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Strategien im Schulalltag. Der Einfluss von ADHS-Merkmalen auf das Lernverhalten in der Oberstufe

Title: Strategien im Schulalltag. Der Einfluss von ADHS-Merkmalen auf das Lernverhalten in der Oberstufe

Master's Thesis , 2025 , 60 Pages

Autor:in: Emilia Mnich (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen ADHS-Merkmalen und der Nutzung von Lernstrategien bei Schüler:innen der gymnasialen Oberstufe. Im Zentrum steht die Frage, wie sich unterschiedliche Ausprägungen von ADHS-Symptomen – insbesondere Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität – auf das strategische Lernverhalten auswirken. Besonderes Augenmerk gilt dabei metakognitiven Strategien (wie Planen, Überwachen und Regulieren) sowie dem Management interner Ressourcen (wie Aufmerksamkeit und Zeit).

Basierend auf einer empirischen Erhebung an zwei Gymnasien in Schleswig-Holstein wird analysiert, ob und wie sich ausgeprägtere ADHS-Merkmale mit einer reduzierten Nutzung effektiver Lernstrategien verbinden. Der Fokus liegt sowohl auf allgemeinen Lernprozessen als auch auf dem digitalen Lernen, das im schulischen Alltag zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Die Zielsetzung dieser Arbeit besteht darin, pädagogisch relevante Erkenntnisse über die Lernvoraussetzungen von Schüler:innen mit ADHS-Merkmalen zu gewinnen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, gezielte Fördermaßnahmen im Unterricht zu entwickeln und die individuelle Lernunterstützung im schulischen Kontext zu optimieren. Damit leistet die Arbeit einen praxisorientierten Beitrag zur inklusiven Schulentwicklung und zur Stärkung selbstregulierten Lernens.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • I. Abbildungsverzeichnis..................................................................................................5
  • II. Tabellenverzeichnis....................................................................................................5
  • 1. Einleitung.....................................................................................................................7
  • 2. Theoretischer Hintergrund..............................................................................................9
    • 2.1 ADHS................................................................................................................9
    • 2.2 Lernstrategien....................................................................................................14
    • 2.3 Zwischenfazit und Hypothesen...........................................................................19
  • 3. Methodik.....................................................................................................................21
    • 3.1 Teilnehmende und Design..................................................................................21
    • 3.2 Materialien........................................................................................................21
    • 3.3 Messinstrumente................................................................................................22
    • 3.4 Durchführung.....................................................................................................25
    • 3.5 Datenanalyse.....................................................................................................26
  • 4. Ergebnisse..................................................................................................................27
    • 4.1 Deskriptive Ergebnisse.....................................................................................27
    • 4.2 Statistische Analyse..........................................................................................28
  • 5. Diskussion..................................................................................................................31
    • 5.1 Interpretation der Hypothesen...........................................................................31
    • 5.2 Limitationen und Anregungen für zukünftige Forschung...................................35
    • 5.3 Implikationen für die schulische Praxis..............................................................40
    • 5.4 Fazit..................................................................................................................42
  • 6. Literaturverzeichnis...................................................................................................45
  • 7. Anhang.......................................................................................................................51

Zielsetzung & Themen

Diese Masterarbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen der Ausprägung von ADHS-Merkmalen und der Nutzung von Lernstrategien bei Oberstufenschüler:innen. Das primäre Ziel ist es, zu klären, inwieweit eine stärkere Ausprägung von ADHS-Merkmalen mit einer geringeren Nutzung allgemeiner Lernstrategien sowie spezifischer metakognitiver Strategien und Strategien zum Management interner Ressourcen verbunden ist. Die Forschungsfragen zielen darauf ab, ein differenziertes Bild der Zusammenhänge zu erhalten, um gezielte Unterstützungsangebote für betroffene Schüler:innen in der pädagogischen Praxis entwickeln zu können.

  • ADHS-Merkmale und ihre Ausprägung bei Jugendlichen.
  • Definition und Klassifikation von Lernstrategien.
  • Der Einfluss von ADHS auf selbstreguliertes Lernen und schulische Leistungen.
  • Nutzung von metakognitiven Strategien und Ressourcenmanagement.
  • Untersuchung von Lernstrategien im Kontext digitaler Medien.
  • Implikationen der Forschungsergebnisse für die schulische Praxis.

Auszug aus dem Buch

2.1 ADHS

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zählt zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Die Prävalenz von ADHS wird international auf etwa 5–7 % bei Kindern und Jugendlichen geschätzt, wobei sich Symptome häufig bis ins Erwachsenenalter fortsetzen (Barkley, 2015; Schneider et al., 2019; Steinhausen et al., 2024). ADHS ist durch ein persistierendes Muster von Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität gekennzeichnet (Schneider et al., 2019). Diese Symptome treten in einem Ausmaß auf, das nicht dem jeweiligen Entwicklungsstand entspricht, und führen zu deutlichen Beeinträchtigungen in verschiedenen Lebensbereichen, insbesondere im schulischen, familiären und sozialen Umfeld (Steinhausen et al., 2024). Betroffene Kinder zeigen eine geringe Fähigkeit zur fokussierten und anhaltenden Konzentration, lassen sich leicht ablenken und haben Schwierigkeiten, Aufgaben zu strukturieren oder Anweisungen umzusetzen (Schneider et al., 2019). Charakteristisch sind zudem motorische Unruhe und mangelnde Impulskontrolle, die sich in impulsivem Verhalten, geringer Frustrationstoleranz und sozialen Regelverstößen äußern und die Alltagsbewältigung sowie soziale Interaktionen deutlich beeinträchtigen können (Steinhausen et al., 2024).

2.1.1 Diagnose und Klassifikation

ADHS wird international anhand der Klassifikationssysteme International Classification of Diseases (ICD-11) der World Health Organization (WHO) und des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5) der American Psychiatric Association diagnostiziert (APA, 2013; WHO, 2025; Schneider et al., 2019; Steinhausen et al., 2024). Beide Systeme ordnen ADHS den neuronalen Entwicklungsstörungen zu und beschreiben sie als Störung mit Beginn in der Kindheit – typischerweise vor dem zwölften Lebensjahr mit mindestens sechs Monate andauernden Symptomen, die in mehreren Lebensbereichen auftreten und eine klinisch bedeutsame Beeinträchtigung verursachen (WHO, 2025; Steinhausen et al., 2024). Für die Diagnose müssen mindestens sechs von neun möglichen Symptomen im Bereich der Unaufmerksamkeit oder Hyperaktivität/Impulsivität vorliegen (WHO, 2025). Entscheidend ist, dass das Verhalten deutlich über altersentsprechende Normen hinausgeht und nicht allein durch andere psychische Erkrankungen erklärbar ist (WHO, 2025). Eine differenzierte Beurteilung stellt sicher, dass es sich nicht lediglich um temperamentbedingte Auffälligkeiten handelt, sondern um Symptome mit erheblichen Alltagsbeeinträchtigungen, z. B. in Schule, Familie oder im sozialen Umfeld (WHO, 2025). Im Vergleich zur ICD-10 bleiben die diagnostischen Kriterien in der ICD-11 weitgehend bestehen, neu ist jedoch die Einteilung in drei Subtypen: vorwiegend unaufmerksamer Typ, vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ und der kombinierte Typ. Eine ehemals komorbide Diagnose mit einer Störung des Sozialverhaltens wird nun als separate Störung klassifiziert (Neuhaus, 2023; Steinhausen et al., 2024).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel betont die Relevanz von Lernstrategien für schulisches Lernen und führt in die Problematik ein, wie ADHS-Merkmale die Nutzung dieser Strategien bei Oberstufenschüler:innen beeinträchtigen können, und leitet die Forschungsfragen ab.

2. Theoretischer Hintergrund: Hier werden die Konzepte ADHS und Lernstrategien detailliert erläutert, einschliesslich ihrer Definitionen, Klassifikationen und diagnostischen Kriterien, sowie der bisherige Forschungsstand zu ihrem Zusammenhang dargestellt.

3. Methodik: Dieses Kapitel beschreibt das Studiendesign als nicht-experimentelle, quantitative Querschnittsuntersuchung mit 131 Oberstufenschüler:innen, die verwendeten Messinstrumente (LIST, SWAN-DE-SB) und die Datenanalyseverfahren.

4. Ergebnisse: Die deskriptiven und statistischen Ergebnisse der Studie werden präsentiert, wobei die signifikanten Korrelationen zwischen ADHS-Merkmalen und der Nutzung von Lernstrategien sowie die Überprüfung der Hypothesen im Fokus stehen.

5. Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, Limitationen der Studie erörtert, Anregungen für zukünftige Forschung gegeben und praktische Implikationen für die schulische Praxis abgeleitet, insbesondere im Hinblick auf die Förderung von Lernstrategien bei ADHS-betroffenen Schüler:innen.

Schlüsselwörter

ADHS, Lernstrategien, Oberstufe, Selbstregulation, Metakognition, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Impulsivität, digitales Lernen, quantitative Forschung, schulische Leistungen, Ressourcenmanagement, Skill-Will-Thrill-Modell, LIST-Inventar, SWAN-Skala.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Merkmalen der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und der Nutzung von Lernstrategien bei Oberstufenschüler:innen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind ADHS-Merkmale (Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Impulsivität), verschiedene Arten von Lernstrategien (kognitive, metakognitive, Ressourcenmanagement) und deren Anwendung im schulischen Kontext, insbesondere auch im digitalen Lernen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es herauszufinden, inwieweit eine stärkere Ausprägung von ADHS-Merkmalen mit einer geringeren Nutzung von Lernstrategien, insbesondere metakognitiven Strategien und solchen zum Management interner Ressourcen, einhergeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Studie verwendet eine nicht-experimentelle, quantitative Querschnittsuntersuchung mittels Online-Fragebögen (LIST und SWAN-DE-SB) und qualitativen offenen Fragen bei einer Stichprobe von 131 Oberstufenschüler:innen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt den theoretischen Hintergrund von ADHS und Lernstrategien, die Methodik der Studie (Teilnehmende, Materialien, Messinstrumente, Durchführung, Datenanalyse) sowie die deskriptiven und statistischen Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie ADHS, Lernstrategien, Oberstufe, Selbstregulation, Metakognition, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Impulsivität, digitales Lernen, quantitative Forschung und schulische Leistungen.

Welche Rolle spielt das "Skill–Will–Thrill"-Modell von Hattie in dieser Arbeit?

Das "Skill–Will–Thrill"-Modell von Hattie dient als theoretische Grundlage, um zu verdeutlichen, dass erfolgreiches Lernen nicht nur von kognitiven Fähigkeiten ("Skill"), sondern auch von Motivation ("Will") und Lernfreude ("Thrill") abhängt, und hilft, die Lernschwierigkeiten bei ADHS-Betroffenen zu kontextualisieren.

Welche Limitationen der Studie werden diskutiert?

Diskutiert werden Limitationen wie ein potenzieller Selektionsbias bei der Stichprobe (fokus auf leistungsstärkere Schüler:innen), die retrospektive Selbsteinschätzung der Lernstrategien, die geringe diagnostische Aussagekraft der verwendeten Instrumente bezüglich klinischer Diagnosen, sowie methodische Grenzen bei der Erfassung impliziter Lernprozesse.

Gibt es praktische Implikationen für die schulische Praxis?

Ja, die Studie empfiehlt, Lehrkräfte gezielt in der Vermittlung metakognitiver Strategien zu schulen, einfache Lernstrategien anzuerkennen, schulische Diagnostik flexibler zu gestalten und strukturierte, motivierende Lernumgebungen für Schüler:innen mit ADHS zu fördern.

Was war das Hauptergebnis der ersten Hypothese?

Die erste Hypothese, dass eine stärkere Ausprägung von ADHS-Merkmalen mit einer geringeren Nutzung von Lernstrategien einhergeht, konnte signifikant bestätigt werden, was auf einen negativen Zusammenhang zwischen beiden Faktoren hinweist.

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Details

Title
Strategien im Schulalltag. Der Einfluss von ADHS-Merkmalen auf das Lernverhalten in der Oberstufe
Author
Emilia Mnich (Author)
Publication Year
2025
Pages
60
Catalog Number
V1617455
ISBN (PDF)
9783389157497
ISBN (Book)
9783389157503
Language
German
Tags
ADHS bei Jugendlichen Lernstrategien Oberstufe Metakognitive Strategien Schule Selbstreguliertes Lernen ADHS Digitales Lernen Gymnasium
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Emilia Mnich (Author), 2025, Strategien im Schulalltag. Der Einfluss von ADHS-Merkmalen auf das Lernverhalten in der Oberstufe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1617455
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