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Repräsentationen männlicher Abwertung in Schimpfwörtern

Title: Repräsentationen männlicher Abwertung in Schimpfwörtern

Seminar Paper , 2010 , 22 Pages , Grade: 2

Autor:in: Sandra Folie (Author)

Speech Science / Linguistics
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Summary Excerpt Details

Sprache ist, zumindest für den Großteil aller männlichen wie weiblichen Menschen, allgegenwärtig, immer da, sie steht ständig zur Verfügung, wenn man sie braucht; zwar womöglich nicht immer genau so wie gewollt, Versprecher, linguale Ausreißer etc. gehören dazu, aber sie ist doch konstant vorhanden, ohne dass lange gesucht werden müsste.

Was damit zum Ausdruck kommen soll ist, dass Sprache, obwohl sie gewissermaßen unser Denken ist und es in filtrierter Form auch wiedergibt, kein beliebter Gegenstand des Nachdenkens an sich ist. Sie wird zumeist als fertiges Objekt hingenommen, vergleichbar mit einem Stuhl oder Tisch, bei denen im Normalfall auch nicht lange nach der Herstellung gefragt wird, sondern die gefallen oder nicht, qualitativ hochwertig sind oder nicht etc. Ebenso gibt es innerhalb der Sprache schöne oder weniger schöne, prestigeträchtige oder weniger reputative Ausdrücke.

Aus sprachwissenschaftlicher Perspektive bietet es sich an, genau dort anzusetzen und zwischen offensichtlichen sprachlichen Hierarchien, die im Allgemeinen ohne Probleme akzeptiert werden, und deren Ursprung bzw. Erfindung Bezüge herzustellen. Aus feministisch bzw. postfeministisch linguistischer Perspektive können und müssen diese sprachlichen Hierarchien zusätzlich auf die Geschlechter und deren scheinbare Differenzen bezogen werden.

In dieser Arbeit hier greife ich auf die vorhin angesprochenen „Ausreißer“ oder „weniger schönen, reputativen Ausdrücke“ zurück, die, wie ich meine, angesichts ihres hohen emotio-nalen Authentizitätsgrades, da meist im Affekt geäußert, etwas mehr Aufmerksamkeit von Seiten der Linguistik verdient hätten. Es stehen folglich Schimpfwörter, genauer gesagt solche für bzw. gegen Männer, im Mittelpunkt. Obgleich es vielleicht interessanter wäre, sich die Schimpfwortbesetzung beider Geschlechter anzusehen, und somit Symmetrien wie Asymmetrien aufzuzeigen, konzentriere ich mich hier ausschließlich auf Repräsentationen männlicher Abwertung. Einerseits aus dem einfachen Grund, dass alles weitere den Umfang einer Proseminararbeit sprengen würde, andererseits auch um auf kürzestem Weg einer klaren Linie folgen zu können, die letztendlich zu einem ähnlichen, wenn auch weniger detaillierten und differenzierten Ergebnis führt wie ein Vergleich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärungen

2.1. Repräsentationen von Abwertung

2.1.1. Was heißt „Schimpfen“?

2.1.2. Was sind Schimpfwörter?

2.1.3. Wer oder was wird beschimpft?

2.2. Das Geschlecht von Abwertungen

2.2.1. Die Doppelrolle der Sprache

2.2.2. Die „Geschlechtscharaktere“

2.2.3. Schlussfolgerung

3. Umfrage

3.1. Verwendung der einzelnen Lexeme

3.1.1. Vorkommen

3.1.2. Geschlechtsneutralisierung

3.1.3. Kontroverse Beispiele

3.2. Kategorisierung der Lexeme

3.2.1. Fäkalbereich/Ekel

3.2.2. Sexualität

3.2.3. Tiernamen

3.2.4. Geistige Mängel

3.3. Semanalyse

3.3.1. Definition ‚Sem‘

3.3.2. Merkmalsmatrix

3.4. Wortfeldanalyse

3.4.1. Dummheit

3.4.2. Gemeinheit

3.4.3. Versagen/Unfähigkeit

3.4.4. Normabweichendes Sexualverhalten

3.4.5. Unsauberkeit

4. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Repräsentationen männlicher Abwertung im Deutschen aus einer postfeministisch-linguistischen Perspektive, um die sprachliche Konstruktion von Männlichkeit und deren Hierarchien zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich gesellschaftliche Geschlechtervorstellungen und Rollenstereotype in der Wahl und Anwendung von Schimpfwörtern gegen Männer widerspiegeln.

  • Analyse sprachlicher Abwertungsmechanismen und deren historische Fundierung.
  • Empirische Untersuchung des Schimpfwortgebrauchs bei Frauen und Männern.
  • Kategorisierung und Semanalyse relevanter Schimpfwörter.
  • Erforschung der geschlechtsspezifischen Wortfeldbesetzung.
  • Untersuchung des Einflusses von Geschlechtscharakteren auf sprachliche Normen.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Sprache ist, zumindest für den Großteil aller männlichen wie weiblichen Menschen, allgegenwärtig, immer da, sie steht ständig zur Verfügung, wenn frau/man sie braucht; zwar womöglich nicht immer genau so wie gewollt, Versprecher, linguale Ausreißer etc. gehören dazu, aber sie ist doch konstant vorhanden, ohne dass lange gesucht werden müsste. Was ich damit sagen will ist, dass Sprache, obwohl sie gewissermaßen unser Denken ist und es in filtrierter Form auch widergibt, kein beliebter Gegenstand des Nachdenkens an sich ist. Sie wird zumeist als fertiges Objekt hingenommen, vergleichbar mit einem Stuhl oder Tisch, bei denen im Normalfall auch nicht lange nach der Herstellung gefragt wird, sondern die gefallen oder nicht, qualitativ hochwertig sind oder nicht etc. Ebenso gibt es innerhalb der Sprache, deren Herkunft im Alltag kaum reflektiert wird, schöne oder weniger schöne, prestigeträchtige oder weniger reputative Ausdrücke.

Aus sprachwissenschaftlicher Perspektive bietet es sich an, genau dort anzusetzen und zwischen offensichtlichen sprachlichen Hierarchien, die im Allgemeinen ohne Probleme akzeptiert werden, und deren Ursprung bzw. Erfindung Bezüge herzustellen. Aus feministisch bzw. postfeministisch linguistischer Perspektive können und müssen diese sprachlichen Hierarchien zusätzlich auf die Geschlechter und deren scheinbare Differenzen bezogen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit von Sprache und führt in die postfeministisch-linguistische Perspektive ein, um die Untersuchung männlicher Abwertung zu begründen.

2. Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Konzepte wie Schimpfen und Beschimpfen sowie die theoretischen Hintergründe zu „Geschlechtscharakteren“ und deren sprachliche Konstruktion.

3. Umfrage: Hier wird die methodische Herangehensweise sowie die Auswertung der empirischen Umfrage zu Schimpfwörtern und deren semantischer Kategorisierung und Wortfeldanalyse detailliert dargestellt.

4. Conclusio: Die Schlussfolgerung resümiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die wechselseitige Beeinflussung von Sprache und gesellschaftlicher Wirklichkeit bei der Abwertung von Männern.

Schlüsselwörter

Schimpfwörter, männliche Abwertung, Linguistik, Geschlechtsrollenstereotype, Semanalyse, Wortfeldanalyse, Geschlechtscharaktere, Postfeminismus, Sprachbeherrschung, Pejorativa, Soziolinguistik, Schimpfwortgebrauch, Geschlechtsneutralisierung, männliche Sexualität, Identitätskonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung von Schimpfwörtern, die spezifisch zur Abwertung von Männern verwendet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die sprachliche Konstruktion von Männlichkeit, geschlechtsspezifische Rollenbilder und die Frage, wie diese durch Schimpfwörter aufrechterhalten oder reflektiert werden.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sprachliche Hierarchien und Abwertungen mit gesellschaftlichen Konstruktionen von Männlichkeit und Weiblichkeit verknüpft sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Die Autorin nutzt eine Kombination aus theoretischer Aufarbeitung (u.a. Begriffe der feministischen Linguistik) und einer empirischen Umfrage zur Lexemanalyse.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine empirische Umfrageauswertung, eine Kategorisierung der Schimpfwörter in Wortfelder (wie Dummheit oder Sexualität) und eine Semanalyse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind Schimpfwörter, männliche Abwertung, Geschlechtsrollenstereotype, Semanalyse und Sprachkonstruktion.

Warum ist die Abwertung männlicher Homosexualität ein zentraler Punkt der Umfrage?

Die Umfrage verdeutlicht, dass Begriffe wie „Schwuchtel“ von Männern häufig zur Abwertung benutzt werden, was auf tief verwurzelte heteronormative Erwartungen innerhalb der patriarchalen Gesellschaft hindeutet.

Welchen Einfluss haben historische „Geschlechtscharaktere“ auf die modernen Schimpfwörter?

Die Konzepte des 18. und 19. Jahrhunderts, die biologische Eigenschaften mit psychologischen Merkmalen verknüpften, bilden laut Arbeit das Fundament für heutige Zuschreibungen in der Sprache.

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Details

Title
Repräsentationen männlicher Abwertung in Schimpfwörtern
College
University of Vienna  (Germanistik)
Course
Proseminar Sprachgebrauch: Jedem hauptmann seine nebenfrau? – Postfeministische Definitionsmacht im Deutschen
Grade
2
Author
Sandra Folie (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V161527
ISBN (eBook)
9783640748969
ISBN (Book)
9783640749416
Language
German
Tags
Schimpfwörter feministische Sprachwissenschaft schimpfen feministische Linguistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Folie (Author), 2010, Repräsentationen männlicher Abwertung in Schimpfwörtern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161527
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