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Selbsthilfe - eine Ressource im Gesundheitswesen?

Titel: Selbsthilfe - eine Ressource im Gesundheitswesen?

Essay , 2001 , 13 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Reinhold Ballmann (Autor:in)

Gesundheit - Gesundheitswesen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Mehrzahl aller Gesundheitsstörungen wird im primären Hilfesystem im Rahmen
privaten Hilfehandelns (zum Beispiel Familie und Nachbarschaft) und ohne
Inanspruchnahme professioneller Hilfe (sekundäres Hilfesystem) gelöst.3
Die Familie und das enge soziale Netzwerk sind idealiter ein soziales Gefüge, in dem
in ho-hem Maße emotionale Unterstützung erlebt und Gefühle des
Eingebundenseins und Geliebt-werdens vermittelt werden. Emotionale Unterstützung
wirkt nicht nur als Puffer bei Belastun-gen und in Krisensituationen, sondern übt
zugleich einen direkten Einfluss auf das Wohlbe-finden aus.4
Sowohl die demographische Entwicklung als auch die stetigen Zunahme von Single-
Haus-halten zeigt, dass ein erheblicher Anteil der Bevölkerung auf das primäre
System der Familie nicht unmittelbar oder gar nicht mehr zurückgreifen kann.
Diese Aufgaben, die bislang überwiegend im primären Hilfesystem erbracht werden,
fallen immer öfter der Selbsthilfe zu, die durch unmittelbare, persönliche Hilfe
gekennzeichnet ist. Sie ist für die Krankheitsbewältigung (erfolgreiches Coping), der
Einhaltung von Therapien (Com-pliance), aber auch zum Schutz gegen Erkrankungen
(salutogenetische Funktion) von großer Be-deutung. Seit Ende der 70er Jahre hat sich
eine Form der Selbsthilfe entwickelt, deren Cha-rakteristikum kleine, informelle
Gruppen von ca. fünf bis zehn Personen sind: Selbsthilfe-gruppen. Sie erweitern das
Selbsthilfe-Spektrum und reagieren auf aktuelle gesellschaftliche Defizite und
Entwicklungen.

[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Definition der Selbsthilfe

2 Selbsthilfe als Ressource im Gesundheitswesen

2.1 Psychosoziale Sichtweise

2.2 Medizinische Sichtweise

2.3 Ökonomische Sichtweise

3 Aktuelle Daten der Selbsthilfeorganisation und Selbsthilfebewegung

4 Ökonomische Entwicklungen im deutschen Gesundheitswesen

5 Schlussbemerkungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Rolle der Selbsthilfe als essenzielle Ressource im deutschen Gesundheitswesen auseinander. Ziel ist es, aus der Perspektive einer politischen Interessenvertretung zu beleuchten, wie Selbsthilfegruppen durch psychosoziale, medizinische und ökonomische Beiträge zur Stärkung des Gesundheitswesens beitragen und welche Bedeutung sie angesichts aktueller demografischer und struktureller Entwicklungen einnehmen.

  • Grundlegende Begriffsdefinitionen der Selbsthilfe als gesundheitsbezogenes Laienhandeln.
  • Psychosoziale und medizinische Mehrwerte durch Selbsthilfegruppen für Patienten.
  • Ökonomische Analyse der Wertschöpfung und Entlastungspotenziale durch Selbsthilfe.
  • Aktuelle quantitative Daten zur Selbsthilfebewegung in Deutschland.
  • Herausforderungen im Kontext der ökonomischen Entwicklung des Gesundheitssystems.

Auszug aus dem Buch

2.1 Psychosoziale Sichtweise

Die Mehrzahl aller Gesundheitsstörungen wird im primären Hilfesystem im Rahmen privaten Hilfehandelns (zum Beispiel Familie und Nachbarschaft) und ohne Inanspruchnahme professioneller Hilfe (sekundäres Hilfesystem) gelöst.

Die Familie und das enge soziale Netzwerk sind idealiter ein soziales Gefüge, in dem in ho-hem Maße emotionale Unterstützung erlebt und Gefühle des Eingebundenseins und Geliebt-werdens vermittelt werden. Emotionale Unterstützung wirkt nicht nur als Puffer bei Belastun-gen und in Krisensituationen, sondern übt zugleich einen direkten Einfluss auf das Wohlbe-finden aus.

Sowohl die demographische Entwicklung als auch die stetigen Zunahme von Single-Haus-halten zeigt, dass ein erheblicher Anteil der Bevölkerung auf das primäre System der Familie nicht unmittelbar oder gar nicht mehr zurückgreifen kann.

Diese Aufgaben, die bislang überwiegend im primären Hilfesystem erbracht werden, fallen immer öfter der Selbsthilfe zu, die durch unmittelbare, persönliche Hilfe gekennzeichnet ist. Sie ist für die Krankheitsbewältigung (erfolgreiches Coping), der Einhaltung von Therapien (Com-pliance), aber auch zum Schutz gegen Erkrankungen (salutogenetische Funktion) von großer Be-deutung. Seit Ende der 70er Jahre hat sich eine Form der Selbsthilfe entwickelt, deren Cha-rakteristikum kleine, informelle Gruppen von ca. fünf bis zehn Personen sind: Selbsthilfe-gruppen. Sie erweitern das Selbsthilfe-Spektrum und reagieren auf aktuelle gesellschaftliche Defizite und Entwicklungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Definition der Selbsthilfe: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Selbsthilfe als freiwilligen Zusammenschluss zur Krankheitsbewältigung und ordnet sie als Gegenpol zum professionellen Expertensystem ein.

2 Selbsthilfe als Ressource im Gesundheitswesen: Hier werden die psychosozialen, medizinischen und ökonomischen Vorteile der Selbsthilfe detailliert betrachtet und ihre Funktion als komplementäre Ressource hervorgehoben.

3 Aktuelle Daten der Selbsthilfeorganisation und Selbsthilfebewegung: Dieses Kapitel liefert quantitative Einblicke in die Verbreitung von Selbsthilfegruppen und die unterstützende Rolle der Kontaktstellen in Deutschland.

4 Ökonomische Entwicklungen im deutschen Gesundheitswesen: Der Fokus liegt hier auf den Treibern der Gesundheitsausgaben, wie dem technologischen Fortschritt und der demografischen Alterung, unter Berücksichtigung ihrer Auswirkungen.

5 Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird die Notwendigkeit unterstrichen, die Selbsthilfe als integralen Bestandteil einer ganzheitlichen und patientenorientierten Versorgung politisch stärker zu verankern.

Schlüsselwörter

Selbsthilfe, Gesundheitswesen, Krankheitsbewältigung, Laienhandeln, Empowerment, Patientenorientierung, Gesundheitsökonomie, psychosoziale Unterstützung, salutogenetische Funktion, Gesundheitsförderung, demografischer Wandel, Selbsthilfegruppen, Patientenvertretung, Versorgungssystem, Laienkompetenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und den Nutzen von Selbsthilfegruppen innerhalb des deutschen Gesundheitssystems aus Sicht einer politischen Partei.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die psychosoziale Unterstützung, die medizinische Versorgung durch informierte Patienten sowie die volkswirtschaftliche Wertschöpfung der Selbsthilfe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Beitrag der Selbsthilfe als Ressource zu bewerten, um eine fundierte Stellungnahme für eine Anhörung im Bundestag zur Frage „Selbsthilfe – eine Ressource im Gesundheitswesen?“ vorzubereiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine essayistische Auseinandersetzung, die auf der Auswertung aktueller Fachliteratur, Daten zur Selbsthilfebewegung und gesundheitsökonomischen Analysen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Selbsthilfe aus psychosozialer, medizinischer und ökonomischer Perspektive und ergänzt dies durch aktuelle Daten zur Organisationsstruktur der Selbsthilfe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Selbsthilfe, Empowerment, Krankheitsbewältigung, Gesundheitsökonomie und Patientenorientierung.

Welche ökonomische Rolle spielt die Selbsthilfe laut dieser Arbeit?

Die Selbsthilfe leistet einen bedeutenden volkswirtschaftlichen Beitrag, indem sie durch das ehrenamtliche Engagement der Betroffenen Kosten im professionellen System reduziert und die Effektivität von Therapien steigert.

Wie wird das Verhältnis von Patienten zu Professionellen durch Selbsthilfe verändert?

Die Selbsthilfe fördert den Wandel vom Patienten als passives „Objekt der Fürsorge“ hin zu einem informierten und selbstverantwortlichen „Experten in eigener Sache“.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Selbsthilfe - eine Ressource im Gesundheitswesen?
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Gesundheitswissenschaften)
Note
2,0
Autor
Reinhold Ballmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
13
Katalognummer
V16184
ISBN (eBook)
9783638211055
ISBN (Buch)
9783640157051
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbsthilfe Ressource Gesundheitswesen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Reinhold Ballmann (Autor:in), 2001, Selbsthilfe - eine Ressource im Gesundheitswesen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16184
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Leseprobe aus  13  Seiten
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