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Soziale Ungleichheit durch Studiengebühren

Title: Soziale Ungleichheit durch Studiengebühren

Term Paper , 2008 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katja Trümper (Author)

Pedagogy - General
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„Als ‘soziale Ungleichheit’ bezeichnet man (1) wertvolle, (2) nicht absolut gleich und (3) systematisch verteilte, vorteilhafte und nachteilige Lebensbedingungen von Menschen, die ihnen aufgrund ihrer Position im gesellschaftlichen Beziehungsgefüge zukommen.“
Ursachen sozialer Ungleichheit sind Mechanismen und Bestimmungsgründe, durch welche diese Strukturen entstehen. Dies können beispielsweise soziale Vorurteile oder gesellschaftliche Funktionserfordernisse sein. Die soziale Ungleichheit ist auf verschiedenen Dimensionen einer Gesellschaft zu finden, die verschieden ausgeprägt sind. Als klassische Dimensionen sind Einkommen, Prestige und Macht zu sehen, doch in den letzten Jahren haben sich auch neuere Dimensionen herausgeprägt, welche in der Bildung, sowie den Wohn-, Umwelt-, Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsbedingungen angesiedelt sind.
Die Auswirkungen sozialer Ungleichheit werden nicht nur in den äußerlichen Lebensbedingungen deutlich – beispielsweise Reichtum/ Armut und Luxus/ Entbehrung – sondern auch in den alltäglichen Verhaltensweisen, Werthaltungen und Einstellungen. Hier ist ein Unterschied in verschieden Bereichen zu spüren, wo hier nur auszugsweise Optimismus/ Pessimismus, kulturelle Kompetenzen, Kontaktfreudigkeit/ Isolation und ein spezifischer Habitus genannt werden.
Alle diese Auswirkungen sind logische Konsequenzen sozialer Ungleichheit, welche jedem Menschen im Alltag begegnen.
Da die Bundesrepublik Deutschland ein Sozialstaat ist, ist dieser verpflichtet staatliche Maßnahmen zu ergreifen, um soziale Ungleichheiten bis zu einer gesetzlichen Legitimation auszugleichen. Dieses geschieht durch den Artikel 13 des Grundgesetzes, welcher sich auf die Sozialpflichtigkeit des Eigentums bezieht, sowie den Artikel 20 des Grundgesetzes, in welchem die Staatsstrukturprinzipien festgelegt sind.
Dass die staatlichen Maßnahmen nicht ausreichen, um sozialer Ungleichheit vorzubeugen, ist im Alltag ersichtlich und wird auch weiterhin im Laufe dieser Ausarbeitung deutlich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen

2.1. Soziale Ungleichheit

2.2. Bildung

2.3. Studiengebühren

3. Erfahrungen von anderen Ländern durch die Einführung von Studiengebühren

3.1. USA

3.2. Österreich

4. Studiengebühren in Deutschland

4.1. Argumente für und gegen Studiengebühren

4.1.1. Sozialverträglichkeit

4.1.2. Notwendigkeit

4.1.3. Verteilungsgerechtigkeit der Finanzen

4.1.4. Abschreckungseffekt

4.2. Finanzierung

4.2.1. Studienbeitragsdarlehen

4.2.2. Befreiung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Einführung von Studiengebühren in Deutschland und der Entstehung sozialer Ungleichheit, mit dem Ziel, die Auswirkungen der Gebühren auf die Bildungschancen unterschiedlicher Bevölkerungsschichten zu analysieren.

  • Definition der Kernbegriffe Soziale Ungleichheit, Bildung und Studiengebühren.
  • Analyse internationaler Erfahrungen aus den USA und Österreich.
  • Diskussion der Argumente für und gegen Studiengebühren in Deutschland.
  • Untersuchung von Finanzierungsmodellen wie Studienbeitragsdarlehen und Befreiungsmöglichkeiten.
  • Kritische Reflexion der These, dass Studiengebühren soziale Ungleichheit fördern.

Auszug aus dem Buch

3.2. Österreich

Als zweites Staatenbeispiel habe ich mich für das Nachbarland Österreich entschieden, wo seit dem Wintersemester 2001 Studiengebühren von 726 Euro jährlich erhoben werden. Kurz danach sank sowohl die Zahl der Studierenden (-19,5%), als auch die Zahl der Erstsemester (-14,9%) beträchtlich. Der Rückgang der Gesamtstudentenzahl ist sicherlich damit zu erklären, dass einige Studenten nur an einer Universität formal eingeschrieben waren, um die Vorteile studentischer Vergünstigungen in Anspruch nehmen zu können. Doch trotz einer Minderung durch staatliche Förderung (Studiendarlehen), hat sich die Partizipation an der österreichischen Hochschulbildung innerhalb eines Studienjahres so drastisch verringert.13

Wesentlich schwerwiegender ist jedoch, laut Nagel, der Rückgang der Studienanfänger: „Die Anzahl der Studienanfänger ist bei der Einführung der Studiengebühren im Jahresvergleich um 15 % gesunken, obwohl sich das Potential für Hochschulbildung (die Maturanten bzw. Abiturienten) nicht verringert hat. Möglicherweise konnte ein Teil dieses Rückgangs von kürzeren, teilweise gebührenfreien, tertiären Ausbildungen (z.B. an Fachhochschulen und Colleges) absorbiert werden. (…) Die Anzahl der inländischen, ordentlichen Erstzugelassenen ist sogar von 21.196 (Wintersemester 2000/2001) auf 17.961 (Wintersemester 2001/2002) gesunken, ein Rückgang um 15,3 %. In den 3 Jahren davor stieg die Anzahl der Erstzugelassenen um jährlich rund 8 % an.“14

Ein deutlicher Abschreckungseffekt ist hier nicht zu leugnen. Da in Deutschland das Bildungssystem ähnlich aufgebaut ist, sind hinsichtlich der Abschreckung potenzieller Studienbewerber ähnliche Effekte zu erwarten. Es muss folglich damit gerechnet werden, dass die, von den Studiengebühren „abgeschreckten“ Abiturienten auf die Angebote der dualen Berufsausbildung ausweichen. Die Schlussfolgerung davon wäre wiederum, dass für die Haupt- und Realschüler weniger Ausbildungsplatz zur Verfügung stehen und ihre Chancen einen Beruf zu erlernen schwänden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Debatte um Studiengebühren in Deutschland ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich der sozialen Gerechtigkeit.

2. Begriffsdefinitionen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Begriffe Soziale Ungleichheit, Bildung und Studiengebühren für die weitere Analyse definiert.

3. Erfahrungen von anderen Ländern durch die Einführung von Studiengebühren: Dieses Kapitel vergleicht die Auswirkungen von Studiengebühren in den USA und Österreich auf die Studierendenzahlen und die soziale Partizipation.

4. Studiengebühren in Deutschland: Hier werden die Argumente für und gegen die Gebühreneinführung sowie verschiedene Finanzierungs- und Befreiungsmodelle detailliert erörtert.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und argumentiert kritisch gegen die Einführung von Studiengebühren aufgrund der Gefahr zunehmender sozialer Ungleichheit.

Schlüsselwörter

Studiengebühren, Soziale Ungleichheit, Bildung, Deutschland, Österreich, USA, Studienbeitragsdarlehen, Abschreckungseffekt, Sozialverträglichkeit, Verteilungsgerechtigkeit, Hochschulbildung, Bildungsfinanzierung, Studienanfänger, Berufsausbildung, Sozialstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der gesellschaftspolitischen Debatte über die Einführung von Studiengebühren in Deutschland und deren Auswirkung auf die soziale Gerechtigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Definitionen von Bildungsbegriffen, die Analyse internationaler Fallbeispiele, Argumente der Befürworter und Gegner sowie die Finanzierungsmöglichkeiten durch Darlehen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, ob Studiengebühren die soziale Ungleichheit verschärfen und ob sie ein taugliches Mittel zur Hochschulfinanzierung darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Fachliteratur, Expertenmeinungen und empirischen Daten aus anderen Ländern basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Erfahrungen in den USA und Österreich, diskutiert die Sozialverträglichkeit und Notwendigkeit der Gebühren und beleuchtet die Praxis der Studienbeitragsdarlehen und Befreiungsgründe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Studiengebühren, Soziale Ungleichheit, Bildung, Abschreckungseffekt und Verteilungsgerechtigkeit.

Wie unterscheidet sich die Situation der Begabtenförderung von anderen Studierenden?

Begabte Studenten werden durch Stipendien oder Gebührenbefreiungen gefördert, während weniger Begabte, aber dennoch Qualifizierte, durch finanzielle Hürden benachteiligt werden.

Welche Bedenken äußert die Autorin hinsichtlich der dualen Ausbildung?

Es besteht die Sorge, dass "abgeschreckte" Abiturienten verstärkt auf Ausbildungsplätze drängen, wodurch für Haupt- und Realschulabsolventen die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sinken.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Soziale Ungleichheit durch Studiengebühren
College
University of Marburg
Grade
2,0
Author
Katja Trümper (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V161733
ISBN (eBook)
9783640751075
ISBN (Book)
9783640751655
Language
German
Tags
Soziale Ungleichheit Studiengebühren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Trümper (Author), 2008, Soziale Ungleichheit durch Studiengebühren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161733
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