÄT: Es erfolgt eine Unterscheidung zwischen ästhetischer und problemlösender Kreativität, wobei der Fokus der Arbeit auf der unternehmerisch nutzbaren Form liegt.
2.3. KREATIVITÄTSBEREICHE: Dieses Kapitel betrachtet die verschiedenen Ebenen, von der Person über den Prozess bis zum Produkt, die das kreative Umfeld prägen.
2.3.1. DER KREATIVE MENSCH: Hier wird der Einfluss der Gehirnhälften analysiert, wobei die Notwendigkeit betont wird, die rechte Gehirnhälfte für kreative Leistungen stärker zu trainieren.
2.3.2. KREATIVES DENKEN UND KREATIVER PROZESS: Es wird das Modell nach Guilford zur Struktur des Verstandes eingeführt und die Phasen des kreativen Prozesses (Vorbereitung bis Verifikation) erläutert.
2.3.3. KREATIVE PRODUKTE: Dieser Abschnitt thematisiert das Ergebnis kreativen Handelns und die Hürden, die aus einer Idee eine Innovation machen.
2.4. KANN MAN KREATIVITÄT LEHREN?: Es wird untersucht, wie durch die bewusste Steuerung von Faktoren die Entfaltung kreativer Ressourcen beeinflusst werden kann.
2.4.1. EXTERNE KREATIVITÄTSHEMMENDE FAKTOREN: Dieses Kapitel beschreibt gesellschaftliche und hierarchische Einflüsse, die kreatives Denken ersticken können.
2.4.2. INTERNE KREATIVITÄTSHEMMENDES FAKTOREN: Hier werden individuelle psychologische Blockaden wie Angst vor Fehlern, Pessimismus oder Routine als Barrieren identifiziert.
2.4.3. PERSÖNLICHE KREATIVITÄTSFÖRDERNDE FAKTOREN UND DEREN MESSUNG: Dieser Teil widmet sich den Merkmalen kreativer Persönlichkeiten und der Messbarkeit durch eine Faktoranalyse.
3. KREATIVITÄTSFÖRDERNDE UNTERNEHMENSKULTUR: Dieses zentrale Kapitel behandelt die Gestaltung der Unternehmenskultur als Gesamtheit von Werten und Normen, um Kreativität zu stimulieren.
3.1. MANAGEMENTKONZEPTE: Es wird erörtert, wie strategische Richtlinien und Anreizsysteme die Wertschätzung gegenüber Kreativität verdeutlichen und Mitarbeiter motivieren können.
3.2. ARBEITSORGANISATION UND FÜHRUNG: Hier stehen Führungsstile, flache Hierarchien und die Förderung von Freiräumen zur Kommunikation als entscheidende Einflussfaktoren im Vordergrund.
3.3. PROBLEMLÖSEPROZESSE: ANWENDEN VON KREATIVITÄTSTECHNIKEN: Ein Überblick über Methoden, um kreative Denkweisen bei Mitarbeitern durch strukturierte Vorgehensweisen gezielt anzuregen.
3.3.1. BRAINSTORMING: Beschreibung der Technik zur schnellen Generierung einer hohen Anzahl an Ideen unter Ausschluss von Kritik.
3.3.2. BRAINWRITING: Vorstellung einer schriftlichen Form des Brainstormings, die eine dominierende Gesprächsführung verhindert.
3.3.3. SYNEKTIK: Erläuterung einer komplexeren Methode, die durch Analogien und Verfremdungsprozesse tiefere Problemlösungen anstrebt.
3.3.4. TILMAG: Einführung in die Transformation idealer Lösungselemente in Assoziationsmatrizen zur Findung neuer Lösungsansätze.
3.3.5. MIND-MAPPING: Darstellung einer bildhaften Technik zur Dokumentation des assoziativen Denkens und zur einfachen Ideenfindung.
3.3.6. MORPHOLOGISCHER KASTEN: Eine Methode zur systematischen Zerlegung und Neukombination von Elementen für umfassende Gesamtlösungen.
3.3.7. 6-HÜTE-METHODE (NACH DE BONO): Vorstellung einer moderierten Technik, die unterschiedliche Denkperspektiven (Emotion, Logik, Optimismus etc.) strukturiert in den Prozess einbindet.
3.4. DER EINFLUSS DER AKTEURE: Dieses Kapitel unterstreicht die fundamentale Bedeutung der Kommunikation zwischen Führenden und Mitarbeitern für ein kreatives Betriebsklima.
3.5. EINFLUSS DES PHYSISCHEN ARBEITSUMFELDES: Abschließende Betrachtung, wie Raumgestaltung, Licht und Farben das Wohlbefinden und die Konzentration am Arbeitsplatz beeinflussen.
4. RESUME: Zusammenfassender Rückblick auf die zentralen Ansätze zur Förderung der Kreativität, mit dem Appell, das Potenzial der eigenen Mitarbeiter gezielt zu entwickeln.
Schlüsselwörter
Kreativität, Unternehmenskultur, Innovationsmanagement, Problemlösung, Führung, Arbeitsumfeld, Brainstorming, 6-Hüte-Methode, Kommunikation, Teamarbeit, Humankapital, Kreativitätstechniken, Motivation, Innovationsdynamik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schaffung einer Unternehmenskultur, die kreative Prozesse am Arbeitsplatz aktiv unterstützt, um die Innovationskraft und den langfristigen Erfolg eines Unternehmens zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die psychologischen Grundlagen der Kreativität, Methoden zur Förderung des kreativen Denkens, die Rolle von Führung und Kommunikation sowie die Gestaltung der physischen und organisatorischen Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Unternehmer eine Umgebung schaffen können, in der Mitarbeiter ihre Kreativität entfalten und in Geschäftsideen oder Innovationen umsetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, kombiniert mit praktischen Überlegungen zur Anwendung dieser Erkenntnisse in einem kleinen Unternehmen oder bei der Gründung einer Selbstständigkeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Kreativität, die Analyse hemmender und fördernder Faktoren, den Einsatz spezifischer Kreativitätstechniken und die Bedeutung von Führung und Arbeitsgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kreativität, Unternehmenskultur, Innovation, Kommunikation, Kreativitätstechniken und Arbeitsumfeld.
Wie bewertet die Autorin den Einfluss der räumlichen Gestaltung?
Die Autorin betont, dass das physische Arbeitsumfeld als Lebensraum fungiert; Faktoren wie Farbwahl, Beleuchtung und Mischstrukturen für Rückzug und Teamarbeit sind essenziell für das Wohlbefinden und die kreative Leistung.
Welche Bedeutung kommt der Kommunikation laut der Theorie von Schulz von Thun zu?
Die Kommunikation ist grundlegend, da Missverständnisse aufgrund von „unterschiedlichen Ohren“ (Sach-, Beziehungs-, Selbstoffenbarungs- und Appell-Ohr) den kreativen Prozess behindern können; Kommunikationstraining kann hierbei helfen, ein positives Betriebsklima zu fördern.
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- Anonym (Author), 2003, Kreativität im Unternehmen - Schaffung einer kreativitätsfördenden Unternehmenskultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16148