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Die Verwendung der Sprachen in der EU - rechtliche Grundlagen und praktische Anforderungen

Title: Die Verwendung der Sprachen in der EU - rechtliche Grundlagen und praktische Anforderungen

Scientific Essay , 2003 , 16 Pages

Autor:in: Dr. Gerald G. Sander (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties
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Weltweit nimmt im Zuge der Globalisierung die Dominanz der englischen Sprache als Verkehrssprache weiter zu. Im familiären und regionalen Umfeld behalten die übrigen Sprachen, von denen es weltweit ca. 6.700 – davon 1.200 standardisiert – gibt, ihre Bedeutung bei und wirken Identität stiftend. Internationale Organisationen müssen auf die nationale Souveränität und Kultur ihrer Mitgliedstaaten Rücksicht nehmen, wenn sie selbst besondere rechtliche Beziehungen zu den Bürgern ihrer Mitgliedstaaten begründen.
Den Sprachen der Mitgliedstaaten kommt im institutionellen System der Europäischen Union deshalb eine besondere Bedeutung zu. Sie sind für die tägliche Kommunikation der Politiker und Beamten in Europa notwendig, werfen jedoch auch erhebliche praktische Probleme bei ihrer Verwendung auf. Manche sprechen von einem babylonischen Sprachenwirrwarr in Brüssel, zu dem es aber keine Alternative zu geben scheint. Allgemein akzeptiert ist die Zugehörigkeit der Sprache zur nationalen Identität der Mitgliedstaaten, die von der Europäischen Union geachtet wird (vgl. Art. 6 Abs. 3 des EU-Vertrages, Art. 22 der Europäischen Charta der Grundrechte). Sie ermöglicht nicht nur Kommunikation, sondern ist darüber hinaus auch Kultur stiftend. Die Errichtung eines Sprachenregimes in der Gemeinschaft stellte deshalb seit ihren Anfängen in den fünfziger Jahren eine große Herausforderung für die EG/EU dar. Als Folge der Erweiterung der EU nach Osten und Süden im Jahr 2004 werden sich die Probleme bei der Verwendung der zahlreichen Sprachen in den Institutionen der EU noch weiter verschärfen.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

A. National- und Minderheitssprachen in Europa

B. Rechtliche Grundlage des EU-Sprachenregimes

I. Allgemeines

II. Sonderregime

III. Sonderstatus der österreichischen Sprache

C. Praktische Erfordernisse beim Umgang mit den Amtssprachen

D. Der Sprachendienst der EU

E. EU-Osterweiterung und die Sprachenfrage

Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtlichen Grundlagen sowie die praktischen Anforderungen an das Sprachenregime innerhalb der Europäischen Union. Dabei steht die Herausforderung im Fokus, die Gleichberechtigung der Sprachen als Ausdruck nationaler Identität mit der notwendigen Effizienz des institutionellen Verwaltungsbetriebs unter den Bedingungen der EU-Osterweiterung in Einklang zu bringen.

  • Rechtliche Verankerung des EU-Sprachenregimes und der Gleichberechtigung der Amtssprachen.
  • Status und Schutz von Regional- und Minderheitssprachen in der erweiterten EU.
  • Herausforderungen für den Sprachendienst und die Qualität der Übersetzungsprozesse.
  • Entwicklung und Dominanz von Arbeitssprachen im internen Dienstbetrieb der EU-Institutionen.
  • Auswirkungen der EU-Osterweiterung auf die Sprachpolitik und institutionelle Abläufe.

Auszug aus dem Buch

B. Rechtliche Grundlage des EU-Sprachenregimes

Art. 22 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union verankert die Achtung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt als einer der Grundsätze der EU. Aufgrund der besonderen Bedeutung der Sprache für die Identität ihrer Mitgliedstaaten gehen Art. 53 EUV, Art. 314 EGV sowie die EWG-Verordnung Nr. 1 zur Regelung der Sprachenfrage vom 15. April 1958 vom Grundsatz der Gleichberechtigung der Landessprachen aus. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass zwischen der Gemeinschaft/Union und den Bürgern der Mitgliedstaaten vielfältige unmittelbare Beziehungen bestehen, im Gegensatz zum staatlich-diplomatischen Verkehr in den klassischen internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen (UNO) und der Welthandelsorganisation (WTO), die bei ihrer Arbeit deshalb mit wesentlich weniger Amtssprachen auskommen können: Die UNO beschränkt sich beispielsweise auf Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch; die WTO arbeitet sogar nur mit Englisch, Französisch und Spanisch. Weil zahlreiche Rechtsakte der EG aber für die Bürger unmittelbar gelten (z.B. die Verordnungen), muss für sie das Recht in einer ihnen verständlichen Sprache abgefasst sein.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung der Sprache im Kontext der Globalisierung und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Institutionen der Europäischen Union.

A. National- und Minderheitssprachen in Europa: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Vielfalt der offiziellen Landessprachen sowie die Situation von Minderheitssprachen innerhalb der Mitgliedstaaten.

B. Rechtliche Grundlage des EU-Sprachenregimes: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen analysiert, die den Grundsatz der Gleichberechtigung der Sprachen in der EU festschreiben.

C. Praktische Erfordernisse beim Umgang mit den Amtssprachen: Das Kapitel befasst sich mit den logistischen und finanziellen Belastungen, die durch den hohen Bedarf an Übersetzungen und Dolmetschleistungen entstehen.

D. Der Sprachendienst der EU: Dieser Abschnitt beschreibt die Organisation, die Arbeitsweise und den Einsatz technischer Hilfsmittel innerhalb des Sprachendienstes der Europäischen Kommission.

E. EU-Osterweiterung und die Sprachenfrage: Das Kapitel erörtert die Konsequenzen der EU-Erweiterung auf die Anzahl der Sprachen und die damit verbundene Notwendigkeit, das Sprachenregime anzupassen.

Schlusswort: Das Schlusswort zieht eine Bilanz über die Unverzichtbarkeit des Sprachendienstes und den zukünftigen Bedarf an behutsamen Reformen unter Wahrung der kulturellen Identität.

Schlüsselwörter

Europäische Union, Sprachenregime, Amtssprachen, Arbeitssprachen, Minderheitssprachen, EU-Osterweiterung, Sprachenvielfalt, Rechtsakte, Übersetzung, Dolmetscher, Sprachendienst, Sprachenpolitik, Europarecht, nationale Identität, Mehrsprachigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die rechtliche Struktur und die praktischen Herausforderungen des mehrsprachigen Systems der Europäischen Union.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Mittelpunkt stehen die rechtlichen Grundlagen des Sprachenregimes, der Schutz von Minderheitssprachen, die Kapazitäten des Sprachendienstes und die Auswirkungen der EU-Osterweiterung auf die Arbeitssprachen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Spannungsfeld zwischen dem Anspruch auf sprachliche Gleichberechtigung aller Mitgliedstaaten und der notwendigen Effizienz in der Verwaltung der EU-Institutionen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche und politikwissenschaftliche Analyse, die primärrechtliche Dokumente, Verordnungen und Berichte zur EU-Sprachenpolitik auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung rechtlicher Grundlagen, der spezifischen Situation von Minderheitssprachen, der operativen Arbeit des Sprachendienstes sowie der prozessualen Anpassungen infolge der Osterweiterung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Wesentliche Begriffe sind Mehrsprachigkeit, Amtssprachenregelung, EU-Osterweiterung, Sprachenvielfalt und die institutionelle Kommunikation der EU.

Welchen Sonderstatus genießt das österreichische Deutsch innerhalb der EU?

Das österreichische Deutsch ist als eigene Varietät anerkannt, wobei spezifische österreichische Begriffe in Rechtsdokumenten mit den entsprechenden deutschen Begriffen gleichgestellt wurden.

Warum wird im internen Dienstbetrieb der EU oft nur eine begrenzte Anzahl an Sprachen verwendet?

Aus Gründen der Praktikabilität, Effizienz und begrenzter finanzieller sowie personeller Kapazitäten beschränkt sich die interne Verwaltung der Kommission oft auf wenige Arbeitssprachen wie Englisch, Französisch und Deutsch.

Welche Rolle spielt die EU-Osterweiterung für die Zukunft des Sprachenregimes?

Die Osterweiterung führt zu einer signifikanten Erhöhung der Anzahl der Amtssprachen, was den Sprachendienst an Kapazitätsgrenzen bringt und eine verstärkte Dominanz des Englischen als Verwaltungssprache befürchten lässt.

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Details

Title
Die Verwendung der Sprachen in der EU - rechtliche Grundlagen und praktische Anforderungen
College
University of Hohenheim  (Institut für Rechtswissenschaft)
Course
Vortrag an der Univ. Budweis
Author
Dr. Gerald G. Sander (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V16153
ISBN (eBook)
9783638210812
Language
German
Tags
Verwendung Sprachen Grundlagen Anforderungen Vortrag Univ Budweis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Gerald G. Sander (Author), 2003, Die Verwendung der Sprachen in der EU - rechtliche Grundlagen und praktische Anforderungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16153
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