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Literarhistorische Fremdkulturdarstellung am Beispiel von Jules Vernes Roman „In 80 Tagen um die Welt“

Titel: Literarhistorische Fremdkulturdarstellung am Beispiel von Jules Vernes Roman „In 80 Tagen um die Welt“

Seminararbeit , 2010 , 27 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Stefan Anton Saulea (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieser Beitrag nimmt sich vor, mittels Jules Vernes Roman „Le tour du monde eu quatre-vingts jours“, ein Beispiel von kultureller Selbst- und Fremdwahrnehmung und ihrer literarischen Darstellung, in einem durch den Kolonialismus markierten 19. Jahrhundert, zu präsentieren. Dabei wird das analytische Augenmerk insbesondere auf die Position des Europäers in der Wahrnehmung von kultureller Alterität gerichtet, sowie auf die gesellschaftshistorischen Erklärungen dieser seiner Position.
In diesem Sinne soll das erste Kapitel des Hauptteils der vorliegenden Arbeit den sozialpolitischen Entstehungskontext des „Tour du monde“ untersuchen, seinen Platz unter den Werken eines Autor, der seine Weltsicht nicht selten stilisiert oder gar umgepolt hat, sowie die verschiedenen Quellen, die Jules Verne zum Verfassen des Romans angeregt und seinen Ideenkomplex beeinflusst haben.
Im zweiten Kapitel sollen die eigentliche Fremdkultuerfahrung und -darstellung, die im Roman teilweise explizit durch den Erzähler oder den Figuren, teilweise implizit durch die Beschreibung der Charakterzüge der Figuren durch den Autor, die somit stellvertretend für ihre Kultur auftreten, untersucht werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt hierbei der Denunzierung möglicher stereotypiesierender oder gar rassistischer Konstruktionen des Fremden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Literaturgeschichtliche Zuordnung und Entstehungskontext des Werkes

1.1 Zeithistorische Einflüsse - Literatur im Zeitalter des Kolonialismus

1.2 Zuordnung innerhalb des verneschen Gesamtwerks

2. Fremdkulturwahrnehmung und -darstellung im „Tour du monde“

2.1 Phileas Fogg und Passepartout oder Die zwei großen Kolonialmächte in Zusammenarbeit

2.2 Die Vereinigten Staaten

2.3 Schwellenländer und Wilden des 19. Jahrhunderts

3. Der eurozentrische Blick auf das Fremde

3.1 Technischer Fortschritt als Maßstab der Entwicklung

3.2 Die zivilisierende Rolle des europäischen Kolonisators

3.3 Manifestierungen eurozentrischer Werteorientierung

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht, wie Jules Verne in seinem Roman „In 80 Tagen um die Welt“ das Fremde und kulturelle Alterität im Kontext des kolonial geprägten 19. Jahrhunderts literarisch konstruiert und darstellt. Dabei steht die Frage im Zentrum, welches eurozentrische Weltbild und welche ideologischen Wahrnehmungsschemata hinter der exotischen Darstellung fremder Kulturen und der Position des europäischen Subjekts stehen.

  • Kulturelle Selbst- und Fremdwahrnehmung im 19. Jahrhundert
  • Die Rolle von Fortschrittsglaube und Kolonialismus in der Literatur
  • Analyse der eurozentrischen Werteorientierung im Werk
  • Verhältnis zwischen technischem Fortschritt und gesellschaftlicher Überlegenheit
  • Kritische Hinterfragung stereotyper Darstellungen des „Fremden“

Auszug aus dem Buch

2. Fremdkulturwahrnehmung und seine Darstellung im „Tour du monde“

Es handelt sich insofern um eine explizite bzw implizite Fremdkulturdarstellung, als dass sie teilweise direkt durch den Erzähler oder den Figuren erfolgt, teilweise indirekt z.B. durch die Beschreibung der Charakterzüge der handelnden Personen, die im Falle des „Tour du monde“ als Personifizierungen ihrer jeweiligen Kultur fungieren. Dabei sind bei Jules Verne alle Angehörigen einer Kultur nicht etwa in ihrem Wesen gleich, vielmehr gibt es typische und untypische Individuen. Es stellt sich hierbei die Frage, ob das vermeintlich Typische an einem Engländer, Franzosen oder Amerikaner – um nur die drei Nationalitäten die am häufigsten in Vernes Gesamtwerk auftauchen und die auch hier vertreten sind zu nennen – vom Autor bei der Beschreibung seiner Gestalten bewusst als Strategie zur Erzeugung humoristischer Effekte (wie z.B. in Kapitel 23: „Ma foi, répondit Passepartout, vexé de voir sa nationalité provoquer cette demande, nous autres Français, nous savons faire des grimaces, c'est vrai, mais pas mieux que les Américains!“) eingesetzt wird oder ob es, wie Unwin suggeriert, nur von einem mangelnden Talent oder Interesse zeugt, tiefere psychologische Charakterbilder zu kreieren.

Es steht auf jeden Fall fest, dass Verne ein bestimmtes Bild von den vermeintlichen charakterlichen Eigenschaften der in seinen Büchern auftauchenden Nationalitäten hat, hierzu Ghislain de Diesbach, der sich mit folgenden Worten eigentlich nicht auf den „Tour du monde“, sondern auf das Gesamtwerk Vernes bezieht, woraus wiederum ersichtlich wird, wie tief der Autor in diesem seinem Bild der Kulturen verankert ist: „Partagé entre le sentiment de franche admiration qu'il porte à la race anglo-saxonne, orgueil du monde blanc, et le mépris instinctif qu'il éprouve pour les races latines, espèces inférieures, Jules Verne réserve aux Français dans ses romans, une place intermediaire, souvent assez modeste et presque toujours subalterne. Ce sont, pour la plupart, de petites gens, pittoresques parfois, mais dénués de cette sublime grandeur qui fait les héros.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Literaturgeschichtliche Zuordnung und Entstehungskontext des Werkes: Dieses Kapitel verortet den Roman im Kontext des 19. Jahrhunderts und untersucht den Einfluss zeitgenössischer Theorien wie des Evolutionismus und des Kolonialismus auf Vernes Weltsicht.

2. Fremdkulturwahrnehmung und -darstellung im „Tour du monde“: Hier wird analysiert, wie der Autor durch explizite und implizite Charakterisierungen seiner Figuren bestimmte kulturelle Stereotype konstruiert und das „Fremde“ als hierarchisch unterlegen einstuft.

3. Der eurozentrische Blick auf das Fremde: Dieses Kapitel kritisiert die eurozentrische Perspektive, in der technischer Fortschritt und koloniale Expansion als Maßstab für die Zivilisation dienen und zur Rechtfertigung kolonialer Eingriffe führen.

Schlüsselwörter

Jules Verne, In 80 Tagen um die Welt, Kolonialismus, Eurozentrismus, Fremdwahrnehmung, Alterität, 19. Jahrhundert, Literarische Darstellung, Zivilisation, Fortschrittsglaube, Stereotypisierung, Rassismus, Kultur, Europäischer Blick, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die literarische Darstellung von Fremdkulturen in Jules Vernes „In 80 Tagen um die Welt“ unter Berücksichtigung der kolonialen Rahmenbedingungen des 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind kulturelle Selbst- und Fremdwahrnehmung, die Rechtfertigung des Kolonialismus durch evolutionistische Theorien sowie der eurozentrische Fortschrittsbegriff.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Verne ein eurozentrisches Weltbild vermittelt, in dem fremde Kulturen durch ein westliches Werteschema interpretiert und als unterlegen konstruiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse von Textstellen im Roman, ergänzt durch historische Diskurse und Forschungsmeinungen (u.a. von Chesneaux und Unwin).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die literaturgeschichtliche Kontextualisierung, die Untersuchung der Fremdkulturdarstellung im Roman sowie eine kritische Analyse des eurozentrischen Weltbildes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Eurozentrismus, Kolonialismus, kulturelle Alterität, Evolutionismus und die literarische Konstruktion des „Fremden“.

Wie bewertet der Autor Jules Vernes Haltung zur Rassenthematik des 19. Jahrhunderts?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Verne ein Kind seiner Zeit war, dessen Weltsicht den damals verbreiteten, als selbstverständlich akzeptierten Rassismus und Eurozentrismus widerspiegelte.

Welche Rolle spielen Phileas Fogg und Passepartout für das Thema?

Sie dienen als Personifizierungen ihrer jeweiligen Kulturen und ihrer angenommenen Wesenszüge, wobei Fogg die angelsächsische Präzision und Passepartout die lateinische Art repräsentiert.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Literarhistorische Fremdkulturdarstellung am Beispiel von Jules Vernes Roman „In 80 Tagen um die Welt“
Hochschule
Universität Bayreuth
Veranstaltung
Transfer von Fremdkulturerfahrung
Note
2,0
Autor
Stefan Anton Saulea (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
27
Katalognummer
V161584
ISBN (eBook)
9783640750030
ISBN (Buch)
9783640750108
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Literarhistorische Fremdkulturdarstellung Beispiel Jules Vernes Roman Tagen Welt“
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Anton Saulea (Autor:in), 2010, Literarhistorische Fremdkulturdarstellung am Beispiel von Jules Vernes Roman „In 80 Tagen um die Welt“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161584
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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