Die Qualität politischer Talkshows – Eine vergleichende Analyse am Beispiel von „Sabine Christiansen“ und „Anne Will“


Magisterarbeit, 2008
130 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. PROBLEMSTELLUNG

3. MASSENMEDIEN - ÖFFENTLICHKEIT - POLITIK
3.1 Die Bedeutung von Massenmedien für moderne Demokratien
3.2 Die besondere Rolle des Fernsehens
3.3 Politische Öffentlichkeit und öffentliche Meinung
3.4 Politainment

4. DIE POLITISCHE TALKSHOW
4.1 Die Entstehung des Genres Talkshow
4.2 Talkshows - eine Typologisierung
4.3 Sabine Christiansen
4.4 Anne Will
4.5 Normative Ansprüche an politische Talkshows
4.5.1 Ideale Diskurse und reale Diskurse
4.5.2 Inszenierung
4.5.3 Fragmentierung
4.5.4 Resümee

5. JOURNALISTISCHE QUALITÄT
5.1 Die Qualitätsdebatte
5.2 Qualität von Informationssendungen im Fernsehen Exkurs: Unterhaltungsqualität - der Faktor Extravaganz
5.3 Die Qualität der Moderation politischer Talkshows
5.3.1 Aktivität
5.3.2 Kritik
5.3.3 Substanz

6. ANALYSE
6.1 Forschungsdesign
6.2 Auswahl der untersuchten Sendungen
6.3 Inhaltsanalytische Kategorien
6.4 Ergebnisse und Interpretation

7. FAZIT UND AUSBLICK

8. LITERATUR

ANHANG
Codebuch
Transkript der qualitativen Erhebung

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Politische Funktionen von Massenmedien

Abbildung 2: Qualitätsmaßstäbe als abhängige Variable

Abbildung 3: Verfahren zur Qualitätsbewertung

Abbildung 4: Qualitätsmaßstäbe zur Beurteilung der Programmqualität

Abbildung 5: Dimensionen der Moderation und darauf bezogene kritische Diagnosen S. 64 Abbildung 6: Types of media content analysis compared

Abbildung 7: Themenkomplexe bei „Sabine Christiansen"

Abbildung 8: Themenkomplexe bei „Anne Will"

Abbildung 9: Ausgewähltes Untersuchungsmaterial

Abbildung 10: Dimensionen der Moderation und ihre Operationalisierung

Abbildung 11: Übernahme des Rederechts

Abbildung 12: Art der Fragen

Abbildung 13: Fragen mit und ohne Hintergrund

Abbildung 14: Responsivität der Adressaten

Abbildung 15: Themenverlauf bei Sabine Christiansen - 1. Sendung

Abbildung 16: Themenverlauf bei Anne Will - 1. Sendung

Abbildung 17: Themenverlauf Sabine Christiansen 2. Sendung

Abbildung 18: Themenverlauf Anne Will -2. Sendung

Tabelle 1: Formale Sendungsdaten

Tabelle 2: Typ der Moderatoren-Turns

Tabelle 3: Dominierende Fragerichtung

Tabelle 4: Grad der toughness

Tabelle 5: Ausweichmanöver der Adressaten

Tabelle 6: Themenübersicht 1. Sendung - Abgeordnetengehälter

Tabelle 7: Themenübersicht 2. Sendung - Soziale Gerechtigkeit S.

„Der Gefährdung des demokratischen Diskurses durch die Kommerzialisierung und damit einhergehende Trivialisierung der öffentlichen Kommunikation muss der öffentlich­rechtliche Rundfunk durch Vermittlung von relevanten Informationen und Orientierungswissen entgegenwirken." (Peter VOß 1999, ehemaliger ARD-Intendant)

„Sie herrscht als unangefochtene Quoten-Queen. Die Mächtigen und Aufgeblasenen kommen gern zu ihr. Sie wissen: Christiansen wird die drei Fragen stellen, die auf ihrem Zettel stehen, und fortan sind sie unter sich."

(Matthias Matussek, zitiert nach Basak 2002, S. 51)

1. Einleitung

Beliebt beim Publikum, verhasst bei ihren Kritikern: Kaum eine Figur des Fernsehens polarisierte in den vergangenen Jahren so sehr wie die Moderatorin Sabine Christiansen. Ihre gleichnamige Talkshow1 diente den Nörglern als Projektionsfläche für den Untergang der Diskussionskultur, der Politik oder gleich des ganzen Abendprogramms - derweil sie heraus­ragende Einschaltquoten von über fünf Millionen Zuschauern2 einfuhr. Damit war „Sabine Christiansen" die bis dato erfolgreichste Talkshow im deutschen Fernsehen; folgerichtig wurde sie vom Intendanten Jobst Plog als „erfolgreichste Programminnovation der letzten Jahre im deutschen Fernsehen“ (epd 1999) gefeiert. Unbestritten stellte der Talk ein „wichtiges Forum öffentlicher Inszenierung politischer Meinungen in der deutschen Medienöffentlichkeit“ (Dörner 2001, S. 16) dar. Dennoch wurde wohl selten zuvor eine Fernsehsendung mit solch einer bemerkenswerten Kontinuität kritisiert, kommentiert, schlechtgemacht. Neben der allseits attestierten journalistischen Unfähigkeit Christiansens rückte häufig ein Unbehagen an der Selbstinszenierung der Gäste, am fehlenden inhaltlichen Tiefgang der Diskussionen sowie an ihrer Einseitigkeit in den Mittelpunkt der Kritik.

Alles nur Neid und die übliche Kollegenschelte? - Zumindest nicht ausschließlich, lässt sich einigen wissenschaftlichen Studien entnehmen, die sich explizit mit dem Phänomen „Sabine Christiansen“ auseinandergesetzt haben.

Im Juni 2006 gab die Talkshow-Moderatorin ein baldiges Ende ihrer Sendung bekannt. Daraufhin wussten sich viele ihrer journalistischen Kollegen vor Begeisterung kaum noch zu halten. Mit der personellen Neubesetzung durch Anne Will und einer Fortführung des Formats auf dem angestammten Sendeplatz am Sonntagabend keimte allerorten die Hoffnung auf mehr Qualität auf. Fundierte Diskussionen, mehr inhaltliche Substanz, weniger Möglichkeiten für die Gäste sich aus der argumentativen Verantwortung zu stehlen, weniger Selbstinszenierung: all das waren die Hoffnungen, die sich zahllosen Vorberichten über den Antritt von Anne Will entnehmen ließen. Wie also ist es um die Qualität der Nachfolgesendung bestellt - ist sie tatsächlich besser?

Da „Anne Will“ zum Zeitpunkt der Untersuchung erst seit vier Monaten ausgestrahlt wird, liegen dementsprechend noch keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse in Bezug auf die Fragestellung vor. Rezensionen, vor allem in den überregionalen Printmedien, zeichnen ein Bild, das von mäßiger Kritik bis zu verhaltenem Lob reicht. Die vorliegende Arbeit will die in den Medien unternommenen Analysen aus der wissenschaftlichen Perspek­tive ergänzen, indem die journalistische Qualität von „Anne Will“ und „Sabine Christiansen“ anhand intersubjektiv nachvollziehbarer Kriterien vor einem offengelegten theoretischen Hintergrund verglichen wird. Das Hauptaugenmerk der Untersuchung wird dabei, anknüp­fend an viele der geäußerten Kritiken und Hoffnungen, auf der Leistung der Moderation liegen, zumal diese einen wesentlichen Teil zum Gelingen einer Sendung beiträgt.

Eine detaillierte Auffächerung der Problemstellung findet sich in Kapitel 2. Für die Fragestellung unerlässlich ist eine funktionale und normative Verortung des Untersuchungs­gegenstandes „Politische Talkshow“. Diese erstreckt sich von einer allgemeinen Betrachtung der Rolle von Massenmedien in modernen Demokratien über die Funktionen politischer Öffentlichkeit bis hin zur Beschreibung des Phänomens „Politainment“, in dem sich solche Sendungen bewegen (Kapitel 3). Darauf folgt eine detaillierte Beschreibung und Typologi- sierung des Forschungsgegenstandes sowie ein Blick auf mögliche normative Ansprüche an politische Gesprächssendungen (Kapitel 4). Darüber hinaus wird zu ergründen sein, was unter journalistischer Qualität zu verstehen ist und wie dieser Begriff für eine Untersuchung fruchtbar gemacht werden kann (Kapitel 5). Anschließend soll das Forschungsdesign be­stimmt werden, daran anknüpfend findet die inhaltsanalytische Betrachtung zweier jeweils thematisch unmittelbar miteinander vergleichbarer Sendungen von „Sabine Christiansen“ und „Anne Will“ statt (Kapitel 6). Zu guter Letzt folgen das Resümee der Studie sowie ein Ausblick auf offengebliebene Fragen und weiteren Forschungsbedarf (Kapitel 7).

2. Problemstellung

„Ohne funktionierenden Journalismus keine Demokratie.“

(Langenbucher, zitiert nach Wallisch 1995, S. 150)

Politische Talkshows sind ein fester und unverzichtbarer Bestandteil des deutschen Fernseh­angebots geworden, mehr noch: Sie sind zu bedeutenden Foren für politische Akteure avanciert und prägen damit die politische Kultur in Deutschland. Im gegenwärtigen System überwiegend medial vermittelter Politik bietet schließlich „allein die mediale Präsenz“ der Parteien und Politiker eine notwendige „Legitimationsgrundlage für den politischen Betrieb“ (Leif 2002, S. 78). Dass politische Gesprächssendungen sich anhaltender und in den ver­gangenen Jahren wieder zunehmender Beliebtheit erfreuen (vgl. Tenscher/Schicha 2002), kann als folgerichtige Entwicklung gesehen werden, kommt doch die Talkshow „der Urform menschlicher Kommunikation nahe, die sich meist im Dialog vollziehe. Diese Form, an die der Mensch sich in Jahrmillionen angepasst habe, sei am effizientesten“ (Bamme/ Kotzmann/Reschenberg 1993, S. 10). Wolfgang Thierse bezeichnete politische Talkshows zwar einmal als „folgenlose Unterhaltung“ (Thierse 2007), m. E. verhält es sich jedoch anders: Politische Talkshows erfüllen wichtige gesellschaftliche und demokratietheoretische Funk­tionen, sie informieren, sie ermöglichen Meinungsbildung und in ihnen wird durch Kritik an politischen Sachverhalten Kontrolle über politisches Handeln ausgeübt. Auch sind Polit-Talks aufgrund der nachrichtlichen Verwertung von Politikeraussagen, einer Zuspitzung oder Fortsetzung der politischen Debatte und der Anschlusskommunkation in der Bevölkerung bei Weitem kein folgenloses Geschwätz. Diese Ansicht stützt der in der mittlerweile reichhaltigen wissenschaftlichen Diskussion um Politikvermittlung gebrauchte Terminus der „Talkshowisierung“3 des Politischen (Tenscher 1998a, S. 22). Die Darstellung politischer Themen findet demnach zunehmend in Talkshows statt, während politische Magazine, Dokumentationen und Reportagen - allesamt Kennzeichen eines kritischen Informations­journalismus - quantitativ und qualitativ marginalisiert werden4 (vgl. Kusebauch, S. 3). Nicht nur für Politiker und Programmmacher, auch für die Zuschauer haben politische Gesprächs- Sendungen eine immense Bedeutung gewonnen. Die meisten Zuschauer dieses Formats in den öffentlich-rechtlichen Programmen schätzen deren Informationswert als hoch ein und ziehen es bevorzugt zum Erwerb aktuellen politischen Wissens heran (vgl. van Eimeren/Gerhard 1998, S. 604). Vor allem in Phasen bundespolitischer Wahlkämpfe steigt die Nutzung von Polit-Talks erheblich an (vgl. Tenscher 1998a). Bislang sind konkrete Studien zur Wirkung inszenierter Politikdarstellung ausgeblieben, dennoch darf angesichts einer von den Rezipienten unterstellten hohen Informationsqualität und Glaubwürdigkeit insbesondere der politischen Informationsangebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender angenommen werden, dass das Gezeigte und Gesagte in solchen Foren politischer Öffentlichkeit einen maßgeblichen Einfluss auf die politische Meinungs- und Willensbildung der Fernsehzuschauer hat.

„Sabine Christiansen“ war während des Zeitraums der Ausstrahlung 1998 bis 2007 eines der quotenstärksten publizistischen Angebote im deutschen Fernsehen, Marktführer im Segment politischer Gesprächssendungen und somit die für die politische Meinungsbildung folgenreichste Talkshow im deutschen Fernsehen (vgl. Schultz 2004, S. 298).

Die Person des Moderators dient dabei maßgeblich als Identifikationsfigur einer Sendung und ist somit auch „Kristallisationspunkt für Lob und Kritik“ (Steinbrecher/Weiske 1992, S. 75). Gerade mit Kritik wurde Sabine Christiansen bedacht, immer wieder wurde ihr vorgeworfen, „Gespräche unzureichend zu kontrollieren, zu wenig die Rolle eines kritischen Journalisten zu übernehmen, und durch gehaltlose, boulevardeske und personalisierende Fragen“ (Schultz 2004, S. 293) das Potenzial des Formats politische Talkshow zu verspielen.

„Wer sich wirklich für Politik interessiert, hat von diesen Begegnungen nicht viel. [] Sabine Christiansen [...] [ist] wie das Fernsehen selbst: redundant, simplifizierend, flüchtig, unpolitisch.“ (Brunst, zitiert nach Schicha 2003, S. 190)

„Obwohl die Sendungen hohe Marktanteile und Imagegewinne für die [...] öffentlich­rechtlichen Anstalten erreichen und als Faktor und Motor in aktuellen politischen und gesellschaftlichen Diskursen wirken, bei denen Seriosität und ein hohes Maß an Gesprächskultur suggeriert werden soll, fehlt es in den Sendungen an Hintergrund­informationen, der Vermittlung von Detailinformationen und Zusammenhängen.“

(Schicha 2003, S. 190)

Von politischen Talkshows wurde und wird offenbar erwartet, dass die dort Anwesenden nicht nur rhetorische Floskeln von sich geben, sondern ernsthaft argumentieren, sich sachlich auseinandersetzen und ihre Positionen begründen und rechtfertigen. Im Rekurs auf diskurstheoretisch fundierte Prämissen, die ein Ringen um das beste Argument und reine Lösungsorientierung postulieren, offenbart sich der Gegensatz zwischen Ideal und Realität auf besonders starke Weise. So wurde bei „Sabine Christiansen“ „auf Medienberühmtheiten gesetzt, die ihren alltäglichen Parteienkampf auf Kosten der Nicht­anwesenden austragen konnten. Nicht Inhalte und Lösungsorientierung, sondern einschaltquotentaugliche ,Köpfe‘ standen im Vordergrund.“ (Schaffar, S. 145)

Doch muss eine als Unterhaltungsformat deklarierte Fernsehsendung tatsächlich ernsthafte Diskussionen liefern5 ? In der Literatur werden diskurstheoretische Ideale immer wieder als Maßstab für solche Sendungen herangezogen, auch die Medienkritik verwies stets auf die mangelhafte Erfüllung von Mindestanforderungen an solch inszenierte politische Gespräche.

„Gesprächsinhalt und -organisation dienen, entgegen diskurstheoretischen Idealen nicht vornehmlich der rationalen Klärung einer Kontroverse, nicht dem Sachargument als solchem, sondern auch und vor allem dem medialen Effekt. Fernsehtalkshows wollen in der Regel nicht nur informieren, sondern vor allem unterhalten. Politische Fernsehtalkshows sollten bestenfalls beides in einem erreichen.“ (Tenscher 1998a, S. 15)

Im Kampf um Marktanteile und Quoten können sich die Produzenten politischer Talkshows dem Anspruch der Zuschauer auf die unterhaltende Funktion des Mediums Fernsehen nicht verweigern. Für die Unterhaltsamkeit solcher Sendungen sind die Lebhaftigkeit der Diskussion, Kurzweiligkeit und Originalität bzw. die Authentizität der Akteure maßgeblich. Nicht selten aber mündet die Diskussion im Fernsehen in Selbstdarstellung, in ein bloßes Zurschaustellen von Meinungen, in Wortgefecht und Schlagabtausch - kurz: in die „Theatralisierung des Politischen“ (Meyer/Ontrup/Schicha 2000), die den „feel-good-Faktor“ (Dörner 2001) des Zuschauers erhöht. Dramatisierung, Ritualisierung, Visualisierung und Personalisierung sind dabei die gängigen Muster, mit denen Politik inszeniert wird, um die komplexen politischen Themen publikumswirksam zu vermitteln. Inwieweit daneben ein lösungsorientierter, substanzieller Diskurs noch bestehen kann, ist nach Ansicht zahlreicher Kritiker des Politainments fraglich. Die angedeuteten Tendenzen zur Selbstdarstellung politischer Akteure zu begrenzen und eine ernsthafte Gesprächsführung einzufordern, damit Polit-Talks einen substanziellen Beitrag zu Information und Meinungsbildung leisten, hängt entscheidend von der Leistung der Moderation ab (vgl. Steinbrecher/Weiske 1992; Basak 2002; Schultz 2004; Schicha 2003; Schultz 2006). Denn diese kann Politikern die thematische und argumentative Okkupation einer Diskussionsrunde erheblich erschweren.

Dass Politiker von ihrer Sache überzeugen wollen, die Maximierung von Zustimmung und als Konsequenz mehrheitsfähige Entscheidungen anstreben, kann als selbstverständlich erachtet werden. Rücken jedoch demagogische oder populistische Elemente in den Vordergrund politischer Argumentation, ist der Moderator gefragt, ebendiese zu entlarven - z.B. indem Fragen nach der Realisierbarkeit der vermeintlich plausiblen Vorschläge gestellt werden, oder der Gesprächsteilnehmer unmittelbar mit einer Gegenposition konfrontiert wird und infolgedessen seine postulierten Geltungsansprüche zu rechtfertigen hat. Daher bedarf es seitens der Moderation neben angemessener rhetorischer und fachlicher Kompe­tenz einer aktiven Rolle mit einer guten Portion Durchsetzungsvermögen.

In welcher Qualität diese Sendungen einen Beitrag zur Information und Meinungsbildung leisten, hängt also nicht nur von den Teilnehmern und dem diskutierten Thema ab, sondern maßgeblich von der Gesprächsführung des Moderators. Dessen Rolle sowie Maßstäbe zu einer Bewertung bleiben in der Literatur jedoch weitgehend ungeklärt. Lediglich Schultz (2004/2006) und Basak (2002) haben empirische Studien explizit zur Qualität der Moderation politischer Gesprächssendungen vorgelegt. Einige Aufsätze erhoben größtenteils formale Sendungsdaten (vgl. Tenscher 1998a) oder näherten sich dem Phänomen auf normative Weise (vgl. Holly/Kühn/Püschel 1986/1989; Schicha 2003). Ferner liegen Untersuchungen zum Interviewerverhalten in Wahlkampfsendungen (Tapper 1998; Moke/Quandt/Tapper 1999; Tapper/Quandt 2003) bzw. Talkshows allgemein vor (vgl. Steinbrecher/Weiske 1992; Tenscher/Schicha 2002), die eine Reihe nützlicher Hinweise liefern.

Im Lichte der harschen Kritik an ihrer Vorgängerin stellt sich die Frage, ob Anne Will es schafft im Rahmen des für dieses Format Möglichen eine sachliche Diskussion zu leiten, die auf fundierten Informationen aufbaut, übertriebene Selbstpräsentation und rhetorische Winkelzüge der Akteure zu entlarven und ihnen Einhalt zu gebieten, kurz: eine rationale, vernunftorientierte, informative Runde zu gestalten und zu moderieren?

Zumindest einige Medienkritiker bescheinigten ihr eine weitaus höhere journalistische Kompetenz und größeres Durchsetzungsvermögen:

„Entspannt und souverän leitete sie die Diskussion und traute sich im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin durchaus auch mal nachzuhaken und zu unterbrechen, wenn die Politiker sich zu sehr im Wahlkampf-Geschwätz verzettelten.“ (Blessenohl 2007)

Die vorliegende Studie hat es sich zum Ziel gesetzt, die qualitative Leistung beider Moderatorinnen miteinander zu vergleichen. Die Moderation als eine isolierte Variable aus dem Konglomerat der Qualitätsfaktoren von politischen Talkshows zu betrachten ergibt insofern Sinn, als die wesentlichen, für eine Demokratie respektive ihre Diskussionskultur oben dargestellten Leistungen von Polit-Talks hauptsächlich von der Qualität der Moderation determiniert werden. Die Faktoren der wesentlich allgemeineren Sendungsqualität (vgl. Schatz/Schulz 1992; Schmidt 2007)6, die eher unter professionsspezifischen Gesichtspunkten subsumiert werden können, sollen hier zwar kurz umrissen, für die weitere Untersuchung jedoch vernachlässigt werden, da sie einer Antwort auf die Fragestellung nicht in vollem Umfang gerecht werden.

3. Massenmedien - Öffentlichkeit - Politik

„Damit der Bürger umfassend informiert werden kann, muss die Presse7 als orientierende Kraft Informationen vermitteln und Stellung in der öffentlichen Auseinandersetzung beziehen. Ihre Aufgabe wird darin gesehen, in einem Prozess ständiger geistiger Auseinandersetzung den Kampf der Meinungen als schlechthin konstituierendes Merkmal einer freiheitlich demokratischen Staatsordnung zu gewährleisten. Der Rundfunk soll eine Verbindung zwischen Staatsvolk und Staatsorganen schaffen und eine Kontrollfunktion gegenüber dem Staat, den Gerichten und der Verwaltung ausüben [...]. Es gehört zu seinen Aufgaben, Missstände aufzuspüren, aufzuzeigen und transparent zu machen.“ (Meyer/Ontrup/Schicha, S. 100)

In modernen, funktional ausdifferenzierten Gesellschaften mit spezifizierten Subsystemen bedarf es der Medien, um den Großteil des kommunikativen Austauschs zwischen den jeweiligen Subsystemen herzustellen und dauerhaft zu gewährleisten. Den Medien fällt hier in funktionaler Hinsicht eine entscheidende Vermittlerrolle im integrativen Prozess moderner Gesellschaften zu (vgl. Ruß-Mohl 2003, S. 26). In modernen Demokratien8 als unerlässlich erweisen sich die Medien insbesondere im Vermittlungsprozess zwischen der Politik und der Öffentlichkeit (ebd., S. 21).

Ein wesentlicher Teil der Legitimationsgrundlage des politischen Systems speist sich aus der Transparenz politischen Handelns und dessen öffentlicher Rechtfertigung, welche in erster Linie durch Massenmedien hergestellt und vermittelt werden. In unserer Epoche ist das Hauptwerkzeug der Kommunikation in politisch-gesellschaftlichen Diskursen der Fernseher (vgl. Meyer 2001, S. 49). Daher wird das gegenwärtige Gesellschaftssystem in Deutschland auch als „Mediendemokratie" (vgl. Meyer 2001; Meckel 2002; Sarcinelli 2005; Hall 2007) bezeichnet. Den Medien mit ihren spezifischen Selektions- und Transportmechanismen wird somit große Bedeutung im politischen Prozess unserer Gesellschaft beigemessen, damit einhergehend eine große Macht, aber auch hohe Verantwortung.

In den folgenden Abschnitten soll zunächst geklärt werden, welche Funktionen Massenmedien in unserer gegenwärtigen Gesellschaft erfüllen (Kapitel 3.1) und welche Besonderheiten dem Fernsehen, das die dieser Untersuchung zugrunde liegenden Talkshows ausstrahlt, zueigen sind (Kapitel 3.2). Ein Blick auf die Funktionen politischer Öffentlichkeit, die durch politische Talkshows entsteht (Kapitel 3.3), soll den Weg zu einer Betrachtung der neuartigen Symbiose von Politik und Unterhaltung, dem sogenannten Politainment, ebnen (Kapitel 3.4).

3.1 Die Bedeutung von Massenmedien für moderne Demokratien

„ ... zweifellos [stellen Medien] unverzichtbare Instrumente dar, um unabhängig von staatlichen Einflüssen Öffentlichkeit über bedeutende Vorgänge in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur herzustellen und den politisch-weltanschaulichen Diskurs zu reflektieren; insofern spielen Massenmedien für die politische Willensbildung eine wichtige Rolle.“ (Pürer 2003, S. 422ff.)

Unter Massenmedien werden sowohl Strukturen als auch Organisationen bzw. Institutionen verstanden, die Massenkommunikation9 ermöglichen. Dadurch unterscheiden sie sich von Individualmedien wie z.B. dem Telefon10. In Anlehnung an die soziologische Systemtheorie werden sie auch als Verbreitungsmedien bezeichnet, im Gegensatz zu symbolisch generalisierten Medien (vgl. Bentele/Brosius/Jarren, S. 165). Die Verbreitung von Informationen durch Massenmedien ist charakterisiert durch Zuhilfenahme eines technischen Mediums wie z.B. Radiowellen, Kabel oder Satelliten. Dies begünstigt eine stark eingeschränkte Interaktivität, die massenmedialer Kommunikation zugrundeliegt (vgl. Jarren, S. 21; Arnsfeld, S. 11).

Die grundsätzliche Funktion von Massenmedien als Vermittlern von selektierten und transformierten Informationen ist die Herstellung von Öffentlichkeit, und demokratie­theoretisch formuliert: die Konstitution eines öffentlichen Raumes im politischen System. Massenmedien „sind für die Aufgabe der Politikvermittlung prädestiniert“ (Pürer 2003, S. 293) und das aus zwei Gründen. Zum einen sind Medien im Gegensatz zu Eltern, Lehrern, Bezugspersonen, Freunden etc. zeitlich unbegrenzt verfügbar. Zum anderen trägt die enorme Reichweite der Medien dazu bei, „unvergleichlich viele Menschen mit Politik in Kontakt zu bringen“ (ebd.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Massenmedien sollen in erster Linie informieren und kontrollieren. Daraus folgt der Auftrag zur politischen Sozialisation und Integration, zur politischen Bildung und Erziehung sowie zur politischen Meinungs- und Willensbildung (vgl. Strohmeier 2004, S. 74) (vgl. Abb. 1). Unterhaltung ist eine weitere stetig an Wichtigkeit gewinnende Funktion der Massenmedien. „Diese Funktionen erscheinen aus politologischer Perspektive als den Massenmedien mehr oder weniger normativ zugewiesene Aufgaben, aus soziologischer Perspektive als beobachtbare Leistungen der Massenmedien für die Gesellschaft und ihre Mitglieder.“ (Pürer 2003, S. 422)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Politische Funktionen von Massenmedien; Quelle: Strohmeier 2004, S. 75

Was wir über die Welt wissen, wissen wir aus den Medien (vgl. Luhmann 1997; Chill/Meyn 1998a). Etwa 80% unseres Wissens ist durch die Medien vermittelt, ungefähr 20% nehmen wir unvermittelt durch unsere eigene Erfahrung wahr (vgl. Strohmeier 2004, S. 55). Die ver­mittelten Informationen stellen jedoch nur im Idealfall ein Abbild der Realität dar, vielmehr sind sie ein Konstrukt, dem die Rezipienten quasi ausgeliefert sind, sofern sie die dargestellten Sachverhalte nicht durch eigene Erfahrung überprüfen können. Diese Tatsache verweist auf die hohe Verantwortung des Journalismus, die er übernimmt, wenn er Realität transportiert (vgl. Wallisch 1995, S. 78).

Die Informationsfunktion ist die Grundlage für alle weiteren Funktionen der Medien; sie dient der Erweiterung des Kenntnisstandes der Gesellschaftsmitglieder, um so den Bürgern die Teilnahme am öffentlichen und politischen Leben zu ermöglichen. Aus dem bedeutenden Einfluss der Medien ergeben sich „obligations to society“ (McQuail 2005, S. 172), die sich in normativen Ansprüchen an die „Qualität massenmedialer Informationsvermittlung, nämlich die Postulate nach Vollständigkeit, Objektivität und Verständlichkeit“ (Pürer 2003, S. 425) formulieren. Der gesetzlich verankerte intra- und intermediäre Meinungs- und Darstellungspluralismus trägt dazu bei, dass die Bürger wirtschaftliche, soziale und politische Zusammenhänge multiperspektivisch vermittelt bekommen und sie so möglichst objektiv begreifen können. Dadurch, dass sie über die Absichten und Handlungen aller am politischen Prozess Beteiligten informiert werden, sind die Bürger potentiell in der Lage, selbst aktiv daran teilnehmen zu können. Den Massenmedien fällt so in Konsequenz eine für die Meinungsbildung überaus bedeutsame Rolle zu. Um Korruption und staatlicher Willkür vorzubeugen, oder diese aufzudecken, üben Medien außerdem eine Kontrollfunktion aus, indem sie kritisieren, Missstände aufdecken und diese thematisieren (vgl. Chill/Meyn 1998a). Medien werden deshalb auch als „Vierte Gewalt“11 im Staate bezeichnet, in der Literatur ist diese Sichtweise jedoch umstritten.

3.2 Die besondere Rolle des Fernsehens

Fernsehen gilt als das Leitmedium, verbringen doch die Menschen in Deutschland den größten Teil ihrer Freizeit damit - im Durchschnitt 211 Minuten täglich. Dabei dient es den Zuschauern vorwiegend als Informationsquelle, dicht gefolgt von seiner Funktion als Unterhaltungs- und Spaßmedium (vgl. Grimme 2007). Etwa eine Stunde der gesamten Nutzungsdauer fungiert das Fernsehen analog zum Radio als Begleit- und Hintergrund­medium, knapp zweieinhalb Stunden wird dagegen hauptsächlich und konzentriert fern­gesehen. Es erreicht die meisten Menschen bereits in der frühen Sozialisationsphase und prägt nachhaltig ihr Weltverständnis, ihre Sinngebung und ihre „Standards für Normalität“ (Schmidt 2007, S. 11). Fernsehen gilt unter Bundesbürgern als das glaubwürdigste Medium12, insbesondere aber die ARD wird von Zuschauern als der „glaubwürdigste Sender mit den sachkundigsten Berichterstattern“ (ARD-Leitlinien 2007) angesehen. Darüber hinaus fällt dem Fernsehen in der öffentlichen Wahrnehmung die „relativ größte [...] Objektivität und Vollständigkeit in der politischen Informationsvermittlung zu“ (Tenscher 1998b, S. 187). Dies könnte auch durch die Illusion des „Ich-habe-es-selbst-gesehen“ begründet sein, die das Fernsehen durch seine Bildhaftigkeit induziert und dem Zuschauer damit ein Gefühl von Unmittelbarkeit und Involviertheit vermittelt (vgl. Meyer 2001, S. 140).

Technisch gesehen hat das Fernsehen eine höhere Vermittlungsleistung als andere Medien, dadurch dass es Text, Bild, Ton und bewegtes Bild vermitteln kann. Allerdings entsteht durch den Faktor Zeit eine begrenzte Informationskapazität (ähnlich wie beim Hörfunk) und daraus resultierend ein Verknappungs- und Vereinfachungszwang (vgl. Strohmeier 2004, S. 39 ff.). „Simplifizierung, Visualisierung, Personalisierung und Ritualisierung sind demzufolge für Fernsehjournalisten, die einem ständig wachsenden Konkurrenz-, Zeit- und Aktualitätsdruck ausgesetzt sind, unvermeidbar.“13 (Tenscher 1998b, S. 207) Dabei wiegt der Visualisierungszwang - alle Informationen müssen bebildert werden - besonders schwer: komplexe Sachverhalte bzw. Informationen, die bildlich schwer oder gar nicht umzusetzen sind, haben im Gegensatz zu Printmedien eine geringe Wahrscheinlichkeit, im Fernsehen präsentiert zu werden - „ein Thema ohne Bilder [ist] eigentlich kein Thema“ (Meckel 2002, S. 282). Lebhafte und emotionale Bilder hingegen haben einen erheblichen Einfluss darauf, was als Kernbotschaft wahrgenommen wird. Um relevante Sachverhalte beispielsweise in den Nachrichten jedoch nicht außen vor zu lassen, behelfen sich Fernsehjournalisten oft mit füllenden, nichtssagenden Bildern unter Inkaufnahme einer Diskrepanz von Gezeigtem und Gesagtem (Bild-Ton-Schere). Ein Beispiel dafür sind die ewig gleichen, austauschbaren Bilder von Hände schüttelnden Männern in Anzügen, die beliebige Verträge unter Blitzlichtgewitter unterzeichnen und anschließend in eine Limousine steigen, während der Sprecher über Ergebnisse einer Konferenz und Schwierigkeiten bei den nahezu ergebnislosen Verhandlungen informiert (vgl. van Rossum 2007).

Ein weiteres Merkmal der Mediums Fernsehen ist seine Linearität: Der Zuschauer hat keine Möglichkeit, die Geschwindigkeit oder Aneinanderreihung des Informationsflusses zu steuern. Durch Fernsehzeitschriften und Fernbedienung ist er zwar bedingt in der Lage zu selektieren, dennoch ist er eher passiv der Bild- und Tonfolge ausgesetzt. Deshalb wird das Fernsehen oft als „flüchtiges Medium“ charakterisiert. Die weitgehend fragmentierte Struktur der Bilder lasse den Zuschauer zwar registrieren, was gezeigt wurde, jedoch finde kaum oder gar keine Verarbeitung der aufgenommenen Informationen statt, stellte Postman (1985) fest. Der Fragmentarisierung entgegenzuwirken, Zusammenhänge zu erklären und Hintergründe zu beleuchten sollte demnach eine wichtige Aufgabe des Fernsehens sein, um die dem Medium immanenten Schwächen ansatzweise zu kompensieren.

Das Fernsehen hat wie kein anderes Medium dazu beigetragen, Politik zu popularisieren, sie gewissermaßen in jedermanns Wohnzimmer zu bringen (vgl. Sarcinelli 2005, S. 101). Entsprechend der oben skizzierten demokratietheoretischen Bedeutung steht das Genre Information im Mittelpunkt der medienpolitisch orientierten Qualitätsforschung des Fernsehens (vgl. Breunig 1999, S. 98). Insbesondere in puncto Informationsqualität haben die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender die Nase vorn - das ergaben zumindest Rezipientenbefragungen. Der absolute Anteil an Informationssendungen mit politischem Gehalt ist, gemessen in Sendeminuten, seit der Einführung des dualen Rundfunksystems kontinuierlich gestiegen - jedoch vorwiegend in Formaten mit unterhaltendem Anteil wie z.B. politischen Gesprächssendungen. Relativierend muss angemerkt werden, dass Politik im Leben vieler Bürger kaum eine Rolle spielt, demzufolge auch nicht beim Fernsehen. Ungeachtet dessen gibt es jedoch einen beträchtlichen Anteil an Zuschauern, die das Fernsehen vornehmlich zur politischen Information nutzen (vgl. Tenscher 1998a).

Hinsichtlich der Spartenkompetenz lagen ARD und ZDF besonders in den Bereichen Nachrichten, politische Talkshows, Politikmagazine und -reportagen, sowie Ratgeber- und Verbrauchersendungen an der Spitze der Bewertungen (vgl. ARD-Forschungsdienst 2004; Darschin/Zubayr 2003, S. 209; Krüger/Zapf-Schramm 2002, S. 188; ARD-Leitlinien 2007). So suchten etwa anlässlich der Bundestagswahl 1998 rund 60% der Fernsehzuschauer bei ARD und ZDF wahlrelevante Informationen, nur etwa zehn Prozent bei den privaten Sendern, 29% der Zuschauer sahen keinerlei Vorwahlberichte (vgl. Pürer 2003, S. 296). Das öffentlich­rechtliche Fernsehen steht demnach überwiegend für "anspruchsvolles Fernsehen", das private für „emotionales Fernsehen" (vgl. Strohmeier 2006). Die öffentlich-rechtlichen Medien sind überdies an die Erfüllung ihrer politischen und gesellschaftlichen Funktionen gebunden, während die privaten die steigenden Unterhaltungsinteressen ihres Publikums bedienen können (vgl. Tenscher 1998b, S. 192).

Diese Befunde legen es nahe, dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen bei der Vermittlung politisch relevanter Informationen eine besondere Verantwortung zu unterstellen - entsprechend der auf den institutionellen Bereich übertragenen Annahme, je vertrauenswürdiger eine Person ist, umso eher werden ihr Informationen von hoher Wichtigkeit und/oder Brisanz geglaubt.

Um ihre gesellschaftspolitische Funktion gewissen Qualitätsstandards zu unterwerfen und somit ihrer Verantwortung gerecht zu werden, haben die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten neben den in den Rundfunkstaatsverträgen geforderten Kriterien Unabhängigkeit und Sachlichkeit (vgl. RStV 2007) folgende Normen in ihren Grundsatzkatalog aufgenommen:

1. Grundsatz umfassender Berichterstattung
2. Wahrheitstreue der Berichterstattung nach Inhalt, Stil und Wiedergabe
3. Sachlichkeit (Objektivität), Unabhängigkeit und Überparteilichkeit der Berichterstattung
4. Gründliche und gewissenhafte Prüfung von Inhalt, Herkunft und Wahrheit der zur Veröffentlichung bestimmten Berichte (mit Bedeutung für die Information und Meinungsbildung)
5. Trennung von Nachricht und Kommentar
6. Kennzeichnung von Quellen
7. Keine einseitige, sondern eine ausgewogene, faire und angemessene Berichterstattung.

(zit. nach Meyer/Ontrup/Schicha 2000, S. 100ff.; vgl. auch ARD-Leitlinien 2007)

Wenngleich die politische Unabhängigkeit14 der öffentlich-rechtlichen Anstalten zumindest stark angezweifelt wird, da sie durch die Repräsentanz der gesellschaftlichen Gruppen, auch der Volksparteien in den Rundfunkräten und anderen Schlüsselpositionen der Sender unterlaufen wird (vgl. Ruß-Mohl 1992, S. 92), scheint zumindest die wirtschaftliche Unabhängigkeit durch die Gebührenfinanzierung weitgehend gesichert. Von dem gewichtigen Faktor der Einflussnahme durch Wirtschaftsunternehmen auf unvorteilhafte Bericht­erstattung sowie dem bei privaten Medienunternehmen vorherrschenden Absatzzwang sind ARD und ZDF somit befreit. Abgesehen von den angedeuteten Zweifeln an der politischen Unabhängigkeit ist dies für die öffentlich-rechtlichen Medienunternehmen eine gute Ausgangsposition, um ihren gesellschaftlichen Auftrag in bestmöglicher Art und Weise zu erfüllen. Denn einzig die Qualität der zur Verfügung stehenden Informationen über gesellschaftliche und politische Ereignisse und Prozesse ist von Bedeutung, um Bürger in die Lage zu versetzen, gut informiert und dadurch „mündig“, also politisch handlungsfähig zu sein (vgl. Chill/Meyn 1998a).

3.3 Politische Öffentlichkeit und öffentliche Meinung

„[Der] moderne Staat setzt als Prinzip seiner eigenen Wahrheit die Volkssouveränität voraus, und diese wiederum soll die öffentliche Meinung sein. Ohne diese Zurechnung, ohne die Substitution der öffentlichen Meinung als des Ursprungs aller Autorität der für die Gesamtheit verbindlichen Entscheidungen, mangelt der modernen Demokratie die Substanz ihrer eigenen Wahrheit.“ (Siegfried Landshut, zitiert nach Habermas 1962, S. 344ff.)

Zahlreiche normative, repräsentations- und diskurstheoretische Modelle verweisen auf die demokratiekonstitutive Funktion von Legitimation durch Kommunikation und streichen dabei Öffentlichkeit als notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung von Legitimität heraus. Diese Ansätze erachten insbesondere die Transparenz politischer Prozesse sowie ihrer öffentlichen Diskussion als grundlegende Voraussetzung für das Funktionieren demokratischer Systeme (vgl. Sarcinelli 2005).

Eine allgemein akzeptierte Definition von Öffentlichkeit gibt es zwar nicht, jedoch lässt sie sich in einem allgemeinen Sinne durch ihr Gegenteil definieren, das Private. Öffentlich ist in diesem Sinne, was nicht geheim und allgemein zugänglich ist. Aus der Fülle an Definitionen lassen sich darüber hinaus einige übereinstimmende Merkmale isolieren. Mit Öffentlichkeit ist häufig die Gesamtheit der an einem Ereignis oder Geschehen teilnehmenden Personen gemeint, wobei jedermann ungehinderten Zugang zu dieser Öffentlichkeit haben können muss, rechtlich sowie faktisch15. Weiterhin darf das Publikum nicht nur aus Experten bestehen. Jedoch ist Öffentlichkeit bzw. der öffentliche Raum in der durch die Definition suggerierten Konkretheit nicht unmittelbar greifbar, vielmehr ist sie „in Demokratien eine weit gespannte sowie diffuse Größe, die eine Vielzahl - teilweise miteinander vernetzter - kleinerer und größerer Kommunikationsforen umfasst“ (Strohmeier 2004, S. 77).

Politische Öffentlichkeit ist nach Habermas ein „Begriff zur Beschreibung des kommunikativen Raumes zwischen bürgerlicher Privatsphäre und dem Staat“ (Reese-Schäfer 2001, S. 35), sie ist eine Sphäre der zum Publikum versammelten Privatleute (vgl. Habermas 1962). Im Gegensatz zur direkten Demokratie im antiken Griechenland, als es genügte, eine Versammlung der (Voll-)Bürger auf dem Marktplatz einzuberufen, dort zu diskutieren und abzustimmen sind moderne repräsentative Demokratien auf eine durch Medien hergestellte Öffentlichkeit angewiesen, die einen virtuellen Marktplatz, ein Forum zum potenziell offenen und freien Austausch von Informationen und Argumenten bietet (vgl. Strohmeier 2004, S. 76; Chill/Meyn 1998a). Vermittlung von Politik16 vollzieht sich daher in der gegenwärtigen „medialen Erlebnisgesellschaft weitgehend [als] mediale Politikvermittlung“ (Dörner 2001, S. 45) - eine auch von Politikern unbestrittene Tatsache. So prägte z.B. der ehemalige Bundes­kanzler Gerhard Schröder das Bonmot vom politikbestimmenden Dreieck „BILD, BamS und Glotze“.

Politische Öffentlichkeit - als ein Teil der Medienöffentlichkeit - ist der Ort, an dem ein permanent reziproker „Austausch zwischen Publikums- und Leistungsrollen des politischen Systems stattfindet“, also eine wechselseitige Kommunikation zwischen Wählern und Gewähl­ten, die sich nicht nur in Form von verbaler Kommunikation manifestiert, sondern auch im Erkennen der Bedürfnisse von Interessengruppen und dem Fällen und Durchsetzen von Entscheidungen besteht. Die zentrale Funktion politischer Öffentlichkeit besteht also in der „Beobachtung und Vermittlung zwischen Bürgern und Interessengruppen auf der einen und politischen Entscheidungsträgern auf der anderen Seite“ (Tenscher 2003, S. 33). Auch der kommunikative Austausch einzelner Akteure in der Sphäre der politischen Öffentlichkeit ist durch das mediale System gewährleistet. Da auf der Ebene der Medienöffentlichkeit jedoch in der Regel nur die Massenmedien selbst und politische Eliten auftreten, ist die Wahrscheinlichkeit eines gleichberechtigten Diskurses sehr gering (vgl. Strohmeier 2004, S. 81 ff.).

Politische Öffentlichkeit ist dann gegeben, wenn Medien durch Thematisierung politischer Angelegenheiten Transparenz herstellen, ein gewisses Maß an Diskursivität über Themen, Meinungen und Überzeugungen ermöglichen und darüber hinaus eine Orientierung in der Meinungsvielfalt bieten. Die Vorgänge im politischen System nämlich sind oft derart komplex und speziell, dass der normale Bürger kaum in der Lage ist, diese zu begreifen. Die komplexitätsreduzierte Vermittlung der Massenmedien ermöglicht bis zu einem gewissen Grad Orientierung darüber, welche Probleme und Problemlösungsvorschläge, welche Konflikte und politischen Grundausrichtungen überhaupt existieren. Dadurch wird Meinungsbildung grundlegend ermöglicht, die in Gestalt der öffentlichen Meinung zutage tritt. Diese resultiert jedoch nicht automatisch aus der Summe der individuellen Einzelmeinungen, wie man zunächst geneigt wäre anzunehmen. Zur öffentlichen Meinung werden Meinungen nur dann, wenn sie als herrschende Meinungen die Einschätzungen bedeutender Akteure, Gruppen oder Institutionen zu gesamtgesellschaftlich oder gesamtstaatlich relevanten Fragen bestimmen und in den Massenmedien ihren Niederschlag finden. Was nicht über die Massenmedien, insbesondere das reichweitenstarke Bildmedium Fernsehen dargestellt bzw. thematisiert wird, kann in der Regel nicht öffentlich meinungsbildend werden (vgl. Sarcinelli 2005, S. 62). Jedoch sind es die Medien selbst, die mit ihrer eigenen Logik bestimmen, welche Themen öffentliche Relevanz erlangen, und mit welchen Themen sich die Politik zu beschäftigen hat. Das hat auch zur Folge, dass sich die politische Themensetzung an der Medienlogik orientiert und nicht an dem womöglich Notwendigen (vgl. Leif 2002, S. 83).

Durch die Periodizität der Wahlen in der Wettbewerbsdemokratie in Deutschland stehen politische Akteure unter stetigem Legitimationsdruck. Sie müssen über ihre politischen Planungen und Handlungen informieren und diese rechtfertigen, sie müssen durch politische Vermittlungs- und Kommunikationsleistungen Unterstützung generieren, sprich: die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten beeinflussen. Somit stellt die öffentliche Meinung einen unentbehrlichen Faktor im Prozess der politischen Willensbildung dar (vgl. Tenscher 1998b, S. 213). Um primär die Bürger, aber auch inner- oder außerparteiliche Akteure und Interessengruppen von ihren Ansichten zu überzeugen, wählen Politiker häufig das Mittel des argumentativen Dialogs, der Debatte, Diskussion.

„Diskussionen sind nun einmal das demokratische Verfahren schlechthin, zur Meinungsbildung

und Entscheidungsfindung gleichermaßen exklusiv legitimiert.“ (Holly/Kühn/Püschel 1989, S. 4; Hervorh. im Orig.)

Insbesondere heftig umstrittene, schwierige Entscheidungen werden in sogenannten deliberativen Foren getroffen. Dazu zählen etwa „Runde Tische“, formalisierte Diskurs­verfahren, dialogische Kommunikation, die deliberativen Ansprüchen17 genügt - also all jene Formen kommunikativen Austauschs, wo lediglich das bessere Argument zählt. In der, wie Luhmann es ausdrückt, Selbstbeschreibung moderner Gesellschaften finden sich „wirkungsmächtige Traditionsbestände, die auf ein gepflegtes Gespräch, eine gelungene Konversation, eine ergiebige Diskussion, einen vernünftigen Diskurs abzielen und entsprechende Ideale an reale Kommunikationen, an Politik, Öffentlichkeit und Demokratie herantragen“ (Schultz 2006, S. 15). Neidhardt dagegen erachtet Öffentlichkeit als ein im Vergleich zu anderen gesellschaftlichen Teilsystemen wenig funktionalisiertes, relativ diffuses und im Hinblick auf seine diskursiven Fähigkeiten wenig produktives System (vgl. 1994, S. 38).

Öffentlichkeit ist, wie gezeigt werden konnte, ein „auch in politischer Hinsicht ernst zu nehmender Erfahrungsraum“ (Sarcinelli 2005, 59), der einerseits politische Prozesse beeinflusst und determiniert, andererseits Transparenz herstellt und durch prinzipiell freien Zugang18 einen in demokratietheoretischer Hinsicht essenziellen Bestandteil darstellt. Wie diese öffentlichen und politischen Prozesse durch den Trend zu Politainment beeinflusst werden, wird das nächste Kapitel versuchen aufzuzeigen.

3.4 Politainment

„Es geht darum, auch komplizierte Themen so aufzubereiten, dass man zwischendurch darüber lachen kann und sich unterhalten fühlt. Deswegen ist Unterhaltung überhaupt nicht schlimm. Unterhaltung und Anspruch schließen einander nicht aus.“ (Plasberg 2007)

„[Ein Inhalt ist] nur dann stark, wenn er in die entsprechende Form gegossen wird.“

(Anne Will, zitiert nach van Rossum 2007, S. 102)

Das Kofferwort Politainment bezeichnet im Allgemeinen eine Verflechtung von Politik und Unterhaltung - in Anlehnung an das mittlerweile gebräuchliche Wort Infotainment. In der „Medienkultur unserer Gegenwartsgesellschaft" wird Information, auch und gerade politische Information19, „zunehmend in unterhaltend inszenierten Rahmungen“ (Dörner 2001, S. 57) präsentiert. Definiert wird Politainment als „eine bestimmte Form der öffentlichen, massenmedial vermittelten Kommunikation, in der politische Akteure, Prozesse, Deutungsmuster, Identitäten und Sinnentwürfe im Modus der Unterhaltung zu einer neuen Realität des Politischen montiert werden. Diese neue Realität konstituiert den Erfahrungsraum, in dem den Bürgern heutzutage typischerweise Politik zugänglich wird“. (Dörner 2001, S. 31)

Es gibt verschiedene Formen des Politainments: Zum einen die politisch gefärbte Unterhaltung, dazu zählen Filme über historische Ereignisse mit politischem Hintergrund wie z.B. „Schindlers Liste“20, „Klemperer - ein Leben in Deutschland“21 oder „Der Todeszug“22. Zum anderen gibt es die unterhaltende Politik. Der Schwerpunkt liegt hier klar auf einer Vermittlung politischer Inhalte, jedoch mit unterhalterischen Elementen. Zahlreiche Polit- magazine zählen mittlerweile dazu (s.o.), die Nachrichten in den privaten Rundfunksendern und eben die politische Talkshow mit ihrem Inszenierungscharakter.

Gemeinhin werden Information und Unterhaltung als Antonyme verstanden. Ersterem wird eine kognitive Rezeptionsweise zugeordnet, letzterem eine emotionale. In einem trivialen Verständnis bedeutet Information, dass jemand über ein Geschehnis oder einen Sachverhalt unterrichtet wird. Eine Mitteilung wird jedoch erst dann zur Information, wenn neues Wissen vermittelt wird, das beim Rezipienten zur Verringerung von Unwissenheit beiträgt. Resultat ist eine Integrationsleistung durch Anpassung des Wissensstandes. Somit kann der Informationswert einer Mitteilung nicht unabhängig vom Wissensstand des Informationsempfängers beurteilt werden.

Der Begriff der Unterhaltung wird gemeinhin mit Vergnügen, Zerstreuung und Ablenkung gleichgesetzt. Die Altgriechen nannten es ^uyaymyia, was soviel bedeutet wie Seelenerbauung. Dennoch tun sich viele Wissenschaftler schwer damit, eine präzise Definition zu liefern. So konstatiert der Medienforscher Ulrich Saxer süffisant: „Unterhaltung ist nicht immer lustig. Nichts ist jedoch lustiger, als sie zu definieren.“ (zitiert nach Steinbrecher/Weiske 1992, S. 14) Medienpraktiker, so scheint es, haben da konkretere Antworten parat. Redakteure des Schweizer Fernsehens wurden zu ihrer Idealvorstellung von Unterhaltung befragt:

„Faszination, Spannung, Atmosphäre, Stimulation und Humor [...], um ein dynamisches Gesamtbild zu erzeugen. Ebenfalls erwähnt wurden Kriterien wie Niveau, Echtheit, Menschlichkeit und Ästhetik. Ideale Unterhaltung solle insgesamt mit einem dramaturgisch abwechslungsreichen, nie abfallenden, wohl dosierten und in sich stimmigen Aufbau den Zuschauer in eine wohlige Atmosphäre versetzen, in der ihm ästhetische Genüsse wie auch Information in einer faszinierenden, humorvollen und spannenden Weise vermittelt werden.“ (Steinbrecher/Weiske 1992, S. 14)

Der Unterhaltungsbegriff ist aus einer traditionell ästhetischen Kritik am Fernsehen seit langem überwiegend negativ konnotiert. Dabei wird eine Differenz zwischen E und U, also ernsthaften und anspruchsvollen Inhalten im Gegensatz zu unterhaltenden Darstellungen vorgenommen, an die sich zugleich eine entsprechende Bewertung anschließt. Legitimiert wird Unterhaltung lediglich an dem Punkt, wo sie dem Interesse des Zuschauers als Grundlage für die Erzeugung von Aufmerksamkeit entgegenkommt (vgl. Schicha 1999; Meyer 2001). Konkrete Beispiele bleiben die Autoren zwar schuldig; die Frage indes, wo die Grenze zwischen legitimem Unterhaltungswert einer Informationssendung, und einem Übermaß an Unterhaltung auf Kosten der Informativität zu ziehen ist, dürfte methodisch schwierig zu beantworten sein.

Die hier herausgearbeitete Trennschärfe der Begriffe Information und Unterhaltung stellt eher eine stark verallgemeinernde Dichotomie als eine der Komplexität von Fernsehsendungen geschuldete Herangehensweise zu deren Beurteilung dar, die idealistische Betrachtungen gern bemühen, um den fortschreitenden Verfall des politischen Systems bzw. den Niedergang der abendländischen Kultur zu belegen.

Nicht von der Hand weisen lässt sich, dass der Siegeszug unterhalterischer Elemente auch vor politischen Formaten nicht Halt gemacht hat - auch aufgrund veränderter Sehgewohnheiten und der rasanten technischen Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Ein Beispiel für die subtile Durchdringung des Informationsgenres, auch bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunk­sendern, ist die konsequente Personalisierung der Nachrichten(magazine) mit sogenannten „Anchor(wo)men“ - imagebildenden Gesichtern, die Identifikationspotenzial und einen hohen Wiedererkennungswert der Sendung garantieren sollen. Bisweilen avancieren die Mode­ratoren politischer Magazine zu Alleinunterhaltern, die Politik in lockerer und amüsanter Form aufbereiten und präsentieren.

In qualitativen Analysen politischer Informationssendungen mit einem hohen Maß an Unterhaltung haben Meyer/Ontrup/Schicha (2000) festgestellt, dass Beiträge, die die Auf­merksamkeit der Zuschauer durch aktionsreiche, emotional ansprechende und visuell reiz­volle Inszenierungsformen in Beschlag nehmen, durchaus eine Vielzahl von Hintergrund­informationen und Strukturen transportieren können, die sich zu einem der Komplexität der Sachen angemessenem Bild verdichten und gegebenenfalls politische Anschlussdiskurse initiieren können. Schicha hingegen hält es für eine nach wie vor empirisch offene Frage der Inszenierungsforschung, ob verdichtende, zuspitzende, Wirkungskalkülen unterworfene mediale Politikinszenierungen lebensweltliche Anschlussdiskurse durch angemessene Reduk­tion von Komplexität befördern, oder ob sie dazu führen, dass das tatsächliche politische Handeln von den Rezipienten nicht mehr so wahrgenommen werden kann, wie es die Ratio­nalitätsanforderungen eines deliberativen Demokratieverständnisses nahelegen (vgl. Schicha 2002).

Politikvermittlung in der Mediendemokratie entspricht insgesamt immer weniger dem traditionellen Bild einer sachlichen Beschäftigung mit Fragen des Allgemeinwohls, an Bedeutung hingegen gewinnen im Kampf um das kostbare Gut Aufmerksamkeit „unter Viel­Kanal-Bedingungen“ (Schicha 2002, S. 63) die unterhaltenden Formate. In modernen Mediengesellschaften hat sich als Folge die Politikrezeption verschoben; Politiker versuchen daraufhin zusätzlich zu ihrer Kompetenz in politischen Sachfragen auch „durch emotionalisierende Strategien die Zustimmung beim Wahlvolk zu erreichen“ (Schicha 2002, S. 63). Vor allem junge, politisch uninteressierte Wähler scheinen einzig auf diese Weise noch erreichbar zu sein. Das quer durch alle Bevölkerungsschichten zunehmende Desinteresse an Politik und die damit einhergehende Auflösung traditioneller Wählerbindungen verunsichert die politische Klasse - als Folge wird vermehrt auf mediengerechte Darstellungen und Emotionalisierungseffekte gesetzt, um Wählerstimmen zu sichern (vgl. Leif 2002, S. 81). Sarcinelli spricht von einem bereits vollzogenen Übergang einer einst „parlamentarisch­repräsentativen zur medial-präsentativen Demokratie“ (Sarcinelli 2005, S. 149) und beschreibt damit eine medien-populistische Plebiszitarisierungstendenz, d.h. dass Politik immer mehr nach den wechselhaften Stimmungslagen der öffentlichen Meinung betrieben wird.

Die Gründe für die zunehmende Politikvermittlung durch unterhaltende Formate finden sich im reduzierten Handlungsspielraum der Politik im Lichte einflussreicher ökonomischer Interessen sowie in der zunehmenden Schwierigkeit, komplexe politische Entscheidungsprozesse angemessen zu vermitteln. Zudem ergeben sie sich aus der Selektions- und Präsentationslogik der Medien, etwa den Nachrichtenfaktoren (wie Aktion, Sensation, Emotion, Konflikt) oder dem Visualisierungszwang des Fernsehens (vgl. Schicha 2002, S. 61; Leif, S. 75ff.).

Der generelle Verzicht auf Unterhaltungselemente in Informationssendungen ist jedoch kein Garant für hohe Qualität - auch wenn oft und leichtfertig das Gegenteil unterstellt wird. So moniert der Essayist und Medienkritiker Walter van Rossum (2007) eine zunehmende inhaltliche Leere der Ikone des Informationsgenres, der „Tagesshow"23. Die ein­zelnen Meldungen bestünden größtenteils aus vorgestanzten Worthülsen, diese würden nicht in einen größeren Zusammenhang gestellt, obendrein biedere sich die Sendung auf subtile Weise dem politischen Mainstream an. Durch unreflektierte, unkritische Replikation politischer Sprachregelungen versage die Sendung letztlich in der Erfüllung einer selbst auferlegten Chronistenpflicht und werde so zum lediglich objektiv erscheinenden Instrument der Nachrichten generierenden und liefernden Akteure des politischen Systems (vgl. van Rossum 2007). Die „oft praktizierte, sterile und schablonenhafte" Vermittlung politischer Inhalte in den tradierten Informationssendungen schließt „weite Schichten der Bevölkerung aus dem politischen Diskurs aus" (Schicha 2002, S. 65), da sie dem spezifischen Nachrichtenjargon nicht folgen können24, oder wollen. Wenn aber ein Großteil der Bevölkerung in dieser Form an der Teilhabe am politischen Diskurs ausgeschlossen wird, entbehrt dies nicht einer gewissen Brisanz. Eine fragmentierte, durch elitäre Sprachwahl aus dem lebensweltlichen Kontext herausgelöste Informationsvermittlung bleibt für viele Rezipienten weitestgehend folgenlos und verfehlt somit klar ihren Informationsauftrag.

„Unter den Informationen, mit denen wir medial heute insgesamt konfrontiert werden, nimmt der Anteil der kommentarbedürftigen Nachrichten rasch zu. Es sind das die Informationen über diejenigen Teile des uns betreffenden sozialen und politischen Systems, zu denen wir gar keinen erfahrungsvermittelten Zugang mehr haben... Je unbefangener wir indessen Informationen über immer weitere Bereiche des Lebens apperzipieren, um so mehr muss sich der Eindruck der Unverständlichkeit der Welt, in der wir leben, festigen" (Hermann Lübbe, zitiert nach Beste 1993, S. 62)

Die konsequente Orientierung an Qualitätsmaßstäben des Informationsjournalismus unter zweckmäßiger Einbeziehung gestalterischer Elemente aus dem Unterhaltungsbereich erscheint daher sinnvoller als ein Festhalten an einer möglicherweise überkommenen chirur­gischen Trennung zwischen Information und Unterhaltung. Die Aufbereitung politisch und gesellschaftlich relevanter Informationen durch Anpassung an moderne Rezeptions­gewohnheiten, auch durch Einsatz unterhalterischer Elemente, macht durchweg Sinn. Denn die oftmals abstrakten politischen Prozesse und Hintergründe zu visualisieren und derart zu verkürzen, dass sie fernseh-medial vermittelbar sind, ist ohnehin notwendig.

Dass mediale Inszenierung - also auf Wirkung bedachte, intentionale Selektion von Darstellungsmitteln - nicht per se schlecht und verurteilenswert ist, resümiert der Politik­wissenschaftler Sarcinelli und bemerkt, dass politische Kommunikation und als ein Teil davon auch die Inszenierung, die wie oben festgestellt größtenteils über mediale Vermittlungs­prozesse geschehen muss, ein integraler Bestandteil von Politik ist (vgl. 2005, S. 11). Auch ist die /Vermarktung' von Politik beileibe kein neuartiges Phänomen25: So ließen sich Caesar, Napoleon oder Hitler als historische Beispiele anführen, die ihre Person für politische Zwecke in Szene setzten. Nach einer Studie von Tenscher zur Politikvermittlung zeigten sich professionelle Politikvermittler (PR-Fachleute) in hohem Maße einig darüber, dass die „Inszenierung des Politischen ein immanenter Bestandteil politischen Handelns ist“ (Tenscher 2003, S. 343).

Abseits des Theaters wird der Begriff Inszenierung in abschätziger Weise gebraucht. Oft wird theatralische Darstellung unterstellt, die manipulativ intendiert ist mit dem Ziel, vom wesentlichen Thema abzulenken. Vorbereitende und gestaltende Inszenierung ist bei der Darstellung von Sachthemen jedoch unverzichtbar, um komplexe Themen, Prozesse und Linien nachzuzeichnen. Öffentliche Thematisierungen und Diskurse erfordern eine Reduktion von Komplexität in Form von selektiver Zuspitzung auf einfache und einleuchtende Formen. Oft werfen sich die politischen Kontrahenten gegenseitig vor, ihre Auftritte „nur“ zu inszenieren, statt Inhalte und Sachaussagen zu diskutieren. Es wird damit ein bewusster Kontrast zwischen „Inszenierung“ und normativen Kriterien der Informativität und Argumentativität aufgebaut. Der Bewertungsmaßstab für die Angemessenheit politischer Inszenierung darin, dass die relevanten Problemstrukturen der dargestellten Themen und

Zusammenhänge erkennbar bleiben müssen. Durch den Dramatisierungs- und Verkürzungseffekt in Form politischer Inszenierungen lassen sich die politischen Sachverhalte zwar nicht vollständig und auf eine aus wissenschaftlicher und fachlicher Perspektive wünschenswerte und korrekte Weise vermitteln; zentral ist jedoch die angemessene Form der ästhetischen Transformation, in der über Politik berichtet wird (vgl. Meyer/Ontrup/Schicha 2000).

Die Tendenz zur medialen Inszenierung findet bei zahlreichen Politikern großen Anklang; Tenscher etwa findet Hinweise darauf, dass bei Politikern die Akzeptanz gegenüber Image-bildenden Bemühungen in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Dabei geschieht Image-Building vorrangig im Bildmedium Fernsehen, das dafür besonders geeignet erscheint. Insbesondere das relativ junge Format der politischen Talkshow findet Beachtung, was die These von der ,Talkshowisierung des Politischen' (vgl. Tenscher 1998a) untermauert. Relativierend muss angemerkt werden, dass Images von Politikern „nicht beliebig ,modellierbar‘, sondern in hohem Maße von der Persönlichkeit eines Politikers abhängig“ sind (Tenscher 2003, S. 341). Geht es aber in erster Linie um politisch-programmatische Inhalte statt um Images, wird „als zentraler Kommunikationskanal [...] nicht das Fernsehen, sondern [...] die Zeitung eingeschätzt. [...] Modernes Agenda-Building stützt sich also, entgegen populärer Annahmen, nicht nur auf das audiovisuelle „Leitmedium“ Fernsehen, sondern nutzt auch und vor allem die tagesaktuelle Frontberichterstattung vorwiegend überregionaler Medien.“ (Tenscher 2003, S. 341) Strukturell lässt sich eine enge Beziehung zwischen dem medialen und dem politischen System ausmachen, die größtenteils auf dem funktional notwendigen Tausch von Informationen gegen Publizität basiert (vgl. Tenscher 2003). Medien sind auf Politik angewiesen, ohne deren Themensetzungsfunktion sie kaum etwas zu berichten hätten, und Politiker sind auf Medien angewiesen um ihre Botschaften der Öffentlichkeit zu vermitteln (vgl. Meckel 2002, S. 278).

„Der gelungene, erfolgreiche Talkshow-Auftritt von Politikern kann als Musterbeispiel für die symbiotische Struktur des modernen Politainment betrachtet werden. Die einen bekommen Medienpräsenz und somit Machtressourcen, die anderen steigern ihre Einschaltquoten und über die Marktanteile auch ihre Werbeeinnahmen.“ (Dörner 2001, S. 134)

[...]


1 Anführungszeichen im Kontext des Moderatorinnen-Namens kennzeichnen im Folgenden den expliziten Bezug auf die Sendung - nicht auf die Person.

2 Nur um den Lesefluss zu erleichtern, wird auf die Verwendung geschlechtsneutraler Begrifflichkeiten bei Personenkreisen und -gruppen (z.B. „Beratern und Beraterinnen“, „Politikerinnen“ o. Ä.) verzichtet. Entsprechende Aussagen beziehen sich demzufolge immer sowohl auf weibliche als auch auf männliche Akteure.

3 Darunter werden solche „Veränderungen televisionärer Politikvermittlung verstanden, die gekennzeichnet sind durch die dauerhafte Vermischung von politischem und alltäglichem Diskurs, von Politischem und Unpolitischem sowie von Öffentlichem und Privatem.“ (Tenscher 1998a, S. 3).

4 Ein Beispiel sind die im Jahr 2006 auf jeweils 30 Minuten verkürzten politischen Magazine „panorama“ und „Monitor“ bzw. die zugunsten von Unterhaltungsformaten zunächst auf 22:45 Uhr verlegten und nunmehr zu unregelmäßigen Zeiten ausgestrahlten „tagesthemen“.

5 Siehe dazu ausführlich Kapitel 4.5.

6 Die allgemeineren Qualitätsfaktoren werden in Kapitel 5.1 & 5.2 diskutiert.

7 Die Begriffe Presse, Rundfunk und Fernsehen werden in dieser Untersuchung als Subkategorien des Sammelbegriffs (Massen-)Medien und aus Gründen der Lesbarkeit nicht immer trennscharf verwendet; der Begriff Journalismus und sein Derivat „journalistisch" kennzeichnet eine periodische, institutionalisierte Aussagenproduktion durch Kommunikatoren, die sich genannter Medien zur Verbreitung der generierten Aussagen bedienen.

8 „In Demokratien ist das Volk oberster Souverän und oberste Legitimation politischen Handelns. Das bedeutet i.d.R. jedoch nicht, dass das Volk unmittelbar die Herrschaft ausübt. Vielmehr sind die modernen Massen-D. durch politische und gesellschaftliche Einrichtungen (Parlamente, Parteien, Verbände etc.) geprägt, die die Teilhabe des größten Teils der Bevölkerung auf gesetzlich geregelte Teilhabeverfahren (z.B. Wahlen) beschränken. [..] Wichtige mittelbare Beschränkungen politischer Macht ergeben sich aus der Kontrolle durch freie Medien (sog. Vierte Gewalt) und der Freiheit zum politischen Engagement in Parteien und Verbänden, Interessengruppen und Initiativen etc." (Schubert/Klein 2006, S.71ff.).

9 Massenkommunikation wird definiert als indirekte, einseitige und öffentliche Übertragung von Aussagen - vermittelt durch ausdifferenzierte, professionalisierte und organisierte Leistungsrollen (Kommunikatoren) via technischer Verbreitungsmittel an ein großes, disperses, vom Kommunikator räumlich abgetrenntes und weitestgehend passives Publikum (vgl. Rucht 1994, S. 168; Strohmeier 2004, S. 27 ff.).

10 Die Grenze zwischen Individual- und Massenkommunikation lässt sich bedingt durch die technische Entwicklung nicht mehr ohne Weiteres definieren, z.B. gibt es von einer Person unterhaltene Blogs, die über hunderttausend Leser pro Tag erreichen: Gizmodo.de - 383.978 Visits/Day (Quelle: http://www.webloghits.com/index.php/tips-and-techniques/minion-donar-blogs-25-blogs-and-the- insane-traffic-they-get - Download vom 07. Dezember 2007).

11 Unter Bezugnahme auf die Verteilung der Staatsgewalt in Legislative, Exekutive und Judikative

12 Auf die Frage "'Welches Medium ist am glaubwürdigsten?'" nannten 27% der Befragten das öffentlich-rechtliche Fernsehen, 10% den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, 6% das private Fernsehen und 2% den privaten Hörfunk (http://www.wuv.de/studien/2006/02/25000/page4.php - Download vom 07.12/07). Jedoch hat das Fernsehen in den vergangenen Jahrzehnten einen massiven Glaubwürdigkeitsverlust erlitten: „1964 meinten 47 Prozent, 1995 aber nur noch 19 Prozent, das Fernsehen berichte wahrheitsgetreu“ (Chill/Meyn 1998a).

13 Dieser ständig wachsende Konkurrenz-, Zeit- und Aktualitätsdruck veranlasst Journalisten zunehmend „professionsspezifische Spielregeln des politischen Journalismus zu verletzen“ (Sarcinelli 2005, S. 34).

14 In diesem Zusammenhang ist auffällig, dass der Passus der „politischen Unabhängigkeit" aus den ARD-Leitlinien 2007/2008 entfernt wurde. Wenngleich die Landesmediengesetze und der Rundfunkstaatsvertrag die sogenannte parteipolitische Unabhängigkeit' der öffentlich-rechtlichen Sender fordern und in den Leitlinien das Fehlen der „politischen Unabhängigkeit" durch vermehrte Verwendung des Begriffes „Unabhängigkeit" relativiert werden sollte, bleibt diese juristische Spitzfindigkeit im Kern brisant. Mittelfristig ist der Einfluss auf das tradierte Verhalten der journalistischen Akteure indessen eher als gering zu bewerten.

15 Eine grundlegende Voraussetzung hierfür ist das Recht auf freie Meinungsäußerung, welches, wie in mehreren Urteilen des BVerfG festgelegt, das Kernelement einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung ist (vgl. Chill/Meyn 1998b). Allerdings ist der ungehinderte Zugang aufgrund der ungleichen Rollen in der Gesellschaft - und damit unterschiedlichen Chancen sich öffentlich zu äußern und Gehör zu finden - de facto nicht gegeben (vgl. Strohmeier 2004, S. 85).

16 Der dieser Arbeit zugrunde liegende Politikbegriff lautet wie folgt: Politik bezeichnet einen konstruktiven Meinungs- und Willensbildungsprozess mit dem Ziel, zu gesamtgesellschaftlich verbindlichen Entscheidungen durch mehrheitsfähigen Konsens zu gelangen, als Staatspolitik zur Verwirklichung der Staatszwecke (Macht, Sicherheit, Frieden, Gerechtigkeit, Wohlfahrt) und als Parteipolitik zur Erringung von Macht oder Einfluss im Staate (durch Parteien, Verbände, Interessengruppen etc.) (vgl. Meyer 2001; Brockhaus 2004).

17 deliberativ: von lat. „abwägen, überlegen", Grundsätze deliberativer Diskurse sind Gleichheit des Zugangs, Wahrhaftigkeit, Verständlichkeit und Begründung der Geltungsansprüche von Argumenten (vgl. Schultz 2006).

18 In der Regel gestaltet sich der Zugang zur Öffentlichkeit für organisierte Interessen einfacher, da die zu überwindenden Barrieren durch mediale Selektionsmechanismen nicht so hoch liegen.

19 Als Beispiele seien die Magazine „Berlin direkt“ (ZDF) und „Monitor“ (ARD) genannt, die beide zusätzlich zur (kritischen) Berichterstattung bisweilen satirische Elemente benutzen - etwa durch absurde Diskrepanzen zwischen Text und Bild, durch groteske Schnitte, ungewöhnliche Kameraperspektiven etc.

20 Ein Spielfilm von Steven Spielberg über einen Deutschen Industriellen, der 1.200 Juden vor der Verfolgung durch das NS-Regime rettet. Erscheinungsjahr: 1993.

21 12-teilige ARD-Serie über den Schriftsteller Victor Klemperer, der als jüdischer Intellektueller seine Aus­grenzung aus der deutschen Gesellschaft während des NS-Regimes dokumentierte, ausgestrahlt Herbst 1999.

22 Ein Fernseh-Film über einen Castor-Transport, ausgestrahlt am 05. November 1999 auf Pro7.

23 Mit dieser Formulierung bezieht sich van Rossum (2007) primär auf die „tagesschau" (ARD) - aber auch auf viele andere Nachrichtenmagazine des deutschen Fernsehens.

24 So berichtet eine im Jahre 2003 vom Hamburger GEWIS-Institut durchgeführte repräsentative Studie, dass lediglich 12% der Deutschen die „tagesschau" verstehen. Eine Studie von TNS Emnid (Dezember 2007) stellt fest, dass viele der in der „tagesschau" verwendeten zentralen Begriffe über 90% der Zuschauer unbekannt sind (vgl. SpOn 2007).

25 Niccolo Machiavelli verfasste bereits in der Renaissance mehrere Werke über politisch geschicktes Handeln - darunter Anleitungen zur Manipulation der Massen-Psychologie. Für weiterführende Informationen vgl. Machiavelli 2007. Siehe auch das Radiofeature „Lügen lernen mit Machiavelli“: (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/signale/561960 ; Download vom 12. Dezember 2007).

Ende der Leseprobe aus 130 Seiten

Details

Titel
Die Qualität politischer Talkshows – Eine vergleichende Analyse am Beispiel von „Sabine Christiansen“ und „Anne Will“
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
130
Katalognummer
V161752
ISBN (eBook)
9783640758807
ISBN (Buch)
9783640759170
Dateigröße
1554 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Massenmedien, Journalismus, Talkshow, Talkshows, Sabine Christiansen, Anne Will, Qualität, Politainment, Diskurse, Transkript, Codebuch, Nachfragen, Fragerichtung, Turn, Inhaltsanalyse
Arbeit zitieren
Leonard Ameln (Autor), 2008, Die Qualität politischer Talkshows – Eine vergleichende Analyse am Beispiel von „Sabine Christiansen“ und „Anne Will“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161752

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Qualität politischer Talkshows – Eine vergleichende Analyse am Beispiel von „Sabine Christiansen“ und „Anne Will“


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden