Die vorliegende Studie untersucht, wie aktuelle politische Themen im Unterrichtsfach Wirtschaft/Politik das Interesse von Schülerinnen fördern können. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen situationalem (kurzfristigem) und individuellem (langfristigem) Interesse zu analysieren und aufzuzeigen, inwiefern aktuelle politische Bezüge Lernmotivation und Engagement stärken.
Ausgehend von der Interessenstheorie nach Krapp wird ein quantitativer Ansatz gewählt, um geschlechts- und jahrgangsspezifische Unterschiede zu erfassen. Befragt wurden 49 Schülerinnen der 5. und 8. Jahrgangsstufe mithilfe eines eigens entwickelten Fragebogens.
Die Studie verdeutlicht, dass ein lebensnaher und gegenwartsorientierter Politikunterricht entscheidend zur Motivation und zur politischen Partizipation von Lernenden beitragen kann. Ergänzend werden didaktische Handlungsempfehlungen gegeben, um langfristiges Interesse durch vertiefende Unterrichtsstrategien und regelmäßige Aktualitätsbezüge zu fördern. Die Arbeit liefert damit praxisnahe Impulse für Lehrkräfte, die Wirtschaft und Politik zeitgemäß, motivierend und gesellschaftsrelevant vermitteln möchten.
Inhaltsverzeichnis des Buches
- Abstract
- 1. Einleitung
- 2. Theoretischer Rahmen und Stand der Forschung
- 3. Methode
- 3.1 Untersuchungsdesign
- 3.2 Stichprobe
- 3.3 Erhebungsinstrument
- 3.4 Durchführung
- 3.5 Auswertungsmethode
- 4. Datenauswertung
- 5. Interpretation der Ergebnisse
- 6. Fazit, Reflexion und Ausblick
- Literaturverzeichnis
- Anhang
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Studie untersucht, wie die Einbindung aktueller politischer Themen das Interesse von Schüler*innen im Fach Wirtschaft/Politik beeinflusst. Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen situationalem und individuellem Interesse zu analysieren und geschlechts- sowie jahrgangsspezifische Unterschiede in der Interessenentwicklung zu beleuchten, um fundierte Erkenntnisse für einen motivierenden Unterricht zu gewinnen.
- Einfluss aktueller politischer Themen auf das Schülerinteresse
- Analyse des Zusammenhangs zwischen situationalem und individuellem Interesse
- Untersuchung geschlechts- und jahrgangsspezifischer Unterschiede im Interesse
- Anwendung der Interessenstheorie von Krapp und didaktischer Prinzipien
- Entwicklung praxisnaher Strategien für den Politik- und Wirtschaftsunterricht
- Förderung nachhaltigen Interesses und tieferen Verständnisses politisch-ökonomischer Themen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Wirtschaft/ Politik ist langweilig!“ – Diese Aussage ist eine häufige Reaktion vieler Schüler*innen, wenn sie auf Inhalte des Politik- und Wirtschaftslehreunterrichts angesprochen werden. Trotz der enormen Bedeutung politischer Bildung für das Verständnis gesellschaftlicher Zusammenhänge und die aktive Teilnahme am demokratischen Leben scheinen Lernende oftmals ein mangelndes Interesse an den Themen zu zeigen. Andererseits konnte ich auch beobachten, dass die Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Themen, die auch im öffentlichen Diskurs besprochen werden, das Unterrichtsengagement der meisten Schüler*innen massiv steigerte. Am Ende solcher Stunden teilten viele Heranwachsende mir mit, dass sie die Stunde besonders interessant fanden und motiviert waren. Einige Lernende haben sich sogar aktiv gewünscht aktuelle politische Nachrichten in der folgenden Stunde zu besprechen.
In diesem Zusammenhang war meine Vermutung aus den Unterrichtsbeobachtungen, dass eine stärkere thematische Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Ereignissen das situationale Interesse an den Unterrichtsinhalten steigern könnte. Somit ist die Fragestellung dieser Arbeit, wie die thematische Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Ereignissen im Unterrichtsfach Wirtschaft/Politik das Interesse der Lernenden beeinflusst. Die Untersuchung umfasst sowohl die kurzfristige Steigerung des situationalen Interesses während des Unterrichts als auch die mögliche Entwicklung eines langfristigen individuellen Interesses, das die Schüler*innen dazu anregen könnte, sich außerhalb der Schule eigenständig mit politischen Themen zu beschäftigen. Darüber hinaus wird die Analyse geschlechts- und jahrgangsspezifischer Unterschiede das Verständnis darüber erweitern, welche Faktoren das Interesse fördern. Ziel meiner Arbeit ist es, fundierte Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob und inwiefern situationales Interesse durch den Einsatz aktueller politischer Themen geweckt und in individuelles Interesse überführt werden kann. Die Forschungsziele sollen durch eine Befragung von Lernenden mit einem eigens entwickelten quantitativen Fragebogen erreicht werden.
Die Relevanz dieser Fragestellung ergibt sich aus mehreren Perspektiven: Politische Bildung ist zentral für demokratische Gesellschaften, wird jedoch von vielen Schüler*innen als wenig fesselnd erlebt. Diese Arbeit untersucht Wege, um die Kluft zwischen Bildungsanspruch und Motivation zu überwinden. Wissenschaftlich trägt sie zum Verständnis bei, wie situationales und langfristiges Interesse gefördert werden können. Für meine Lehrtätigkeit als angehender Sozialwissenschaftslehrer bietet sie praxisnahe Strategien, um Unterricht spannender zu gestalten und den Bezug zum Weltgeschehen herzustellen, wodurch nachhaltiges Interesse und tieferes Verständnis politisch-ökonomischer Themen gefördert werden sollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung des mangelnden Schülerinteresses an Politik ein, stellt die Forschungsfrage zur Wirkung aktueller politischer Themen auf das situationale und individuelle Interesse und skizziert die Ziele der Untersuchung.
2. Theoretischer Rahmen und Stand der Forschung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Arbeit, insbesondere Krapps Interessenstheorie und didaktische Prinzipien wie Aktualitätsbezug und Schülerorientierung, dargelegt und der aktuelle Forschungsstand beleuchtet.
3. Methode: Das Kapitel beschreibt das quantitative Untersuchungsdesign, die Auswahl der Stichprobe (49 Schüler*innen der 5. und 8. Klasse), die Entwicklung des standardisierten Fragebogens sowie die Methoden der Datenerhebung und Auswertung.
4. Datenauswertung: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven und inferenzstatistischen Ergebnisse der Analyse, einschließlich der Verteilung der Skalenwerte, geschlechts- und jahrgangsspezifischer Unterschiede sowie der Korrelation zwischen situationalem und individuellem Interesse.
5. Interpretation der Ergebnisse: Die hier dargestellten Ergebnisse bestätigen, dass aktuelle politische Ereignisse das situationale Interesse steigern können und einen signifikanten Zusammenhang zum individuellen Interesse aufweisen, wobei geschlechts- und jahrgangsspezifische Unterschiede interpretiert werden.
6. Fazit, Reflexion und Ausblick: Das Abschlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage, reflektiert kritisch den Projektverlauf und gibt pädagogische Empfehlungen sowie Anregungen für zukünftige Forschungen.
Schlüsselwörter
Politikbezug, Unterricht, Interesse, situationales Interesse, individuelles Interesse, Wirtschaft/Politik, Schüler*innen, Politische Bildung, Didaktik, Aktuelle Ereignisse, Fragebogen, Quantitative Studie, Geschlechtsunterschiede, Jahrgangsstufen, Lernmotivation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Einbindung aktueller politischer Themen in den Wirtschaft/Politik-Unterricht auf das Interesse von Schüler*innen, insbesondere den Übergang von situationalem zu individuellem Interesse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Analyse des Schülerinteresses an Politik, die Rolle aktueller Ereignisse als Motivationsfaktor, die Unterscheidung zwischen kurzfristigem (situationalem) und langfristigem (individuellem) Interesse sowie die Bedeutung geschlechts- und jahrgangsspezifischer Unterschiede.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, fundierte Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob und inwiefern situationales Interesse durch den Einsatz aktueller politischer Themen geweckt und in individuelles Interesse überführt werden kann. Die Forschungsfrage lautet, wie die thematische Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Ereignissen im Unterrichtsfach Wirtschaft/Politik das Interesse der Lernenden beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung wurde als quantitative Studie konzipiert, die einen deskriptiv-explorativen Ansatz mit einem Querschnittsdesign verfolgt. Die Datenerhebung erfolgte mithilfe eines eigens entwickelten, standardisierten Fragebogens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der theoretische Rahmen und der Forschungsstand, die detaillierte Methodik der Untersuchung (Untersuchungsdesign, Stichprobe, Erhebungsinstrument, Durchführung und Auswertungsmethode), die Datenauswertung sowie die Interpretation der gewonnenen Ergebnisse behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Politikbezug, Unterricht, situationales Interesse, individuelles Interesse, politische Bildung, Didaktik, aktuelle Ereignisse, Schüler*innen und Lernmotivation.
Welche theoretische Grundlage bildet die Interessenstheorie für diese Arbeit?
Die Arbeit basiert auf der Interessenstheorie von Krapp, die situationales Interesse als kurzfristig und durch äußere Reize aktiviert und individuelles Interesse als tiefergehend und langfristig entwickelt beschreibt. Sie betont die Wechselwirkung zwischen Person und Umfeld sowie die Bedeutung positiver emotionaler Erfahrungen.
Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede im Interesse konnten festgestellt werden?
Die Ergebnisse zeigten, dass Mädchen im Durchschnitt höhere Skalenwerte angaben als Jungen, was auf einen möglicherweise stärkeren Bezug zu den behandelten Themen oder ein generell höheres politisches Interesse bei Mädchen hinweist.
Wie unterschied sich die Korrelation zwischen situationalem und individuellem Interesse zwischen den Jahrgangsstufen?
Die Korrelation war in der 5. Klasse mit r = 0,85 signifikant stärker als in der 8. Klasse mit r = 0,47. Dies deutet darauf hin, dass jüngere Schüler*innen möglicherweise sensibler auf situationale Reize reagieren.
Welche praktischen Implikationen für Lehrkräfte ergeben sich aus den Studienergebnissen?
Lehrkräfte sollten regelmäßig aktuelle politische Ereignisse in den Unterricht integrieren, um das situative Interesse zu aktivieren. Zudem ist eine sorgfältige didaktische Planung notwendig, um dieses situative Interesse nachhaltig in individuelles Interesse zu überführen, beispielsweise durch vertiefende Methoden wie Projektarbeiten.
- Arbeit zitieren
- Johannes Tenbrink (Autor:in), 2025, Politik aktuell im Unterricht. Wie Gegenwartsbezug das Interesse von Schüler*innen im Fach Wirtschaft/Politik steigert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1617760