Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Relationships and Family

Nichteheliche Lebensgemeinschaften

Title: Nichteheliche Lebensgemeinschaften

Seminar Paper , 1999 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefanie Meyer (Author)

Sociology - Relationships and Family
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Nichteheliche Lebensgemeinschaft war damals als Alternative zu den Frühehen der 60er Jahre gedacht, man wollte verhindern, dass die Jugend heiratet nur um das Elternhaus zu verlassen. Doch wer hätte gedacht, dass die nichtehelichen Lebensgemeinschaften einen so großen Anklang finden, dass selbst die "Wissenschaftler" sich ernsthaft Gedanken machen, ob die Institution Ehe gefährdet ist. Die umfangreiche Literatur zeigt, dass es ein Thema ist, über das man diskutieren kann und vielleicht sogar auch muß. Schon der Begriff nichteheliche Lebensgemeinschaft regt zum Denken an, denn was genau versteht man darunter?
Unter diesen Begriff fallen alle Formen von Lebensgemeinschaften: gleichgeschlechtliche Paare, Wohngemeinschaften, eheähnliche Gemeinschaften, getrenntlebende Paare, u.v.m. An diesen Beispielen sieht man, dass die nichtehelichen Lebensgemeinschaften ein großes Spektrum abstecken.
Dieser Text beschränkt sich auf "eheähnliche" Lebensformen. Für eheähnliche Lebensgemeinschaften gibt es verschiedene Definitionen, doch die aussagekräftigste ist die Definition von Max Wingen (1984) : "Grundsätzlich geht es um auf eine gewisse Dauer angelegte Verbindung eines verschiedengeschlechtlichen Paares, das in einer Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft (Haushalt) in umfassender Lebens- und Geschlechtsgemeinschaft zusammenlebt,ohne dass die Beziehung durch eine Eheschließung offiziell bestätigt (legitimiert) ist."
Auf das Ausland wird nicht gesondert eingegangen, genauso wie auf die DDR. Die nichtehelichen Lebensgemeinschaften werden nur anhand von Deutschland behandelt. Zuerst wird die Geschichte der nichtehelichen Lebensgemeinschaften behandelt, und zwar speziell das 18. -19. Jahrhundert und ab den 60er Jahren bis heute. Danach werden die Strukturen der nichtehelichen Lebensgemeinschaften aufgezeigt, und die Frage behandelt, ob es sich bei den nichtehelichen Lebensgemeinschaften um eine Form der Probeehe handelt oder um eine Alternative zur Ehe. Am Schluß werden alle Ergebnisse nochmals kurz zusammengefasst dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtliche Einordnung

2.1 18. - 19. Jahrhundert

2.2 60er Jahre bis jetzt

3. Strukturen nichtehelicher Lebensgemeinschaften

3.1 Alter

3.2 Schicht

3.3 Konfession

3.4 Stadt- Land

3.5 Nord- Süd

3.6 Kinder in nichtehelichen Lebensgemeinschaften

4. Alternative oder Probeehe ?

5. Zusammenfassung

6. Fußnotenverzeichnis

7. Literaturangaben

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die soziologische Entwicklung und die strukturellen Merkmale nichtehelicher Lebensgemeinschaften in Deutschland. Ziel ist es, den Wandel dieser Beziehungsform von einer historisch stigmatisierten Randerscheinung hin zu einer gesellschaftlich akzeptierten Lebensform zu analysieren und deren Einordnung als Probeehe oder bewusste Alternative zur Institution Ehe zu klären.

  • Historische Entwicklung der Ehe und außerehelicher Partnerschaften vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
  • Soziologische Analyse der Strukturmerkmale (Alter, Schicht, Konfession, regionale Verteilung).
  • Vergleich der Motive für das Zusammenleben ohne Trauschein (Übergangsphase vs. dauerhafte Alternative).
  • Gegenüberstellung der Lebensformen "nichteheliche Lebensgemeinschaft" und "Ehe" unter Berücksichtigung des sozialen Wandels.

Auszug aus dem Buch

1.1 18.- 19. Jahrhundert

Die Prostitution war die Form des freien Geschlechtsverkehrs, die am klarsten von der Ehe abgegrenzt und am einfachsten kontrolliert werden konnte; sie war notwendig, weil so viele Menschen von der Ehe ausgeschlossen waren, und als ein gebilligtes soziales Ventil stabilisierte sie indirekt die Ehe. Die frühe Neuzeit war besonders repressiv, was Sinnlichkeit, Sexualität und alle außerhalb der Ehe bestehenden Geschlechtsverbindungen betraf. Sie brachte die systematische Unterdrückung und Verdrängung aller Formen außerehelicher Erotik und Sexualität, den allmählichen Triumph der repressiven Moral im Alltag der breiten Bevölkerung.

Während die Mehrheit der Bevölkerung, vor allem in den Städten , einer strengen sexuellen Disziplin unterworfen wurde, gelang es wieder gleichzeitig einem Teil der herrschenden, der privilegierten Klasse, sich dem moralischen Reglement zu entziehen und einem ungezügeltem Sexualgenuß nachzugehen. Während vielerorts Prostituierte und Ehebrecherinnen oder ledige Mütter hart bestraft wurden, wurde in den Hauptstädten und an den Fürstenhöfen Orgien gefeiert. Die Aus-einanderentwicklung der Sexualmoral von Adel und aufstrebendem Bürgertum war Ende des 18. Jahrhunderts, Anfang des 19. Jahrhunderts nicht nur eine Quelle politischer Spannungen, sondern sie bildete auch den Hintergrund, vor dem sich kontrastierend das neue bürgerliche Ideal von der Ehe entwickelte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein, definiert den Begriff der nichtehelichen Lebensgemeinschaft und erläutert den Aufbau der Untersuchung.

2. Geschichtliche Einordnung: Hier werden die historischen Ursprünge und der Wandel der nichtehelichen Lebensgemeinschaft von der vorindustriellen Zeit bis zu den gesellschaftlichen Veränderungen ab den 1960er Jahren nachgezeichnet.

3. Strukturen nichtehelicher Lebensgemeinschaften: Dieses Kapitel analysiert die soziodemographischen Merkmale, einschließlich Altersstruktur, soziale Schicht, konfessionelle Bindung, regionale Unterschiede sowie die Rolle von Kindern.

4. Alternative oder Probeehe ?: In diesem Teil werden drei Typen nichtehelicher Lebensgemeinschaften identifiziert und die Frage diskutiert, inwiefern diese als Prüfstadium für die Ehe oder als dauerhafte Alternative fungieren.

5. Zusammenfassung: Die Ergebnisse der Untersuchung werden hier kurz zusammengefasst und die gesellschaftliche Etablierung des "Zusammenlebens ohne Trauschein" resümiert.

6. Fußnotenverzeichnis: Dokumentation der verwendeten Quellen und Belege.

7. Literaturangaben: Auflistung der im Text referenzierten wissenschaftlichen Literatur.

Schlüsselwörter

Nichteheliche Lebensgemeinschaft, Ehe, Sozialer Wandel, Probeehe, Familienmodell, Ehemoral, Demographie, Sexualmoral, Lebensformen, Partnerschaftsdynamik, Historische Soziologie, Konfession, Urbanisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologischen Aspekte und die historische Genese nichtehelicher Lebensgemeinschaften in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der historische Wandel der Ehe, die soziostrukturelle Einordnung von Lebensgemeinschaften ohne Trauschein sowie deren Funktion als Probeehe oder Alternative zur Institution Ehe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist die Aufklärung darüber, warum sich die Bedeutung und Akzeptanz der nichtehelichen Lebensgemeinschaft gewandelt hat und welche Motive Paare für diese Lebensform haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die verschiedene soziologische Studien und demographische Daten zusammenführt und interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine Untersuchung der demographischen Strukturmerkmale und eine typologische Unterscheidung der Beziehungsformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Nichteheliche Lebensgemeinschaft, Ehe, Sozialer Wandel und Familienmodell beschreiben.

Wie haben sich die Gründe für das Eingehen einer "wilden Ehe" historisch verändert?

Früher war sie oft ein Resultat wirtschaftlicher Zwänge oder fehlender Heiratserlaubnis, heute ist sie eher eine frei gewählte Lebensform und ein Ausdruck veränderter Partnerschafts- und Werthaltungen.

Warum gibt es ein Nord-Süd-Gefälle bezüglich dieser Lebensform?

Das Gefälle erklärt sich vor allem durch sozio-ökonomische Unterschiede, den Grad der Urbanisierung sowie unterschiedliche Heiratsnormen, wie am Beispiel des früheren skandinavischen Wandels deutlich wird.

Excerpt out of 27 pages  - scroll top

Details

Title
Nichteheliche Lebensgemeinschaften
College
University of Heidelberg  (Soziologie)
Course
Soziologie der Familie
Grade
1,7
Author
Stefanie Meyer (Author)
Publication Year
1999
Pages
27
Catalog Number
V16160
ISBN (eBook)
9783638210850
Language
German
Tags
Nichteheliche Lebensgemeinschaften Soziologie Familie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Meyer (Author), 1999, Nichteheliche Lebensgemeinschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16160
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  27  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint