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Der Mythos des Parteienkartells. Eine Folge des Populismus von „Anti-Political Establishment Parties“ und „Anti-Parteien Parteien“?

Titel: Der Mythos des Parteienkartells. Eine Folge des Populismus von „Anti-Political Establishment Parties“ und „Anti-Parteien Parteien“?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 24 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Saltan Gindulin (Autor:in)

Politik - Politische Systeme allgemein und im Vergleich
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die neueren Befunde der Parteienforschung haben eins gemein, sie zeigen, dass die Parteienlandschaften der sogenannten „etablierten“ westlichen Demokratien oder besser „advanced post-industrial democracies“(Kitschelt: 2000.) in Europa einem wachsenden Veränderungsdruck unterliegen. Die Gründe hierfür sind zahlreich, sie umfassen den Wegfall alter Cleavage-Strukturen bedingt durch „den im Zeitverlauf variablen Grad an ökonomischer und sozio-kulturelle[] Homogenität als gesellschaftlichem Rahmen“ (Detterbeck/Renzsch: Parteienwettbewerb, S. 39.) , genauso wie die zunehmende Europäisierung, Globalisierung, Individualisierung der Gesellschaft und daraus folgenden oder koinzidenten Veränderungen des politischen Systems. Im Hinblick auf die Parteienforschung heißt dies zweierlei Dinge. Zum einen führen diese Veränderungen zum Aufkommen neuer Erklärungsmodelle und neuer Parteientypen bzw. Subtypen, welche wie auch in der Vergangenheit in der Praxis nicht immer trennscharf zu unterscheiden und mehr oder minder plausibel oder kontrovers sind. Zum anderen setzen diese Veränderungen auch die älteren Erklärungs- und Forschungsmodelle unter Druck, die hin und wieder Allgemeingültigkeit und teilweise Endgültigkeit für sich beansprucht haben. Fünfzig Jahre alte Zitate, wie das folgende, haben zwar noch immer Gültigkeit, aber sie erfassen einen Großteil der Veränderungen nicht:
„Heute haben politische Parteien die Funktion, die durch die fortschreitende Demokratisierung von Millionen von Menschen freigesetzten Aktivbürger zu politischen Handlungseinheiten zu organisieren. Sie sind sozusagen das unentbehrliche Werkzeug, um das sich selbst organisierende Volk politisch aktionsfähig zu machen“ (Leibholz, Gerhard: Zum Begriff und Wesen der Demokratie, (1956). Zitiert, weil Leibholz wohl die theoretische Grundlage für das zumindest in der Theorie, hier soll keine Position bezogen werden, mögliche Kartellisieren von Parteien gelegt hat. Vgl. hierzu auch Walter: 2010 das Kapitel „Leibholz und die Folgen“.).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Warum ist die Frage relevant, was und wem nutzt eine Antwort?

3. Aufbau der Arbeit

4. Populismus als „Kitt“ zwischen den drei Parteitypen

4.1. Wie passen die drei unterschiedlichen Parteitypen zusammen?

4.2. Anti-Political Establishment Parties (APE) und Anti-Parteien Partei (APP)

4.3. Fragerelevante Definitionsmerkmale der Cartel Party und die Argumentation der „Herausforderer“

5. Modellentwicklung

5.1. Das „Wähler-Wahrnehmungsmodell“

5.2. Ausbaufähigkeit des „Wähler-Wahrnehmungsmodells“

6. Ergebnisse, Thesen, Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob populistisch agierende Parteitypen wie die "Anti-Political Establishment Parties" und "Anti-Parteien Parteien" dazu beitragen, das Modell der "Cartel Party" bzw. den Mythos des Parteienkartells in der öffentlichen Wahrnehmung zu stützen. Ziel ist die Entwicklung eines Wähler-Wahrnehmungsmodells, um die diskursive Verbindung zwischen populistischen Herausforderern und dem etablierten Parteiensystem zu verstehen.

  • Populismus als strategisches Mittel im parteipolitischen Wettbewerb
  • Analyse des "Cartel Party"-Konzepts und dessen Kritik
  • Verhältnis zwischen Wählerwahrnehmung und Parteienverhalten
  • Die Rolle der Parteienfinanzierung als Argumentationsgrundlage für Herausforderer
  • Entwicklung und Ausbaufähigkeit eines Wähler-Wahrnehmungsmodells

Auszug aus dem Buch

4.3. Fragerelevante Definitionsmerkmale der Cartel Party und die Argumentation der „Herausforderer“

Hier sollen in erster Linie die Merkmale angeführt werden, welche der AEP und der APP als Basis für ihr Polemisieren gegen die etablierten Parteien bzw. das Establishment dienen. Im Konzept von Katz/Mair gibt es mehrere Merkmale, die auf eine Kartellisierung hinweisen oder diese definieren. Die Argumentation der APE- und AP Parteien stammt u.a. von Mudde22, viele populistische Thesen sind Kapitelüberschriften in Holtmann u.a. (2006). Katz/Mair stellen fest, dass die Parteien zunehmend Eigenintressen, welche sich um deren Selbsterhalt bewegen, entwickeln und sich kaum noch inhaltlich profilieren. Somit fehlen dem Wähler echte Alternativen:

”Voters can chose from `a fixed menu of political parties`, but cannot really change the menu, because `parties are partnership of professionals, not associations of, or for, the citizens” .23

Die Wählerstruktur der APE Partei und der APP fühlen genauso. Bei Holtmann u.a. findet sich hierzu Kapitel IV „… dass es nicht um die Menschen geht, sondern einzig und allein um Macht und Geld“ […]. Das Erhalten der Wählerstimmen, so die Unterstellung, sei das einzige und separat zu betrachtende Ziel der Parteien.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den zunehmenden Veränderungsdruck auf etablierte Parteien in westlichen Demokratien und die Entstehung neuer Parteientypen durch gesellschaftlichen Wandel.

2. Warum ist die Frage relevant, was und wem nutzt eine Antwort?: Erläutert die wissenschaftliche und gesellschaftliche Relevanz der Untersuchung von Parteientypen für die Parteien- und Parlamentsforschung.

3. Aufbau der Arbeit: Skizziert den methodischen Ansatz, die Literaturgrundlage und den zeitlichen Rahmen der Hausarbeit.

4. Populismus als „Kitt“ zwischen den drei Parteitypen: Analysiert, wie Populismus als Bindeglied zwischen APE, APP und dem Cartel Party-Modell fungiert und zur Argumentation gegen das Establishment dient.

5. Modellentwicklung: Stellt das neu entwickelte „Wähler-Wahrnehmungsmodell“ vor und diskutiert dessen Ausbaufähigkeit am Beispiel der Grünen.

6. Ergebnisse, Thesen, Fazit: Führt die zentralen Erkenntnisse zusammen und wagt einen prognostischen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Parteiensystem.

Schlüsselwörter

Populismus, Cartel Party, Parteienkartell, Anti-Political Establishment Parties, Anti-Parteien Partei, Wählerwahrnehmung, Parteienfinanzierung, Politische Kultur, Parteienforschung, Demokratie, Establishment, Postmaterialismus, Parteienwettbewerb.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen populistischen Parteien, dem Modell der „Cartel Party“ und der Wahrnehmung durch Wähler in der modernen Demokratie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Begriffe Populismus, Parteienkartell, Wählerdistanz, Parteienfinanzierung und der Wandel politischer Repräsentationsmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Entwicklung eines „Wähler-Wahrnehmungsmodells“, das erklärt, wie populistische Parteien das Bild eines Parteienkartells nutzen, um Wählerstimmen zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, verknüpft bestehende Konzepte der Parteienforschung (z.B. von Katz/Mair, Holtmann, Mudde) und führt diese zu einem neuen Wahrnehmungsmodell zusammen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Merkmale der APE- und APP-Parteien, ihre populistische Rhetorik sowie die theoretische Argumentation des „Parteienkartells“ als Mittel zur Mobilisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Populismus, Cartel Party, Wähler-Wahrnehmungsmodell, politische Etablierung und Demokratiekritik.

Wie gehen populistische Parteien mit dem „Parteienkartell“-Vorwurf um?

Sie nutzen den Vorwurf rhetorisch als strategisches Mittel, um sich als „Stimme des Volkes“ gegen ein als abgehoben wahrgenommenes Establishment zu positionieren.

Welche Rolle spielt die Parteienfinanzierung in der Argumentation?

Sie dient als prominenter Angriffspunkt, da die Abhängigkeit von staatlichen Subventionen als Beleg für eine Entfremdung der Parteien von den Bürgern und als Schutzmechanismus des Establishments gewertet wird.

Warum wird das Beispiel der Grünen angeführt?

Die Grünen dienen als Fallbeispiel für eine Partei, die sich von einer Anti-Parteien-Bewegung zu einer etablierten Kraft entwickelte und somit die Dynamik des „Kartells“ verdeutlicht.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Mythos des Parteienkartells. Eine Folge des Populismus von „Anti-Political Establishment Parties“ und „Anti-Parteien Parteien“?
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar: Neuere Befunde der vergleichenden Parteienforschung
Note
1,3
Autor
Saltan Gindulin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
24
Katalognummer
V161522
ISBN (eBook)
9783640755363
ISBN (Buch)
9783640756131
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schufen Parteitypen Establishment Parties“ Parteien“ Populismus Typus Party“ Mythos Parteienkartells Entwurf Wähler-Wahrnehmungsmodells Topic_Parteien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Saltan Gindulin (Autor:in), 2010, Der Mythos des Parteienkartells. Eine Folge des Populismus von „Anti-Political Establishment Parties“ und „Anti-Parteien Parteien“?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161522
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Leseprobe aus  24  Seiten
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