Die Kuba-Krise 1962 - "Nah' am Ende der Welt?"


Examensarbeit, 2008

64 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Determinanten für Chruschtschows Raketenplan
2.1 Die Furcht vor einer bevorstehenden Invasion Kubas
2.2 Die Verbesserung der strategischen Position der UdSSR
2.3 Das sozialistisch-sowjetische Ansehen
2.4 Chruschtschows Psyche und Charakter

3. Operation Anadyr - Chruschtschows Raketenplan wird Wirklichkeit
3.1 Die Tarnung der Operation
3.2 „The gravest issues would arise“
3.3 Vorsätzliche Täuschung als Erfolgsgarant
3.4 Taktische Atomraketen als Erfolgsgarant
3.5 Die Tarnung der Operation Anadyr fliegt auf

4. Der Beginn der Kuba-Krise

5. Kennedys Krisenmanagement
5.1 Die Gründung des ExComm
5.1.1 Die Optionen der ExComm
5.1.2 Die Entscheidung der ExComm
5.2 Die Verkündung der Seeblockade

6. Chruschtschows Krisenmanagement
6.1 Die Optionen der Kremlführung
6.2 Die Entscheidung der Kremlführung
6.3 Aufatmen im Kreml
6.4 Harte Worte und besänftigende Gesten Chruschtschows

7. „Nah’ am Ende der Welt?” - Faktoren und kritische Momente, die eine nukleare Eskalation der Kuba-Krise hätten bedeuten könnten
7.1 Der Faktor der nuklearen Gefechtsfeldwaffen
7.2 Der Faktor der U-Boote
7.3 Der Faktor Fidel Castro
7.4 Der Moment des U2-Abschusses
7.5 Der Faktor der bellizistischen Militärs

8. Das Ende der Kuba-Krise

9. Resümee

10. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Kuba-Krise liegt nunmehr über 45 Jahre zurück - und doch erfreut sie sich anhaltender Aufmerksamkeit und einer nahezu ungebrochenen Anzie- hungskraft auf Historiker, Politologen, Journalisten sowie auch auf die breite Öffentlichkeit. Die spannungsgeladenen Tage der Kuba-Krise im Oktober 1962 sind Gegenstand unzähliger Bücher, Fachpublikationen, Zeitungsartikel, von Seminaren an Universitäten und Fachtagungen, TV-Dokumentationen und schließlich gar zahlreicher Hollywood-Spielfilme. Eine Rezession des umfassenden Interesses an der Thematik der Kuba-Krise ist unter anderem deswegen nicht absehbar, da seit Anfang der 90er Jahre im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion bis dato unveröffentlichte Dokumente der Geschichtswissen- schaft sukzessive zur Verfügung gestellt werden, die neue aufschlussreiche Einblicke in die Prozesse der Entscheidungsfindung und zu fragwürdigen oder gar unbekannten Aspekten der Krise bieten. Die schrittweise Öffnung russi- scher Archive und Publikation geheimer Regierungsdokumente ermöglicht es, Sichtweise, Ziele und Taktik der Kremlführung mehr auf Basis evidenter Quellen, denn im Zuge von Interpretationen und Spekulationen zu deuten. Insbesondere die virtuellen Archive des Cold War International History Pro- ject1, des Kremlin Decison-Making Project2 und auch des National Security Archive3 bieten informative Einblicke in das Krisenmanagement der UdSSR, aber auch in Sicht- und Handlungsweisen der US-Regierung. Von mindestens ebenso großer Bedeutung sind die aktuellen Werke russischer Autoren wie Fursenko4 und Zubok5, denen ein exklusiver Zugang zu streng geheimen, zum Teil unveröffentlichten sowjetischen Dokumenten vonseiten der russischen Regierung eingeräumt wurde. John F. Kennedys geheime Mitschnitte der ExComm-Beratungen6 stellen eine nahezu singuläre historische Quelle dar und bieten ergänzend zu reinen Informationen faszinierende Einblicke in den Diskussionsverlauf des US-Krisenstabes und zu Sichtweisen und Emotionen einzelner Personen. Trotz der Vielzahl bereits veröffentlichter Dokumente zu der Kuba-Krise darf angenommen werden, dass auch in den nächsten Jahren sukzessive weitere Quellen, insbesondere von Seiten russischer und wohl auch kubanischer Staatsarchive, deklassifiziert werden. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung des neuen, zur Verfügung stehenden russischen Quellenmaterials erscheinen einige Aspekte der Kuba-Krise in einem anderen Licht, wodurch eine erneute Auseinandersetzung mit dieser Thematik als aufschlussreich und angemessen erachtet wird.

Die Kuba-Krise begann augenscheinlich mit der Fernsehansprache „von höchster nationaler Dringlichkeit“7 des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy am 22. Oktober 1962, infolge derer die Weltöffentlichkeit mit der Tatsache konfrontiert wurde, dass die Sowjetunion insgeheim offensive Rake- tenbasen auf der Karibikinsel Kuba errichtet hatte. Dass es sich hierbei nicht etwa bloß um eine Vermutung, sondern um ein, wie es Kennedy ausdrückte, „(…) durch unwiderlegbare Beweise geschaffenes Faktum“8 handelte, belegt die legendäre Aufnahme eines amerikanischen U2-Aufklärungsflugzeuges vom 14. Oktober 1962, die eindeutig die Stationierung sowjetischer SS-4 Mittelstreckenraketen, die mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden konn- ten und eine Reichweite von knapp 2000 Kilometer besaßen, bei San Cristobál im Westen Kubas erkennen ließ:9

Um zu verhindern, dass der forcierte Ausbau der Karibikinsel zu einer sowje- tischen Militärbasis weiter vorangetrieben werden konnte, kündigte Kennedy die Errichtung einer Seeblockade gegen Kuba für den 24. Oktober an. Zugleich wurde die Alarmstufe DefCon 3 für das gesamte US-Militär ange- ordnet.10 Mit Atomraketen bestückte Polaris U-Boote wurden in Nähe der sowjetischen Küstenstreifen positioniert, und mit atomaren Sprengköpfen bestückte B-52 Bomber befanden sich fortan ständig einsatzbereit in der Luft. Im Gegensatz zu den USA traf die Sowjetunion im Allgemeinen eher verhal- tene militärische Maßnahmen und versetzte die Truppen des Warschauer Paktes sowie die Kontingente auf Kuba lediglich in erhöhte Alarmbereit- schaft. Für den Fall, dass von Kuba aus eine Atomrakete gestartet werden würde, hatte Präsident Kennedy „(…) einen massiven Vergeltungsschlag gegen die Sowjetunion“11 angekündigt und somit die Bereitschaft zu einem Atomkrieg als Ultima Ratio ausgesprochen. Bei einer befürchteten und de facto auch erwogenen amerikanischen Invasion Kubas vor dem 22. Oktober, wären die sowjetischen Truppenkontingente auf Befehl ihrer Kommandeure berechtigt gewesen, ihre taktischen Atomraketen zur Abwehr einzusetzen.12 Der russische Armeegeneral Anatoli Gribkow fasste in einem Interview die gesamte Dramaturgie während der Kuba-Krise plakativ zusammen: „Die Nukleare Katastrophe hing an einem seidenen Faden … wir zählten nicht die Tage, sondern die Minuten.“13

Das erklärte Ziel dieser Arbeit ist es, nachzuweisen, dass die Gefahr einer amerikanisch-sowjetischen Eskalation bis hin zu einem thermonuklearen Krieg mit ungewissen Konsequenzen für die gesamte Menschheit tatsächlich gegeben war und nicht bloß auf subjektive Empfindungen, persönliche Ängste oder mediale Hysterie zurückzuführen war. Hierfür werden nicht ausschließ- lich, doch insbesondere die neueren sowjetische Quellen herangezogenen, die verdeutlichen, dass eine nukleare Eskalation, bedingt durch unfallartige Ent- wicklungen, militärische Eigenmächtigkeiten oder gar wohlüberlegte politische Entscheidungsfindung, drohte. Der Verlauf der Kuba-Krise (Kapitel 4 und 8) stellt nicht das eigentliche Erkenntnisinteresse dieser Arbeit dar und wird deswegen nur in seinen Grundzügen geschildert. Als besonders auf- schlussreich wird die Frage nach den Motiven Chruschtschows für eine Stati- onierung nuklearer Mittelstreckenraketen auf der Karibikinsel (Kapitel 2) erachtet, da bereits diese Entscheidung kausal den Weg in die Kuba-Krise wies. Nur wenn man versteht, was den Kremlführer zu dieser wohl spektaku- lärsten Entscheidung seiner Amtszeit veranlasst hatte, kann man die Ursachen und den Kontext der Kuba-Krise korrekt deuten und historisch einordnen. Darüber hinaus dient das Wissen über die Motivation des Kremlführers einem besseren Verständnis des sowjetischen Krisemanagements während der Krise und lässt die Entscheidungsfindung nachvollziehbarer werden. Ebenso infor- mativ ist es, die Umsetzung Chruschtschows Raketenplans im Rahmen der Operation Anadyr (Kapitel 3), näher zu betrachten. So wird ersichtlich, dass bereits in der strategischen Konzeption die Gefahr einer nuklearen Konfronta- tion billigend in Kauf genommen wurde und wie gefangen Chruschtschow von seinem viel versprechenden Plan war. Nachdem die USA die Mittelstre- ckenraketen entdeckt hatten und die Krise somit auch für die Weltöffentlich- keit sichtbar wurde, verdeutlicht sowohl das amerikanische (Kapitel 5), als auch das sowjetische Krisenmanagement (Kapitel 6), dass es zum Teil ernst- hafte Tendenzen für eine militärische Auseinandersetzung mit der immanen- ten Gefahr einer nuklearen Eskalation gab. Aus der Retrospektive betrachtet, kann zweifelsfrei behauptet werden, dass die Welt niemals so nah vor der Möglichkeit eines 3. Weltkriegs und dem inhärenten Einsatz thermonuklearer Waffen stand, wie in jenen spannungsgeladenen Tagen im Oktober 1962. Mit dem Satz: „Nah’ am Ende der Welt“14 rekapitulierte Sergej Chruschtschow einmal die gesamte weltpolitische Brisanz und Explosivität der Kuba-Krise, die anhand mehrerer höchstkritischer Momente und anhand einzelner bedroh- licher Faktoren (Kapitel 7) nachvollzogen werden kann. Das Resümee soll abschließend unter Berücksichtigung der zuvor analysierten Quellen und Fakten eine möglichst objektive Antwort auf die Frage der Wahrscheinlichkeit einer nuklearen Eskalation während der Kuba-Krise geben (Kapitel 9).15

2. „Why not throw a hedgehog at Uncle Sam’s pants?” - Determinanten für Chruschtschows Raketenplan

Im Mai 1962, während eines Aufenthaltes in Bulgarien, fasste Chruschtschow erstmals den Gedanken, nukleare Mittelstreckenraketen auf der Karibikinsel Kuba zu stationieren, um so vordergründig den neu gewonnenen sozialisti- schen Verbündteten vor einer befürchteten und de facto auch als wahrschein- lich geltenden, erneuten Invasion zu schützen. „Während meines Besuches in Bulgarien kam mir der Gedanke, auf Kuba Raketen mit nuklearen Sprengköp- fen zu installieren und ihre Anwesenheit dort vor den Vereinigten Staaten so lange geheim zu halten, bis es für sie zu spät war, irgendetwas dagegen zu unternehmen.“16 Hiermit übereinstimmend berichtet Sergej Chruschtschow, dass sein Vater ihn erstmals im Mai 1962, nach einem Staatsbesuch in Bulga- rien, von seiner waghalsigen Entscheidung, Nuklearwaffen auf Kuba zu stati- onieren, unterrichtet hatte.17 Doch welche Motive und welche Determinanten hatten Nikita Chruschtschow zu dieser wohl spektakulärsten Entscheidung seiner gesamten Regierungszeit verführt? Rechtfertigten seine Motive alle inhärenten möglichen Konsequenzen und schwer kalkulierbaren Risiken des Beschlusses, erstmals in der Geschichte der Sowjetunion außerhalb der Staatsgrenze Atomraketen zu stationieren? John F. Kennedy lässt sich - stellvertretend für die zeitgenössische Perzeption - bezüglich der Motive Chruschtschows mit den Worten zitieren: „Es ist ein gottverdammtes Rätsel für mich.“18 Im Folgenden soll Chruschtschows rätselhafter Entschluss für eine Raketenstationierung auf Kuba näher betrachtet und die entscheidenden Determinanten analysiert werden. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass sicher- lich nur die Summe aller folgenden einzelnen Motive Chruschtschows Moti- vation bedingte.

2.1 Die Furcht vor einer bevorstehenden Invasion Kubas

„Unser Ziel war es lediglich, Kuba zu verteidigen. Wir alle sahen, wie die amerikanischen Imperialisten die Messer schärften und Kuba mit einem massierten Angriff bedrohten.“19 Obwohl diese Aussage Chruschtschows aus einer Sitzung des Zentralkomitees am 12.12.1962 stammt und daher per se mit aller nötigen kritischen Distanz betrachtet werden sollte, kann sie keineswegs als abwegige Rechtfertigung bewertet werden. Sicherlich beinhaltet sie auch den Versuch, den Raketenplan nachträglich zu legitimieren und ihn als erfor- derliche Reaktion zu kontextualisieren. Dennoch muss die Furcht vor einer erneuten Invasion und die Verteidigung Kubas als das zentrale Motiv für Chruschtschows Entschluss, nukleare Mittelstreckenraketen nebst umfangrei- cher konventionell-militärischer Unterstützung nach Kuba zu liefern, angese- hen werden. Eine Verteidigung des neu gewonnenen sozialistischen Verbün- deten mit rein konventionellen Waffengattungen erschien unter strategischen Aspekten aufgrund der geographischen Lage der Karibikinsel ausgeschlossen. Die Entfernung zwischen den USA und Kuba beträgt knapp 150 km, gegen- über fast 10.000 km zwischen Moskau und Havanna, die schon alleine ein logistisch unüberwindliches Hindernis für Russlands Streitkräfte darstellten. „Die logische Antwort waren Raketen“20, da diese relativ transportabel waren und bereits in geringer Anzahl aufgrund ihres verheerenden Vernichtungspo- tentials ein adäquates Abschreckungsmittel in den Gedankenspielen des Kremlführers repräsentierten.

Chruschtschows Furcht vor einer erneuten Invasion Kubas war nach der miss- lungenen, von der CIA schlecht geplanten und koordinierten Landung von circa 1.500 Exilkubanern in der Schweinebucht im April 1961, keineswegs aus der Luft gegriffen oder übertrieben. Viel eher deuteten seit geraumer Zeit alle Signale daraufhin, dass der Karibikinsel ein erneuter Einmarsch bevor- stand - sei es wiederum mit indirekter, oder diesmal unter direkter Beteiligung des US-Militärs: Chruschtschow ging völlig zu Recht davon aus, „(…) dass es töricht sei zu erwarten, die unausweichliche zweite Invasion würde ebenso schlecht geplant sein und ebenso schlecht ausgeführt werden, wie die erste.“21 Das Schweinebucht-Debakel resultierte in einem Prestigeverlust und einer Art politischen Schandfleck der ersten Amtstage des neu gewählten Präsidenten Kennedy, den er unbedingt zu beseitigen versuchte. Die ersten Anzeichen offensichtlicher, gegen Fidel Castro gerichteter US-Aktivitäten verdichteten sich bereits ab Oktober 1961 im Rahmen der Operation Mongoose, die das ultimative Ziel eines Regierungsumsturzes in Kuba verfolgte und hierzu ver- schiedene subversive Operationen von Spionage über Sabotageakte bis hin zu dubiosen Mordplänen unter Beteiligung der Mafia entwickelte und durchführ- te. Im Januar 1961 bezeichnete Kennedy in einem Gespräch mit Aleksej Adschubej, der Stiefsohn des Kremlführers, Kuba als Bestandteil der ameri- kanischen Einflusssphäre und setzte eine mögliche Intervention in Analogie zum (tolerierten) Einmarsch russischer Streitkräfte in Ungarn im Jahr 1956. „Kuba mit Ungarn zu vergleichen war der wohl provokativste Weg, den Ken- nedy wählen konnte, um seine Entschlossenheit zu unterstreichen, eine un- liebsame Regierung innerhalb seiner Einflusssphäre zu entfernen.“22 Auf Chruschtschow hinterließ der Report Adschubejs den Eindruck einer bevor- stehenden Invasion Kubas unter direkter Beteiligung amerikanischer Trup- penkontingente.23 Einen Monat später wurde dieser Eindruck weiter verstärkt durch einen Report des KGB-Chefs Semichastni, der davor warnte, dass „Militärspezialisten der USA einen Operationsplan gegen Kuba revidiert haben, der unterstützt wird von Präsident Kennedy.“24 In der Tat hatte Kenne- dy führende Militärs im Februar angewiesen, die schon bestehenden Angriffs- pläne Oplan 314 und 316 für den Fall zu revidieren, dass auf Kuba eine Ge- genrevolution ausbreche oder aber Castro den USA einen geeigneten Vor- wand für eine militärische Intervention biete, die sodann ohne lange Vorlauf- zeiten erfolgen könne. Chruschtschow und das Präsidium wurden durch den KGB ziemlich detailliert von diesen Invasionsplänen in Kenntnis gesetzt, deren politische Relevanz in der direkten Unterstützung des amerikanischen Präsidenten lag. Die intersubjektiv nachvollziehbare Annahme einer bevorste- henden Invasion Kubas wurde durch zahlreiche Manöver und Übungen der amerikanischen Streitkräfte in der Karibik weiter forciert. Zuletzt wurde Anfang April 1962 im Rahmen der groß angelegten Übung Lantphibex-62 eine maritime und amphibische Operation von circa 40.000 Soldaten durchge- führt, die ganz offensichtlich die Invasion einer Insel simulierten.

All diese Anzeichen und Hinweise kulminierten auf russischer Seite zu der zwangsläufigen, durchaus nachvollziehbaren Annahme, dass eine amerikani- sche Intervention auf Kuba in nächster Zeit erfolgen werde. Chruschtschows Furcht vor einer bevorstehenden zweiten Invasion Kubas ist somit größtenteils als Folge der aggressiven Kubapolitik der USA seit 1961 zu bewerten. Der damalige Verteidigungsminister Robert McNamara konstatierte 1989 rückbli- ckend in aller Deutlichkeit: „Wenn ich damals ein kubanischer Führer gewe- sen wäre, so hätte ich auch eine U.S. Invasion erwartet.“25

2.2 Die Verbesserung der strategischen Position der UdSSR

1961 war die UdSSR im atomaren Rüstungswettlauf von den Vereinigten Staaten zweifelsfrei überrundet worden und musste einem nur schwer aufhol- baren Vorsprung hinterherlaufen. Wenige Jahre zuvor herrschte in US- Regierungskreisen noch der fatale Trugschluss vor, man befinde sich rüs- tungstechnisch auf Augenhöhe mit der Sowjetunion oder sei sogar ins nuklea- re Hintertreffen geraten. 1961 entschloss sich die mittlerweile durch unum- stößliche Fakten eines Besseren belehrte Administration Kennedys, ihre zuvor häufig zitierte Theorie des Missile Gap endgültig und öffentlich als Trug- schluss zu deklarieren.26 In einem lancierten Statement des stellvertretenden Verteidigungsministers Roswell Gilpatric ließ die USA die gesamte Welt über ihren uneinholbaren Vorsprung im atomaren Rüstungswettlauf und ihr kon- kurrenzloses Nuklearpotential informieren: „Unsere Nation verfügt über derart todbringende Mittel für einen Vergeltungsschlag, dass ein Angriff des Feindes einem Selbstmord gleichkäme.“27 Raymond Garthoff beziffert unter Berücksichtigung der Unzuverlässigkeit russischer Raketensysteme die nukle- arstrategische Überlegenheit der Vereinigten Staaten gar auf 17 zu 1.28 Und tatsächlich würde die USA selbst nach einem atomaren Erstschlag über ein dennoch größeres verbliebenes Zweitschlagpotential verfügen und besäße generell klare Vorteile bei dem Verhältnis strategischer Nuklearwaffen, wie auch die folgende Tabelle des russischen Obersts und Militärhistorikers Mi- chail Ljoschin verdeutlicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten29 30 31

Waffen, die potentiell das Gebiet des Kontrahenten erreichen konnten. Auf die Frage nach der sowjetischen Motivation, Mittelstreckenraketen 150 km vor der amerikanischen Küste zu stationieren, mutmaßte der US-Generalstabschef Taylor in der ersten ExComm Sitzung „(…) deren eher fehlerhaftes ICBM [Interkontinentalraketen] System.“32 und der aus diesem Bewusstsein resultie- renden Unzufriedenheit. Von einem technischen, aber auch zweifelsfrei einem finanziellen Gesichtspunkt aus betrachtet, stellten sowjetische Mittelstrecken- raketen in Kuba eine preiswerte Alternative zu sowjetischen Interkontinental- raketen dar. In seinen Memoiren konstatierte Chruschtschow bezüglich seiner Motive für den Raketenplan: „Abgesehen davon, dass sie Kuba geschützt hätten, würden unsere Raketen das hergestellt haben, was der Westen gern das ’Gleichgewicht der Kräfte’ nennt.“33 Führt man die Verbesserung der militär- strategischen Position als Erklärungsansatz für Chruschtschows Entschluss zur Errichtung von Raketenbasen auf der Karibikinsel an, so ist die sich dar- aus ergebende allgemeine Stärkung der sowjetischen politischen Verhand- lungsposition unbedingt auch zu nennen. Denn in Zeiten des Kalten Krieges und der inhärenten typischen Denkmuster bedeutete ein umfassendes Nukle- ararsenal ein effektives Abschreckungsmittel und somit letztlich auch poli- tisch-diplomatische Macht sowie größere Verhandlungsspielräume.

2.3 Das sozialistisch-sowjetische Ansehen

Chruschtschows Entscheidung, atomare Raketen auf Kuba zu positionieren, ist sicherlich nicht auf reinen Altruismus oder bloß bilaterale Interessenfelder zurückzuführen, sondern kann nur in dem weiteren Rahmen der gesamten sowjetischen Politikkonzeption und ihrer Verflechtungen und Bedingungsfak- toren zutreffend verstanden und analysiert werden. Die Vormachtstellung und der sowjetische Führungsanspruch innerhalb des sozialistischen Lagers wur- den bereits seit 1958 verstärkt von Mao Tse-tung und der kommunistischen Partei Chinas angefochten. Neben persönlichen und ideologischen Differen- zen kritisierte China in erster Linie Chruschtschows Konzeption der friedvol- len Koexistenz mit imperialistisch-kapitalistischen Staaten und forcierte statt- dessen einen gewaltsamen Umsturz imperialistischer Regierungen. Weitreichende Bedeutung beinhaltete der mehrmals geäußerte Vorwurf, dass Moskau aufgrund seiner relativ restriktiven und defensiven Politik das ultimative Ziel einer kommunistischen Weltrevolution bremse oder gar verhindere. „Chruschtschows Entscheidung, Raketen auf Kuba zu installieren, wurzelte sicherlich auch in seinem Verlangen, die zunehmend heftiger werdende Kritik an seiner Führerschaft der kommunistischen Welt vonseiten Chinas zu wider- legen.“34 In diesem Kontext war die Verteidigung der kubanischen Revolution vor einer imperialistischen Invasion von besonderer Signifikanz und bot für Chruschtschow eine gute Möglichkeit, den sowjetischen Führungsanspruch zu festigen und die chinesische Kritik als unberechtigt verstummen zu lassen. Chruschtschow war sich darüber hinaus der Tatsache bewusst, dass der sino- sowjetische Konflikt auch erhebliche Auswirkungen auf die kubanisch- sowjetischen Beziehungen haben konnte: Nachdem sich Fidel Castro im Dezember 1961 öffentlich zu der Lehre des Kommunismus bekannt hatte, blieb dennoch die Frage unbeantwortet, welcher kommunistischen Doktrin er sich verpflichtet fühlen würde. Chruschtschows friedvoller Koexistenz oder Maos radikalerem Revolutionskonzept? Anibal Escalante, der ehemalige, von Fidel Castro im März 1962 demontierte Führer der kommunistischen Partei Kubas und Protagonist der friedvollen Koexistenz, berichtete in Moskau, dass der chinesische Einfluss und Maos politische Linie in der revolutionären Elite Kubas zunehmend an Sympathie gewonnen hätte.35 Dieser Bericht schürte sowjetische Ängste, die kubanische Regierung könne unter dem Einfluss des radikal-revolutionären Guevara der chinesischen Definition von Kommunis- mus folgen oder aber Castro könne gar eine unabhängige Position gegenüber Moskau einnehmen wie etwa Jugoslawien.36 Um dieser besorgniserregenden Tendenz entgegenzuwirken, entschloss sich Chruschtschow, auf die kubani- schen Hilfegesuche und bereits öfter vorgetragenen Ängste einer erneuten Invasion zu reagieren. Im April leistete die Kremlführung endlich der kubani- schen Bitte nach militärischer Unterstützung Folge und lieferte Flugabwehrra- keten, Mittelstreckenbomber, Marschflugkörper und russische Militärberater zur Verteidigung der kubanischen Revolution. Doch erschienen Chruschtschow diese konventionell-militärischen Aufrüstungen nicht als zufrieden stellender Sicherheitsfaktor für die Respektierung der territorialen Integrität des sozialistischen Kubas, dessen Schicksal nunmehr eng mit dem sowjeti- schen Ansehen und seiner eigenen Führungsposition verknüpft war. „Ich wusste, es wäre ein schrecklicher Schlag für den Marxismus-Leninismus gewesen. In der ganzen Welt, vor allem aber in Lateinamerika, hätte unser Ansehen eine schwere Einbuße erlitten.“37 Die Möglichkeit eines Verlustes des neu gewonnenen sozialistischen Bruderstaates und damit einhergehend der politischen Reputation der Sowjetunion, sind also als eine weitere Deter- minante für Chruschtschows Raketenplan anzusehen. „Er war der Führer einer Weltmacht, und wenn er seine Alliierten nicht verteidigte, verlor er sein Ge- sicht.“38 Insbesondere in dem gesamten lateinamerikanischen Raum konnte Kuba für die Sowjetunion und die kommunistische Weltrevolution als eine Art praktisches Exempel für die sozialistische Revolution dienen. Daraus resultierten nicht abwegige Hoffnungen auf die Ausbreitung des Kommunis- mus und Imitation der kubanischen (Vorbild) Revolution in der südlichen Hälfte Amerikas. Vor dem Hintergrund der angestrebten kommunistischen Weltrevolution gelangt Zubok zu folgendem Schluss: „Der Glaube an den ultimativen Sieg des Kommunismus und der Wunsch diesen Sieg schnell herbeizuführen sind immer als Faktoren in Chruschtschows Motivation und Verhalten anzusehen.“39

Durch die risikoreiche Entscheidung, atomare Raketen auf Kuba zu installie- ren, konnte Chruschtschow beweisen, wie ernsthaft und radikal seine Unter- stützung der kubanischen Revolution ausfällt und somit Havanna enger an Moskau binden, die chinesische Kritik verstummen lassen und durch all die demonstrierte Härte und Entschlossenheit generell den sowjetischen Füh- rungsanspruch innerhalb des kommunistischen Lagers festigen.

2.4 „The game is still worth playing. “ - Chruschtschows Psyche und Cha- rakter

40 Die zuvor analysierten Aspekte der (Kapitel 2.1) Verteidigung Kubas vor einer befürchteten amerikanischen Invasion, (Kapitel 2.2) die Verschiebung des nuklear-strategischen Verhältnisses und (Kapitel 2.3) der sowjetische Weltmacht- und Führungsanspruch sind die Nahe liegenden, der direkten Beobachtung und Forschung zugänglichen Determinanten für Chruschtschows Raketenplan. Neben diesen offensichtlichen Antriebsfedern kann ein Blick in die Psyche und in die bestimmenden Charaktereigenschaften Chruschtschows aufschlussreiche Erkenntnisse für seine Motivation zur geplanten Raketensta- tionierung auf Kuba liefern. Hierbei sind insbesondere die gewissermaßen irrationalen Determinanten, die in seiner individuellen Persönlichkeitsstruktur und seiner Sozialisation begründet liegen, von großem Interesse. Von einem nüchtern-objektiven Standpunkt aus betrachtet ergeben irrationale Aspekte der Entscheidungsfindung keinen sachlogischen Aufschluss; und doch beeinflus- sen sie menschliche Entscheidungen - sei es bewusst oder unbewusst - in nicht unerheblichem Maße. Insofern gilt es bei der Frage nach den Motiven für Chruschtschows Raketenplan neben der historisch-analytischen Perspekti- ve auch seine persönlichen Denkmuster und seine Psyche als Bestimmungs- faktoren zu berücksichtigen. Dies gilt umso mehr für das hier verfolgte Er- kenntnisinteresse, da der Kremlführer zweifelsfrei als ein überaus emotionaler und temperamentvoller Charakter beschrieben werden kann.41 Sein Außenmi- nister Andrej Gromyko konstatierte einmal zurückblickend - wohl ohne groß- artig übertrieben zu haben: „Chruschtschow besaß genug Emotionen für 10 Leute - mindestens!“42

So fasste Chruschtschow in seiner ganzen Emotionalität das lancierte State- ment des stellvertretenden Verteidigungsministers Gilpatric (vgl. Kapitel 2.2) als eine Art persönlichen Affront auf. Es war weniger die ihm ebenso bekann- te Tatsache, dass die USA de facto eine nukleare Übermacht besaß, die für ihn den Anlass zum Ärgernis bot. Viel eher war es für Chruschtschow die Tatsa- che, dass seine Position und die der UdSSR öffentlich hinterfragt wurde und er sich dadurch gedemütigt fühlte. Der Kremlführer hatte bis dato gerne die Illusion einer Nuklearmacht projiziert und diese als Zeichen der Stärke und als Abschreckungsmittel instrumentalisiert - nun aber erschien er vor den Augen der Weltöffentlichkeit als unglaubwürdig und bloßgestellt. Mao Tse-Tungs unverhohlene Kritik an einer generell zu defensiven, konfliktscheuenden sowjetischen Politik wurde darüber hinaus von Chruschtschow ebenso als anmaßend und provozierend aufgefasst. Sein durch diese Demütigungen verletzter Stolz beeinflusste sicherlich zu einem gewissen Grad seine Ent- scheidung für den abenteuerlichen Raketenplan, der in seinen Gedankengän- gen persönliche Glaubwürdigkeit und Reputation wiederherzustellen ver- mochte. Auch in Chruschtschows Memoiren finden sich Hinweise für sein getrübtes Wertgefühl und sein cholerisches Temperament: Die amerikani- schen Jupiter-Raketen, die in der Türkei und Italien positioniert worden wa- ren, setzt der Kremlführer in Analogie zu seinem kubanischen Raketenplan und spricht in nahezu kindlicher Rachsucht: „Es war höchste Zeit, dass Ame- rika merkte, wie einem zumute ist, wenn das eigene Land und das eigene Volk bedroht werden.“43 Und weiter: „Wir würden nichts weiter tun, als Ihnen ein bisschen von ihrer eigenen Medizin zu verabreichen.“44 Verstärkt wurde dieser Aspekt durch Chruschtschows psychologisches Grundbedürfnis nach Anerkennung und Streben nach einer respektvollen Behandlung der Sowjet- union als gleichrangige Supermacht, die in seinen Denkmustern nur durch eine Vergrößerung des Nukleararsenals und einer glaubhaften Projektion der Bereitschaft, diese auch einzusetzen, erreicht werden konnte.45

Darüber hinaus besaß der Kremlführer eine für ihn charakteristisch hohe Risikobereitschaft und ein relativ niedriges Sicherheitsbedürfnis, das sich auch in seinen politischen Entscheidungen widerspiegelte. „Nicht nur seine Familienangehörigen und Zeitzeugen aus seiner engsten Umgebung beschei- nigten dem Kremlführer eine Spielernatur.“46 Objektiv betrachtet stellte Chruschtschows Plan, Nuklearraketen auf Kuba zu installieren, ohne dass dieser Vorgang von der US-Aufklärung und Geheimdiensten entdeckt wird, ein politisches Vabanquespiel dar.

[...]


1 www.wilsoncenter.org/index.cfm?topic_id=1409&fuseaction=va2.browse&sort=Collection &item=Cuban%20Missile%20Crisis

2 www.millercenter.org/scripps/archive/kremlin

3 www.gwu.edu/~nsarchiv/

4 Fursenko/Naftali: Khrushchev’s Cold War, 2007.

5 Zubok: A Failed Empire, 2007.

6 vollständig transkribiert in: May/Zelikow: The Kennedy Tapes, 1997.

7 Ankündigung Salingers zu Kennedys Fernsehansprache vom 22.10.1962. Aus: http://edition.cnn.com/SPECIALS/cold.war/episodes/10/documents/kennedy.speech/

8 Ebd.

9 Aufnahme aus: Steininger, S.129.

10 Innerhalb des gestaffelten Alarmsystems befinden sich die US-Streitkräfte in Friedenszeiten in Defense Condition 5; im Kriegsfall in Defense Condition 1 (kurz DefCon).

11 Kennedys Fernsehansprache vom 22.10.1962. Aus: http://edition.cnn.com/SPECIALS/cold.war/episodes/10/documents/kennedy.speech/

12 Siehe Dokument II im Anhang. Erst am 22.10.1962 wurde nach einer kontroversen Präsidiumssitzung der Einsatz taktischer Atomwaffen ausgeschlossen.

13 Gribkow in einem Interview. Aus: www.wilsoncenter.org

14 In: Der Spiegel, 33/2002, S. 116.

15 Chruschtschow, zitiert nach Fursenko/Naftali, 1997, S.171. (sinngemäß übersetzt: „Warum schieben wir Uncle Sam nicht einen Igel unter?“)

16 Chruschtschow erinnert sich, S.493.

17 Vgl. Der Spiegel, 33/2002, S. 115.

18 May/Zelikow, S.663.

19 Chruschtschow, zitiert nach Divine, S.104.

20 Chruschtschow erinnert sich, S.493.

21 Chruschtschow erinnert sich, S.494.

22 Fursenko/Naftali, 2007, S.420.

23 Vgl. Freedman, S.162 und Fursenko/Naftali, 1997, S.152-154.

24 Semichastni, zitiert nach Fursenko/Naftali, 1997, S.150.

25 McNamara, zitiert nach Biermann, S.165.

26 Vgl. White, S.74-75.

27 Gilpatric, zitiert nach Beschloss, S.326.

28 Vgl. Garthoff, S. 27-34.

29 Tabelle aus: Ljoschin, S.37.

30 Zubok, S.124.

31 Hilsman, S.115.

32 Taylor, zitiert nach May/Zelikow, S.70.

33 Chruschtschow erinnert sich, S.494.

34 White, S.78.

35 Vgl. Fursenko/Naftali, 1997, S.169-170.

36 Vgl. Fursenko/Naftali, 2007, S.426-428.

37 Chruschtschow erinnert sich, S.493.

38 Sergej Chruschtschow, In: Der Spiegel, 33/2002, S. 116.

39 Zubok, S.143.

40 Chruschtschow am 8.1.1962 zu den anderen Präsidiumsmitgliedern im Hinblick auf die Effizienz nuklearer Abschreckung gegenüber den USA. Zitiert nach Zubok, S.142.

41 Man denke nur an Chruschtschows legendären Auftritt bei den Vereinten Nationen am 13.10.1960. Nachdem infolge stürmischer Debatten bereits der Ordnungshammer der Vorsit- zenden gebrochen war, zog Chruschtschow seinen Schuh aus und haute damit stattdessen auf das Rednerpult.

42 Gromyko, zitiert nach Dobbs, S.33.

43 Chruschtschow erinnert sich, S.494.

44 Ebd.

45 Vgl. Zubok, S.129.

46 Brauburger, S.74.

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten

Details

Titel
Die Kuba-Krise 1962 - "Nah' am Ende der Welt?"
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
64
Katalognummer
V161560
ISBN (eBook)
9783640756247
ISBN (Buch)
9783640756360
Dateigröße
1842 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schriftliche Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt
Schlagworte
Kuba, Krise, Ende, Welt
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Philipp Wansel (Autor), 2008, Die Kuba-Krise 1962 - "Nah' am Ende der Welt?", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161560

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