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Außerweltliche vs. Innerweltliche Askese. Zur Typologie der 'Weltablehnung' unter Berücksichtigung der Genese des sogenannten 'okzidentalen Rationalismus'

Title: Außerweltliche vs. Innerweltliche Askese. Zur Typologie der 'Weltablehnung' unter Berücksichtigung der Genese des sogenannten 'okzidentalen Rationalismus'

Term Paper , 2000 , 20 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Stefanie Meyer (Author)

Sociology - Religion
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Summary Excerpt Details

Max Weber befasst sich in den >Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie< mit der Thematik der Genese des >kapitalistischen Geistes<.
Anstoß zu diesen Überlegungen gibt ihm eine Studie einer seiner Schüler, die herausfand, dass der Kapitalbesitz hauptsächlich bei den Protestanten vorhanden ist.
Anhand dieses Phänomens versucht Weber die Genese des Kapitalismus zu erklären, der als Teilerscheinung der Rationalisierung verstanden werden kann. Als Vergleichsmöglichkeiten beschäftigt er sich mit allen Weltreligionen, um aufzeigen zu können, das die Genese des Kapitalismus und dessen Rationalisierung nur im Okzident möglich war. Nur hier kam es zur Ausbildung einer rationalen Wissenschaft.
Die Rationalisierung der bestehenden Ordnungen der Welt ist ausschlaggebend für die Entwicklung der protestantischen Ethik.
Diese Rationalisierung beeinflusst die gesamte Lebensführung der Menschen. Es entsteht die außerweltliche< und >innerweltliche< Askese, die man mit Katholizismus und Protestantismus in Verbindung setzen kann.
Die Weiterentwicklung von Katholizismus über Luthertum zum Calvinismus setzt einen Prozess in Gang, der eine rational methodische Lebensführung hervorbringt.
Da stellen sich die Fragen, inwieweit diese rational methodische Lebensführung mit der gesteigerten Berufspflicht in Verbindung zu bringen ist? Und warum wird gerade im Calvinismus die Berufsarbeit so hoch angesehen?
Meine Arbeit wird die Genese des Kapitalismus anhand Webers Gedanken aufzeigen. Wichtige Faktoren sind die Rationalisierung, der Übergang vom Katholizismus zum Calvinismus und die daraus entstehende Entwicklung der Berufsarbeit.
Meine Arbeit wird darstellen, inwieweit die >innerweltliche< Askese für die Genese des Kapitalismus ausschlaggebend ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Inwieweit war die innerweltliche Askese ausschlaggebend für die Genese des Kapitalismus?

2 Rationalisierung als Wegbereiter des ethischen Monotheismus?

2.1 Allgemeine Definition von „okzidentaler Rationalismus“

2.2 Entstehung der innerweltlichen Askese durch Rationalisierung

2.3 Entwicklung der Gotteskonzeption durch Rationalisierung der Weltbilder

3 Katholizismus – erste Zeichen von rationalem Handeln

4 Luthers Reformation als Übergang von außerweltlichen zur innerweltlichen Askese

5 Calvinismus als höchste Form der rationalen methodischen Lebensführung

6 Die Genese des Kapitalismus als direkte und indirekte Folge des Calvinismus

7 Kritische Betrachtungen zu Webers Auffassung, dass der Calvinismus der Wegbereiter des Kapitalismus darstellt

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der protestantischen Ethik, insbesondere der innerweltlichen Askese, und der Entstehung des modernen okzidentalen Kapitalismus, indem sie Webers theoretische Konzepte analysiert und kritisch hinterfragt.

  • Rationalisierungsprozesse und Entzauberung der Welt als Grundlagen
  • Entwicklung von der außerweltlichen zur innerweltlichen Askese
  • Die Rolle des Calvinismus und der Prädestinationslehre für das Berufsethos
  • Vergleich der religiösen Heilsmethodiken von Katholizismus, Luthertum und Calvinismus
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Kausalität zwischen Protestantismus und Kapitalismus

Auszug aus dem Buch

1 Inwieweit war die innerweltliche Askese ausschlaggebend für die Genese des Kapitalismus

Max Weber befasst sich in den >Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie< mit der Thematik der Genese des >kapitalistischen Geistes<. Anstoß zu diesen Überlegungen gibt ihm eine Studie einer seiner Schüler, die herausfand, dass der Kapitalbesitz hauptsächlich bei den Protestanten vorhanden ist.

Anhand dieses Phänomens versucht Weber die Genese des Kapitalismus zu erklären, der als Teilerscheinung der Rationalisierung verstanden werden kann. Als Vergleichsmöglichkeiten beschäftigt er sich mit allen Weltreligionen, um aufzeigen zu können, das die Genese des Kapitalismus und dessen Rationalisierung nur im Okzident möglich war. Nur hier kam es zur Ausbildung einer rationalen Wissenschaft.

Die Rationalisierung der bestehenden Ordnungen der Welt ist ausschlaggebend für die Entwicklung der protestantischen Ethik. Diese Rationalisierung beeinflusst die gesamte Lebensführung der Menschen. Es entsteht die außerweltliche< und >innerweltliche< Askese, die man mit Katholizismus und Protestantismus in Verbindung setzen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Inwieweit war die innerweltliche Askese ausschlaggebend für die Genese des Kapitalismus?: Einleitung in die Forschungsfrage und die theoretische Grundlage von Webers Untersuchung zum kapitalistischen Geist.

2 Rationalisierung als Wegbereiter des ethischen Monotheismus?: Analyse der Rationalisierungsbegriffe und der evolutionären Entwicklung von Gottesbildern durch Weltbildsystematisierung.

3 Katholizismus – erste Zeichen von rationalem Handeln: Untersuchung der katholischen Heilslehre und deren Trennung in Mönchs- und Massenethik als Hindernis für eine umfassende ethisch-religiöse Rationalisierung.

4 Luthers Reformation als Übergang von außerweltlicher zur innerweltlichen Askese: Erläuterung der Reformation als Wendepunkt, der Arbeit zum religiösen Dienst erhebt und traditionelle mönchische Askesemodelle durch ein weltliches Berufsethos ersetzt.

5 Calvinismus als höchste Form der rationalen methodischen Lebensführung: Darstellung des Calvinismus als konsequenteste Form der Entzauberung und Weltbearbeitung zur Gnadensicherung durch Berufsbewährung.

6 Die Genese des Kapitalismus als direkte und indirekte Folge des Calvinismus: Erörterung der Wahlverwandtschaft zwischen calvinistischer Ethik und moderner kapitalistischer Erwerbsweise sowie Kapitalbildung.

7 Kritische Betrachtungen zu Webers Auffassung, dass der Calvinismus der Wegbereiter des Kapitalismus darstellt: Zusammenfassung alternativer theoretischer Perspektiven und Kritikpunkte am Weberschen Modell der Kausalität zwischen Religion und Ökonomie.

Schlüsselwörter

Max Weber, Religionssoziologie, Kapitalismus, Rationalisierung, innerweltliche Askese, Calvinismus, Protestantische Ethik, Berufsethos, Entzauberung, Prädestinationslehre, Säkularisierung, Wirtschaftsverhalten, Weltbeherrschung, Heilsmethodik, Berufsbewährung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den theoretischen Zusammenhang, den Max Weber zwischen dem calvinistischen Glauben und der Entstehung des modernen Kapitalismus im Westen hergestellt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Soziologie der Religion, der Prozess der Rationalisierung, die Genese des Berufsethos sowie die historische Entwicklung verschiedener asketischer Lebensführungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es darzustellen, inwieweit die innerweltliche Askese des Protestantismus eine entscheidende Voraussetzung für die Ausbildung des kapitalistischen Wirtschaftsgeistes war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine ideengeschichtliche und soziologische Analyse, basierend auf einer intensiven Lektüre von Webers Schriften sowie einer Auswertung aktuellerer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Stufen der Rationalisierung, den Übergang von katholischen zu protestantischen Ethiken sowie die spezifische Rolle des Calvinismus bei der Motivierung rastloser Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Rationalisierung, innerweltliche Askese, Kapitalismus, Protestantische Ethik und Berufsethos.

Warum spielt die Prädestinationslehre eine so entscheidende Rolle im Calvinismus?

Sie erzeugte eine psychologische Ungewissheit über den eigenen Erwählungsstatus, die die Gläubigen dazu trieb, durch rastlose berufliche Arbeit und den Erfolg darin ein Zeichen für ihre göttliche Gnade zu suchen.

Wie unterscheidet sich die lutherische von der calvinistischen Auffassung des Berufs?

Während bei Luther der Beruf oft eine gottgegebene Schicksalsbindung im traditionalistischen Sinne darstellte, förderte der Calvinismus eine aktive, rationale Umgestaltung der Welt zur Verherrlichung Gottes.

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Details

Title
Außerweltliche vs. Innerweltliche Askese. Zur Typologie der 'Weltablehnung' unter Berücksichtigung der Genese des sogenannten 'okzidentalen Rationalismus'
College
University of Heidelberg  (Soziologie)
Course
Lektürekurs Max Weber
Grade
2,7
Author
Stefanie Meyer (Author)
Publication Year
2000
Pages
20
Catalog Number
V16159
ISBN (eBook)
9783638210843
Language
German
Tags
Außerweltliche Askese Innerweltliche Askese Typologie Rationalismus Weltablehnung Berücksichtigung Genese Rationalismus Lektürekurs Weber
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Meyer (Author), 2000, Außerweltliche vs. Innerweltliche Askese. Zur Typologie der 'Weltablehnung' unter Berücksichtigung der Genese des sogenannten 'okzidentalen Rationalismus', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16159
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