Die Risikofaktoren des Metabolischen Syndroms werden nach der American Heart Association folgendermaßen definiert [Adipositas Stiftung Deutschland]:
- Übergewicht und Adipositas ab einem BMI von 25,5 und höher,
- Insulinresistenz und Glukosestoffwechselstörungen,
- Diabetes mellitus ab einem HbA1c von >6,5 %,
- Arterielle Hypertonie ab einem Blutdruck von >140 / 90 mmHg,
- Hyper- und Dyslipoproteinämie ab einem Triglyceridwert von > 1,6 mmol/l und HDL <0.9 mmol/l.
In der Regel wird das Metabolische Syndrom von arteriosklerotischen Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Verschlusskrankheiten Bein-Arterien begleitet. Es können weitere Symptome wie Gallensteinleiden, Gicht, degenerative Erkrankungen der Gelenke und des restlichen Bewegungsapparates sowie Fettleber und Nierenerkrankungen auftreten. Das Metabolische Syndrom beschäftigt Wissenschaft und Forschung schon seit Jahren und wird immer wieder kontrovers, bezüglich Krankheitsverlauf und Ausbruch, diskutiert.
Seine Prävalenz wird in den Industrieländern auf ca. 15 – 30% geschätzt. 60% der in Deutschland lebenden Menschen sind laut der Nationalen Verzehrs-Studie II übergewichtig [Max Rubner Institut, 2008]. Da sich die einzelnen Risikofaktoren nacheinander in mehreren Schritten manifestieren und dann erst pathologisch werden, ist es von großer Bedeutung, frühzeitig gegen die einzelnen Erscheinungen vorzugehen. Ebenso wichtig ist, die Bevölkerung ausreichend zu informieren. Denn durch den schleichenden Verlauf des Metabolischen Syndroms ahnen viele Patienten nichts von ihrer Erkrankung und suchen zu spät ärztlichen Rat. Bis zu diesem Zeitpunkt treten jedoch oftmals irreversible Schäden auf.
Inhaltsverzeichnis
2. Das Krankheitsbild Metabolisches Syndrom
2.1 Risikofaktoren
2.2 Stoffwechselstörungen
3. Diabetes mellitus
3.1 Diabetes mellitus Typ 1 und Therapie
3.2 Diabetes mellitus Typ 2 und Therapie
4. Adipositas
4.1 Adipositas Ursachen und Folgen
5. Koronare Herzerkrankungen
5.1 Ursachen
5.2 Epidemiologie
5.3 Hypertensive Therapie
5.4 AT 1-Antagonisten
5.5 ACE Hemmer
5.6 Vergleich ACE Hemmer mit AT1 Antagonisten
6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Krankheitsbild des Metabolischen Syndroms sowie die therapeutischen Ansätze zur Behandlung der damit einhergehenden hypertensiven Erkrankungen. Ziel ist es, die pathophysiologischen Zusammenhänge zwischen Adipositas, Diabetes mellitus und kardiovaskulären Risiken darzustellen und die Wirksamkeit sowie Verträglichkeit verschiedener Medikamentengruppen wie AT1-Antagonisten und ACE-Hemmer kritisch zu beleuchten.
- Pathophysiologie des Metabolischen Syndroms und seiner Risikofaktoren
- Differenzierung und Therapiemöglichkeiten von Diabetes mellitus Typ 1 und 2
- Adipositas als zentraler Faktor für Folgeerkrankungen
- Kardiovaskuläre Mechanismen und die Rolle der Arteriosklerose
- Vergleichende Analyse von AT1-Antagonisten und ACE-Hemmern bei Hypertonie
Auszug aus dem Buch
5.6 Vergleich ACE Hemmer mit AT1 Antagonisten
Die AT1-Rezeptorblocker haben im Vergleich zu den ACE-Hemmern einen sehr viel spezifischeren Wirkmechanismus im Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS). Aufgrund ihrer direkten Blockade des AT1-Rezeptors und der verbleibenden Aktivierung des AT2-Rezeptors setzten die AT1-Rezeptorblocker im Vergleich zu den unspezifischeren ACE-Hemmern klinisch relevante Wirkungs- und Verträglichkeitsakzente. AT1-Rezeptorblocker beeinflussen keine anderen Regelkreise und sind daher, unter anderem, besser verträglich. Die bekannten Bradykinin-abhängigen Nebenwirkungen der ACE-Hemmer wie Reizhusten, Angioödem oder auch verstärkte allergische Reaktionen (z.B. nach Wespenstichen) treten entweder gar nicht oder sehr viel seltener auf.
Mehrere große Studien sind dazu derzeit verfügbar, in denen AT1-Antagonisten eingesetzt wurden. In der SCOPE-Studie [Lithell et al, 2003] wurden 4973 ältere Hypertoniker entweder mit dem AT 1– Antagonisten Candesartan oder mit einem Placebo behandelt. Wurde der Zielblutdruck nicht erreicht, wurden in beiden Patientengruppen andere Antihypertensiva mit Ausnahme von ACE-Hemmern und AT1–Antagonisten verabreicht. Die Blutdrucksenkung in der Candesartangruppe war ausgeprägter als in der Kontrollgruppe. Der Endpunkt (Summe von Schlaganfällen, Myokardinfarkten, kardiovaskulären Todesfällen) unterschied sich in den beiden Behandlungsgruppen nicht. In der Candesartangruppe wurden weniger Schlaganfälle beobachtet als in der Kontrollgruppe. Dies könnte Folge der unterschiedlichen Blutdruckwerte sein. Bei vergleichbaren erzielten Blutdruckwerten wurden in der Gruppe mit den AT1 Antagonisten weniger Schlaganfälle beobachtet als in der Kontrollgruppe. Insgesamt ergeben sich aus der erwähnten Studie Hinweise, dass AT1 Antagonisten gegenüber anderen Antihypertensiva bei der Verhinderung von Komplikationen bei Hochrisikopatienten überlegen sein können. [Lithell et all, 2003]
Zusammenfassung der Kapitel
2. Das Krankheitsbild Metabolisches Syndrom: Definition der Risikofaktoren wie Übergewicht, Insulinresistenz und Hypertonie sowie Erläuterung der Bedeutung für Folgeerkrankungen.
3. Diabetes mellitus: Differenzierung zwischen den Typen 1 und 2 unter Berücksichtigung ihrer Entstehung, der Bedeutung des Insulins und therapeutischer Ansätze.
4. Adipositas: Analyse der Ursachen und Folgen von Fettleibigkeit, klassifiziert durch den Body-Mass-Index (BMI) nach WHO-Kriterien.
5. Koronare Herzerkrankungen: Untersuchung der Entstehung durch Arteriosklerose, epidemiologische Daten sowie ein detaillierter Vergleich der antihypertensiven Therapiemöglichkeiten.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Plädoyer für ein Umdenken in Richtung Vorsorge und Lebensstiländerung sowie die Rolle der Pharmaindustrie in der Therapiebegleitung.
Schlüsselwörter
Metabolisches Syndrom, Diabetes mellitus, Adipositas, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Hypertensive Therapie, AT1-Antagonisten, ACE-Hemmer, Insulinresistenz, Prävention, kardiovaskuläre Erkrankungen, Lipidstoffwechsel, Wirkungsmechanismus, Lebensstiländerung, Patientencompliance
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Pathophysiologie und Therapie des Metabolischen Syndroms, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Zusammenhang mit Adipositas, Diabetes und der hypertensiven Therapie liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die metabolischen Ursachen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der Vergleich von blutdrucksenkenden Wirkstoffklassen sowie die Bedeutung präventiver Maßnahmen.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Analyse von Therapiestrategien und die Aufklärung über das Krankheitsbild, um durch ein besseres Verständnis die Mortalität und Morbidität bei Betroffenen zu senken.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien (u.a. SCOPE, ONTARGET) sowie der Auswertung epidemiologischer Daten zur Behandlung des Metabolischen Syndroms.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der Krankheitsbilder (Diabetes, Adipositas, Koronare Herzkrankheiten) und deren medikamentöse Behandlung durch AT1-Antagonisten und ACE-Hemmer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Metabolisches Syndrom, Diabetes, Adipositas, Hypertonie, AT1-Antagonisten, ACE-Hemmer und Prävention sind die maßgeblichen Begriffe.
Warum schneiden AT1-Antagonisten im Vergleich zu ACE-Hemmern bei der Verträglichkeit oft besser ab?
Da AT1-Antagonisten spezifischer wirken und nicht in den Kininstoffwechsel eingreifen, treten typische Nebenwirkungen wie der trockene Reizhusten deutlich seltener auf.
Welche Rolle spielt die Lebensstiländerung bei der Therapie des Metabolischen Syndroms?
Die Änderung des Lebensstils, insbesondere durch körperliche Aktivität und Ernährungsumstellung, ist entscheidend, um die Insulinresistenz zu verbessern und Folgeschäden zu vermeiden.
Welche Erkenntnis liefert die ONTARGET-Studie in Bezug auf die untersuchten Wirkstoffe?
Die Studie zeigt, dass AT1-Blocker und ACE-Hemmer bei der Zielerreichung kardiovaskulärer Endpunkte gleichwertig sind, jedoch unterschiedliche Profile bei Therapieabbrüchen aufweisen.
Welchen Stellenwert nimmt die Prävention in der Arbeit ein?
Die Prävention wird als Schlüssel zur Senkung langfristiger Kosten und zur Verbesserung der Lebensqualität hervorgehoben, wobei ein gesellschaftliches Umdenken gefordert wird.
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- Bsc Björn Wollthan (Author), 2009, Metabolisches Syndrom und Hypertensive Therapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161679