Außerschulisches Lernen im Geographieunterricht. Besuch eines landwirtschaftlichen Großbetriebs

Fachdidaktische Analyse


Examensarbeit, 2010

114 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

1. Einleitung

„Die vier Fenster, durch die unsere Kinder heute überwiegend ihre Welt erfahren, sind die Mattscheibe des Fernsehgerätes, der Bildschirm des Computers, die Windschutzscheibe des Autos und die Schaufenster der Geschäfte.“1

Das bereits 1992 verfasste Zitat vom Landesinstitut für Schule und Weiterbildung beschreibt, was sich tagtäglich im Alltag der Menschen widerspiegelt: Veränderte Lebensbedingungen und der technische Fortschritt führen unsere Kinder und auch uns selbst immer weiter von Grundlagenwissen weg. Oft erfahren Heranwachsende einfache Sachverhalte nur aus zweiter Hand - meist den Medien - und dieser gibt oft falsche Informationen oder beschreibt die Dinge aus anderen Perspektiven. Vielen Kindern fehlt der unmittelbare Bezug zur Natur und zu einfachen Dingen, wie der Entstehung von Nahrungsmitteln. Heute greifen wir wie selbstverständlich in die Regale der Supermärkte, ohne darüber zu sinnieren, wie diese Lebensmittel überhaupt entstanden sind. Vor fünfzig Jahren noch war dies anders. Damals war es üblich, dass sich Kinder an den anfallenden Arbeiten zu Hause beteiligt haben. Sie waren also unmittelbar an Entstehungsprozessen beteiligt, sei es nun die Fütterung von Hühnern, das Einsammeln der Eier oder die Zubereitung am heimischen Herd unter Mutters Augen. Privatleben und Beruf waren damals so eng miteinander verbunden, dass es oft üblich war, dass der Vater in seine Schreinerei, Metzgerei oder Backstube in ein anderes Zimmer seines Hauses gehen musste, um mit der Arbeit zu beginnen. Die Kinder bekamen also von Grund auf Einsicht in Handlungsfelder, die ihnen heute oft verwehrt bleibt. Mit zunehmender Trennung von Privatleben und Beruf, aber auch der Veränderung von der Großfamilie zur Kleinfamilie schlich sich allmählich eine Entfremdung ein, die vor allem Grundlagenwissen betrifft. Neben der Trennung von Beruf und Familie und der immer stärker werdenden Herausbildung von Kleinfamilien spielt die Landflucht eine ebenso wichtige Rolle. Kinder, die in der Stadt aufwachsen, kommen mit Themen wie der Landwirtschaft nur selten in Berührung. Meistens lernen sie Landwirtschaft nur durch das Fernsehen kennen, das Sachverhalte oft verfälscht wiedergibt und somit zur Ent- bzw. Verfremdung beiträgt. So trägt beispielsweise die lila eingefärbte Kuh aus der Milka-Werbung zu dieser Verfremdung bei. Neben dem Leben im heimischen Umfeld halten sich Kinder zu einem Großteil in der Schule auf, die die Kinder auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden begleitet und fördert. Leider ist es oft der Fall, dass für eine ganzheitliche Förderung, bei der u.a. das von Johann Heinrich Pestalozzi befürwortete „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ angestrebt wird, nicht immer genug Zeit zur Verfügung steht. Oft müssen wichtige Inhalte in kurzer Zeit abgearbeitet werden, damit andere Inhalte ebenfalls behandelt werden können. Themen, bei denen Handlungsorientierung praktiziert werden kann, werden durch diesen Zeitdruck deshalb oft nur schnell abgearbeitet, ohne jegliche Tätigkeiten seitens der Schüler zuzulassen. Ein Beispiel für diesen Sachverhalt gibt Heinrich Schulmann in der „Fibel für Lehrer“:

„Typisch

Der Lehrer nimmt den Bach durch. Er zeigt ein Bild.

Er zeichnet an die Wandtafel. Er beschreibt.

Er schildert. Er erzählt.

Er schreibt auf.

Er diktiert ins Heft.

Er gibt eine Hausaufgabe. Er macht eine Prüfung.

Hinter dem Schulhaus fließt munter der Bach vorbei.

Vorbei.“

Dieses Beispiel zeigt einen alltäglichen Unterricht, wie er in tausenden Klassenzimmern abläuft. Doch es hätte auch anders aussehen können: Anstatt im Klassenzimmer zu bleiben, hätte der Lehrer2 mit seinen Schülern einen Ausflug zu einem nahegelegenen Bach machen können, um den Schülern vor Ort die Möglichkeit zu geben, diesen selbständig zu erkunden.

Die vorliegende Arbeit setzt genau an dieser Stelle an, bei der es aufzuweisen gilt, wie wichtig außerschulische Lernorte sind und welchen großen Nutzen sie mit sich bringen. Der Titel dieser Arbeit „Ein landwirtschaftlicher Großbetrieb als außerschulischer Lernort für den Geographieunterricht - eine fachdidaktische Analyse“ verrät bereits, dass es sich bei dem außerschulischen Lernort um einen landwirtschaftlichen Großbetrieb handelt. Bei der Verfassung dieser Arbeit habe ich mich dazu entschlossen, eine Gliederung zu erstellen, die sich aus drei Komponenten zusammensetzt: Dem außerschulischen Lernort, der Landwirtschaft und einer Verknüpfung beider Aspekte, die als Praxisteil den Besuch auf einem landwirtschaftlichen Großbetrieb näher beschreiben. Da das Thema „Außerschulischer Lernort“ ein wichtiger Faktor in dieser Arbeit ist, bedarf es zunächst einer umfassenden Analyse, die sich u.a. mit den Motiven und didaktischen Kategorien außerschulischer Lernorte beschäftigt, aber auch didaktische Überlegungen anstellt, wie z.B. welche Lernchancen es vor Ort gibt? Wie sieht die Lehrerrolle währenddessen aus? Welche Struktur- und Qualitätsmerkmale zeichnen einen außerschulischen Lernort aus? Daneben gibt es aber auch noch Einblicke in die verschiedenen Phasen, die beim Besuch eines außerschulischen Lernorts stattfinden. Als zweiter Punkt wird das Thema Landwirtschaft behandelt. Dabei ist anzumerken, dass dies keine Fachanalyse darstellen soll, sondern immer wieder der Bezug zum Lernort Bauernhof gesucht wird. Der Unterpunkt 3.4 stellt einen besonders wichtigen Aspekt heraus, der den außer-schulischen Lernort Bauernhof durch den Lehrplan rechtfertigt. Im letzten Kapitel werden schließlich viele der in Kapitel eins und zwei genannten Aspekte in die Praxis umgesetzt. Als eine Kombination bzw. Verflechtung der ersten beiden Kapitel zeigt das letzte Kapitel, wie ein Besuch eines landwirtschaftlichen Großbetriebs aussehen kann und welche Vor- und Nachbereitungsmaßen für diesen Besuch erfolgen müssen. Dafür habe ich mich auf dem Bauernhof Billen in Z mit Herrn Billen getroffen, der mir einige Stunden seiner Zeit opferte, um mir den Besuch einer Schulklasse auf seinem Hof zu verdeutlichen.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, zu beweisen, dass ein außerschulischer Lernort in Verknüpfung mit der Landwirtschaft eine große Chance darstellt, um Schüler auf der einen Seite handlungsorientiert zu lehren und um auf der anderen Seite den Schülern wieder einen richtigen Bezug zur Landwirtschaft und all ihren Facetten zu ermöglichen. Dabei gilt es allerdings nicht nur die Vorzüge eines Besuchs zu beachten. Es sollen u.a die Fragen geklärt werden, welche Probleme bei dem Besuch eines außerschulischen Lernorts auftreten können und wie ein solcher Besuch praktisch umzusetzen werden kann.

Da ich auf dem Land aufgewachsen bin und selbst zwischen vielen Bauernhöfen gelebt habe, ist es mir persönlich ein Anliegen, auf die essentielle Bedeutung der Landwirt- schaft hinzuweisen. Die Landwirtschaft hat für uns Menschen eine hohe Bedeutung, da sie die wichtigsten Lebensmittel produziert, auf die wir angewiesen sind. Um diese Bedeutung erneut in Erinnerung zu rufen, behandle ich als außerschulischen Lernort den Bauernhof.

Pädagogisch betrachtet stellt sich der außerschulische Lernort als ein wichtiges Mittel heraus, um Schüler aus dem Käfig des Klassenzimmers zu befreien und sie in die Wirklichkeit zu führen, um sie bestmöglich auf ihre Zukunft vorzu-bereiten.

2. Außerschulische Lernorte im Geographieunterricht

2.1 Begriffsbestimmung

Der Begriff „außerschulischer Lernort“ bezeichnet einen Ort, der sich außerhalb der Schule befindet und an dem es etwas zu lernen gibt. Diese etwas nonchalante Erklärung zeigt aber ganz ungeschminkt, was viele Autoren zu erklären versuchen: „Lernorte außerhalb des Schulgebäudes wie auch unabhängig von der Schule als Institution sind Orte, an denen sich unmittelbare Begegnungen mit der räumlichen Realität ereignen kann.“3 Die „unmittelbaren Begegnungen“ haben den positiven Nebeneffekt, dass sie viele verschiedene Sinne ansprechen, sodass sich ein ganzheitliches Lernen einstellen kann. Bereits im 16., 17. und 18. Jahrhundert wurde das Lernen mit allen Sinnen als eine der wichtigsten Aspekte in der kindlichen Förderung erkannt4:

I. Als einer der ersten Pädagogen wies Johann Amos Comenius (1592-1670) darauf hin, dass Wissen auf Sinneswahrnehmung basiert.

II. Der Philosoph John Locke (1632-1704) verkündete: "Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war". Er ging jedoch noch von einer Zweiteilung des Menschen in sinnliche und geistige Kräfte aus.

III. In seinem berühmten Erziehungsroman "Emile" widmete der Philosoph Jean- Jacques Rousseau (1712-1778) ein Kapitel der "Übung der Organe und Sinne" (Rousseau 1975).

IV. Und den heute viel zitierten Spruch "Lernen mit Kopf, Herz und Hand" verdanken wir dem Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827).

Nicht jedes Fach eignet sich für außerschulische Lernorte so gut wie der Geographieunterricht, bei dem es ein breites Spektrum an außerschulischen Lernorten gibt, wie z.B. Museen, Betriebe, Städte, Lehrpfade uvm. (Fächer wie Mathematik haben es hingegen schwer außerschulische Orte zu finden, bei denen gezielt der Lernprozess aktiviert werden kann.)

Geklärt werden sollte auch die Frage, in welchem Rahmen ein außerschulischer Lernort besichtigt werden kann. Auf Grund der geringen Stundenzahlen5 im Fach Erdkunde, hat es ein Lehrer schwer, eine doch eher zeitaufwändige Exkursion vorzubereiten. Deshalb werden solche Ausflüge oft im Rahmen eines Projektes oder eines Wandertages absolviert. Doch nicht immer fällt ein Wandertag genau in den Zeitraum, in der eine Klasse gerade ein Thema behandelt, bei dem sich ein Besuch eines außerschulischen Lernorts anbieten würde. So haben die Lehrer meist die schwere Aufgabe, einen Besuch eines außerschulischen Lernorts so in ihren Unterricht zu integrieren, dass möglichst wenig Stunden dafür ausfallen müssen. Im Kapitel 2.4.4 wird diese Schwierigkeit weiter erläutert.

Außerschulische Lernorte stehen dem schulischen Lernort als Institution gegenüber, beide stehen aber in direktem Kontakt miteinander und bedürfen sich gegenseitig: „Der Klassenraum wird verlassen, um Lernorte aufzusuchen und Erfahrungsräume zu erkunden; der Klassenraum bleibt aber Lernort, an dem Erfahrung außerhalb der Schule vorbereitet, geordnet und reflektiert werden.“6 Einen außerschulischen Lernort aufzusuchen, ohne die Schüler vorher darauf vorzubereitet, sowohl informativ als auch emotional, wäre nicht sinnvoll. Die Informationen, die die Klasse vor Ort erhalten, können ohne Anknüpfung an bereits vorhandenes Wissen nicht verarbeitet werden, sodass die gewonnenen Informationen nicht im Langzeitgedächtnis, sondern im Kurzzeitgedächtnis lediglich für die Dauer des Besuchs abgespeichert werden.

2.2 Außerschulische Lernorte im Wandel der Zeit

Das Lernen mit allen Sinnen gibt es nicht erst seit gestern, sondern es hat eine lange Tradition, wie uns Johann Amos Comenius im 17. Jahrhundert vorlebte. Er entwickelte bereits zu dieser Zeit Lehrpläne, die auf Praxiserfahrungen basierten, damit Schüler das Lernen mit all ihren Sinnen erfahren durften. „Er zog Natur und Bilder, Handwerker und Fachleute aus der Praxis in den Unterricht mit ein, um Schülern Dinge und Sachverhalte so konkret wie möglich zu vermitteln und sie somit als handelnde Personen in den Lernprozess mit einzubinden.“7

Selbst Johann Heinrich Pestalozzi, Begründer der Pädagogik, strebte stets eine ganzheitliche Lernerfahrung an, die er als „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“8 bezeichnete. Lernen durch praktisches Tun stand für Pestalozzi an erster Stelle, denn nur durch praktisches Tun kann sich wirklich effektives Lernen einstellen. Logischerweise lernt auch ein Kleinkind nur durch Ausprobieren das, was seine Eltern ihm stets vorleben. Bestes Beispiel dafür ist die Sprache.

„Bezogen auf das formelle Bildungssystem taucht die Forderung, Unterricht außerhalb des Klassenzimmers zu gestalten, erstmals in der Reformpädagogik zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf. Wanderungen, Besichtigungen, Exkursionen, Ausflüge und Heimatgänge werden in dieser Zeit propagiert.“9

Während des Nationalsozialismus wurden gerade Heimatgänge besonders befürwortet, um die Schüler enger an den eigenen Heimatraum zu binden und sie dafür zu sensibilisieren.

John Dewey (1859-1952), Philosoph und gleichzeitig ein weiterer wichtiger Vertreter der Reformpädagogik, weist bereits im 19. und 20. Jahrhundert darauf hin, dass eine Theorie immer nur dann von Nutzen sei, wenn man sie im wirklichen Leben praktisch umsetzten könne.10 Mit diesem Grundgedanken war Dewey bereits weiter als viele Pädagogen es heute sind.

Doch bis dato war nie die konkrete Rede von „Lernorten“, sondern es wurde lediglich über die wertvollen Erfahrungen vor Ort gesprochen. Einzug erhielt der Begriff „Lernort“ erst im 20. Jahrhundert, genauer gesagt 1974, als die Bildungskommission des Deutschen Bildungsrates mit ihrer Unterscheidung in vier verschiedene Lernorte den Anfang machte.

„Die Bildungskommission unterschied die vier Lernorte Schule (Theorie), Betrieb (Praxis), Lehrwerkstatt (überbetrieblich) und Studio (humane Kompetenzen, kreative Fähigkeiten und ästhetisches sowie soziales Lernen), die in dem Konzept des Bildungsrates zu Kollegschulen zusammengefasst werden sollten.“11

Heute gibt es Kollegschulen besonders in Nordrhein-Westfalen, bei denen es vorwiegend darum geht, Theorie und Praxis so miteinander zu verbinden, dass die Absolventen einer solchen Schule einen allgemeinen und einen berufsqualifizierenden Schulabschluss erlangen können. Grundlage in der Ausbildung ist dafür die Lernortkombination, bei der sowohl Schule, Betrieb, Lehrwerkstatt und Studio zum Einsatz kommen.12

Nach der Einstufung der Lernorte in Schule, Betrieb, Lehrwerkstatt und Studio haben sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr Lernorte herausgebildet. Lehrerinnen und Lehrer besuchen mit ihren Klassen Museen (gerade im Fach Bildende Kunst ein wichtiger Lernort, um Schüler zu motivieren und Interesse zu wecken), Lehrpfade, wie z.B. der Lehrpfad „Teufelsschlucht“ in Ernzen/ Rheinland-Pfalz und Bauernhöfe in der Umgebung. Diese Realbegegnungen mit der Wirklichkeit setzen Lehrer heute mit zunehmender Häufigkeit ein und sind auch in Zukunft nicht mehr wegzudenken.

2.3 Motive und didaktische Kategorien außerschulischer Lernorte

Im Folgenden werden die Motive und didaktischen Kategorien außerschulischer Lernorte, wie beispielsweise die Rückgewinnung von Erfahrungsräumen, der Umweltbezug oder das entdeckende Lernen aufgegriffen und genauer erläutert, um aufzuzeigen, wie wichtig außerschulische Lernorte für die Schüler einer Klasse sind.

2.3.1 Rückgewinnung von Erfahrungsräumen

Wenn Schüler heutzutage von der Schule nach Hause kommen, dann werfen sie meist ihre Schulsachen in die Ecke, um anschließend fernzusehen. Anschließend wird etwas gegessen, um dann später noch ein wenig mit einem Freund an der Konsole zu spielen. Die Informationsflut, der Kinder heute ausgesetzt sind, erscheint zwar auf dem ersten Blick als eine Art Vorbereitung auf das Erwachsenensein, aber sie birgen gleichzeitig auch große Gefahren. Wer hat denn heutzutage mal einen richtigen Bären gesehen? Nur noch wenige Eltern gehen mit ihren Kindern in den Zoo oder in die Natur. „Primärerfahrungen in Natur, Familie und auch Nachbarschaft sind jedoch nur noch in begrenztem Umfang möglich.“13

Um dem entgegenzuwirken darf die Schule nicht weiter „handlungsfernen Unterricht“14 betreiben. Während einige Lehrer aus der alten Generation immer noch monotone Lehrvorträge halten, schaffen es viele junge Lehrer handlungsorientiert zu lehren. Schule kann also auch „durch erfahrungsoffenes Lernen kompensatorisch wirken und somit Erfahrungsräume zurückgewinnen.“15

Kinder aus dem 21. Jahrhundert benötigen dringend einen handlungsorientierten Unterricht, der entdeckendes Lernen zulässt. Wenn ein Lehrer sich also entschließt, Originalgegenständen mit in den Unterricht zu bringen oder die Klasse sogar aus der Schule an einen außerschulischen Lernort führt, so führt dies zu einem handlungsorientierteren Unterricht.

2.3.2 Umweltbezug des Lernens

In Zeiten der globalen Erwärmung wird das Thema Umwelt ganz großgeschrieben. Doch nicht nur auf Grund dieser aktuellen Diskussion sollte Umwelt ein Thema in der Schule sein. Viel wichtiger erscheint es, Kinder generell zu umweltbewusstem Verhalten zu erziehen. Klaus Schleicher bringt es auf den Punkt:

„Zentrales Ziel der Umwelterziehung muss es deshalb sein erfahrungsgeleitete, kritisch-reflektierende, verantwortungsbewusste sowie handlungsbereite Beziehungen zwischen Mensch und Natur anzubahnen. Primär geht es um ein eigenständiges Problemerkennen und um Fähigkeiten zur kooperativen Problembewältigung, weniger dagegen um ein Nachlernen von bereits bekannten Informationen. Letztlich geht es bei der Umweltbildung um die Entwicklung einer transferierbaren Umweltkompetenz.“16

Schleicher zufolge soll auf die bloße Reproduktion aus Büchern verzichtet werden und stattdessen beispielsweise ein außerschulischer Lernort als Erfahrungserweiterung aufgesucht werden. Im Bezug auf die Umweltbildung soll dieser Lernort Werte vermitteln, Horizonte erweitern und Denkanstöße geben. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen aber soweit mit den Schülern verarbeitet werden, dass sie nicht am außerschulischen Lernort bleiben, sondern mit nach Hause genommen werden, um dort auch in Zukunft für Denkanstöße zu sorgen.

2.3.3 Situationsbezogenes Lernen

Für den deutsche Reformpädagogen Peter Petersen „ist Unterricht nicht nur Vorbereitung auf das Leben, sondern Unterricht ist Leben.“17 Petersen beschreibt mit dieser Aussage ein Qualitätsmerkmal eines guten Unterrichts. Demnach soll situationsgetreu unterrichtet werden. Für die Schüler bedeutet dies, dass sie lernen, wie sie sich im wirklichen Leben in manchen Situationen zu verhalten haben. „Situationsbezogen“ bedeutet aber auch, dass die Schüler mit Situationen umgehen lernen, die sie in ihrem jetzigen Alter oder in naher Zukunft betreffen. Auszuschließen sind also Situationen, die sie erst in vielen Jahren erreichen werden. Die Wirklichkeit erhält also in Form von handlungsorientiertem Unterricht Einzug in die Klassenzimmer. Das Aufsuchen eines außerschulischen Lernorts kann dabei äußerst entgegenkommend sein. Bei der Auswahl ist aber darauf zu achten, dass der Ort bzw. das Thema der Exkursion die Kinder auch jetzt schon oder in naher Zukunft tangiert. Außerdem ist darauf zu achten, dass keine stereotypischen Situationen herbeigeführt werden, um ein Thema zu veranschaulichen. Denn diese idealen Situationen gibt es in der Wirklichkeit doch sehr selten. Der Vorteil situationsbezogenen Lernens ist es, dass die Schüler sich ein ganzheitliches Bild von der Realität machen können. Ohne situationsbezogenes Lernen würde der Unterrichtsstoff theoretisch und abstrakt bleiben.

2.3.4 Fächerübergreifendes Lernen

Der deutsche Philosoph und Soziologe Hans Albert „wies mit dem Satz `Das Leben kennt keine Fächerung!´ jede fachliche Gliederung des Unterrichts und der Erziehung zurück.“18 Nun ist es aber so, dass wir in unserem Schulsystem eine Gliederung nach Fächern haben. Umso wichtiger ist es also, diese starre Ordnung immer wieder aufzubrechen, um den Schülern bewusst zu machen, dass die einzelnen Fächer in Wirklichkeit miteinander verzahnt sind. Man stelle sich Physik ohne Mathematik vor oder Religion ohne Geschichte. Den Schülern muss bewusst werden, wie wichtig es ist, diese Vernetzungen zu erkennen. In vielen heutigen Berufen werden Arbeitsfelder zusammengeschlossen: Während es früher Elektriker und Mechaniker gab, gibt es heute Mechatroniker.

Leider ist es jedoch nicht immer leicht, Vernetzungen im Unterricht mit einzubeziehen, denn der straffe Lehrplan lässt meist kein Spielraum für kurze (theoretische) Exkursionen. Oft werden nur ein paar Wörter über diese Verzahnungen fallen gelassen. „Lernorte außerhalb des Klassenzimmers stellen solch realen komplexe Erfahrungs- felder und Situationen dar.“19 Sie ermöglichen es, dass mehrere Fächer gleichzeitig eine Rolle spielen. Ein Bauernhof verbindet Erdkunde und Biologie genauso wie ein Besuch in einem Kunstmuseum Geschichte und Bildende Kunst miteinander verbindet. Durch das Forschen vor Ort können Kinder indirekt beobachten und begreifen, dass die Realität nicht in Schubladen unterteilt wurde, sondern dass ihre in der Schule stark getrennten Fächer in Wirklichkeit eng miteinander verbunden sind. Zudem lernen sie verschiedene Perspektiven einzunehmen20, wodurch Schüler einen Sachverhalt von mehreren Seiten aus betrachten lernen. Sie lernen also für ihr späteres Leben, eine Sache oder ein Problem aus mehreren Perspektiven zu sehen, um sich dann erneut eine differenzierte Meinung zu bilden.

2.3.5 Projektunterricht

„Ein Gramm Erfahrung ist besser als eine Tonne Theorie, einfach deswegen, weil jede Theorie nur in der Erfahrung lebendige und der Nachprüfung zugängliche Bedeutung hat. Eine Erfahrung, selbst eine sehr bescheidene Erfahrung, kann Theorie in jedem Umfang erzeugen und tragen, aber eine Theorie ohne Bezugnahme auf irgendwelche Erfahrung kann nicht einmal als Theorie bestimmt und klar erfasst werden. Sie wird leicht zu einer bloßen sprachlichen Formel, zu einem Schlagwort, das verwendet wird, um das Denken, das rechte 'Theoretisieren' unnötig und unmöglich zu machen.“21

John Dewey bringt auf den Punkt, worum es bei der Bedeutung von außerschulischen Lernorten geht. Lebensnähe und Lebenspraxis sind ungemein wichtig für die Horizont- erweiterung unserer Kinder. Fragt man Schüler nach einem Thema, dass sie vor einiger Zeit einmal im Unterricht besprochen haben, so werden viele Schüler nicht mehr genau wissen, worum es ging. Fragt man jedoch einen Schüler, der selbst eine Erfahrung mit diesem Thema gemacht hat, dann wird sich schnell zeigen, dass dieser Junge weiß, wovon er spricht. Denn er hat es selbst erlebt und dieses Erlebnis wird er auch in Zukunft nicht so schnell vergessen. Der als „Erlebnis“ bezeichnete Projektunterricht ist nach Dieter Böhn nichts weiter als ein „handlungsorientiertes, fächerübergreifendes Lernunternehmen, das durch hohe Selbsttätigkeit und Selbständigkeit der Schüler gekennzeichnet ist und unter maßgeblicher Schülerbeteiligung geplant, durchgeführt und nachbereitet wird.“22 Der Besuch eines außerschulischen Lernorts integriert sich äußerst gut in einen Projektunterricht, da die dort geforderte Schülerselbständig- und tätigkeit ein Grundgedanke des außerschulischen Lernorts ist. Deswegen werden Projektunterricht und außerschulische Lernorte von vielen Lehrern zu Recht als Äquivalent angesehen. Es gibt natürlich auch viele Projekte, die innerhalb des Schulgebäudes realisierbar sind, wie z.B. die Gestaltung von Pausenhöfen oder das Entwerfen einer Schülerzeitung. Jedoch kann ein schulinternes Projekt nicht so viel Positives bei den Schülern bewirken, wie ein Gang aus der Schule. Schüler können beispielsweise eine Schülerzeitung in der Schule entwerfen oder aber der lokalen Zeitung einen Besuch abstatten, um zu erfahren, was es bedeutet, eine Zeitung herzustellen. Meist sind die Erfahrungen vor Ort mehr wert als die im Klassenzimmer, weil die Schüler der Realität einfach viel näher sein können. „Projektunterricht bietet eine Chance, die Isolation schulischen Lernens durch die Verbindung zur außerschulischen Lebenswelt der Schüler zu überwinden.“23 Die Handlungsorientierung eines Projektunterrichts, wie es der Einsatz von außerschulischen Lernorten darstellt, gibt die Möglichkeit, die von Herbert Gudjons beschriebenen Projektmerkmale24 zu erfüllen:

Situationsbezug

Orientierung an den Interessen der Beteiligten Gesellschaftliche Praxisrelevanz

Zielgerichtete Projektplanung

Selbstorganisation und Selbstverantwortung Einbeziehen vieler Sinne

Soziales Lernen

Produktorientierung Interdisziplinarität25

Bei der Produktorientierung geht es vornehmlich um das Ergebnis des Produkts. Entspricht es dem angestrebten Ziel oder ist das Projekt gescheitert? Es gilt diese Fragen nach der Fertigstellung zu prüfen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, inwiefern ein außerschulischer Lernort eine Produktorientierung besitzt. Dunker und Götz26 zeigen, dass es nicht nur materielle Produktformen, sondern auch innere Produkte gibt. Dazu zählen vor allem abrufbares Repertoire, identitätsfördernde und persönlichkeitsgebundene Erkenntnisse, Einsichten und Einstellungen.

Außerschulische Lernorte bedeuten demzufolge ein hohes Maß an Projekt- bzw. Handlungsorientierung, die durch „normalen“ Unterricht im Klassenzimmer meist nicht ersetzt werden kann.

2.3.6 Entdeckendes Lernen

Unterricht heute bedeutet, die möglichst schnelle Aufnahme von Wissen, unter hohem Zeitdruck. Neben der verkürzten Schulzeit auf acht Jahre im Gymnasium spielt aber vor allem der zu volle Lehrplan an allen Schularten eine große Rolle für diesen Zeitdruck. Die Aufgabe des Lehrers besteht darin, den Pflichtlehrplan eines Schuljahrs mit den Schülern durchzuarbeiten, gleichzeitig aber auch ganzheitlich zu lehren. Oft bleibt aber das von Pestalozzi befürwortete und geforderte Lernen mit Kopf, Herz und Hand auf der Strecke. Entdeckendes Lernen kann meist nicht eingesetzt werden, da diese Form von Unterricht oft mehr Zeit in Anspruch nimmt als der altbewährte und oft praktizierte Frontalunterricht. Dabei vergessen viele Lehrer, dass Kinder „aktive, neugierige, suchende und forschende Wesen sind“27, die sich nach mehr sehnen, als der rezeptive Unterricht hergibt. Unterricht sollte sich nicht darauf beschränken, schnelles Wissen zu vermitteln. Unterricht sollte die Chance bieten, Kinder Neues entdecken zu lassen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: „Wie Unterricht wirklich ist und wie er aussehen sollte“

Quelle: http://www.uni-trier.de/fileadmin/fb1/prof/PAD/BW1/pdf/Pruefungsliteratur_BW/Lit_BW_ UEPO _2010.pdf, 02.07.2010.

Abbildung eins zeigt, wie Unterricht wirklich ist und wie er eigentlich aussehen sollte. Das entdeckende Lernen steht dem starren traditionellen Unterricht gegenüber, bei dem kaum eine Möglichkeit besteht, dass Schüler selbst etwas erforschen. Der Idealfall des entdeckenden Lernens ist der Besuch eines außerschulischen Lernorts, denn dort können Schülerinnen und Schüler die unverzerrte Wirklichkeit ergründen. Dort haben sie die Möglichkeit ganz nach ihrem Interesse zu forschen, also Fragen zu stellen und von Fachleuten Antworten zu bekommen. Somit stellt sich eine größere Motivation zum Lernen ein, als es der traditionelle Unterricht im Klassenraum je erreichen kann. Natürlich kann nicht jedes Thema auf diese Art und Weise angegangen werden.

„An ihrer Stelle können zur Lösung einer problemhaltigen Situation (Problemorientierter/-lösender Unterricht) daher auch Materialien (z.B. Karten, Bilder etc.) treten, sofern diese Aufforderungscharakter besitzen und bei den Schülern Lust am Suchen und Auffinden eigener Lösungen wecken.“28

Auch wenn der entdeckenlassende Unterricht mehr und mehr Einzug in die Klassenzimmer erhält, so geht doch nichts über die reale Begegnung und das selbständige Entdecken vor Ort. Nur vor Ort können die Schüler durch Selbsttätigkeit, dem sogenannten „learning by doing“, die Realität und deren Eigenschaften unverzerrt „entdecken“.

2.4 Didaktische Überlegungen

Nachfolgend wird erklärt, welche didaktischen Überlegungen im Bezug auf den außerschulischen Lernort angestellt werden können, um diesen sich außerhalb der Schule befindlichen Lernort von allen Seiten zu betrachten

2.4.1 Struktur- und Qualitätsmerkmale von außerschulischen Lernorten

Nicht jeder außerschulische Lernort ist für einen Bildungsbesuch einer Klasse geeignet. Vorher muss geprüft werden, ob sich dieser Lernort überhaupt für einen Unterrichtsbesuch eignet. Die Anforderungen, die an einen außerschulischen Lernort gestellt werden, sind enorm hoch, schließlich gilt es, die eingeplante Zeit pädagogisch sinnvoll zu nutzen.

Eine der wichtigsten Anforderungen liegt in der eindeutigen Struktur des Lernorts. Strukturen werden nicht nur in der Schule gebraucht, sondern gerade auch außerhalb dieser. Der außerschulische Lernort muss so strukturiert sein, dass Schüler den neuen Eindrücken gut folgen können. Demnach muss neben der ganzen Umgebung auch die Besichtigung gut durchstrukturiert sein. Ist beides nicht der Fall, so passiert es nicht selten, dass Schüler nicht mehr folgen können, demotiviert werden und sich schließlich meist geistig, oft aber auch physisch versuchen abzusetzen.

Genau um dies zu vermeiden, ist es gleichzeitig auch wichtig, dass die Schüler nicht passiv bleiben, sondern z.B. vom Leiter des außerschulischen Lernorts mit Aufgaben beschäftigt werden. Schüleraktivierung ist eines der wichtigsten Argumente, um einen außerschulischen Lernort aufzusuchen. Nur durch sie kann Handlungskompetenz erreicht werden. Zudem ist das „learning by doing“ immer noch eine der wichtigsten Methoden, um Gelerntes länger zu behalten. Es stellt sich also die Frage, in welchem Rahmen es möglich ist, diese Schüleraktivierung herbeizuführen. Natürlich sollten Schüler nicht sinnlos beschäftigt werden, sondern es sollte tatsächlich ein relevanter Teil in der Themenerschließung vor Ort sein. Schüleraktivierung hat aber auch noch einen ganz besonders positiven Nebeneffekt: die Interessensteigerung. Wer immer nur zuhören muss, wird das Interesse und Engagement auf längere Zeit hin verlieren. Doch gibt man den Schülern die Möglichkeit, selbst zu helfen (z.B. auf einem Bauernhof die Tiere füttern oder melken), so wird man die Schüler damit begeistern können. Der Spaß soll beim Lernen nie verloren gehen, denn sonst kann es passieren, dass die Schüler gänzlich die Motivation verlieren.

Natürlich gilt es den außerschulischen Lernort auf die thematische und verhaltenstheoretische Eignung zu prüfen. Ist der ausgewählte Lernort für meine Klasse und für den Wissensstand meiner Klasse geeignet? Sind die Sachverhalte vor Ort überhaupt so dargestellt, dass meine Klasse sie verstehen kann? Wie ist das Thema vor Ort pädagogisch aufbereitet? - Das alles sind notwendige Fragen, die ein Lehrer vor dem Besuch eines außerschulischen Lernortes geklärt haben muss. Ansonsten kann es passieren, dass Schüler Probleme haben, an ihr eigenes Wissen anzuknüpfen. Ferner schaut man in viele fragende Gesichter. „Geeignet scheinen Lernorte, wenn sie Identifikationsbereiche für die Lernenden anbieten (wichtig sind ansprechende Auslöse- mechanismen, Bezüge zu eigenen Erfahrungen und Wertehorizonten).“29 Das zu lernende Wissen sollte immer kurz über dem Wissenshorizont der Schüler liegen, sodass sie weder demotivieren, weil sie es nicht verstehen, noch langweilen, weil sie diese Informationen bereits wissen. Nach Birkenhauer „muss ein Lernort außerdem eine gewisse Authentizität besitzen, d.h. Phänomene müssen im originalen Zusammenhang kennengelernt werden können.“30 Aussagen wie „Eigentlich sieht das anders aus. Ihr müsst euch das einfach folgendermaßen vorstellen...“ sollten dabei so gut es geht nicht fallen. Sachverhalte sollten also nicht für den Besuch der Klasse so verändert werden, dass sie die Realität nicht mehr widerspiegeln. Die Schüler sollten einen möglichst realitätsgetreuen Einblick bekommen.

Weitere Probleme, wie z.B. die Zugänglichkeit, werden im weiteren Verlauf dieser Arbeit erklärt.

Es zeigt sich, dass Lehrer vor dem Besuch des außerschulischen Lernorts wissen müssen, inwiefern dieser spezifische Lernort für ihre Klasse passend ist. Es empfiehlt sich eine erste Erkundung, bevor die Klasse hinzukommt. So kann die Umgebung auf die hier vorliegenden Qualitätsmerkmale geprüft werden. Je mehr der außerschulische Lernort diesen Struktur- und Qualitätsmerkmalen gerecht wird, umso passender erscheint er als außerschulischer Lernort.

2.4.2 Lernchancen vor Ort

„Das Aufsuchen eines außerschulischen Lernorts ist schon in der viel beachteten Publikation von Karlheinz Burk und Claus Claussen (1980) ein Mittel der Schule, die Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten der Schüler zu erweitern und auf diese Weise Defizite der veränderten Umwelt zu vermindern.“31

Es gibt viele Vorteile, die nur ein außerschulischer Lernort besitzt und die in der Institution Schule nicht erreicht werden können. Deshalb sollten Lehrerinnen und Lehrer, die sich bislang gegen einen Unterrichtsgang gesperrt haben, folgende Punkte noch einmal genauer betrachten:

Im schulischen Alltag wird viel gelehrt und gelernt und das zum Großteil rein theoretisch. Dabei gibt es nichts Sinnvolleres als die Realbegegnung vor Ort. Die un- mittelbare Konfrontation mit der Wirklichkeit ermöglicht es Schülern Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen. Wenn dies geschieht, führt es dazu, dass sich Schüler wesentlich mehr für ein Thema interessieren können, als sie es geahnt hätten. In einer selbst durchgeführten Umfrage32 zum Thema „Bedeutung von außerschulischen Lernorten“ bei Lehrerinnen und Lehrern an Hauptschule, Realschule und Gymnasium in der Region33 hat sich herausgestellt, dass der wichtigste Grund, der für den Einsatz von außerschulischen Lernorten spricht, die unmittelbare Begegnung mit der Wirklichkeit ist. Es zeigt sich also, dass in allen drei Schularten die Bedeutung der Realbegegnung bei außerschulischen Lernorten erkannt wurde. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sich Problemschüler beim Lernen vor Ort vollkommen verändern. Sie zeigen Interesse, hören zu und beteiligen sich aktiv am Lernprozess.

Britta Kohler zufolge bestehen die besonderen Lernchancen in der „authentischen Aktivität an authentischen Orten, die das Entstehen von trägem Wissen verhindern.“34 Träges Wissen zeigt sich mehr und mehr als ein konstantes Problem in der Lernpsychologie. Gelerntes wurde verstanden, kann aber nicht in der Praxis umgesetzt werden.35 So zeigt auch meine durchgeführte Umfrage, dass längeres Behalten der gewonnenen Erkenntnisse im Gedächtnis ein weiterer wichtiger Grund für den Einsatz von außerschulischen Lernorten im Unterricht ist. Veranschaulichung auf höchstem Niveau, wie es bei Unterrichtsgängen der Fall ist, verhindert träges Wissen und sollte deswegen so oft es geht im Unterricht eingesetzt werden. Darüberhinaus gestaltet sich das Lernen vor Ort wesentlich interessanter, was nicht zuletzt an der Praxis- und Problemnähe festzumachen ist.

Freudiges Erleben und Erfahren der eigenen Umwelt und Kennenlernen des Heimatraums war der nächste wichtige Grund für den Einsatz von außerschulischen Lernorten in der durchgeführten Umfrage. Viele Schüler wissen nicht einmal welche besonderen kulturgeographischen, historischen oder geologischen Sehenswürdigkeiten sich in unmittelbarer Nähe befinden. So ist es nicht verwunderlich, wenn geplante Exkursionen zu einem nahegelegenen Ort plötzlich Verwunderung seitens der Schüler auslösen, die nicht wissen, dass es einen solch interessanten Ort in ihrer Umgebung gibt. Zudem ist es auch wichtig, dass Schüler ihre Umwelt zu schätzen lernen. Dies kann aber nur dann funktionieren, wenn die Schüler ihre Umwelt kennengelernt haben. Verständnis und Respekt vor der Umwelt stellt sich dann erst ein, wenn Schüler beispielsweise einen richtigen Einblick in die Herstellung von landwirtschaftlichen Produkten, wie Milch, Mehl und Eiern bekommen haben. So kann sich der emotionale Heimatbezug verstärken und eine Identifikation mit dem eigenen Lebensraum einstellen. Nebenbei können auch viele Qualifikationen zur Gestaltung der Umwelt gewonnen werden, die eventuell im späteren Beruf noch vertieft werden. Das Einbetten von außerschulischen Lernorten in den regulären Unterricht hilft „auf ein kompetentes und selbständiges Handeln in zukünftigen beruflichen, gesellschaftlich-politischen und privaten Handlungssituationen vorzubereiten.“36 Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich ein Schüler erst nach dem Besuch eines außerschulischen Lernorts für das behandelte Thema so begeistern kann, dass er/sie diese vorgestellte Tätigkeit auch in Zukunft beruflich ausüben möchte. Die rein theoretische Besprechung des selben Themas in der Schule hätte eventuell nicht zum gleichen Ergebnis geführt.

Neben der rein fachlichen Ebene ermöglicht das Lernen vor Ort auch einen weiteren Punkt: das Einüben von Arbeitsmethoden. In der Schule erlernen Schüler meist den Umgang mit Bildern, Statistiken, Karten, Diagrammen sowie die Erstellung von Plakaten oder Referaten. Darüberhinaus bietet aber der außerschulische Lernort innerhalb einer Exkursion weitere Techniken, die sich die Schüler bereits in der Sekundarstufe I angeeignet haben sollen.37 Sie haben vor Ort die Möglichkeit sich in den Tätigkeiten des Messens, Interviewens, Kartierens oder Protokollierens zu beweisen.

Außerschulische Lernorte haben aber auch den positiven Effekt, dass sie soziales Lernen fördern. Sie bieten Möglichkeiten zur Gemeinschaftsarbeit, sodass das Verhältnis innerhalb der Klasse verbessert wird. Gemeinsames Erleben schweißt Schüler mehr als alles andere zusammen, was z.B. auch Klassenfahrten zeigen. Doch nicht nur das Klima zwischen den Schülern wird verbessert, sondern auch das Lehrer- Schüler-Verhältnis kann sich durch einen gemeinsamen Unterrichtsgang zum Positiven wenden, „denn hier hat der Schüler die Möglichkeit, seinen Lehrer aus einer anderen Perspektive zu erleben.“38 Der Lehrer hat zudem eine Chance mit seinen Schützlingen bestimmte Verhaltensweisen auch außerhalb des Klassenzimmers einzuüben. So sollen die Schüler beispielsweise lernen, Erwachsenen, die ihnen etwas erklären wollen, zuzuhören, um diese nicht vor den Kopf zu stoßen. Dazu eigenen sich alle erdenkliche Lernorte außerhalb der Schule, wie z.B. Museen, geführte Lehrpfade oder Betriebsbesichtigungen.

Gaedtke-Eckhardt führt desweiteren an, dass „außerschulische Lernorte Vorurteile und Ängste gegenüber bestimmten Einrichtungen abbauen können“.39 So helfen auch Schulpraktika in sozialen Einrichtungen wie Altenheimen oder Krankenhäuser dabei, Vorurteile oder Berührungsängste mit diesen Themen abzubauen. Diese Erfahrungen bieten nur Lernorte, die sich außerhalb der Schule befinden, weil die Schüler dort in unmittelbaren Kontakt zum jeweiligen Thema treten.

Abschließend ist zu sagen, dass sich außerschulische Lernorte für die Erlangung einer Handlungskompetenz bestens eigenen, denn es werden neben der fachlichen Kompetenz auch Methoden- und Sozialkompetenz gefördert. Zudem führen einige Arbeitsweisen vor Ort dazu, dass sich bei den Schülern mehr und mehr eine Selbstkompetenz (auch Humankompetenz genannt) herausbildet. Allerdings soll nicht der Eindruck entstehen, dass außerschulische Lernorte als die Lösung für viele Probleme, wie Lustlosigkeit und Desinteresse der Schüler, gilt. Die Entscheidung eines Lehrers, die Klasse aus der Schule zu führen, bereitet aber auch viele Schwierigkeiten, die im Laufe dieser Arbeit noch genauer beleuchtet werden.

2.4.3 Erreichbare Lernziele

„Wenn man nicht weiß, wohin man will, landet man vielleicht irgendwo, wo man nicht hinwollte.“40

Horst Gieß beschreibt den Zustand von fehlenden Lernzielen im Unterricht. Wenn Lehrer keine Lernziele für Unterrichtsstunden oder ganze Unterrichtseinheiten setzen, dann kann es passieren, dass sich die Klasse nach dem Unterricht fragt „Und was sollte uns das jetzt beibringen?“. Mit dem Festhalten von Lernzielen kann dies verhindert werden.

Lernziele geben nicht nur an, was die Schüler nach der Unterrichtseinheit mehr bzw. besser können sollen, sie geben auch exakte Ziele an. Sie lenken den Blick ständig auf die gewünschten Unterrichtsziele, sodass sich die Lernziele in mehrere Ziele untergliedern. Nicht nur der Unterricht in der Klasse bedarf Lernzielen, sondern auch Unterrichtsgänge. Der Einsatz von außerschulischen Lernorten kann viele Lernziele erfüllen. Neben den kognitiven Lernzielen, die Themen abhängig sind, können vor allem sozial-kommunikative, instrumentelle und affektive Lernziele erreicht werden. Sozial-kommunikative Lernziele bestehen aus der Sozialkompetenz, also dem pfleglichen Umgehen mit sich selbst und mit seinen Mitmenschen. Der Teilaspekt „kommunikativ“ bedeutet aber in diesem Zusammenhang, dass Schüler lernen mit anderen Schülern gemeinsam etwas auszuarbeiten. Sich auf soziale Art und Weise über Informationen austauschen, wird als hohes Lernziel bei Unterrichtsgängen und bei der Vor- und Nachbereitung angesehen. Nach Burk und Claussen soll sich dabei „kooperativ verhalten, gemeinsam geplant und sachbezogen interagiert und kommuniziert“41 werden. Gerade in den Gruppenarbeitsphasen vor Ort, bei denen Schüler Arbeitsaufträge zusammen bewältigen müssen, kann diese Kompetenz erreicht werden. Die Erlangung der Sozialkompetenz ist in so fern wichtig, dass sie im Erwachsenenalter sowohl im Privaten, aber gerade auch im Beruf ein wichtiger Indikator dafür ist, ob eine Person eine bestimmte Reife hat. Viele Berufe setzen heute auf Teamwork. Ohne Sozialkompetenz funktioniert das nicht.

Instrumentelle Lernziele stecken Erwartungshorizonte, die den Aufbau der Methodenkompetenz betreffen. Im Erdkundeunterricht gehören dazu eine Karte lesen und zeichnen, Diagramme auswerten, zählen, messen und kartieren, beobachten, befragen und skizzieren. Bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung eines Besuchs eines außerschulischen Lernorts können sehr viele dieser Fähigkeiten trainiert werden. Neben der Vorbereitungsphase, bei der die Klasse Material sichtet und selbst nach Informationen zu dem ausgewählten außerschulischen Lernort Aussicht hält, erscheint die Durchführungsphase besonders geeignet. Schülerinnen und Schüler können in dieser Phase Fachleute befragen, Gegenstände oder Umgebungen skizzieren oder fotographieren, was im Unterricht innerhalb des Klassenraums so nicht möglich wäre. Doch auch in der Nachbereitungsphase, bei der meist ein Produkt, wie z.B. eine Ausstellung, vorbereitet wird, können die Schüler sich darin üben, Diagramme und Grafiken zu erstellen, Texte zu schreiben oder eine Fotostrecke zu gestalten. Die Klasse erlernt Fertigkeiten, die sie auch in anderen Fächern einbringen können.

Affektive Lernziele hingegen beschreiben eine Veränderung von Grundhaltung und Wertvorstellungen. Pädagogen haben die Chance und Aufgabe, den Schülern bestimmte Werte mit auf ihren Weg zu geben. Ein Besuch im Nahraum ist dabei genau das Richtige, um Schülerinnen und Schüler beispielsweise die Bedeutung der Landwirtschaft bewusst zu machen. Affektive Lernziele werden beim Besuch vor Ort meist schneller erzielt als die Behandlung des gleichen Themas im Klassenraum. Denn durch Realbegegnung und das entdeckende Lernen können die Schüler oft von ganz allein zu bestimmten Einsichten gelangen. Wie der Begriff „Affekt-„ bereits zeigt, handelt es sich dabei um eine Gemütsbewegung, eine Grundhaltungsänderung. Um Schüler zu einer positiven Grundhaltungsänderung zu bewegen, führt der Weg an einem außerschulischen Lernort heutzutage nicht mehr vorbei. Die Erfahrungen und Erkenntnisse, die Schüler vor Ort machen, sind keineswegs mit Texten oder Bildern zu vergleichen. Sie lösen wesentlich stärkere Einstellungs- und Verhaltensänderungen aus als die typischen Arbeitsmaterialien im Unterricht.

2.4.4 Mögliche Probleme

Im Laufe dieser Arbeit wurde deutlich herausgestellt, welche beachtlichen Chancen der Einsatz von außerschulischen Lernorten für Schüler bedeutet. Es wurde aber auch bereits erwähnt, dass dieser Einsatz nicht immer problemlos abläuft. Angefangen mit der Vorbereitung auf den Besuch eines außerschulischen Lernorts kann versäumt werden, die Schüler sowohl fachlich als auch psychisch auf diesen Besuch vorzubereiten. Versäumt der Lehrer dies, so wird das Zusammentreffen von Klasse und dem Führer (z.B. Bauer bei einem landwirtschaftlichen Betrieb) eher problematisch ablaufen. Viele Schüler werden es schwer haben, gedanklich zu folgen, andere werten den Gang aus der Schule als Möglichkeit über die Stränge zu schlagen.42 Damit sind wir schon bei einem weiteren Problem, auf das ein Lehrer stoßen kann. Die Disziplinprobleme bei Schülern erreichen gerade bei Exkursionen, Klassenfahren oder Unterrichtsgängen ihren Höhepunkt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Schüler es nicht gewohnt sind, mit ihren Mitschülern einen Ausflug zu machen. Weit über 90% des Unterrichts befindet sich immer noch im Klassenzimmer, sodass es jedes Mal aufregend ist, wenn Schüler diesen gemeinsam verlassen dürfen. Es hängt natürlich auch ganz von der Klasse ab, ob der Besuch eines außerschulischen Lernorts überhaupt auf Grund von Disziplinproblemen in Erwägung gezogen werden kann.

Bei meiner selbst durchgeführten Umfrage erschienen die Disziplinprobleme bei Schülern jedoch nicht schwerwiegend genug, um sich als Lehrer gegen den Einsatz von außerschulischen Lernorten zu entscheiden. Vielmehr waren es Gründe, die mit den Schülern nur geringfügig zu tun haben. Am meisten wurde der Zeitmangel für einen Unterrichtsgang angekreuzt, der es durch die Stofffülle des Lehrplans schwierig ge- staltet, dieses etwas aufwändigere Vorhaben in die Tat umzusetzen. Das Lernen vor Ort beschränkt sich ja nicht nur auf diese eine Unterrichtsstunde, die dadurch ausfällt, sondern es kommen noch Vor- und Nachbereitung dazu, sodass meist mehrere Stunden dafür angesetzt werden müssen. So liegt es meist gar nicht am Willen der Lehrer, einem Besuch an einem außerschulischen Lernort zuzustimmen bzw. diesen zu planen, vielmehr liegt es an der fehlenden Zeit, die ein solches Projekt für sich beansprucht.

Desweiteren wurde das Thema Stundenplanprobleme als ein wichtiger Grund erachtet, sich gegen den Einsatz von außerschulischen Lernorten auszusprechen. Wenn ein Lehrer einen ganzen Tag mit seiner Klasse ein Museum, Bauernhof oder einen Betrieb besichtigt, bedeutet dies gleichzeitig, dass er für seine anderen Klassen nicht zur Verfügung stehen kann. Es bedarf also einiger Vertretungslehrer. Gerade in der heutigen Zeit, in der Lehrerknappheit kein Fremdwort mehr ist, gestaltet sich die Suche nach Vertretungslehrern oft schwierig. Demzufolge werden es sich einige Lehrer überlegen, ob sie einen außerschulischen Lernort besichtigen, wenn dadurch andere Klassen zu kurz kommen oder Kollegen in Vertretungsstress geraten.

Ein weiteres Phänomen unserer Zeit sind die zu großen Klassen in den Schulen. Während es früher überwiegend kleine bis mittelgroße Klassen gab, sind Klassen mit bis zu dreißig Schülern keine Seltenheit mehr. Wie soll man eine solch große Klasse beaufsichtigen? Bietet der ausgewählte Lernort überhaupt eine Führung mit einer Klasse dieser Stärke? Dies alles sind Fragen, die eine schwere Hürde darstellen. Das sehen auch die Lehrer meiner Umfrage. Bei den wichtigsten Gründen, die gegen den Einsatz von außerschulischen Lernorten sprechen, wurde die Klassenstärke auf Platz zwei gewählt. Selbst wenn der Lehrer sich doch dazu durchringt, mit einer großen Klasse einen Unterrichtsgang durchzuführen, so ist eine zweite Begleitperson zwingend erforderlich. Wenn sich kein Elternteil anbietet, muss ein weiterer Kollege gefragt werden. Dies hat zur Folge, dass weitere Vertretungsstunden geplant werden müssen.

Viele außerschulische Lernorte haben zudem eine begrenzte Teilnehmerzahl, wie z.B. die Bauernhöfe43, die der Milch-Union-Hocheifel angeschlossen sind. So ist es nicht möglich, jeden beliebigen Lernort außerhalb der Schule mit einer sehr großen Klasse aufzusuchen. Gegebenenfalls muss die Klasse in zwei Gruppen unterteilt werden, damit die Besichtigung des jeweiligen Orts überhaupt funktionieren kann. Als dritten Grund gegen einen außerschulischen Lernort haben die Lehrer meiner Umfrage organisatorische Probleme angekreuzt. Viele denken dabei wohl an den Transport der Klasse zum jeweiligen Lernort und an den finanziellen Aufwand. Eine Exkursion, sei es zu einem außerschulischen Lernort, in einen Vergnügungspark oder eine Klassenfahrt, setzt ein großes Organisationstalent seitens der Lehrer voraus. Einen Ausflug zu planen, muss von Anfang bis Ende durch-organisiert sein und nimmt viel Zeit in Anspruch. Ein Busunternehmen muss gemietet, Elternbriefe aufgesetzt und das Geld eingesammelt werden. Zudem muss natürlich mit der Leitung vor Ort telefoniert werden. Oft ist sogar ein erster Besuch des außerschulischen Lernorts von Vorteil, um sich ein genaues Bild des Ortes zu machen. Manche Lehrer schrecken vor diesem Organisationsmarathon zurück und bleiben dann doch eher im eigenen Klassenzimmer. Die „häufig von Eltern geäußerte Skepsis gegenüber außerschulischen Lernorten“44 erscheint im ersten Moment begründet: Warum sollten sie zusätzlich Geld für den Besuch eines außerschulischen Lernorts ausgeben, wenn ihre Kinder das gleiche Thema auch in der Schule behandeln können? Diesen Eltern muss man, am besten bereits im Elternbrief, bewusst machen, wie wichtig der Einsatz von solchen Lernorten ist und das dieser Unterrichtsgang keine „Fahrt ins Blaue“ ist.

Natürlich gibt es, wie bei jedem Ausflug, Probleme, die man als Lehrer leider nicht beeinflussen kann, wie z.B. das Wetter. Generell ist es schwierig den Unterrichtsgang so zu planen, dass die Klasse nicht im Regen die Umgebung besichtigen muss. Da der Besuch eines außerschulischen Lernorts nicht erst zwei Tage vorher geplant wird, sondern oft einige Wochen vorher, muss der Lehrer seine Klasse unbedingt auf eventuelle Wetterschwierigkeiten vorbereiten. Das heißt, er muss bereits im Elternbrief darauf aufmerksam machen, dass je nach Wetterlage angemessene Kleidung zu tragen ist. Außerdem sollte vorher nachgefragt werden, ob der Ort für plötzlichen Regen einen Unterstand bietet. Dies ist besonders wichtig, wenn es sich um Lernorte handelt, die zum größten Teil draußen stattfinden.

[...]


1 Landesinstitut für Schule und Weiterbildung 1992, S. 5.

2 Mit „Lehrer“ sind sowohl Männer als Frauen gemeint, die der Einfachheit halber mit dem Wort „Lehrer“ im Laufe dieser Arbeit bezeichnet werden.

3 Dieter Böhn 1999, S. 14.

4 vgl. http://www.kindergartenpaedagogik.de/419.html, 28.06.2010.

5 Im Fach Erdkunde beträgt die Stundenzahl (ohne Stundenausfälle) ca. 50 Stunden in einem Schuljahr. http://erdkunde.bildung-rp.de/sek1/lehrplan/5klasse.html, 29.06.2010

6 Karlheinz Burk und Claus Claussen 1980, S. 13.

7 http://comeniusschule.lspb.de/content/view/4/16/, 29.06.2010.

8 vgl. http://www.heinrich-pestalozzi.info/, 29.06.2010.

9 ebd., 29.06.2010.

10 vgl. http://www.iep.utm.edu/dewey/, 29.06.2010.

11 vgl. Lucker 2009, S. 17.

12 vgl. http://www.economia48.com/deu/d/kollegschule/kollegschule.htm, 01.07.2010.

13 vgl. Karlheinz Burk und Claus Claussen 1980, S. 20.

14 ebd., S. 20.

15 vgl. ebd., S. 20.

16 Klaus Schleicher 1992, S.33.

17 Karlheinz Burk und Claus Claussen 1980, S. 21.

18 ebd., S. 22.

19 ebd., S. 22.

20 vgl. ebd., S. 22.

21 John Dewey Weinheim 1993, S. 193.

22 Dieter Böhn 1999, S.123.

23 Karlheinz Burk und Claus Claussen 1980, S.23.

24 Herbert Gudjons 2008, S.76 ff.

25 Viele der hier beschriebenen Merkmale wurden bereits in den vorigen Kapiteln besprochen, sodass im Folgenden nur noch auf die Produktorientierung eingegangen wird.

26 Ludwig Duncker und Bernd Götz 1984. S. 137.

27 Karlheinz Burk und Claus Claussen 1980, S. 23.

28 vgl. Dieter Böhn 1999, S. 36.

29 Klaus Schleicher 1992, S. 46.

30 Josef Birkenhauer 1995, S. 11.

31 Dagmar-Beatrice Gaedtke-Eckardt 2007, S. 32.

32 Sie dazu Anhang 9.

33 Gymnasium in A, Realschule in B und Hauptschule in C

34 vgl. Britta Kohler 2003, S. 170.

35 Bestes Beispiel dafür ist die Wiedergabe von gelernten Vokabeln einer Fremdsprache im Alltag.

36 Hilbert Meyer 2006, S. 199.

37 Aufschluss darüber gibt z.B. Wolfram Kühnelt: Unterricht Geographie. Bd. 17: Arbeitsmethoden in der Sekundarstufe I. 2008.

38 Dagmar-Beatrice Gaedtke-Eckardt 2007, S. 35.

39 ebd., S.35.

40 Horst Gies 1995, S. 85.

41 vgl. Karlheinz Burk und Claus Claussen 1981, S. 48.

42 Weiteres zur Vor- und Nachbereitung wird an dieser Stelle nicht weiter erläutert, da in Kapitel 2.4.6 dieses Thema ausgeführt wird.

43 Ein Beispiel dazu bietet die Seite http://www.lernen-auf-dem-bauernhof.de/nextshopcms/show . asp?lang=de&e1=1500&gid=1, 08.07.2010.

44 vgl. Petra Sauerborn und Thomas Brühne 2007, S. 142.

Ende der Leseprobe aus 114 Seiten

Details

Titel
Außerschulisches Lernen im Geographieunterricht. Besuch eines landwirtschaftlichen Großbetriebs
Untertitel
Fachdidaktische Analyse
Hochschule
Universität Trier
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
114
Katalognummer
V161491
ISBN (eBook)
9783668244177
ISBN (Buch)
9783668244184
Dateigröße
2020 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bauernhof, Landwirtschaft, Milch, außerschulische, Lernorte, Etdkunde, Unterricht, geographie, Geographieunterricht, landwirtschaftlicher Betrieb, Examensarbeit, Stundenentwurf
Arbeit zitieren
Manuela Müller (Autor), 2010, Außerschulisches Lernen im Geographieunterricht. Besuch eines landwirtschaftlichen Großbetriebs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161491

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