Das Ziel dieser Arbeit ist es, zu beweisen, dass ein außerschulischer Lernort in Verknüpfung mit der Landwirtschaft eine große Chance darstellt, um Schüler auf der einen Seite handlungsorientiert zu lehren und um auf der anderen Seite den Schülern wieder einen richtigen Bezug zur Landwirtschaft und all ihren Facetten zu ermöglichen. Dabei gilt es allerdings nicht nur die Vorzüge eines Besuchs zu beachten. Es sollen unter anderem die Fragen geklärt werden, welche Probleme bei dem Besuch eines außerschulischen Lernorts auftreten können und wie ein solcher Besuch praktisch umzusetzen werden kann.
Pädagogisch betrachtet stellt sich der außerschulische Lernort als ein wichtiges Mittel heraus, um Schüler aus dem Käfig des Klassenzimmers zu befreien und sie in die Wirklichkeit zu führen, um sie bestmöglich auf ihre Zukunft vorzubereiten.
Da ich auf dem Land aufgewachsen bin und selbst zwischen vielen Bauernhöfen gelebt habe, ist es mir persönlich ein Anliegen, auf die essentielle Bedeutung der Landwirtschaft hinzuweisen. Die Landwirtschaft hat für uns Menschen eine hohe Bedeutung, da sie die wichtigsten Lebensmittel produziert, auf die wir angewiesen sind. Um diese Bedeutung erneut in Erinnerung zu rufen, behandle ich als außerschulischen Lernort den Bauernhof.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Außerschulische Lernorte im Geographieunterricht
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Außerschulische Lernorte im Wandel der Zeit
2.3 Motive und didaktische Kategorien außerschulischer Lernorte
2.3.1 Rückgewinnung von Erfahrungsräumen
2.3.2 Umweltbezug des Lernens
2.3.3 Situationsbezogenes Lernen
2.3.4 Fächerübergreifendes Lernen
2.3.5 Projektunterricht
2.3.6 Entdeckendes Lernen
2.4 Didaktische Überlegungen
2.4.1 Struktur- und Qualitätsmerkmale von außerschulischen Lernorten
2.4.2 Lernchancen vor Ort
2.4.3 Erreichbare Lernziele
2.4.4 Mögliche Probleme
2.4.5 Veränderte Lehrerrolle
2.4.6 Vorbereitungs-, Durchführungs- und Nachbereitungsphase
2.4.7 Didaktischer Ort des außerschulischen Lernorts
2.5 Klassifikation außerschulische Lernorte
2.6 Ein Blick auf die Bildungsstandards und den Bildungsauftrag der Geographie
3. Die Landwirtschaft
3.1 Die Bedeutung der Landwirtschaft in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
3.2 Die Bedeutung der Milchwirtschaft
3.3 Zur Vereinbarkeit von Erlebnispädagogik und dem Lernort Bauernhof
3.4 Die Verankerung der Landwirtschaft im Lehrplan Rheinland-Pfalz
3.5 Lernort Bauernhof: Rechtfertigung eines Besuchs
3.5.1 Gründe für die Nachfrage
3.5.2 Gründe für das Angebot
3.5.3 Zeitlicher Rahmen des Angebots
4. Praxisteil: Besuch eines landwirtschaftlichen Großbetriebes
4.1 Vorbereitungsphase
4.1.1 Erste Stunde (Freitag)
4.1.2 Zweite Stunde (Dienstag)
4.1.3 Dritte Stunde (Freitag)
4.2 Durchführungsphase
4.2.1 Zeitlicher Ablauf des Tages
4.2.2 Unterrichtsgang (Dienstag)
4.3 Nachbereitungsphase
4.3.1 Reflexion und Auswertung des Unterrichtgangs (Freitag)
4.3.2 Präsentation mit anschließender Evaluation (Dienstag)
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung außerschulischer Lernorte – insbesondere des Bauernhofs – für einen handlungsorientierten Geographieunterricht wissenschaftlich zu begründen und durch ein konkretes Fallbeispiel in die Praxis zu überführen.
- Bedeutung und Didaktik außerschulischer Lernorte
- Entwicklung und Wandel der modernen Landwirtschaft
- Theoretische Verknüpfung von Erlebnispädagogik und Lernort Bauernhof
- Lehrplanrelevanz und Implementierung in den Unterricht
- Praktische Planung, Durchführung und Reflexion einer Exkursion
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsbestimmung
Der Begriff „außerschulischer Lernort“ bezeichnet einen Ort, der sich außerhalb der Schule befindet und an dem es etwas zu lernen gibt. Diese etwas nonchalante Erklärung zeigt aber ganz ungeschminkt, was viele Autoren zu erklären versuchen: „Lernorte außerhalb des Schulgebäudes wie auch unabhängig von der Schule als Institution sind Orte, an denen sich unmittelbare Begegnungen mit der räumlichen Realität ereignen kann.“3 Die „unmittelbaren Begegnungen“ haben den positiven Nebeneffekt, dass sie viele verschiedene Sinne ansprechen, sodass sich ein ganzheitliches Lernen einstellen kann. Bereits im 16., 17. und 18. Jahrhundert wurde das Lernen mit allen Sinnen als eine der wichtigsten Aspekte in der kindlichen Förderung erkannt4:
I. Als einer der ersten Pädagogen wies Johann Amos Comenius (1592-1670) darauf hin, dass Wissen auf Sinneswahrnehmung basiert.
II. Der Philosoph John Locke (1632-1704) verkündete: "Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war". Er ging jedoch noch von einer Zweiteilung des Menschen in sinnliche und geistige Kräfte aus.
III. In seinem berühmten Erziehungsroman "Emile" widmete der Philosoph Jean Jacques Rousseau (1712-1778) ein Kapitel der "Übung der Organe und Sinne" (Rousseau 1975).
IV. Und den heute viel zitierten Spruch "Lernen mit Kopf, Herz und Hand" verdanken wir dem Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Entfremdung von Kindern gegenüber der Natur und elementaren Produktionsprozessen sowie die Notwendigkeit, dem durch handelnden Unterricht entgegenzuwirken.
2. Außerschulische Lernorte im Geographieunterricht: Dieses Kapitel analysiert theoretisch und didaktisch die Bedeutung von Orten außerhalb der Schule, inklusive der historischen Entwicklung, Strukturmerkmale und der veränderten Lehrerrolle.
3. Die Landwirtschaft: Hier wird der historische Wandel der Landwirtschaft von der Steinzeit bis heute dargestellt und die Notwendigkeit von Nachhaltigkeit, ökologischem Landbau und moderner Milchwirtschaft diskutiert.
4. Praxisteil: Besuch eines landwirtschaftlichen Großbetriebes: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert die dreiphasige Planung (Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung) einer konkreten Exkursion zu einem Bauernhof für eine fünfte Klasse.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die Chancen des Lernens an außerschulischen Orten und appelliert trotz zeitlicher Belastungen an Lehrkräfte, dieses Instrument zur ganzheitlichen Bildung zu nutzen.
Schlüsselwörter
Außerschulischer Lernort, Geographieunterricht, Landwirtschaft, Bauernhof, Handlungsorientierung, Erlebnispädagogik, Ganzheitliches Lernen, Vorbereitungsphase, Didaktische Analyse, Nachhaltigkeit, Milchwirtschaft, Projektunterricht, Lehrerrolle, Unterrichtsgang, Kompetenzentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht den pädagogischen Nutzen von außerschulischen Lernorten, speziell von landwirtschaftlichen Betrieben, für den Geographieunterricht in der Sekundarstufe.
Welche zentralen Themen werden behandelt?
Im Fokus stehen die Didaktik des handlungsorientierten Lernens, der Wandel der Landwirtschaft sowie die praktische Implementierung von Exkursionen in den Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist der Nachweis, dass der Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebs Schülern ermöglicht, handlungsorientiert zu lernen und eine realistischere Verbindung zur Landwirtschaft aufzubauen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Neben einer umfassenden Literaturanalyse zur Erlebnispädagogik und Geographiedidaktik führt die Autorin eine Umfrage unter Lehrkräften durch und konzipiert ein praktisches Unterrichtsmodell.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte didaktische Begründung für außerschulische Lernorte und eine tiefgehende Analyse der modernen Landwirtschaft, inklusive eines konkreten Praxiskonzepts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Außerschulischer Lernort, Bauernhof, Handlungsorientierung und Erlebnispädagogik geprägt.
Warum ist der Bauernhof ein besonders geeigneter Lernort?
Der Bauernhof bietet als „unverfälschte Wirklichkeit“ die Chance, den Schülern theoretische Inhalte in den Dimensionen von Kopf, Herz und Hand unmittelbar erfahrbar zu machen.
Welche Rolle nimmt der Lehrer bei einem Unterrichtsgang ein?
Der Lehrer wandelt sich vom reinen Instrukteur zum „Hintergrundlehrer“ und Beobachter, der den Schülern Raum für eigenes Entdecken lässt und als Vermittler zwischen Experten und Klasse fungiert.
- Citation du texte
- Manuela Müller (Auteur), 2010, Außerschulisches Lernen im Geographieunterricht. Besuch eines landwirtschaftlichen Großbetriebs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161491