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Nestroy - Umsonst: eine Aufführungsanalyse

Title: Nestroy - Umsonst: eine Aufführungsanalyse

Elaboration , 2009 , 3 Pages , Grade: 1

Autor:in: Sandra Folie (Author)

Theater Studies, Dance
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Summary Excerpt Details

Zuallererst verwundern rätselhafte neun Stühle auf der Bühne. Durch eine schmale Tür in der weißen, alles verdeckenden Bühnenwand, spaziert schnell hintereinander eine Personengruppe hervor. Sie setzen sich mit Blick zum Publikum auf die Bühne. Es herrscht eine strenge Teilung nach Geschlecht: links die Frauen, rechts die Männer. Beim Erlischen des Saallichtes stimmen sie eine Art Sprech-, Summ- und Geräuschmusik an; in ihrer Mitte ein Bodypercussionist, dessen Körper als Begleitinstrument dient. Während dieses ‚Katzengesangs’ senkt sich das Podium, bis nur noch die Köpfe der ‚Band’ zu sehen sind, die nun Richtung Bühne schauen. Aus mehreren Türen treten Figuren des Stückes vor, die Wand hebt sich und ermöglicht den Blick in die Guckkastenbühne. Kreuz und quer irren dort Darsteller über eine Drehscheibe, welche aus einem Labyrinth von Räumen besteht – ein Vorgeschmack für die Zuschauer auf eine Handlung, die ebenso impulsiv umherhüpft, in Sackgassen landet und sich wieder herauswindet. Mit dem Verstummen der Musik legt sich das chaotische Treiben auf der Bühne. Eine eigenwillige Ouvertüre, von der bei Nestroy nichts geschrieben steht neigt sich dem Ende zu, der erste Akt beginnt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Umsonst

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Analyse untersucht die theatralische Neuinszenierung von Johann Nestroys Posse „Umsonst“ durch Michael Schottenberg am Volkstheater. Ziel ist es, die künstlerischen Freiheiten, die zeitliche Verlegung in die 1950er Jahre sowie die bühnentechnischen Veränderungen in Bezug auf Nestroys ursprüngliche Intention und die soziale Dimension des Stücks kritisch zu beleuchten.

  • Regiekonzept und Neuinszenierung nach Michael Schottenberg
  • Zeitliche Verschiebung und historische Parallelen zur Biedermeierzeit und den 1950er Jahren
  • Bühnengestaltung und symbolische Räume im Vergleich zur Vorlage
  • Die Rolle der Sozialkritik in der Darstellung von Alltag und Identität

Auszug aus dem Buch

Umsonst

Zuallererst verwundern rätselhafte neun Stühle auf der Bühne. Durch eine schmale Tür in der weißen, alles verdeckenden Bühnenwand, spaziert schnell hintereinander eine Personengruppe hervor. Sie setzen sich mit Blick zum Publikum auf die Bühne. Es herrscht eine strenge Teilung nach Geschlecht: links die Frauen, rechts die Männer. Beim Erlischen des Saallichtes stimmen sie eine Art Sprech-, Summ- und Geräuschmusik an; in ihrer Mitte ein Bodypercussionist, dessen Körper als Begleitinstrument dient. Während dieses ‚Katzengesangs’ senkt sich das Podium, bis nur noch die Köpfe der ‚Band’ zu sehen sind, die nun Richtung Bühne schauen. Aus mehreren Türen treten Figuren des Stückes vor, die Wand hebt sich und ermöglicht den Blick in die Guckkastenbühne. Kreuz und quer irren dort Darsteller über eine Drehscheibe, welche aus einem Labyrinth von Räumen besteht – ein Vorgeschmack für die Zuschauer auf eine Handlung, die ebenso impulsiv umherhüpft, in Sackgassen landet und sich wieder herauswindet.

Mit dem Verstummen der Musik legt sich das chaotische Treiben auf der Bühne. Eine eigenwillige Ouvertüre, von der bei Nestroy nichts geschrieben steht neigt sich dem Ende zu, der erste Akt beginnt. Von der nestroy’schen Kulisse mit großem ‚Kaffee Gschlader’ und ‚Theater-Billetten Verkauf’ Schild, Oleandersträuchen etc. ist einzig der sich in der Mitte des Prospekts befindliche Eingang wie Tische und Stühle erhalten geblieben, allerdings aus der Innen- anstelle der Außenperspektive. Die Szene spielt hier im Kaffeehaus. Abgesehen davon, wurde die Ausstattung recht steril in weiß gehalten, zwar nicht sehr modern, aber auch kein Mitte 19.Jh. Stil. Schon zu Beginn deutet sich wage eine Verlagerung in eine andere Epoche an.

Zusammenfassung der Kapitel

Umsonst: Diese Analyse dokumentiert die szenische Umsetzung von Nestroys Posse und setzt sich mit der Verlegung in die 1950er Jahre, der bühnentechnischen Gestaltung und der damit einhergehenden sozialen Interpretation des Stücks auseinander.

Schlüsselwörter

Johann Nestroy, Umsonst, Michael Schottenberg, Volkstheater, Theaterkritik, Regiekonzept, Biedermeier, 1950er Jahre, Bühnengestaltung, Sozialkritik, Identität, Inszenierung, Guckkastenbühne, Transformation, Zeitverschiebung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert eine moderne Inszenierung von Johann Nestroys Posse „Umsonst“ und untersucht, wie der Regisseur Michael Schottenberg das Stück durch ästhetische und zeitliche Anpassungen neu interpretiert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die Modernisierung klassischer Bühnenanweisungen, die historische Analogie zwischen dem 19. Jahrhundert und den 1950er Jahren sowie die Darstellung sozialer Spannungen.

Was ist das Ziel dieser Analyse?

Ziel ist es, die Wirkungsweise der Regieentscheidungen zu bewerten und aufzuzeigen, wie durch eine veränderte Bühnentechnik und Kostümierung neue inhaltliche Akzente gesetzt werden.

Welche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer beobachtenden Analyse der Inszenierung, die das Originalwerk von Nestroy mit der tatsächlichen Umsetzung am Volkstheater vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert spezifische Szenenänderungen, die Neugestaltung des Bühnenbilds sowie die Einführung moderner Symbole und deren Bedeutung für das Verständnis des Stücks.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nestroy, Inszenierung, Zeitverschiebung, Volkstheater, Sozialkritik und Bühnenbildgestaltung.

Wie deutet die Inszenierung die Zeitverschiebung in die 1950er Jahre?

Die Inszenierung nutzt Kostüme, Requisiten wie Aluminium-Rollläden und spezifische Inschriften wie „C+M+B 1957“, um eine Brücke zwischen der Biedermeierzeit und der Nachkriegszeit zu schlagen.

Welche Rolle spielt das Wirtshaus in Stinatz?

Das Wirtshaus wird zu einem symbolträchtigen Ort umgestaltet, wobei insbesondere die Kellerluke als Raum für Geheimnisse und soziale Abgrenzung eine neue zentrale Funktion übernimmt.

Wie geht die Inszenierung mit der „Ausländerthematik“ um?

Die Figur des Zlatko, der anstelle des Kellners Georg auftritt, dient als Spiegel der zeitgenössischen Ausländerproblematik und der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte nach 1945.

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Details

Title
Nestroy - Umsonst: eine Aufführungsanalyse
College
University of Vienna  (Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Course
Übung Aufführungs- und Inszenierungsanalyse
Grade
1
Author
Sandra Folie (Author)
Publication Year
2009
Pages
3
Catalog Number
V161825
ISBN (eBook)
9783640753178
ISBN (Book)
9783640753369
Language
German
Tags
Nestroy Umsonst Volksstück Posse Aufführungsanalyse Volkstheater
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Folie (Author), 2009, Nestroy - Umsonst: eine Aufführungsanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161825
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