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Wie wirkt sich die wahrgenommene elterliche Ungleichbehandlung auf die Qualität der Geschwisterbeziehungen aus, insbesondere im Erwachsenenalter?

Titel: Wie wirkt sich die wahrgenommene elterliche Ungleichbehandlung auf die Qualität der Geschwisterbeziehungen aus, insbesondere im Erwachsenenalter?

Hausarbeit , 2024 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit untersucht den Einfluss wahrgenommener elterlicher Ungleichbehandlung auf die Qualität von Geschwisterbeziehungen, insbesondere im Erwachsenenalter. Geschwisterbeziehungen sind durch ihre Unfreiwilligkeit, emotionale Ambivalenz und lebenslange Dauer gekennzeichnet und spielen eine zentrale Rolle für soziale und emotionale Entwicklung. Elterliche Ungleichbehandlung verstanden als unterschiedliche Zuwendung, Bevorzugung oder Benachteiligung von Kindern kann sowohl in der Kindheit als auch im Erwachsenenalter zu Konflikten, Rivalität und verminderter emotionaler Nähe zwischen Geschwistern führen. Theoretische Ansätze wie die Equity-Theorie, die Theorie des sozialen Vergleichs und Adlers Individualpsychologie verdeutlichen die Mechanismen, durch die Wahrnehmungen von Ungerechtigkeit die Geschwisterbeziehung beeinflussen. Empirische Studien belegen, dass insbesondere Erinnerungen an frühere Ungleichbehandlung die Qualität der Beziehungen langfristig prägen. Die Arbeit zeigt, dass elterliche Fairness und Gleichbehandlung entscheidend für stabile, warme und konfliktarme Geschwisterbeziehungen sind, wobei individuelle Wahrnehmungen oft stärker wirken als objektive Unterschiede. Die Hausarbeit gliedert sich in die Kapitel: Einleitung, Qualität der Geschwisterbeziehungen, elterliche Ungleichbehandlung, Auswirkungen der elterlichen Ungleichbehandlung auf Geschwisterbeziehungen sowie Fazit, ergänzt durch Literaturverzeichnis.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis des E-Books

  • 1 Einleitung.
    • 1.1 Ziel dieser Arbeit.
    • 1.2 Aufbau der Arbeit.
  • 2 Die Qualität der Geschwisterbeziehungen.
    • 2.1 Die Rolle und die Besonderheiten von Geschwisterbeziehungen.
    • 2.2 Die vier qualitativen Dimensionen.
  • 3 Die elterliche Ungleichbehandlung.
    • 3.1 Definition, Formen und Gründe.
    • 3.2 Messmethoden
  • 4 Die Auswirkungen der elterlichen Ungleichbehandlung auf die Qualität der Geschwisterbeziehung.
    • 4.1 Theoretische Annahmen.
    • 4.2 Empirische Belege
  • 5 Fazit.
  • 6 Literaturverzeichnis.

Zielsetzung & Thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Folgen der elterlichen Ungleichbehandlung auf die Qualität der Geschwisterbeziehungen zu analysieren. Die zentrale Forschungsfrage lautet: “Wie wirkt sich die wahrgenommene elterliche Ungleichbehandlung auf die Qualität der Geschwisterbeziehungen aus, insbesondere im Erwachsenenalter?”. Dies ist von besonderer Bedeutung, da elterliche Ungleichbehandlung erhebliche Auswirkungen auf die psychologische Entwicklung und das Wohlbefinden der Kinder haben kann und auch im Erwachsenenalter nachwirken kann.

  • Elterliche Ungleichbehandlung und deren Definition, Formen und Gründe.
  • Die Qualität von Geschwisterbeziehungen und ihre Besonderheiten.
  • Auswirkungen der wahrgenommenen Ungleichbehandlung auf Geschwisterbeziehungen im Erwachsenenalter.
  • Theoretische Modelle zur Erklärung familiärer Dynamiken (Equity-Theorie, Theorie des sozialen Vergleichs, Individualpsychologie).
  • Empirische Belege für die Effekte elterlicher Ungleichbehandlung.
  • Messmethoden zur Erfassung elterlicher Ungleichbehandlung.

Auszug aus dem Buch

Theoretische Annahmen

Drei zentrale Theorien, die diese Problematik beleuchten, sind die Equity-Theorie, die Theorie des sozialen Vergleichs und Adlers Theorie der Individualpsychologie. Die Equity- Theorie besagt, dass Menschen dazu neigen ihre Beziehungen auf der Grundlage von Fairness und Gerechtigkeit zu bewerten. Wenn man dies auf die Geschwisterbeziehung bezieht, bedeutet dies, dass die Geschwister die Ungleichbehandlungen als ungerecht empfinden, wenn diese nicht durch unterschiedliche Beiträge oder Leistungen gerechtfertigt werden können (vgl. Boll et al. 2003: 85). Nach Boll et al. wird die elterliche Bevorzugung, beziehungsweise elterliche Benachteiligung als „inequity" wahrgenommen, was die Qualität der Geschwisterbeziehungen durch Folgen wie emotionale Belastungen, wie Ärger und Frustration erheblich beeinflussen können (vgl. ebd.). Eines der Geschwister welche elterliche Benachteiligung wahrnimmt, kann versuchen die empfundene Ungerechtigkeit auszugleichen oder Rache an dem bevorzugten Geschwister zu nehmen (vgl. ebd.). Gleichzeitig könnte das bevorzugte Geschwister Schuldgefühle und Angst vor einer möglichen Vergeltung haben, besonders wenn es denkt, dass die Bevorzugung nicht gerechtfertigt ist. Um sich selbst zu rechtfertigen, neigt es dazu das benachteiligte Geschwister abzuwerten (vgl. ebd.). In der Gesamtheit zeigt die Equity-Theorie also, dass elterliche Benachteiligung und Bevorzugung die Qualität der Beziehungen zwischen Geschwistern beeinflussen können, indem sie emotionale Spannungen und Rivalitäten erzeugen (vgl. ebd.).

Die Theorie des sozialen Vergleichs von Festinger, wurde in vielen Studien zum Messen von elterlicher Bevorzugung genutzt (vgl. Jensen et al. 2013: 439). Oft werden bei diesem Ansatz Geschwister, welche eine bevorzugte Behandlung erhalten mit Geschwistern welche weniger bevorzugt werden verglichen, wobei der Möglichkeit einer Gleichbehandlung weniger Beachtung geschenkt wird (vgl. ebd.). Geschwister vergleichen sich mit objektiv ähnlichen Personen, welche ähnliche Fähigkeiten oder Meinungen besitzen, insbesondere um Informationen über ihre eigene soziale Position zu sammeln und diese zu bewerten (vgl. Jensen et al. 2013: 440), (vgl. Festinger 1954: 120f.), (vgl. Suitor et al. 2009: 1027). Nach Festinger ist es für den sozialen Vergleich wichtig zu klären, dass die Wahrnehmung eines Menschen und das tatsächliche Geschehen stark variieren, da Fehleinschätzungen über die Fähigkeiten eines Menschen bestrafende oder im schlimmsten Fall fatale Auswirkungen haben können (vgl. Festinger 1954: 117f.). Die Wahrnehmung der eigenen Position im Vergleich zu anderen kann zu unterschiedlichen Verhaltensweisen führen, je nachdem, ob die Person glaubt, mehr oder weniger Ressourcen zu besitzen, als diejenigen mit denen sie verglichen werden. Insbesondere wenn eine Person das Gefühl hat, benachteiligt zu werden, zeigt sie feindseliges Verhalten oder zieht sich zurück (vgl. Suitor et al. 2009: 1027). Im Gegensatz dazu könnte das Wahrnehmen von Bevorzugung eines Geschwisters im Vergleich zu dem benachteiligten Geschwister dazu führen, dass man mehr Wärme und weniger Feindseligkeit gegenüber den benachteiligten Geschwistern empfindet, da das bevorzugte Geschwister keine Bedrohung ihrer Position in der Familie befürchten muss (vgl. ebd.). Der soziale Vergleich schließt also darauf, dass mit einer elterlichen Bevorzugung aber auch die Möglichkeit besteht, dass die bevorzugte Person ein gesteigertes Selbstwertgefühl oder eine Verminderung von externalisierenden Verhaltensweisen aufweisen kann (vgl. Jensen et al. 2013: 439f.).

Insgesamt zeigen alle drei Theorien: Equity-Theorie, Theorie des sozialen Vergleichs und Adlers Individualpsychologie, dass elterliche Ungleichbehandlungen die Geschwisterbeziehungen erheblich beeinträchtigen können. Während die Equity-Theorie betont, dass Ungerechtigkeit zu emotionalen Belastungen und Rivalität führen, hebt die Theorie des sozialen Vergleichs hervor, dass Geschwister sich in Bezug auf elterliche Zuwendung vergleichen, was ihr Selbstwertgefühl und Verhalten beeinflusst. Adlers Theorie zeigt, dass Ungleichbehandlung langfristige Auswirkungen haben kann. Insbesondere durch den Wettbewerb um elterliche Aufmerksamkeit. Insgesamt führen solche Bevorzugungen oder Benachteiligungen zu mehr Konflikten, weniger Intimität und einem geringeren Wohlbefinden innerhalb der Geschwisterbeziehung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, skizziert die Relevanz der Forschungsfrage nach den Auswirkungen elterlicher Ungleichbehandlung auf Geschwisterbeziehungen im Erwachsenenalter und beschreibt den Aufbau der Arbeit.

2 Die Qualität der Geschwisterbeziehungen: Hier werden die Rolle und Besonderheiten von Geschwisterbeziehungen definiert sowie die vier qualitativen Dimensionen (Wärme/Nähe, relativer Status/Macht, Konflikt und Rivalität) detailliert erläutert, die deren Qualität beeinflussen.

3 Die elterliche Ungleichbehandlung: Dieses Kapitel widmet sich der Begriffsbestimmung, den Formen, Gründen und Messmethoden der elterlichen Ungleichbehandlung, wobei zwischen "differential parental treatment" und "parental favoritism" unterschieden wird.

4 Die Auswirkungen der elterlichen Ungleichbehandlung auf die Qualität der Geschwisterbeziehung: In diesem Hauptteil werden theoretische Annahmen wie die Equity-Theorie, die Theorie des sozialen Vergleichs und Adlers Individualpsychologie sowie empirische Belege für den Einfluss elterlicher Ungleichbehandlung auf die Qualität der Geschwisterbeziehungen vorgestellt.

5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, diskutiert Implikationen für zukünftige Forschungen und betont die langfristigen Auswirkungen elterlicher Ungleichbehandlung auf Geschwisterbeziehungen.

6 Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet alle verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literaturangaben auf, die zur Erstellung der Arbeit herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Elterliche Ungleichbehandlung, Geschwisterbeziehungen, Erwachsenenalter, Beziehungsqualität, elterliche Bevorzugung, Equity-Theorie, sozialer Vergleich, Individualpsychologie, Konflikte, Rivalität, Nähe, Wärme, Kindheit, familiäre Dynamik, Langzeitwirkungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich grundsätzlich mit der Frage, wie die von Geschwistern wahrgenommene elterliche Ungleichbehandlung die Qualität ihrer Beziehungen zueinander beeinflusst, insbesondere im Erwachsenenalter.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition und Bedeutung von Geschwisterbeziehungen, die Untersuchung elterlicher Ungleichbehandlung in ihren Formen und Gründen, sowie die Analyse der Auswirkungen dieser Ungleichbehandlung auf die Geschwisterbeziehungsqualität durch theoretische Modelle und empirische Studien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Folgen elterlicher Ungleichbehandlung auf die Qualität der Geschwisterbeziehungen zu analysieren. Die Forschungsfrage lautet: "Wie wirkt sich die wahrgenommene elterliche Ungleichbehandlung auf die Qualität der Geschwisterbeziehungen aus, insbesondere im Erwachsenenalter?".

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine theoretisch-konzeptionelle Analyse, indem sie verschiedene psychologische und soziologische Theorien (z.B. Equity-Theorie, Theorie des sozialen Vergleichs, Adlers Individualpsychologie) zur Erklärung der Phänomene heranzieht und diese mit empirischen Belegen aus bestehenden Studien untermauert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte der Qualität von Geschwisterbeziehungen und der elterlichen Ungleichbehandlung detailliert definiert. Anschließend werden theoretische Annahmen und empirische Belege für die Auswirkungen der elterlichen Ungleichbehandlung auf die Geschwisterbeziehungsqualität dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter, die diese Arbeit charakterisieren, sind elterliche Ungleichbehandlung, Geschwisterbeziehungen, Erwachsenenalter, Beziehungsqualität, Fairness, Rivalität, und psychologische Entwicklung.

Welche Rolle spielt die Wahrnehmung von Ungleichbehandlung im Vergleich zur objektiven Realität?

Die Arbeit betont, dass die subjektive Wahrnehmung der Kinder von elterlicher Ungleichbehandlung oft entscheidender für ihr Wohlbefinden und die Beziehungsqualität ist als die tatsächlichen objektiven Unterschiede in der elterlichen Behandlung.

Welche langfristigen Auswirkungen kann elterliche Ungleichbehandlung haben?

Elterliche Ungleichbehandlung kann laut der Arbeit langfristige und tiefgreifende Auswirkungen haben, die sich bis ins Erwachsenenalter ziehen und zu vermehrten Konflikten, einem Mangel an Wärme/Nähe und einem geringeren Wohlbefinden innerhalb der Geschwisterbeziehung führen können.

Warum ist der Zeitpunkt der Ungleichbehandlung (Kindheit vs. Erwachsenenalter) relevant?

Es wird hervorgehoben, dass die Erinnerungen an die mütterliche Ungleichbehandlung in der Kindheit oft tiefgreifender und langanhaltender sind als die Wahrnehmung aktueller Ungleichbehandlung und die Nähe zwischen Geschwistern im Erwachsenenalter stärker beeinflussen können.

Welche Empfehlung gibt die Arbeit für Eltern im Umgang mit Ungleichbehandlung?

Die Arbeit legt nahe, dass eine faire elterliche Behandlung essenziell für eine positive Geschwisterbeziehung ist. Eltern sollten sich ihrer elterlichen Ungleichbehandlung bewusstwerden und frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um negativen Auswirkungen entgegenzuwirken.

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Details

Titel
Wie wirkt sich die wahrgenommene elterliche Ungleichbehandlung auf die Qualität der Geschwisterbeziehungen aus, insbesondere im Erwachsenenalter?
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Die Bedeutung von Geschwistern für die individuelle Entwicklung und den Lebenslauf
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
16
Katalognummer
V1618340
ISBN (PDF)
9783389151846
ISBN (Buch)
9783389151853
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Elterliche Ungleichbehandlung Geschwisterbeziehungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2024, Wie wirkt sich die wahrgenommene elterliche Ungleichbehandlung auf die Qualität der Geschwisterbeziehungen aus, insbesondere im Erwachsenenalter?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1618340
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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