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Feministische Machttheorien

Title: Feministische Machttheorien

Term Paper , 1999 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefanie Meyer (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Summary Excerpt Details

Feministische Machttheorien haben ihren Ursprung in der Frauenforschung, die sich seit dem Ende der sechziger Jahren mit Fragen beschäftigt wie:
- welche empirischen Befunde weisen Geschlechterdifferenzen in sozialem Verhalten, Dispositionen oder Einstellungen nach?
- wenn es sie denn gibt, worauf sind sie zurückzuführen?
- haben Faktoren, wie geschlechtsspezifische Erziehung, Verinnerlichung von gesellschaftlichen Weiblichkeits- oder Männlichkeitsklischees oder sexuierte Praxen darauf einen Einfluß?
Verschiedene Ansätze feministischer Machttheorien griffen diese Fragen auf und untersuchten z.B., ob die Behauptung der Sozialforschung, dass sich männliche Verhaltensweisen von denen der Frauen unterscheiden einer empirischen Untersuchung standhalten würde, oder z.B. inwieweit alltagsweltliche Vorurteile in soziologische Hypothesen unüberprüft einfließen.
Auch wenn die Gewichtung der feministischen Theorien sehr unterschiedlich ist, gibt es doch einen Konsens, nämlich die Ablehnung der Naturalisierung von Geschlechterdifferenzen, d.h. nicht das Geschlecht mit dem wir geboren werden bestimmt unser Schicksal, sondern es sind die Erziehung und die kulturelle Einflußnahme durch die Frauen ihre Positionierung in der Gesellschaft erfahren.
In fast allen Gesellschaften ist das Geschlechterverhältnis von der Dominanz der Männer geprägt. Diese Dominanz führte dazu, dass Frauen von gesellschaftlicher Macht und öffentlicher Entscheidungsbefugnis ausgeschlossen wurden.
Immer wieder gab es Forscher wie Talcott Parson, der in den USA die Rollentheorie entwickelte, die besagt, dass der Mensch als soziales Wesen Normen und Regeln verinnerlicht, die an spezifische gesellschaftliche Funktionen geknüpft sind und somit eine Zweckmäßigkeit erfüllen. Für die Feministinnen stellte sich hier die Frage, ob eine solche Zwangsverpflichtung mit den Bedürfnissen von Menschen übereinstimmen kann, insbesondere da Frauen immer eingeschränkte und einseitige Rollen zugeschrieben und somit die Geschlechterhierarchie aufrecht erhalten wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ein Ausgangspunkt, verschiedene Theorien. Die Basis moderner feministischer Ideologie

3 Die Unterscheidung von Sex und Gender aus ethnomethodologisch-sozialkonstruktivisitscher Sicht

3.1 Die Grundlagen des konstruktivistischen Ansatzes

3.2 Die konstruktivistische Bewegung in Deutschland

3.3 Die Kritik an der Geschlechterdifferenz

4 Von der Konstruktion zur Dekonstruktion Judith Butler´s postmoderne feministische Theorie

4.1 Die heterosexuelle Normierung des Begehrens

4.2 Die sprachlich-diskursive Konstruktion von Sex und Gender

5 Die Kritik der Technosiences Donna Haraway´s naturwissenschaftlicher Ansatz

6 >>Differenzen<< - noch eine andere Sichtweise

7 Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht verschiedene feministische Machttheorien und analysiert deren theoretische sowie methodische Ansätze, um die Konstruktion von Geschlecht und die damit verbundenen gesellschaftlichen Machtverhältnisse kritisch zu hinterfragen.

  • Grundlagen moderner feministischer Theorien und die Entwicklung der Frauenforschung.
  • Die ethnomethodologisch-sozialkonstruktivistische Perspektive auf Geschlecht.
  • Judith Butlers dekonstruktivistische Theorie und die Performativität von Geschlecht.
  • Donna Haraways naturwissenschaftskritischer Ansatz und die Bedeutung von Technosciences.
  • Die theoretische Debatte um Differenzen und soziale Ungleichheitslagen zwischen Frauen.

Auszug aus dem Buch

Die heterosexuelle Normierung des Begehrens

Auch Judith Butler setzt zwar auch bei der Unterscheidung von Sex und Gender an, allerdings ist sie der Meinung, daß diese Diskussion von der Dualität der Geschlechter nur ablenkt und sie dadurch als natürlich gegeben dargestellt wird. Die Unterscheidung von Frauen und Männern ist, nach Butler, jedoch nicht allein Grundlage für die Normierung von Geschlechtsidentität, vielmehr ist sie eng verbunden mit der „...heterosexuellen Normierung des Begehrens“ (Becker-Schmidt/Knapp, 2000, S.85). Damit wird der Zusammenhang von Sexualität und Geschlechtszugehörigkeit zum Dreh- und Angelpunkt der Theorie von Judith Butler.

Dieser Ansatzpunkt steht in enger Verbindung mit ihrem politischen Engagement für die >>lesbian<< und >> queer politics<< Bewegung und verdeutlicht ihre Kritik an der gesellschaftlich bedingten, normativen Heterosexualität. In diesem Punkt unterscheidet sich Butler auch von dem zuvor beschriebenen ethnomethodologisch-sozialkonstruktivistischen Ansatz. Sie geht nicht von der „Gleichursprünglichkeit“ von Sex und Gender aus, sondern betrachtet und kritisiert den konstitutiven Zusammenhang von Geschlechterdifferenz und Heterosexualität. Ihr politisches Engagement gilt dabei all jenen, die durch die Raster des Normalen gefallen, aber durch sie hervorgebracht wurden; all diejenigen, die sich geschlechtlich nicht klar einordnen können und deren Begehren nicht in den normierten Bahnen einer Heterosexualität verlaufen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Ursprung feministischer Machttheorien in der Frauenforschung und beleuchtet die zentrale Ablehnung der Naturalisierung von Geschlechterdifferenzen.

2 Ein Ausgangspunkt, verschiedene Theorien. Die Basis moderner feministischer Ideologie: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung und die Bedeutung der Unterscheidung zwischen biologischem Geschlecht und soziokulturellen Rollenerwartungen.

3 Die Unterscheidung von Sex und Gender aus ethnomethodologisch-sozialkonstruktivisitscher Sicht: Der Fokus liegt hier auf der sozialen Herstellung von Geschlecht durch interaktive Prozesse und die Konstruktion von Männlichkeit und Weiblichkeit im Alltag.

3.1 Die Grundlagen des konstruktivistischen Ansatzes: Hier werden die prozessualen Aspekte des Geschlechterbegriffs und die Frage nach der Entstehung der binären Geschlechterklassifikation behandelt.

3.2 Die konstruktivistische Bewegung in Deutschland: Das Kapitel erläutert den Durchbruch und die spezifischen Schwerpunkte der konstruktivistischen Theorie im deutschen Sprachraum.

3.3 Die Kritik an der Geschlechterdifferenz: Dieses Kapitel diskutiert die Kritik an der binären Zweigeschlechtlichkeit als Grundlage für Machtasymmetrien.

4 Von der Konstruktion zur Dekonstruktion Judith Butler´s postmoderne feministische Theorie: Es wird Judith Butlers dekonstruktiver Ansatz vorgestellt, der das Verhältnis von Sex und Gender als politischen Machtkampf interpretiert.

4.1 Die heterosexuelle Normierung des Begehrens: Dieses Kapitel beleuchtet den Zusammenhang zwischen der heterosexuellen Normierung und der Identitätsbildung des Subjekts.

4.2 Die sprachlich-diskursive Konstruktion von Sex und Gender: Es wird untersucht, wie durch performative Wiederholung in der Sprache gesellschaftliche Normen und Geschlechteridentitäten erzeugt werden.

5 Die Kritik der Technosiences Donna Haraway´s naturwissenschaftlicher Ansatz: Donna Haraways Analyse der Technosciences wird eingeführt, um aufzuzeigen, wie Naturwissenschaften an der Konstruktion von Geschlecht und gesellschaftlichen Verhältnissen mitwirken.

6 >>Differenzen<< - noch eine andere Sichtweise: Dieser Abschnitt widmet sich der Pluralität und Vielschichtigkeit innerhalb der Genus-Gruppen sowie der Kritik an universalistischen Konzepten.

7 Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst die vier behandelten Ansätze zusammen und reflektiert deren Bedeutung für die feministische Machttheoriendiskussion.

Schlüsselwörter

Feministische Machttheorien, Sex, Gender, Sozialkonstruktivismus, Judith Butler, Dekonstruktion, Heteronormativität, Donna Haraway, Technosciences, Geschlechterdifferenz, Doing Gender, Identität, Soziale Ungleichheit, Differenzen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen moderner feministischer Machttheorien und deren Entwicklung in der Frauen- und Geschlechterforschung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Konstruktion von Geschlecht, die Kritik an binären Hierarchien, die Bedeutung von Sprache und Diskurs sowie die Verknüpfung von Natur- und Technikwissenschaften mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, verschiedene theoretische Ansätze darzustellen und zu vergleichen, um aufzuzeigen, wie feministische Theorien zur Aufdeckung und möglichen Eliminierung von gesellschaftlichen Ungleichheitslagen beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, um bestehende feministische Konzepte und deren wissenschaftstheoretische Hintergründe kritisch zu untersuchen und einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die ethnomethodologisch-sozialkonstruktivistische Sicht, die dekonstruktivistische Theorie von Judith Butler, den naturwissenschaftlichen Ansatz von Donna Haraway sowie die Diskussion um Differenzen innerhalb der Geschlechter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sozialkonstruktivismus, Dekonstruktion, Heteronormativität, Technosciences und Geschlechterhierarchie charakterisiert.

Warum ist für Judith Butler die Sprache so zentral?

Für Butler ist Sprache das Medium, durch welches Geschlechtsidentität mittels performativer Wiederholung erst konstruiert wird; eine Veränderung dieser Sprechakte ermöglicht für sie politische Widerstandspotenziale.

Wie unterscheidet sich der Ansatz von Donna Haraway von dem Butlers?

Während Butler den Fokus auf Sprache und die Dekonstruktion von Subjektivität legt, betont Haraway die materielle und historische Rolle der Natur- und Technikwissenschaften bei der Konstruktion von Geschlecht.

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Details

Title
Feministische Machttheorien
College
University of Heidelberg  (Soziologie)
Course
Macht und Herrschaft
Grade
2,0
Author
Stefanie Meyer (Author)
Publication Year
1999
Pages
19
Catalog Number
V16162
ISBN (eBook)
9783638210874
Language
German
Tags
Feministische Machttheorien Macht Herrschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Meyer (Author), 1999, Feministische Machttheorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16162
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